Betreutes Gucken - Lanz-Talk mit Precht und Welzer

Hey Holger,

ich schätze dich, weil du die Dinge sachlich und (meistens) unvoreingenommen betrachtest.

Beim betreuten gucken gestern (03.Okt 22) kam es aber eher so rüber als hättest du von vorneherein eine klare Meinung zu Precht und Welzer, und diese Meinung hast du dir dann selbst während der Sendung ständig bestätigt.
Ok, gegen Ende hast du ihnen auch in ein paar Punkten recht gegeben.

Aber ich habe viele online-Diskussionen zum Thema verfolgt und es ist leider ein Trend, dass gefühlt 90% der Leute noch nicht einmal den Klappentext des Buches gelesen haben, ABER eine Meinung dazu!!

Die Medienwelt wird permanent kurzlebiger und belangloser, man denkt nur noch von Tag zu Tag.
In diesem Modus werden wir KEINES unserer Zukunftsprobleme lösen, sondern wir werden uns nur selbst zerfleischen.

Daher sind Leute wichtig, die weiter blicken als viele Medien (von Tag zu Tag) und weiter als Politiker (4 Jahre). Precht ist so jemand für mich, was nicht heißt, dass man ihm in allem recht geben muss, aber dieses „Precht-bashing“ momentan ist auch so ein Phänomen, das mir nur zeigt wie überfordert die Menschen gerade sind.
Das ist für mich eindeutig das „Shooting the messenger“ Prinzip, was da stattfindet, also lieber den Überbringer der schlechten Nachrichten erschiessen, als sich mit den Problemen auseinandersetzen zu müssen.

Viele Grüße,
R.

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Es ging nicht um das Buch an sich, sondern um Prechts und Welzers Art Kritik (nicht) anzunehmen.
Im Übrigen empfehle ich diesen Tect auf Übermedien (Paywall), der viele Beispiele bringt, wo beide entweder ihr eigenes Buch nicht richtig kannten oder absichtlich die Unwahrheit sagten: Der erstaunlich laxe Umgang von Precht und Welzer mit der Wahrheit | Übermedien

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Ich glaube Precht hat wirklich ein Anliegen und er würde gerne über die Sache reden, aber in der Öffentlichkeit wird zu oft personalisiert und über die „Schuldfrage“ geredet.

Das verhindert wichtige gesellschaftliche Debatten…

Die Art wie Precht und Welzer Kritik annehmen oder wer nun Schuld hat an der Entwicklung - die Journalisten oder die Politiker - das sind doch Nebenschauplätze.

„Wer hat Schuld daran, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist? Ja, lass das mal die nächsten Tage ausdiskutieren, herausholen können wir das Kind danach.“ …so kommt mir das gerade vor.

Greetings und schöne Woche!

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Muss man sich Sorgen machen, wenn Spätaufsteher Holger bereits am frühen Morgen aktiv ist? :thinking::wink:

Ich schaue mir das Video später an. Bisher hatte ich bei Precht und Lanz den Eindruck, dass sie ihre eigene Meinung gerne als einzig wahre sehen. Sie teilen gerne aus, Selbstkritik ist nicht ihr Ding.

Bei Lanz sehr deutlich daran erkennbar, dass er unliebsamen Gästen ständig ins Wort fällt. Bei Kritik an den (ÖR) Medien wird er auch sehr dünnhäutig (wie beim Merz-Interview).

Ja :laughing::v: Ich bin London - und um 8 Uhr startete bereits eine Bustour.

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Dann viel Spaß und erhol dich gut - wieder ein James Bond-Event mit Mario?

Was soll das denn, man muss jetzt ein Massengeschmack Twitch Abo abschließen, wenn man alte Streams sehen möchte?? :joy: Kann man die nicht einfach hier nochmal hochladen für die Websiteabonnenten? Die Schnipsel auf Youtube werden ja sicher teilweise gesperrt, das ist also keine Alternative.

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Dito, eine Frechheit. „Dafür zahl ich nicht“.

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Macht euch keine Sorgen, wir arbeiten an einer Lösung. Selbstverständlich soll hier niemand doppelt abkassiert werden.
Es gab ja ohnehin den Wunsch, Betreutes Gucken auch für Abonnenten hier auf MG bereitzustellen, damit es werbefrei geguckt werden kann.

Ein bisschen Geduld bitte :pray:

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Fänd ich auch super, wenn es hier werbefrei wäre. Über so manchen Unsinn (z. B. das Mäbdel das glaubt, ein Wolf zu sein), würde sicher auch viel diskutiert werden.

Verstehe aber natürlich den Werbeeffekt für MG, wenn einzelne Dinge über Youtube oder Twitch laufen.

Kann dort ja auch gerne zuerst und live laufen, aber die Zweitverwertung auf der eigenen Plattform sollte ein Nobrainer sein.

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Bis zur Fertigstellung dieses Modells werden Twitch-Inhalte nun vorerst wieder frei verfügbar sein, allerdings werbefrei für Abonnenten. Wenn wir mit MG soweit sind, setzen wir das dann um.

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Das ging schnell, danke!

Der Artikel wurde jetzt aus der Paywall befreit

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Die Folge bestätigt leider das, was ich so langsam aber sicher vermute:

Holger geht es gar nicht unbedingt darum, guten, qualitativen Journalismus zu verteidigen und schlechten Journalismus zu kritisieren, sondern eigentlich geht es primär darum, die ÖR für ihre unterirdische Qualität zu bashen. Auch wenn letzteres natürlich nach wie vor richtig bleibt. Aber wenn ich höre, wie Holger die ganzen nicht-öffentlich-rechtlichen Medien wie Welt, Spiegel, etc. über den grünen Klee lobt, dann erhärtet sich dieser Verdacht.

Schade. Da ist z.B. ein Friedrich Küppersbusch mMn schon deutlich weiter. Dieser sprach vor kurzem ganz offen darüber, dass etablierte Medien in Deutschland natürlich sehr oft ein Narrativ haben und die Schwierigkeit von gutem Journalismus sei, sich selbst von diesem Narrativ zu distanzieren. Wer glaube, dass z.B. Putin ein Narrativ habe aber der Westen nicht, weil der Westen ja nur „die Wahrheit“ berichten würde, der irrt.

P.S.: Nein ich bin kein Precht-Fan :wink:

Sehe ich auch so. Und ich gehe JEDE Wette ein, dass das u.A. die selben Leute sind, die sonst rumbrüllen, man möge doch erstmal die Quelle lesen, man möge doch erstmal XYZ tuen, bevor man sich ne Meinung bildet, etc.

Man dreht sich halt immer alles so wie man es selbst für sich gerade braucht. Die Ansprüche die ich bei anderen fordere, gelten nicht für mich selbst.

Und genauso agiert auch die deutsche Medienlandschaft.

Ich erinnere hier an dieses Gespräch: Lanz mit Ulrike Guerot: Strack-Zimmermann und Ulrike Guérot zu Waffenlieferungen und Friedenslösungen | Lanz vom 02.06.22 - YouTube. Die Sendung war auch Thema in der Mediatheke 194: Die Mediatheke - Folge 194.
Da sagt dann Strack-Zimmermann, dass Guerot nicht ein Wort zur ukrainischen Bevölkerung gesagt habe (Mediatheke bei 4:00) Eigentlich geht es Strack nur um das Existenzrecht der Ukraine. Die Bevölkerung kennt sie nicht (außer Melnik, Selensky und Klitschko).

Das Problem ist doch das diese ganze Misere eine Vorgeschichte hat, die damit begann, dass der Westen den Kapitalismus in Russland einführen wollte (unter Jelzin) und die NATO sich nach Osten erweitert hat. Aber Guerot soll jetzt erklären wie man mit Putin über Frieden spricht. Dabei wären solche Gespräche nicht erforderlich, wenn der Westen (bzw. die NATO), wie es im kalten Krieg üblich war, sich nicht nach Osten ausgedehnt hätte. Und da ist schon die Ungerechtigkeit. Ein Gegner der aktuellen Politik muss nicht erklären wie man aus der Scheisse, die es mit ihm nicht gegeben hätte, wieder rauskommt. Aber Lanz stellt genau solche Fragen an Guerot, wie jetzt zu handeln ist.

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Ich schon. :wink: Ich sah diese Sendung „Betreutes Gucken“ mit Holger nicht, daher kann ich mich nicht dazu äußern. Vielleicht ist es auch besser so, dass ich das nicht sah. :wink:
Ich kenne das gemeinsame Buch von Precht und Welzer nicht und sah nur einen Ausschnitt aus der Lanz-Sendung. Was die beiden (Precht und Welzer) aber zum Ukraine-Krieg äußern, hat mich aufhorchen lassen. Da hatte ich sofort Lust, mehr von den beiden zu hören/lesen, denn ich stimme ihnen in der Frage voll zu…

Und generell ist wirklich deutlich zu erkennen, dass Leute wie Precht/Welzer oder auch Johannes Varwick sehr niedergemacht werden in den einschlägigen Gazetten/Medien…(ein paar Ausnahmen gibt es)

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Ich wüsste nicht, wann ich das getan hätte. Mich nervt halt dieses dumme Narrativ, dass öffentlich-rechtlicher Journalismus automatisch der seriösere sei. Das ist nicht so - und das war auch nie so.

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Davon war dort doch in dem Lanz-Gespräch gar nicht die Rede? Der ÖR wurde doch direkt gar nicht angesprochen? Es ging ja generell um den Journalismus.

Dass du es als Journalist z.B. unkritisch siehst, dass Welt-Journalisten politischen Einfluss auf laufende Tagungen genommen hat und du sogar sagst, dass du genauso handeln würdest, zeigt doch, dass du hier die Macht und den Einfluss dieser Journalisten vollkommen unkritisch siehst bzw. diese noch in ihrem Wirken unterstützt. Während du beim ÖR die politische Beeinflussung kritisch siehst, scheint es in der freien Wirtschaft vollkommen okay zu sein, wie auch immer geartete politische Einflussnahme vorzunehmen. Und sei es eben nur für den eigenen Wettbewerbsvorteil.

Das erinnert sehr an eine typisch wirtschaftsliberale Haltung: Das Wirken der Regierung wird besonders kritisch betrachtet, während man dem Wirken der freien Wirtschaft zumeist unkritisch entgegensteht. Selbst wenn diese massiven politischen Einfluss ausüben, schlicht weil sie die Macht dazu haben.

Die „Welt“ bekennt sich ganz klar zu wirtschaftsliberalen Positionen. Der „Spiegel“ positioniert sich genauso klar linksliberal. Auch „taz“ und „Tichy’s Einblick“ würden sich nie als politisch neutral einordnen. Das sind alles private Blätter, die sich von Werbung und Käufern finanzieren, alles mit Freiwilligen, niemand muss das lesen oder gar bezahlen, der es nicht will.

Der ÖR behauptet aber von sich, politisch ausgewogen zu sein und das ist er nicht. Bestimmte politische Standpunkte finden dort nicht statt, bezahlen sollen aber alle. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein… :man_shrugging:

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