Die Piraten vor und nach der BuWa 2013

[Thread wurde aus dem Bundestagswahl-Thread rausgelöst.]

[QUOTE=Icetwo;325951]
Die Piraten waren 2009 auch eine Protestpartei, die bei allen stimmen geklaut hat. Die Piraten konnten allerdings in den 4 Jahren dazwischen sich nicht zu einer normalen Partei weiterentwickeln. [/QUOTE]

Nach was ist hier “normal” definiert worden? Zählen Landtagsbeteiligungen nicht dazu? Sind alle Parteien, die nicht im Bundestag sitzen nicht normal? (Also die meisten Parteien.)

Als Normale Partei meine ich eine Partei, die dicht aus Protest gewählt wird. Weil ich mich ja hauptsächlich auf die Protestwähler bezog

Und das waren dieses Jahr aus deiner Sicht immer noch Protestwähler bei den Piraten?

Das haben Ein- oder max. Zwei-Themen-Parteien so an sich, dass sie überwiegend von Protestwählern gewählt werden.
Dazu gehören nun mal die Piraten genau so wie die AfD.

Klopf klopf, 2011 hat angerufen, es will seine Vorurteile über die Piratenpartei wiederhaben

Wieso sollte es eine Protestwahl sein wenn ich mich für eine Partei entscheide deren Kernthemen für mich selbst die höchste Relevanz haben? Ist doch Blödsinn.

Die Piratenpartei ist zu einem infantilen Kindergarten geworden, wo man innerparteiliche grabenkämpfe auf derart tiefen niveau führt das Mir schlecht wird.
Dazu kommt noch dieses ganze inkompetente gesindel aus linksextremen(! Nicht links, sondern schon linksextrem…) kreisen mit Themen für die sich selbst die linke schämen würde.

Ich habe die Partei verfolgt seit 2009 und fand die Partei wirklich symphatisch, es fehlte nur ein richtiges Programm für mehr als Internet. Das ist dann ja auch passiert, und ich wartete ab. Und dann?
So eine Kindergartenscheiße wie das was dann abging hab ich bei anderen nur bei „ich kann deine fresse nicht mehr sehen“-profalla gesehen. So was erbärmliches…
Und jetzt ist endlich der punkt da, wo man mit seiner kernkompetenz Internet hatte punkten mussen - total verkackt.

Und wer ist schuld? Natuuuuuuuuurlich die bösen Massenmedien… Diese partei besitzt momentan leider keinen einzigen richtigen Politiker oder zumindest irgendjemanden der die Partei zurück auf Kurs bringen kann und der sich zu verkaufen weiß.

Wenn die piraten so jemanden nicht finden und das gesocks rauswerfen ist die Partei, so leid es Mir ehrlich tut, weil ich ihren Idealismus und ihre ursprünglichen Ideen geteilt und bewundert habe, politisch TOT.

Und DAS darf eigentlich nicht passieren. Alleine um überhaupt 5% Kompetenz über das Neuland in den bundestag zu bekommen.
Ich stelle Mir mal einen piraten-gysi vor, der Innenminister Friedrich un Grund und Boden kritisiert…
:smiley:

Also ist dies mitnichten eine hasstirade auf die Piraten. Aber es muss sich was tun.

[QUOTE=ExtraKlaus;325969]
So eine Kindergartenscheiße wie das was dann abging hab ich bei anderen nur bei “ich kann deine fresse nicht mehr sehen”-profalla gesehen. So was erbärmliches…
[/QUOTE]
Bei anderen Parteien findet das in Hinterzimmern statt, bei den Piraten leider auf Twitter ;). Die Pofalla-Sache war ja auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt…
Aber es ist ja nicht so als würden Machtmenschen (die in der Politik nun mal überproportional auftreten) nicht generell zu Kindergartenscheisse neigen.

Diese partei besitzt momentan leider keinen einzigen richtigen Politiker oder zumindest irgendjemanden der die Partei zurück auf Kurs bringen kann und der sich zu verkaufen weiß.

Zumindest keine die sich nicht schon zurückgezogen hätten. Sie hatten ja auch charismatische Köpfe wie z.B. Marina Weisband, aber die wechseln halt zu oft. Nach dem Sieg der Berlin-Wahl kam dann noch eine Flut von Vollpfosten dazu die alle wild durcheinander gebrabbelt haben.

Also ist dies mitnichten eine hasstirade auf die Piraten. Aber es muss sich was tun.

Full ack. Das Thema ist viel zu wichtig…gerade bei der kommenden Regierung kann da sehr viel in die falsche Richtung gehen fürchte ich. [B]Man muss sich ja nur mal klar machen, dass die Opposition bei einer neuen großen Koalition sogar so klein wäre, dass sie keine Untersuchungsausschüsse mehr veranlassen könnte![/B]

[QUOTE=ezzendy;325970]Bei anderen Parteien findet das in Hinterzimmern statt, bei den Piraten leider auf Twitter ;). Die
[/QUOTE]

Spricht aber auch nicht gerade von enormer Intelligenz wen man das weiß und es dann trotzdem über Twitter austrägt.
Es blieb ja auch nicht bei einen Ausrutscher. :x
War schon soweit, das wen du nen Skandal wolltest einfach einen Piraten abonieren konntest. oder gleich deren Watchblog.

Hatte da auch mehr erwartet.

Aber ich denke eine große Opposition wird es nicht geben. Steinmeier, Gabriel und das ganze andere Gedöns wollen Posten, den eigentlich müßten diese Leute fliegen nach einer so verheerenden Wahlschlappe. Zweitschlechtetes Wahlergebnis nach dem Krieg.
Regieren is deren einzige Hoffnung. nach den Motto egal was passiert, nach mir die Sinnflut.

Selbst die FDP hat mehr Selbstkritik gezeigt.

Mein „leider“ sollte ja auch aussagen, dass ich das auch nicht für sonderlich schlau halte :wink:

Ich frage mich echt, ob einige noch nie in einem echten Verein waren. Treffen zahlreiche Menschen aufeinander, wird es immer zwangsläufig auch Streit geben, besonders wenn es um Richtungen und Ideologien geht. Das ist unvermeidlich, auch dass er mit herben Worten geführt wird. Das passiert wirklich überall, sobald die Mitgliederanzahlen steigen und man sich nicht mehr nur persönlich als Freunde kennt. Bei der Jahresversammlung von Amnesty Deutschland gab es regelrechte Flamewars zwischen den Vertreter verschiedener Found-Raising-Ideologien und außerhalb der großen Diskussion fielen auch eindeutige Beleidigungen. So sind Menschen.

Unterschied ist, dass die Piraten solche Sachen öffentlicher austragen, per Twitter, Facebook, Blogs und co. Wer das für schlecht oder unprofessionell hält, gibt zu, dass er lieber mit pseudofreundlicher Atmosphäre verarscht werden möchte. Sollen die Piraten nun transparent sein oder sollen die zumindest diesbezüglich lieber auch in dem Heuchler-Modus von anderen Parteien gehen? Beides zusammen wird nicht gehen.

An charismatischen Köpfen fehlt es den Piraten aktuell tatsächlich. Ist aber auch schwer, wenn die Medien kaum berichten, so einen herauszubilden. Ähnliches bei den Kernthemen der Piraten … es gab Aktionen, Informationen, Vorschläge zur NSA-Affäre, aber die sind nicht angekommen im Mainstream, auch weil keiner darüber berichtete.

Ich denke, dass die Piraten aktuell vor allem unter einer Erkenntnis leiden müssen: Die klassischen Medien oder zumindest Verlagshäuser sind aktuell deutlich wichtiger als man es gerne wahrhaben möchte. Twitter erreicht aktuell nur einen sehr kleinen Teil und auch per Facebook erreicht man wirklich nennenswerte Anzahlen nur im Ausnahmefall. Und Blogs werden von einigen Freaks vielleicht gelesen. Die Piraten werden sich also irgendwie mit den Medien gutstellen müssen, wenn sie ihre Chancen verbessern wollen.

Also wenn ich den Piraten aktuell einen Vorwurf machen würde, dann das sie das Internet falsch eingeschätzt haben und ihre eigene Blase für zu wichtig gehalten haben.

[QUOTE=Baru;325992]Ist aber auch schwer, wenn die Medien kaum berichten, so einen herauszubilden. Ähnliches bei den Kernthemen der Piraten … es gab Aktionen, Informationen, Vorschläge zur NSA-Affäre, aber die sind nicht angekommen im Mainstream, auch weil keiner darüber berichtete.[/QUOTE]

Was aber auch daran liegt, dass das ganze Thema kein Mainstream-Thema war und ist. Ging man zu der Zeit mal aus der Internetblase aus FB, Twitter, Blogs und Foren raus, so wurde kaum über NSA & Co. geredet. Die großen Medien haben das Thema ja auch eher nur stiefmütterlich behandelt für 2,3 Wochen. So strange das klingt, aber das war kein Aufregerthema welches den Deutschen an die Nieren ging.

Ehm ja war ich und?
Mir klar wie Menschen ticken, aber wens Streit gibt gehe ich auch nicht vor die Tür und Schreie meinen Nachbarn an, was anderes ist Twitter nunmal nicht. Twitter ist für Leute die schlussmachen mit SMS für State of the Art halten. :roll:

Das interessiert den Wähler aber auch nicht wirklich. Haste gehört der Ponader kann nicht Lauer? Was für eine Nachricht. Wie tangiert mich das jetzt? Gut die Berliner tun mir fast leid, das sie Leute gewählt haben, die sich mehr um sich und ihr Ego drehen als die ihn gestellte Aufgabe.(okay alles beim alten, hätten sie aber mit der FDP billiger und spassiger haben können)

Es sind doch angeblich so technikafine Leute, warum stellen sie nicht eine Platform zur Verfügung, die diese Art der Kommunkation ermöglicht. Aber nö, sogar einen den Erfinder ihres Liquid Feedbacks haben sie herausgeeckelt. Das doch schonmal ne Leistung.

Selbst wen, wen man weiß wie Menschen sind und das die Medien wie Geier sind, warum macht man immer und immer wieder denselben Fehler? Ist das schon transparent oder einfach nur dumm?

[QUOTE=Wayfarer;325994]Ehm ja war ich und?
Mir klar wie Menschen ticken, aber wens Streit gibt gehe ich auch nicht vor die Tür und Schreie meinen Nachbarn an, was anderes ist Twitter nunmal nicht. Twitter ist für Leute die schlussmachen mit SMS für State of the Art halten. :roll:[/Quote]

Der Vergleich hinkt, schon weil man nicht gezwungen ist, bei Twitter irgendjemanden zu folgen. Die Leute haben Streit und Twitter ist Kommunikationsmittel (keine Nachbarschaft). Der Streit und die gegenseitigen Vorwürfe werden eh fallen. Bei den klassischen Parteien wirst du am Ende die geschönte Pressemitteilung bekommen, dass Herr X zurücktritt und man sich für seine langjährige Mitarbeit in der Partei herzlichst bedankt. Bei den Piraten kannst du dann zumindest die Wahrheit nachlesen und dir eine eigene Meinung bilden … oder es einfach ignorieren.

Das interessiert den Wähler aber auch nicht wirklich. Haste gehört der Ponader kann nicht Lauer? Was für eine Nachricht. Wie tangiert mich das jetzt? Gut die Berliner tun mir fast leid, das sie Leute gewählt haben, die sich mehr um sich und ihr Ego drehen als die ihn gestellte Aufgabe.(okay alles beim alten, hätten sie aber mit der FDP billiger und spassiger haben können)

Tjo, so ist Opposition. Habe hier in NRW in letzter Zeit auch nichts von der CDU oder FDP größer mitbekommen, außer ein paar Ego-Shows.

Es sind doch angeblich so technikafine Leute, warum stellen sie nicht eine Platform zur Verfügung, die diese Art der Kommunkation ermöglicht. Aber nö, sogar einen den Erfinder ihres Liquid Feedbacks haben sie herausgeeckelt. Das doch schonmal ne Leistung.

Die SPD hat sogar alle echten Linken völlig rausgeekelt in den letzten 60 Jahren. :ugly

Klar gibt es immer Leute, die gehen, weil ihnen was nicht passt, weil sie sich beleidigt fühlen oder weil sie beleidigt wurden.

Selbst wen, wen man weiß wie Menschen sind und das die Medien wie Geier sind, warum macht man immer und immer wieder denselben Fehler? Ist das schon transparent oder einfach nur dumm?

Es geht um grundsätzliche Ideen der Piraten … die kann man nicht so einfach aufgeben, weil man dann auch einen Grund der Existenz der Piraten aufgibt. Es soll ja frei bei den Piraten zugehen, die Leute sollen ihre eigene Meinung weiter haben dürfen und nicht stramm auf Parteilinie gedrillt sein und die Kommunikation soll frei sein. Sollen die Piraten das aufgeben? Dann können die sich tatsächlich einfach auf Linke, Grüne, FDP aufsplitten, denn damit hätten die sich dann tatsächlich dauerhaft überflüssig gemacht.

Eigentlich habe ich keine Lust, hier den großen Verteidiger der Piraten zu geben, also quasi den Piraten-Fanboy. Ich bin nichtmal Mitglied bei denen. Aber ich sehe zu wenig plausible Vorwürfe gegen die Piraten einfach.

Das schlimme ist, das ich selber mal ein großer Freund der Idee war, aber ich bin der Meinung das eine Meinung mehr ist als ein zwei Zeilen Tweed garniert mit einer Beleidigung.
Wen ich diskutieren will, nehme ich alles ausser Twitter. Wen ich persönlich mit jemanden diskutieren will, tue ich das auch persönlich und nicht breit getreten, damit das schön persönlich wird und von jeden mitgelesen werden kann.

Warum sollte es in der Politik anders sein als in jeden anderen Arbeitsplatz, solange er nicht der Zielerfüllung im Weg steht muss ich eine Person nicht mögen, aber zusammen arbeiten, persönliches ist da von wenig Relevanz.

Zumal das Ideal der Piraten immer war, Personen haben keine Relevanz, sie selbst haben keine Relevanz, allein Liquid Feedback und Mitbestimmung der Bürger entscheidet über den Kurs.
So stehts im Programm so ist das ideal und vorleben tut einen der Haufen das genaue Gegenteil.

Baru irgendwie nimmst du Sie aber in Schutz.
Du spielst grade einen entscheidenden punkt runter: Auch wenn man Transparenz voll Dufte findet, solche Sandkastenschlagereien sollten doch lieber im Sandkasten oder im hinterzimmer bleiben.

Es geht nicht darum das ich normale inhaltliche dispute habe - das hat die Piraten ja so frisch gemacht, sondern um richtige Querelen.
Und das hat mit Professionalität zu tun. Nicht nur in der Politik, sondern wie man sich als erwachsener Mensch verhalten sollte. Und selbst da lassen einige echt zu wunschen übrig!

Ich halte das für die Realität. Ich habe exakt das selbe Verhalten sowohl bei der Arbeit als auch in Vereinen gesehen. Es ist dort ebenso platt, ebenso beleidigend und simplifiziert. Das berichtete Geschreie und Getobe von Merkel im Hinterzimmer bei der Auferzwingung von Gauck als Präsident ist auch genau das gleiche gewesen. Den Unterschied ausgerechnet darin zu sehen, ob man es öffentlich nachlesen kann oder nicht, halte ich nicht für relevant. (Bzw. es ist mir deutlich lieber, wenn ich es öffentlich dann zumindest nachlesen kann, wenn ich es unbedingt will.)

Ja aber hat das Geschrei irgendeinen Mehrwert für den Wähler? Nur die Art des Geschreis zeigt das Niveau der Parteien auf. Zumal es ohne Not in die Öffentlichkeit getragen wurde.
:roll:

Also sollen die Piraten ihren Mitgliedern auf ihren eigenen Twitter-Accounts eine Maulsperre geben bzw. alles professionellen PR-Managern übergeben?

Ich selbst benutze kein Twitter und selbst wen, ich besitze noch genug Kompetenz a) nicht mein Leben übers Internet mit jeden zu teilen und b) ich mich doch ab und an zurück halte und nicht sofort meine gute Kinderstube vergesse. Soviel PR Manager erwarte ich einfach von jeden. Ergo kann ich das auch von den Leuten erwarten die mich regieren wollen. (wobei regieren, … ich hatte schon immer eine Schwäche für Anarchie.)
Wen die Leute sich nichtmal in den Bereich zusammen reisen können, wie soll, das dann in echter Verantwortung aussehen.

Mal unter uns, wir wissen doch alle, das wir verarscht werden, aber dann bitte doch Stilvoll!