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FKTV Plus 89: Analyse eines Abgangs

Hier kann darüber diskutiert werden!

Danke für diese FK-Plus Folge.
Hatte gehofft das es zu dem Vorfall etwas geben wird.

Ich hatte mir die Sendung (Wie gehts Deutschland) auf Youtube angesehen nach dem groß über diesen Skandal geredet wurde.
Und muss sagen dass die Sendung wirklich sehr seltsam rüber kam.

Habe mich gleich an einen Beitrag (oder war es auch eine FK-Plus Folge) erinnert. In dem es um Talkrunden und deren Zusammensetzung ging. Und schon befürchtet das es deshalb jetzt kein Folge geben wird, da das Thema ja praktisch schon damals behandelt wurde.

Besonders schön fand ich ja die Stelle wo die Lehrerin immer wieder sagt dass es Probleme gibt. Und auch Geld alleine das Problem nicht beheben wird. Sondern das man halt viel mehr Lehrer braucht. Und die Moderatorin dann sagt: Das haben wir jetzt verstanden. Wir müssen jetzt weitermachen.
Das war schon cool. Leider war das nicht in der FK-Plus Folge zu sehen. Hätte aber glaub ich gut reingepast.

Ich glaube durch solche Sendungen kann sich die AfD wirklich sehr gut darstellen. Glaube schon das es viele Menschen gemerkt haben was da los war.
Irgendwie traurig das solch eine Partei bei solchen Gesprächsrunden immer wieder als super seriös rüberkommt da sie einfach Fakten und Zahlen nennen. Und alle Anderen nur drumrum Reden und Standartantworten abliefern. Schade.

Ich persönlich halte die AfD für unwählbar, die anderen “etablierten” aber weitestgehend auch, weil mir die aktuelle linksgrüne Mainstream-Gender-Wohlfühl-Ideologie extrem auf die Nerven geht. Leider bedienen die Medien gerade diese Haltung. Ursache dafür ist vielleicht auch, dass die Damen und Herren Slomka, Kloeppel, Illner, Will, Strunz, Maischberger usw. alle nicht am Hungertuch nagen, sondern Millionäre oder kurz davor sind, und die bei einer wirklich sozialen Steuerpolitik kräftig draufzahlen müssten.

Die AfD spricht aus, was viele der einfachen Menschen von der Politik denken, und basieren ihren Wahlkampf vor Allem durch Provokationen und Skandale, die von den Mainstream-Medien auch noch befeuert werden. Aus diesem Grund halte ich den Abgang für kalkuliert, besonders weil die Pressemitteilung sehr schnell kam und sehr professionell aufgemacht wirkte.

Aha, weil Publikum nicht ausgewogen klatscht ist es unfair?
Da wird sich die Dame im Bundestag aber noch umsehen, ich bin mir sogar ziemlich sicher dass die AfD in den Bundestag einziehen wird.

Man kann die Stimme des einfachen Mannes so schnell bekommen, wenn man nur etwas mit der Angst spielt.
Bei einem Blick ins Steuerprogramm sollte jeder Geringverdiener, zur Angst eher noch Panik bekommen.

Merkel kann sich das versoffene Geschrei von Wutbürgern anhören, gespickt mit Tomaten, das steht die Frau durch.

Mit Standfestigkeit hat es die Weidel ja eh nicht so.

Unheimliche Gesprächsrunde.
Ich kenn nur die Ausschnitte aus FKTV Plus, weil ich so große Rederunden nicht mag. Die motzen ja nur und greifen sich persönlich an. Wieso wollen die immer nicht aufeinander eingehen und wirklich sachlich sprechen? Kindergartenkinder sind angenehmer, wenn sie streiten.
Hat das Publikum irgendwas eingenommen oder haben die auf eine Prügelei gehofft? Damit sollten Personen der Öffentlichkeit doch zurecht kommen.

Frau Slomka hat gar nicht gesagt, dass die Zahlen von Frau Weidel zu den arbeitssuchenden Geflüchteten (oder Zuwanderer?) nicht stimmen. Sie hat nur hinzugefügt, welche Personengruppen dort nicht mit aufgeführt sind. Dann haben vielleicht beide recht.

Ich schaue sowas fast nie und habe Frau Weidel jetzt das erste mal bewusst in Bewegtbildern gesehen, glaub ich. Hat sie zu viele Managerseminare für Körpersprache mitgemacht? Alles total kontrolliert, aber alles so extrem großspurig. Noch übertriebener können die das z.B. bei extra3 auch nicht hinbekommen. :shock:

Sehr interessante FKTV Plus Folge! Eine wirklich seltsame Gesprächsrunde.

Dass Slomka Statistiken korrigiert, die offenbar falsch oder unvollständig sind, damit kann ich leben. Ihr Fehler lag in meinen Augen eher darin, dass sie die beiden Herren neben Frau Weidel nicht zurechtweist. Ob man es nun witzig findet, dass Herr Wieauchimmer nun meint, dass sie ja Flüchtling aus der Schweiz sei, muss jeder für sich entscheiden. Aber dass er nicht zurechtgewiesen wird solche Provokationen zu unterlassen, das geht nicht.

Was mich gerade in Bezug auf die Flüchtlingskriminalität gewundert hat, war ja, dass niemand den offensichtlichen Einwand bringt: Noch bevor Alice Weidel die Zahlen präsentiert, wehrt sie sich gegen Katja Kippings Vorwurf, der Komplize des rechtsextremen Bundeswehrsoldaten sei AfD-Mitglied, mit dem berechtigten Einwand, dass er “mutmaßlicher” Komplize sei. Direkt darauf präsentiert sie Zahlen von Tatverdächtigen, obwohl diese ja auch keine Täter sind. Das stellen hierzulande noch immer Gerichte fest. Darauf hätte man hinweisen können, auch mit Verweis darauf, dass die Anzeigebereitschaft bei ausländisch aussehenden Tätern deutlich höher sein dürfte. Kam leider nicht.

Das Problem ist doch nicht ob Slomkas Einwaende faktsich falsch oder richtig sind, sondern dass sie deplaziert sind. Ihre Aufgabe war es die Runde zu moderieren und nicht mit zu diskutieren. Wenn Weidel mit irgendwelchen Zahlen anfaengt koennte Slomka einfach das Wort an die anderen Gaeste erteilen um eine alternative Sicht der Dinge zur Diskussion zu stellen. Und die Tatsache, dass sie das nur bei der Weidel gemacht hat spricht ja Baende. Abgesehen davon, dass das ein sehr merkwuerdiges Verstaendniss von Diskussionskultur ist, ist genau diese Art von Slomka das was der AfD letzendlich mehr Stimmen und Rueckhalt in der Gesellschaft bringt und auch deswegen strategisch sehr unklug. In diesem Sinne: Schoenen Dank auch Slomka … du Pfeife :ugly.

[QUOTE=hollaender;496512]die aktuelle linksgrüne Mainstream-Gender-Wohlfühl-Ideologie[/QUOTE]

Ich halte mich für linksgrün (nicht im momentanen Spektrum der deutschen Parteien, aber ideologisch) und kann die von dir geschilderte “aktuelle” Ideologie an keiner Stelle irgendwo wahrnehmen. Momentan ist die Gesellschaft doch wieder so arschkonversativ und rechtsgedriftet, dass ich eigentlich nur noch kotzen möchte.

[QUOTE=SMESH;496535]Ich halte mich für linksgrün (nicht im momentanen Spektrum der deutschen Parteien, aber ideologisch) und kann die von dir geschilderte “aktuelle” Ideologie an keiner Stelle irgendwo wahrnehmen. Momentan ist die Gesellschaft doch wieder so arschkonversativ und rechtsgedriftet, dass ich eigentlich nur noch kotzen möchte.[/QUOTE]

Ich halte mich politisch auch für links, halte aber im Moment keine der aktuell links stehenden Parteien (also CDU, SPD, Linke, Grüne, vielleicht noch die FDP, nicht CSU, nicht AfD) für uneingeschränkt wählbar, CSU und AfD sowieso nicht. Ja, auch die CDU habe ich dazu gezählt. Mutti hat sie ja dazu gemacht.

Die Politik ist im Moment im Wahlkampfmodus. Außerdem hat sie Angst vor der AfD. Das hat aber mit einer konservativen Gesellschaft nicht das geringste zu tun. Dieser Rechtsruck ist eher gefühlten Abgehobenheit der Politiker insbesondere von der “einfachen” Bevölkerung. Was hat sich denn in den vergangenen 25-30 Jahren politisch alles getan?

Für viele Menschen gefühlt die Wiedervereinigung. Danach ist der Osten optisch aufgemöbelt aber arbeitslos, der Westen runtergekommen. Mit Schröder kam Hartz IV und mit Merkel einlullender Stillstand. Kann man dann diese Politikverdrossenheit der einfachen Bevölkerung übel nehmen? Aus meiner Sicht nicht.

In den 1980er Jahren war ein Franz Josef Strauß in einer CSU tätig, die weiter rechts stand als die AfD heute, die CDU eine echte konservative Partei. Hofberichterstattung fand nicht statt. Jede Partei hatte ihre Position und jeder Wähler konnte sich eine für seine persönlichen Umstände passende Partei aussuchen. Heutzutage sind SPD, CDU, Grüne eine einzige homogene Masse ohne Alleinstellungsmerkmal und Reibung untereinander. Wer sich dennoch reibt, hat keine Chance mehr in der Parteihierarchie aufzusteigen.

Aus beruflichen Gründen ist liegt mir der Bildungsbereich besonders am Herzen, der insbesondere durch die Grünen heruntergewirtschaftet wurde, in NRW speziell durch das Zentralabitur, Bachelor/Master-Umstellung, Kompetenzorientierung, Inklusion, perspektivisch 50%-ige Abiturquote pro Jahrgang.

SMESH, ich mag Dich trotzdem. Ich hoffe, Du nimmst diesen für meine Verhältnisse recht emotionalen Beitrag nicht persönlich.

Quatsch, ich stimme dir in fast allem zu. Einzige unsere Auffassung von links, rechts, liberal, konservativ, progressiv scheint sich doch etwas zu unterscheiden.

Ja, die CDU ist linker als früher, und heutzutage steht das S in CDU2 (früher als SPD bekannt) für sozialliberal. Die Grünen stehen der SPD in fast nichts nach, die AfD erübrigt sich von selbst, die FDP ist nur eine etwas liberale CDU. Wie du schon sagst, eine einzige homogene Masse, wir nennen das hier auch “Glumbatsch” (Hey, das ist ja sogar ein hochdeutsches Wort!). Dennoch verorte ich all diese Parteien, so wie sie momentan stehen, nicht mehr im linken, sozialen oder liberalen Sektor. Außer der Linkspartei, die im Parteispektrum fast schon eher die Mitte geworden ist, steht für mich keine der großen Parteien mehr für etwas linkes.

Mit “momentan” meinte ich auch nicht die jetzigen Wochen, sondern die letzten (mehrere) Jahre. Die waren meiner Ansicht nach reichlich unprogressiv - in Einzelfällen gabs da vielleicht mal gute politische Entscheidungen, aber im Großen und Ganzen fallen mir auf Anhieb da gar nicht so viele ein.

Zum Bildungsbereich und den Grünen noch: Den hiesigen Grünen habe ich es (als Zünglein an der Waage in einer dann geplatzten Jamaika-Koalition^^) zu verdanken, dass ich es mir leisten kann, trotz sozial schwacher Herkunft zu studieren (Mir ist klar, dass die Abschaffung der Studiengebühren auch Nachteile mit sich bringt, für mich als einzelne Person ist es jedoch geradezu zukunfts- und damit lebensverändernd). Zumindest dort habe ich dieses konkrete Gegenbeispiel - generell und auf nationaler Ebene stimme ich dir aber zu.

Ich, selber eher im gemäßigten liberalen Spektrum unterwegs, finde den Umgang mit der Afd in dem im Beitrag gezeigten Maße höchst beschämend. So öffnet man Tür und Tor für all die Vorwürfe, die sowieso schon von rechter Seite im Raum stehen. Ein sehr gelungener Zusammenschnitt und Kommentar zu dem Vorfall. Bei der Brisanz und Pointiertheit hätte ich den Beitrag an deiner Stelle öffentlich auf Youtube gestellt. Diese triefende Arroganz der “Altparteien” ist unerträglich und macht alle am Tisch unwählbar. So kann man am 24. wohl doch nur Die Partei wählen… :lol:

Für die Moderatorin ist es sicher nicht einfach und den Königsweg, wie man mit Populisten umgeht, hat man leider immer noch nicht gefunden. Wenn eine Partei ganz offen mit Lügen und Falschaussagen arbeitet, ist es was anderes, als wenn Politiker mal Fakten falsch widergeben oder verdrehen. Ich finde da muss dann ein Korrektiv sitzen, welches offenkundige Propaganda von populistischen Parteien wie der AfD oder der Linkspartei richtig stellt. Ob das nun die Moderatorin in Personalunion tun sollte, kann man zurecht hinterfragen.

Die CSU nutzte da nur die Gunst der Stunde, sich klar von der AfD abzugrenzen und die Behauptungen von SPD und Co, die CSU/CDU würde auch mit Rechtspopulisten kokettieren wenns nötig ist, Lügen zu strafen.

@SMESH Mit der Bildung meine ich nicht unbedingt die Studiengebühren, sondern die fachlichen Anforderungen an Schule und Universität.

In NRW wurde die Devise “Kein Kind zurücklassen” ausgerufen mit dem Ziel einer hohen Abiturquote, speziell für Schüler aus der Arbeiterschicht. Da es kein Geld für wirkliche Förderung gibt und den Schülern nicht zu viel Eigeninitiative wie z.B. Üben oder Lernen zugemutet werden sollte, wurde diese Devise in Form von langsamer voran gehen oder so lange warten, bis auch die hohlste Birne die Inhalte irgendwie drauf hat, umgesetzt. Schon aus Zeitgründen wurden dazu etliche Fachinhalte aus den Lehrplänen entfernt, was dazu führte, dass der Grundkurs Mathematik aus meiner eigenen Schulzeit mehr Tiefgang hatte als der heutige Leistungskurs, und aus dem Grundkurs Physik sowohl Rechnen als auch Systematik nahezu vollständig entfernt wurden. Früher musste man wissen, wann die Wiedervereinigung war (Faktenwissen), heute reicht es, wenn man das googlen kann (Kompetenz losgelöst von Fakten).

[post=496554]@hollaender[/post]

Mit der Bildung meine ich nicht unbedingt die Studiengebühren, sondern die fachlichen Anforderungen an Schule und Universität.

Hast du aussagekräftige Studien zum angeblichen Verfall der Anforderungen an den Universitäten, oder handelt es sich hierbei um anekdotische Evidenz?

[QUOTE=Knuddeluf;496577][post=496554]@hollaender[/post] Hast du aussagekräftige Studien zum angeblichen Verfall der Anforderungen an den Universitäten, oder handelt es sich hierbei um anekdotische Evidenz?[/QUOTE]

Möglicherweise reicht Dir ja folgendes von der Universität Köln, an der ich selber Mathematik und Physik studiert habe:

Grundstudium Diplom-Physik: 5 Semester Mathematik für Diplom-Mathematiker Pflichtveranstaltung mit Übungen zzgl. 2 Semester Mathematische Ergänzung zur Physik, bei den Scheinen aber geringere Anforderungen als Mathematiker
Abschluss des Grundstudiums nach 5 Semestern war das Vordiplom, also kein berufsbildender Abschluss

Bachelor-Physik: 3 Semester Mathematik für Physiker Pflichtveranstaltung mit Übungen
Abschluss des Bachelors nach 6 Semestern, berufsbildender Abschluss
Ferner gibt es deutlich mehr Tutorien als zu meiner Studienzeit, u.a. weil die Studenten in der Schulzeit keine studienbefähigende Mathematik gelernt haben bzw. lehrplanbedingt nicht mehr zu lernen brauchten. Die Bachelor-Arbeiten sind im Zweifel kaum das Papier wert, auf das sie gedruckt wurden. Das ist aber auch kein Wunder, weil die Studenten nach 6 Semestern noch nicht viel gelernt haben können. Außerdem muss sich der Stoff auch setzen und reifen.

Bachelorarbeiten in Mathematik habe aus Neugier von einigen Universitäten mal quer gelesen. Die Themen waren zum Teil lächerlich.

Vielen Dank für den Beitrag, Holger!

Ich kann es nicht mehr hören, Statistik hier, Statistik dort. Diese Pendeldiskussionen gehen maximal 2 Stunden jeder soll Zeit zum Reden erhalten und am Besten, wir nehmen alle Themen 5 Minuten durch. Wirkliche Probleme werden nicht aufgezeigt, aber auf eine Partei kann man immer draufhauen.

Ich halte mittlerweile alle Parteien, die vermutlich in den Bundestag einziehen, für unwählbar. Wie bereits geschrieben worden ist, gibt es keine Reibung und auch keine Alternativen mehr. Was besonders schlimm ist, dass in diesem Wahlkampf die digitale Revolution und die Möglichkeiten damit Geld zu verdienen, Jobs zu schaffen, Innovationen zurück nach Deutschland zu bringen, aber auch über deren Risiken zu diskutieren, überhaupt nicht stattfinden! Es dreht sich um die gleichen Themen wie jedes Jahr - mehr Lehrer, mehr Polizei, Flüchtlinge, innere Sicherheit.

Es ist bezeichnend, dass die FDP noch am ehesten mit Themen zu digitalen Revolution wirbt! Ich kann viele (einfache) Leute verstehen (das ist nicht despektierlich gemeint), aber die Regierung macht einfach Politik ohne zu vermitteln. Die AfD wird in den Bundestag einziehen mit Pauken und Trompeten. Aber mit dieser erzkonservativen Partei wird sich nichts ändern, sondern es wird weiterhin nur über Äußerungen als Inhalte diskutiert. Das ist sehr gefährlich.

@hollaender

Dein Einzelfall überzeugt mich nicht, da an meiner Universität, wo ich tätig bin, genau das Gegenteil passiert ist.

Das Diplom-Studium Physik wurde mit den identischen Lehrveranstaltungen in ein Bachelor- sowie ein Masterstudium aufgeteilt. Um Platz für die Bachelorarbeit, die mündlichen Abschlussprüfungen in thereotischer und experimenteller Physik sowie ein Modul “Berufsqualifizierende Kompetenzen” (typischerweise “Scientific Computing”) zu schaffen, wurde das “Laborpraktikum für Fortgeschrittene” von acht auf vier Wochen reduziert. Der effektive Workload ist also deutlich gestiegen, da für die Bachelorarbeit mindestens sechs Wochen Vollzeit (!) angesetzt werden, in anderen Fachbereichen aber gerne auch drei Monate und mehr - parallel zu den Abschlussprüfungen.

Ad Niveau: Eine Bachelorarbeit ist nun einmal keine Diplom- oder Masterarbeit, sondern eine Hinführung zum wissenschaftlichen Arbeiten. Da es heutzutage wesentlich mehr Studierende gibt und der Betreuungsschlüssel sich verschlechtert hat, sehen wir selbstverständlich eine gewisse Zahl mäßiger Arbeiten. Dem gegenüber steht aber eine konstant hohe Zahl herausragender Arbeiten, aus denen bereits Erstautorpublikatikionen in peer-reviewten Journalen entstehen und/oder Empfehlungen für ein Begabtenförderungswerk. Bei vier von fünf Bachelorarbeiten, die ich betreut habe, war das der Fall. Ferner sehen wir auch bei den Masterarbeiten eher einen Anstieg der Qualität, da bereits Erfahrungen im Erstellen wissenschaftlicher Abschlussarbeiten existiert. Insbesondere werden wesentlich mehr englische Arbeiten geschrieben als noch zu Diplomzeiten, der Übergang von der Abschlussarbeit zum Paper gelingt besser.

Du siehst: Die Erfahrungen können völlig unterschiedlich sein. Spannend finde ich aber deine Ausführungen zur mathematischen Ausbildung der Physiker in Köln. Zum Vergleich: An meiner Universität waren vier Semester reine Mathe bei den Mathematikern (mit identischer Klausur natürlich) Pflicht, dazu fünf Semester theoretische Physik und wahlweise noch zwei weitere Mathemodule im Wahlbereich, zum Beispiel Numerik. Das erklärt auf jeden Fall, warum mein Kollege aus Köln mathematisch so deutlich abfällt … schlimmer ist es nur noch in Stuttgart, wo die Physiker zusammen mit den Ingenieuren Mathe lernen. Ein Unding …

@ Knuddeluf

vielen Dank für die Ausführungen. Zu meiner Studienzeit hatten die Diplomphysiker auch die Wahl zwischen Mathe, Chemie, Informatik als Nebenfach zum Vordiplom, vier Semester Theoretische Physik (davon zwei im Vordiplom) zzgl. ggf. noch Spezialvorlesungen für künftige Theoretiker im Hauptstudium. Aber es ist interessant zu lesen, dass das Niveau in Köln wohl nicht mehr so hoch ist. Ich nehme aber an, dass der Betreuungsschlüssel in Physik noch immer ein Paradies ist im Vergleich zu den Geistes- und Erziehungswissenschaften …

Ich habe übrigens einige Vorlesungen bei Prof Zirnbauer gehört, ein brillianter theoretischer, eigentlich schon eher mathematischer Physiker (ordentliche Professur mit 28 sagt schon vieles aus). Vielleicht hast Du den Namen schon einmal gehört.

Irgendwie OT :wink:

[QUOTE=Knuddeluf;496622]…die Physiker zusammen mit den Ingenieuren Mathe lernen. Ein Unding …[/QUOTE]
Hey! Nichts gegen Ingenieur-Mathe. Es kommt auf die Uni und die Ingenieure an. Elektrotechnikingenieure brauchen ungefähr den Mathestand von Physikern. Hier sind viele Professoren der Elektrotechnikinstitute selbst Physiker. Bei mir an der Uni haben alle Studiengänge ihre eigene Mathe-Vorlesungen, weil es zu viele Leute sind und dann legt jeder Prof. und Studiengang fest, was für den Studiengang alles gebraucht wird fürs erste, zweite… Semester. Mathematik ist ja kein Selbstzweck, man muss es auch passend zu den Inhalten der anderen Vorlesungen vermitteln. Man kann schlecht warten bis die Leute die passende Mathematik in der Vorlesung hatten, um in seiner eigenen Vorlesung weiter machen zu können. Das wäre auch für die Studis sehr frustrierend.
Bei uns wurde auch eher der Diplomstudiengang auf Bachelor und Master zerstückelt. Wir hatten sogar schon sowas wie die Bachelorarbeit nach dem Vordiplom, das hieß Studienarbeit. Wie man Leute mit den Bachelor arbeiten schicken kann, verstehe ich nicht. Und wie man auf die Idee kommt, dass man auf die Wirtschaft hören kann, wenn es um Bildung geht auch nicht so ganz. War ja klar, dass die zuerst toll finden, wenn sie junge formbare billigere Mitarbeiter bekommen, aber nach paar Jahren dann feststellen: Wäääh, die Bachelor sind ja nicht so zu gebrauchen, wie die Diplomer. Was sollen wir mit denen, die sollen mal ihren Master machen. (Aber das System gar nicht so viele Master- wie Bachelorstudienplätze hat.)

Es gibt natürlich Leute, wo der Bachelor super zu denen und zu dem Beruf passt. Aber ich denk bei den meisten wär statt dem Bachelor direkt ein Master (ohne die nervige Bewerbungsphase) oder eine gute Ausbildung der passendere Weg. Der Bachelor ist so ein Mittelding für Leute, die eigentlich gar nicht studieren wollen, aber sich denken: Ok, die 3 Jahre halte ich durch. Am Ende stellen sie entsetzt fest, dass man mit dem Bachelor aber nicht wirklich viel anfangen kann, wenn man keinen Master machen möchte.

[B]Könnt ihr bitte wieder etwas zurück zum Thema kommen? :wink: [/B]

Oder lagert das doch in einen neuen Thread aus :slight_smile: