Zurückgespult Folge 44. Hier kann darüber diskutiert werden!
Erst kürzlich hat Uwe Steimle mit dem Singen der DDR-Nationalhymne auf einer AfD-Veranstaltung für Schlagzeilen gesorgt. Grund genug für Holger, die 2022 aufgezeichnete Veto-Ausgabe noch einmal Revue passieren zu lassen. Steimle erwies sich als komplizierter Interview-Partner, der oft im Allgemeinen bleibt und Fragen eher unbefriedigend beantwortet.
Bei den Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen ist festgelegt worden, dass auf dem Gebiet der ehemaligen DDR keine ausländischen Truppen und keine Kernwaffen stationiert werden dürfen. Darum gibt es dort auch keine einzige NATO-Basis. Dass der Sowjetunion bei den Verhandlungen insgeheim, sozusagen per Handschlag, zugesichert worden sei, die NATO nehme keine neuen Mitglieder östlich der Oder-Neiße-Grenze auf, ist eine unbelegte, unausrottbare Mär, die leider immer wieder vorgebracht wird, und keiner Prüfung standhält. Eigentlich müsste es auch den, wie Herr Steimle sie im Interview nennt, Schwererziehbaren einleuchten, dass kein Verhandler eine so weitreichende Vereinbarung nicht schriftlich fixiert hätte. Außerdem existierte damals der Warschauer Pakt noch, eine NATO-Mitgliedschaft bspw. Polens war demnach vollkommen illusorisch.
Abgesehen davon hat Russland 1997 in der Nato-Russland-Grundakte einer Erweiterung zugestimmt, das heißt selbst wenn es solche Garantien vorher gegeben hätte, wären die dadurch hinfällig gewesen.
Vielleicht hätte man Steimle mal fragen sollen, wo er bei der AfD den Klassenkampf verwirklicht sieht, den er die ganze Zeit fordert.
Über das, was Russland damals nach 2 + 4 zugesagt wurde und was nicht, kann man heute trefflich streiten, die Wahrheit wird man wohl nie wieder herausbekommen.
Dennoch bin ich mittlerweile und nicht zuletzt nach dem Veto Gespräch, das Holger mit Klaus von Dohnanyi geführt hat, dessen Buch ich übrigens im Moment gerade lese, fest davon überzeugt, dass Russland die Ukraine niemals angegriffen hätte hätte Selenskyj sich nicht so sehr für einen EU und NATO Beitritt der Ukraine stark gemacht.
Kraft durch Freude war z B die die in Prora auf Rügen, die Ferienheime betrieben haben und Kreuzfahrten organisiert haben, und so weiter staatlich gelenkte Erholung.
Puh! Ansonsten fand ich das Gespräch doch ziemlich anstrengend….
Aus meiner Sicht war die Annektion der Krim 2014 der ultimative Test von Putin, ob der Westen ihm das durchgehen lässt - und die Vollinvasion war dann nur noch eine Frage der Zeit, egal, wer in Kiew am Ruder gewesen wäre.
Ich muss aber selbstkritisch gestehen, dass ich in der Sache früher eher naiv Team „Verständigung mit Russland“ war und ab 2022 meine Meinung sehr geändert habe.
Da reagiere ich heute umso allergischer, wenn mir dann z.B. irgendwelche Putinversteher erzählen wollen, der Westen habe den Krieg provoziert und das arme Russland würde sich nur wehren.
Um noch was zur Sendung zu sagen:
Ich kann mir beim.besten Willen nicht vorstellen, dass Steimle diesen Mischmasch aus DDR-Nostalgie, Querdenker-Ansichten, naivem Pazifismus und sozialistischen Umsturzfantasien vor sich selbst als schlüssiges Weltbild rechtfertigen kann.
Ein Stück weit streitbar war er ja offenbar schon immer, dagegen ist ja auch nichts zu sagen, aber hier hat er sich einfach völlig verrannt, möglicherweise auch, um einem gewissen Publikum zu gefallen.
Das Gespräch war dann auch ähnlich zäh wie bei Pirincci, wobei ich dem noch wirklich abnehme, dass er tatsächlich komplett hinter allem steht, was er sagt.
Ich auch, absolut! Ich hab dich furchtbar täuschen lassen und hätte nie gedacht, dass so etwas passiert. Ich war auch immer einer dieser nicht gerade Putinversteher aber zumindest Anti Aufrüstung und der Russe ist doch gar nicht so schlimm, Typen. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passiert.