Was sind die besten Verfilmungen von Biografien?

Ich möchte die Liste der genannten Verfilmungen noch um “Schlafes Bruder” ergänzen, auch wenn sich diese Geschichte nicht mit einem real existierenden Schicksal befasst. In diesem Sinne ist es auch keine Biographie, sondern mehr ein biographischer Roman. Ein sehr bewegender obendrein.

Das Buch wurde von Robert Schneider 1992 veröffentlich und nur rund zwei Jahre später von Joseph Vilsmaier verfilmt. Der Autor hat das Drehbuch selbst geschrieben und hatte so den Vorteil, den Film nach seinen Vorstellungen und mit der Hilfe des hervorragenden Vilsmaier gestalten zu können.
Ebenfalls spielt er eine Gastrolle in dem etwa zweistündigen Film, der mit wundervoller Filmmusik, authentischen Darstellern (André Eisenmann (siehe Kaspar Hauser), Ben Becker, Dana Vávrová) und vor allem herrlichen Landschafts- wie Situationsaufnahmen aufwarten kann.

Ich berufe mich in der Beschreibung der Geschichte von “Schlafes Bruder” gern auf “Das Parfüm” von Patrick Süßkind, da sich beide in einem Punkt sehr ähneln: Beide Hauptcharaktere haben etwas von Gott Gegebenes und enden beide als Mörder, vom eigenen Schicksal geprellt.
Grenouille verfügt über den absoluten Geruchsinn, Elias Alder (der Hauptcharakter von Schlafes Bruder) besitzt dagegen das absolute Gehör.

“Schlafes Bruder” war der erste Film, der mich so faszinierte, dass mich das Buch - auf welchem der Film ja immerhin basiert - unglaublich enttäuschte und ich mehrere Anläufe brauchte, um auch die geschriebenen Geschichte schätzen zu können.

Seit Jahren ziehe ich diesen Film allen anderen vor und lege ihn nun auch euch ans Herz.

Ich möchte mich mal sehr weit aus dem Fenster lehnen und behaupten:

Der beste Film aller Zeiten, jemals, es wird nie einen besseren geben, ist die bibliographische Verfilmung von:

BARRY LYNDON

Ein Überfilm, ein Meisterwerk, der Meisterwerke, DAS Gesamtkunstwerk für die Filmgeschichte… mindestens.

Auf jeden Fall absolut sehenswert

Auch Barry Lyndon ist eine FIKTIVE Biographie, da sollte man unbedingt drauf hinweisen!

Ansonsten Geschmacksache - sicher auch ein sehr guter Film, aber mir fallen auf Anhieb 5 Filme von Stanley Kubrick ein, die noch besser / bedeutender / interessanter sind: A Clockwork Orange, 2001: Odyssee im Weltraum, Shining, Full Metal Jacket, und mein Favorit: Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben.

Aber zurück zu Biographien:
eine klassische Verfilmung einer echten Biographie -zumindest wenn man dem Autor Henri Charrière Glauben schenkt, denn es ist sogar eine Autobiographie - ist Papillon.
[spoiler]Ja ich hab’s gesehen - wurde auf der ersten Seite schon mal erwähnt. In einem einzigen, völlig uninformativen Satz, im Prinzip nur eine Aufzählung. Aber dieser Film hat mehr verdient, daher wird das jetzt geändert:[/spoiler]

An dem Film stimmt einfach alles: eine spannende, schier unglaubliche Lebensgeschichte, tolle Naturaufnahmen, packende Inszenierung vom Top-Regisseur Franklin J. Schaffner (hatte drei Jahre zuvor den Regie-Oscar für “Patton” bekommen), Top-Besetzung: Dustin Hoffman und der unsterbliche Steve McQueen in der Titelrolle.
Anstelle einer weiteren Beschreibung mag dieser Ausschnitt einer Kritik der Zeitschrift Cinema dienen:

"Vor allem aber die erstklassige Besetzung mit Steve McQueen und Dustin Hoffman läßt diesen hochdramatischen und bildgewaltigen Thriller zu einem Meisterwerk werden. Fazit: Packend und dicht inszeniert. Längst ein Klassiker.“

So ist es :smt023

[spoiler]“Bicentennial Man” über einen Vollidioten, der die Möglichkeit hat, ewig zu leben, diese ewige Existenz aber aufgibt, um Mensch sein zu dürfen.[/spoiler]

@mamalupe, ruhig Großer…

Ist wohl Geschmackssache, was besser oder schlechter ist.

Was dir alles so spontan einfällt… wieviel Filme hat er denn mehr gemacht? Also, vlt mit einem freundlicherem Ton, dass für dich Barry Lyndon mit der schlechteste Film von Kubrick sei. Und wenn du den ganzen Thread liest, dann wirst du feststellen, dass auch fiktive Biographien erwünscht waren.

Barry Lyndon ist einfach ein riesiges Werk mit vielen, sehr vielen Finessen. Für mich pernsönlich der beste Kubrickfilm, denn da kommt so ziemlich alles vor, was einen Menschen bewegt, in einem klassischen, zeitlosen “Look”. Mal eine Frage, hast du den Film überhaupt richtig geguckt und dich ein bisschen damit beschäftigt?

Ich kenne kaum einen Film, in der man sein Empathievermögen so ausleben könnte. Oder, Mamalupe, kennst du da auch mindestens fünf bessere. Dann immer gerne her damit, würde mich freuen noch bessere Filme zu sehen.

Edit: Jeder, der den Film nicht kennt und sehen möchte, was ich nur empfehlen kann, dem wird doch auffallen, dass es eine “fiktive” Geschichte ist. “Fiktiv”, weil die Geschichte wirklich hätte so passieren können - so unglaublich und tragisch sie manchmal auch sein mag. Interessant in dem Zusammenhang vlt., dass Kubrick einen Film über Napoleon machen wollte. Naja, dazu kam es leider nicht, weil er, glaube ich, mit seinem "Horrorstreifen Geld verdienen sollte/wollte. Jetzt gibt es den Film über einen Iren und wenn irgendjemand mich fragen würde, wie es in Irland zugeht, Ryanair wäre so teuer, dann würde ich ihm als erstes diesen Film zeigen. Ist alles drin, ist alles dran.

@mamalupe, ruhig Großer…

Große, wenn schon. Ich bin ganz ruhig, Kleiner :twisted:

Ist wohl Geschmackssache, was besser oder schlechter ist.

Ach, wirklich

Ansonsten Geschmacksache - sicher auch ein sehr guter Film

Das passt wieder gut ins Bild Deiner ach so tollen Posts, Kahlio: man pickt sich einfach raus was einem grad in den Kram passt und ignoriert den Rest. So wie hier:

wenn du den ganzen Thread liest, dann wirst du feststellen, dass auch fiktive Biographien erwünscht waren.

Habe nie etwas anderes behauptet :smt075
Wenn Du einfach nur den Post direkt über Deinem lesen würdest, würdest Du feststellen, dass ich lediglich eine essentielle Information gab die bei Dir unerwähnt blieb, während RonjaLawis dies exzellent vorgemacht hat

auch wenn sich diese Geschichte nicht mit einem real existierenden Schicksal befasst. In diesem Sinne ist es auch keine Biographie, sondern mehr ein biographischer Roman

Genau wie „Barry Lyndon“. Ich hab den Roman sogar gelesen bevor ich den Film sah, stell Dir vor.

dass für dich Barry Lyndon mit der schlechteste Film von Kubrick sei

Blödsinn. Bei der Aufzählung steht er im Mittelfeld. „Eyes wide shut“ z.B. - der im Übrigen jedem anderen Regisseur als Referenz dienen könnte - ist imo nicht so gut gelungen. Ich seh B.L. ungefähr auf einer Höhe mit „Paths of Glory“ Andere sind da nicht so gnädig wie ich, guckst Du z.B. da. Bei imdb.com ganz ähnlich (da steht er sogar noch hinter „Die Rechnung ging nicht auf“ aka „The Killing“ - deswegen kannst DU den ja für den besten Film aller Zeiten halten, das ist Dir ja völlig unbenommen.
Einen virtuellen Schwanzvergleich mit Dir hab ich überhaupt nicht nötig (und liegt sowieso nicht in meiner Natur, s.o.), nur so viel: ja, ich habe den Film gesehen, mehrfach sogar. So wie jeden anderen Film von ihm auch, inkl. The Killing, Killer’s Kiss, Lolita und Spartacus die imo auch allesamt noch hinter B.L. liegen, aber wir reden von Noten zwischen 1+ mit Sternchen und 2.
Das ist Meckern auf höchstem Niveau! Deine Meinung kannst Du gern behalten, aber wer so was bringt

Der beste Film aller Zeiten, jemals, es wird nie einen besseren geben, ist die bibliographische Verfilmung von:
BARRY LYNDON
Ein Überfilm, ein Meisterwerk, der Meisterwerke, DAS Gesamtkunstwerk für die Filmgeschichte… mindestens.

Der muss sich nicht über ein Echo wundern.
Hast es doch selbst geahnt

Ich möchte mich mal sehr weit aus dem Fenster lehnen

Genau: zu weit, und nun bist Du rausgefallen. Selbst schuld.
Das einzige was gut an Deinem Post war ist, dass Du einen Kubrick-Film genannt hast.
Aber gerade wenn man einen Film so toll findet, sollte man auch begründen WARUM man das denkt oder, wenn man schon zu faul dazu ist, wenigstens einen link zu weiterführenden Infos geben, anstatt sich in nichtssagenden Superlativen zu ergießen. Wenigstens hast Du Dich ja aufgrund meines Posts zu so was Ähnlichem wie einer Begründung herabgelassen.

Ach ja, und:

die bibliographische Verfilmung

:duden

@Mamalupe:

Wenn Du von mir persönlich beleidigt bist, dann ist dass doch mehr ein Fall für private Nachrichten oder ein Extrathread: “Warum Calio (oder wie er heißt) stinkt”.

Ob das der weltbeste Film ist, weiß ich nicht, für mich persönlich ist es der Beste - GESCHMACKSSACHE. Das es ein weltklasse Film ist, das muss man nicht diskutieren. Falls du behauptest, dieser Film gehört nicht in die Top100 aller Filme, die je gedreht wurden, dann solltest du dir den nochmal angucken. Natürlich ist er international mMn total unterbewertet (wie ich lesen konnte), Seiten wie imdb sind auch nicht immer gut. Das du, Mamalupe, dann auch noch 2 Beiträge vermengst, nur um mir Inkonsistenz vorzuwerfen, auf einer wichtigen Seite wie FK.tv, ist schon herrlich.

“Eyes wide shut” basiert ja auch A. Schnitzlers “Traumnovelle”. Mag das Buch auch lieber. Tom Cruise ist auch mit daran schuld, denke ich.

Ich bekomme langsam den Eindruck, ich wirke nur bei denen arrogant, die nicht richtig lesen können - kann das sein?
Wäre ja nicht das erste Mal, Mamalupe, dass du was überliest, was falsches schreibst und mir dann irgendwas negatives nahelegst.

@Mamalupe:

Wenn Du von mir persönlich beleidigt bist, dann ist dass doch mehr ein Fall für private Nachrichten oder ein Extrathread: „Warum Calio (oder wie er heißt) stinkt“.

Nicht zutreffend.

[spoiler]Eine Deiner üblichen Unterstellungen. Du nervst einfach mit Deinem pseudointellektuellen Geschwurbel bei ansonsten inhaltsleeren posts, egal in welchem thread. Das ist alles.

Und jetzt entschuldige mich, ich habe Besseres zu tun, wie z.B. mit meinem Hund Gassi zu gehen und dessen Kacke aufzusammeln.[/spoiler]
Wie sagen die Amis immer so schön: have a nice life! :smt006

Was soll denn soviel Hass in einem so schönen Thread :frowning:

Und wie habt ihr es hinbekommen Der Pianist nicht zu erwähnen, ich bin fast gestorben vor Heulen bei dem Film

Du hast Recht, Nakkinak. Filme sind mir sehr wichtig, eben darum sollte man den thread pflegen.
Habe deswegen einen spoiler eingesetzt, der Adressat wird es schon mitbekommen, und wenn nicht ist mir das auch egal - führt ja zu nichts. Immerhin wurde der thread nach 4 Jahren wiederbelebt, ist doch auch schon was.

Und der Pianist ist vielleicht sogar die beste Verfilmung einer Biographie von allen, was kann es anrührenderes geben als die Autobiographie eines Holocaust-Überlebenden, besonders bei einem solch feingeistigen und talentierten Menschen wie Herrn Szpilmann. Keine Ahnung warum mir der nicht eingefallen ist, dabei war das Polanskis beste Arbeit imho und Adrien Brody war sowieso unglaublich. Danke für die Erinnerung.

Beleidigen - den Beleidigten spielen - dann ignorieren…

wow, sehr Erwachsen. Der Adressat wird schon wissen, usw. Mir soll’s recht sein, dann ist endlich mal Ruh’.

Habe wohl den Fehler gemacht und ein recht unbekanntes Meisterwerk angepriesen. Da kann man ja schon mal abfällig werden…

Können wir jetzt bitte etwas de-eskalieren. :frowning:

Habe wohl den Fehler gemacht und ein recht unbekanntes Meisterwerk angepriesen. Da kann man ja schon mal abfällig werden…

Kubrick? Unbekannt? Wenigerbekannt höchstes, es steht vielleicht etwas im Schatten von Kubricks übrigem Werkt (Ich gebe zu: Ich hab Barry Lyndon auch nicht gesehen, als Kubrick Fan sehe ich das als großen persönlichen Makel an). :oops:

Aber Kubrick und unbekannt in einem Satz macht keinen Sinn

Aber Kubrick und unbekannt in einem Satz macht keinen Sinn

Wenn jemand Kubrick nicht kennt aber schon…

Mit solchen Leuten reden wir aber nicht :ugly
#arrogance

Vorneweg noch ein Edit:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41146953.html - Interview

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41330869.html - Einblick

Hoffentlich 2 Links, die noch mehr Lust auf den Film machen. Besonders das Interview ist lesenswert (auch, wenn manche behaupten, es gäbe fünf bessere Interviews von Kubrick). Besonders “Man muss wählen” beinhaltet schon so viel über unsere Denkkultur. Nun gut, viel Spass beim Filmschauen!


Es geht um ein Spitzenfilm und alles was ich zum Diskussionsverlauf sagen kann ist gerade:

Frag mal 100 Leute, die Kubrick kennen, ob sie den Film schon mal gehört haben und wenn ja, auch gesehen haben.

Tolle Diskussion und wohlgemerkt: Es fing damit an, dass ich Fehler gemacht haben soll, weil ja allein 5 Filme von Kubrick besser wären und ich nicht erwähnt habe (wie schlimm von mir, doch es war ausdrücklich nach fiktiven Biographien gefragt worden), dass es ein fiktiver Film ist. Dabei stellt sich zumindest mir die Frage, ob nicht da manche Biographien über reale Personen eher als fiktiv betrachtet werden könnten. Und wenn ich schon lesen muss, dass einem Mamalupe spontan 5 bessere Filme von Kubrick einfallen… da sollte ich doch eigentlich nicht den Troll füttern. Es gibt glaube ich SIEBEN FIlme von Kubrick, da muss man schon aber fit sein, was seine Filme angeht. Zumal besser besser “besser” geschrieben wird, denn Mamalupe gibt die Selbstverständlichkeit zu, dass das nun mal Gechmackssache sei. Aber wenn Mamalupe was besser findet, dann ist das unbegründet natürlich nicht arrogant oder trollig. Schon klar. Und das ich mich so weit aus “dem Fenster lehne” und schreibe, dass der Film der beste aller Zeiten, sogar in der Zukunft, sei, ist natürlich auch alles 100 % ernst gemeint. Da kann man schön dem Calio eine reinbuttern. Sehr erwachsen und disksussionsfördernd.

So, habe mich mal auf imdb.com schlau gemacht und darf feststellen, dass Mamalupe zufällig die fünf Filme gewählt hat, die besser sind als Barry Lyndon. Gut gemacht, jetzt kann ich beruhigt wieder arbeiten gehen, denn wenn Mamalupe was sagt, hat das Hand und Fuß und wenn ich was schreibe, dann kommt das aus dem Trollreich.

Edit: BITTE LESEN, WER SICH FÜR DEN FILM INTERESSIERT. WIE ICH MIT MEINER HOFFENTLICH NICHT ALLZU ARROGANTEN ART MEINE, IST DAS EINE GUTE KRITIK ÜBER DEN FILM. FALLS JEMAND ANDERER MEINUNG IST, ICH BIN GERNE DER TROLL.

In the midst of the many wonderful films made by Stanley Kubrick, it is strange to note how rarely people mention “Barry Lyndon”.

The film portrays an unusual young Irish man, Redmond Barry, and his endeavours as he is forced to leave his home and tries to make good his life elsewhere. His life away from home starts out as a career in the British Army; only to evolve in surprising ways and lead to as different places as a position of trust within the Prussian Army and later a title of nobility, gained by what our time can only measure as rather disgraceful means.

Some consider Barry Lyndon a slow and tedious film – and it is in deed past three hours in length, but this is because of the artistic flow of a film that strays not only to tell a tale about a man who is by no means neither hero nor villain, but also a film which is in no hurry and takes the time for every detail to sink into the mind and heart of the viewer. Some of the scenic images in “Barry Lyndon” are in themselves pieces of art, rendered with a passion for the landscapes and the man-made structures within them.

The myth that all scenes were recorded using no artificial lighting no doubt stems from the very realistic lights during indoor takes, and some of them truly did not feature artificial light. This is but one of the many details that so easily conveys a sense of a realistic portray of the era; the 18th century and the time after the seven-year war in the later half of the century. The impressive atmosphere and the wonderfully picturesque scenarios along with the fact that the entire plot moves at a calm pace makes this film a very pleasant experience.

“Barry Lyndon is”, amidst Kubricks’ many masterpieces, a film so easily dismissed due to length and the fact that it is overshadowed by others, but I deeply recommend this film to anyone who would like to see a film both for the plot line, the story and the pure enjoyment of the images presented. Stanley Kubrick made many great films – and this one is most definitely one of them! KimotoCat

Tja jetzt habe ich mich extra angemeldet, nur weil hier Barry Lyndon angesprochen wurde. Und diesem Zitat hier möchte ich mich ausdrücklich anschließen:

Ich möchte mich mal sehr weit aus dem Fenster lehnen und behaupten:

Der beste Film aller Zeiten, jemals, es wird nie einen besseren geben, ist die bibliographische Verfilmung von:

BARRY LYNDON

Ein Überfilm, ein Meisterwerk, der Meisterwerke, DAS Gesamtkunstwerk für die Filmgeschichte… mindestens.

Auf jeden Fall absolut sehenswert

Nun ja, Mamalupe hat ja Erläuterungen gefordert und ich möchte diese hier auch geben und andererseits auch Calio einige Filme nennen, die ihm vielleicht auch gefallen werden, denn das Gefühl

Oder, Mamalupe, kennst du da auch mindestens fünf bessere. Dann immer gerne her damit, würde mich freuen noch bessere Filme zu sehen.

kenne ich. Und auch wenn ich in den vielen Jahren, seit ich Barry Lyndon zum Ersten mal gesehen habe, keinen besseren Film gesehen habe, haben doch selbstverständlich auch andere Filme Bedeutung für mich.

Doch der Reihe nach: Warum würde ich soweit gehen, um mit Calios Worten zu behaupten: Barry Lyndon ist der beste Film aller Zeiten, jemals, es wird nie einen besseren geben.

Nun, zuerst einmal denke ich, dass man die Reaktionen zu diesem Film (und zu Kubricks Filmen allgemein) im wesentlichen in drei Gruppen aufteilen kann:

  1. Die Ignoranten: Ja ich weiß, das klingt böse, aber ich meine dies so, wie ich es schreibe. Es gibt einfach Menschen, die nicht willens sind, sich auf echte Kunst einzulassen. Ich meine damit jetzt nicht unbedingt den „gewöhnlichen“ Konsumenten, der vielleicht noch nie außergewöhnlichen Filmen ausgesetzt wurde, sondern insbesondere einen großen Teil (!) der Kritiker. Natürlich blöcken sehr viele Menschen LANGWEILIG wenn Filmemacher etwas Eigeninitiative von ihnen erwarten oder HERZLOS bzw. SEELENLOS wenn ein Film nicht komplett in irrationalem Irrsinn versinkt, aber bitte, dass ist ihr Pech. Filmkritiker dagegen, die aus purer Ignoranz solche Filme niederschrieben richteten Schaden an. Und Kubricks Filme (auch Barry Lyndon) wurden damals von nahezu allen Kritikern mit großer Reichweite (allen voran Pauline Kael) gebasht und niedergeschrieben - und zwar, weil sie statt Trash große Kunstwerke sind und sich auch ganz bewusst als solche verstanden. Die vorherrschende Auffassung von Film als Medium, dass seine Erfüllung als Jahrmarktspektakel oder für narzisstische Egotrips durch Identifikationsfiguren und Story findet, steht natürlich diametral der Intention von Kubricks Werken entgegen. Diese Filmkritiker haben die Auffassung, dass wenn ein Film in einem Ansehen nicht gut als Häppchen für Zwischendurch konsumierbar ist, dann taugt er nichts, sie brüsteten sich teilweise sogar damit einen Film niemals mehr als einmal zu sehen. Nun ja, jedenfalls: Wenn man nach einer sehr großen Anzahl an Filmkritiken aus der Zeit, zu der Barry Lyndon veröffentlicht wurde, geht, dann ist dieser Film kein besonders guter Film, sondern langweilig, kalt und langsam. Aber: Wenn man nach diesen Kritikern gehen würde, müsste man auch den Werken Bressons hölzerne Darsteller als Schwäche vorwerfen - kurz gesagt: Es sind Ignorante Kritiken, die man so behandeln sollte, wie sie es verdienen: Ignorieren.

  2. Diejenigen, die den Film respektieren, denen er persönlich aber nicht viel oder auch gar nichts bedeutet: Nun, hierzu muss man nicht viel schreiben. Es ist offensichtlich, dass es einer der oder sogar der schönste Film ist, der jemals gemacht wurde. Von einem qualifizierten Standpunkt aus betrachtet kann man nicht wirklich bestreiten, dass er mindestens in dem, was man Technik nenne würde, ein herausragendes Werk der Filmgeschichte ist. Auch wenn man persönlich eventuell nicht mit dem Film auf einer Wellenlänge liegt, kann man erkennen, dass es ein absolut konsequentes Kunstwerk ist, an dem es nicht wirklich einen validen Kritikpunkt gibt. Ich z.B. kann mit den Filmen von Tarkovsky (obwohl ich sie gerne sehe) persönlich nichts anfangen, da ich ein fundamental anderes Weltbild habe. Ich empfinde sie als unwahr, dennoch kann ich es absolut, sofort und bedingungslos akzeptieren, wenn jemand einen dieser Filme als besten aller Zeiten bezeichnet. Wenn jemand sagen wir Dirty Dancing nennen würde, sähe es anders aus.

  3. Die, die ihn uneingeschränkt verehren: Nun, erstmal möchte ich klar machen, dass dies eine sehr persönliche Sache ist, die ich nicht einmal ansatzweise in Worten ausdrücken kann, oder um besser Regisseur Bennett Miller (Capote) zu zitieren:

„Experiencing this film feels like a private event. It communicates on such an intimate level, it reaches a place I don’t really get to with people.“
„There is something very personal about it,“ he says. „It assumes you have a measure of life experience and buried existential concerns, and it just goes after them. It’s not so much a film that you watch, it’s something you relate to. It works on you. It hypnotizes you, disarms you with its spell, and makes you fluent in the unspoken dialogue and communicates what is unspeakable. It’s so quiet and still and yet so loaded, wrought, and tense, it’s like waking up in the death squeeze of a python. I love it.“
http://www.dga.org/Craft/DGAQ/All-Artic … iller.aspx

Der verlinkte Artikel ist übrigens einer der besten mir bekannten zu diesem Film. Und was Miller zum Ausdruck bringt, empfinde auch ich.

Durch diesen Film hat sich meine Wahrnehmung, mein Weltbild und meine Lebenseinstellung erheblich verändert. Durch ihn verstehe ich Kunst, er hat beeinflusst, wie ich handle, wie ich über andere Menschen urteile, wie ich die Gesellschaft betrachte. Durch ihn hat sich das, was ich als meine Auffassung vom Sinn meines Lebens bezeichnen möchte, gebildet. Das sehen von Barry Lyndon und 2001 A Space Odyssey sind die zwei Ereignisse in meinem Leben, die wohl dem am nächsten kommen, was manche als Spirituelles Ereignis bezeichnen würden. Und ich kann nicht einmal verbal formulieren, warum dies so ist. Es ist nicht eine Stelle, ein Moment oder ein Dialog in diesem Film, es ist auch nicht das Ansehen des Films im eigentlichen Sinne, sondern etwas, was mich in Gedanken wieder und wieder auf diesen Film zurückkommen lässt. Es ist auch nichts statisches, sondern etwas, dass sich mit der Zeit, mit mir selbst verändert. Es ist Kunst als tief persönlicher Dialog, als Konfrontation mit den Realitäten meines Lebens, den Auswirkungen meiner Existenz, meines Tun und Handelns. Es ist ein Film, der mir sowohl mehr über Geschichte beigebracht hat als jedes Lehrbuch und gleichzeitig verändert hat, wie ich jeden Moment erfahre.

Auch wenn dies pathetisch klingen mag: Ich bin dankbar, dass ich diesen Film erleben durfte und ich denke, dass es nicht möglich ist, von einem Film mehr zu erwarten. Wie viel er mir bedeutet, sieht man ja alleine daran, dass ich überhaupt diesen Text schreibe. Daher kann ich Caliop hierbei zustimmen:

„Der beste Film aller Zeiten, jemals, es wird nie einen besseren geben“


Bevor ich es vergesse, wer Barry Lyndon mag, wird vielleicht wie ich auch folgende Filme toll finden:

  • The Scarlet Empress (Josef von Sternberg)
  • The River (Renoir)
  • Fanny und Alexander (Bergman)
  • Badlands (Malick)
  • Der letzte Mann (Murnau)
  • Lola Montez (Ophüls)
  • Fellinis Casanova (Fellini)
  • die anderen Kubricks (auch das Frühwerk wie The Killing ist großartig!)

Und natürlich an alle, die Barry Lyndon noch nicht gesehen haben: Unbedingt umgehend nachholen.

@Table

Ich mache mir hier keine Mühe Filmkunst zu erklären. Tatsächlich war ich nur auf der Suche nach guten Filmen (DANKE für die Filmvorschläge!) und stellte fest, dass Barry Lyndon nicht erwähnt wurde.

Wie du es beschreibst (ich könnte da auch einhaken und mehr und detaillierter schreiben, aber wozu in diesem Forum?), stellt der Film eine Art Überfilm dar. Ich vergleiche das mal mit Beethovens Übersonate op. 111, insbesondere die Arietta (nur um das Präfix „Über“ zu erklären). Falls du das nicht kennen solltest, dann denke ich, hast du ein Herz für diese Musik.

Interessant, dass du Space Odyssey erwähnst, mit Lyndon wohl der Film, der mehr aus der Filmkunst rausholt, als die „üblichen“ Herangehensweisen. „Eyes wide shut“ würde ich nicht so negativ bewerten, denn er ist ansich ein Film, der viel über den „modernen“ Menschen erzählt. Leider verkommt er ein bisschen zur Psychologiestunde für Cruise, der wohl nur wenig davon kapiert hat oder einfach Intellektuell nicht mithalten kann. Schade, dass er da spielt, das wird dem Film einfach nicht gerecht. Um den Film besser zu verstehen, in seiner ganzen Kunst, empfehle ich „Traumnovelle“ (gibt es sogar umsonst auf Gutenberg.de). Etwas simpel ausgedrückt stehen Film und Buch zueinander wie „Eiskalte Engel“ zu „Geheime Liebschaften“ (der Briefromam).

So far, danke für deine Eindrücke,

Calio

Edit: Habe deinen Link überflogen, sehr schön und indeed: Pain(t)fully Beautiful :slight_smile:

Citizen Cane, irgendwie ja auch eine Biografie.

Aber eine halbfiktionale

Eine verdammt gute aber

ACHTUNG SPOILER, JETZT WIRKLICH, NICHT DRAUFKLICKEN WENN IHR DEN FILM NICHT GESEHEN HABT
[spoiler]Wer hat sein letzes Wort eigentlich gehört :ugly[/spoiler]

Ich beschränke mich mal auf Real-Biografien…
Meine Lieblings Verfilmungen von Biografien (ungeordnet):

  • Wie ein wilder Stier (Jake LaMotta)
  • Control (Ian Curtis)
  • Carlos - Der Schakal (Ilich Ramirez Sanchez)
  • Bugsy (Bugsy Siegel)
  • Kojak - Der Mordfall Marcus-Nelson (George Whitmore jr.)
  • Serpico (Frank Serpico)
  • Lucky Luciano (Charles Luciano)
  • Public Enemy No. 1 (Jacques Mesrine)
  • Monster (Aileen Wuornos)
  • Great Balls of Fire - Ein Leben für den Rock ‘n’ Roll (Jerry Lee Lewis)
  • W. - Ein missverstandenes Leben (George Bush jr.)
  • The Doors (Jim Morrison)
  • Walk the Line (Johnny Cash)
  • Last Days (Kurt Cobain)