Gerade seinen Umgang damit kann man nicht gutheißen, Zitat:
„Ich bin auf drei verbotene Substanzen positiv getestet worden, aber das Olympische Komitee der USA hat mich freigesprochen. Bei mir wurde genauso verfahren wie bei hundert anderen Sportlern auch, die positiv getestet wurden.“
„ich verstehe nicht, warum die Menschen immer aus einer Mücke einen Elefanten machen.“ Lewis behauptet, dass 1988 bei Dopingtest anders als heute verfahren wurde. „Wenn man zu dieser Zeit ein Vergehen hatte, wurde geprüft, um welche Substanz es sich handelte, und es wurde eine Warnung ausgesprochen“, erklärte Lewis. Für ihn gebe „es wirklich noch keinen Beweis, der belegt, dass unterstützende Mittel etwas bewirken“.
Allein aus den Aussagen heraus kann sich jeder seinen Teil denken, ob Carl Lewis denn tatsächlich nur 1988 gedopt war… Für mich sind das Indizien, dass es vorher schon nicht sauber zuging:
Beim Thema Olympia muss ich spontan an einen alten Witz denken.
Bei den olympischen Spielen hat die DDR mehr Medaillen geholt als die Sowjetuniunion. Honecker schickt anschließend ein Glückwunschtelegramm an Breschnew:
„Herzlichen Glückwunsch zum 2. Platz stop“.
Postwendend erhält er die Antwort:
„Herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz stop Erdöl stop Erdgas stop Bauteile stop …“
Und wie Olli sagte, Jesse wurde in Amerika auch nicht respektiert.
Im Film Berlin 36, wo es um Ollis Punkt 9 geht, gibt es eine Szene, da ist eine US-Delegation in Berlin zu Gast. Ein amerikanischer Delegierter erwähnt, Juden seien im Country Club auch nicht willkommen.
In just diesem Film wird leider der Sachverhalt falsch dargestellt, dass Ratjen Bergmann den Platz wegnimmt.
Wie gesagt, das war nicht so. Den Film habe ich aich gesehen, trotzdem unterhaltsam.
Was redet der Olli denn da: St. Louis ist eine Stadt die heute kaum noch einer kennt? ![]()
Die Stadt hat im Verlauf des 20. Jahrhunderts erheblich an Bedeutung und Einwohnerzahl verloren. Ich denke nicht, dass, wenn man Leute auffordern wuerde, zehn oder 20 US-Staedte zu nennen, bei irgendwem St. Louis dabei waere.
Olympische Spiele werden dort wohl nie mehr stattfinden, eher wie naechstes Mal in LA oder New York, Chicago etc.
Der erfolgloseste US-Bewerber fuer Spiele duerfte Detroit mit sieben Bewerbungen sein. Im heutigen Zustand brauchen sie sich auch nicht zu bewerben.
Momente die ich noch sehe wären
-Mutaz Barshim & Gianmarco Tamberi 2021 Hochsprung „Can we have two gold“
-Mathias Steiner, Gewichtheber 2008 in Peking Goldmedaillengewinner aus Deutschland, seine Frau ist kurz vorher verstorben in einem Autounfall, legt ein Gewicht auf was im Stoßen 10 kilo über dem lag was zu erwarten war und er bringt es
aktuelle Ergänzungen:
- Yemisi Ogunleye: Überraschende deutsche Kugelstossgewinnerin 2024 Paris singt auf der Pressekonferenz ihren Gospel-Song: https://youtu.be/CrUAwyI-wqU?t=571
Steiner ist gebürtiger Österreicher und startete 2004 auch für diese, lernte seine Frau kennen und etwas später hat er sich wohl mit dem Verband überworfen (weil er nun im Superschwergewicht startete und dort nicht gut abschnitt), siedelte wegen seiner Frau dann nach Deutschland über und beantragte die Staatsbürgerschaft.
Sie starb dann im Juli 2007 (also ein Jahr vor Olympia), er bekam Anfang 2008 endlich die deutsche Staatsbürgerschaft:
St. Louis hat in der Tat sehr an Bedeutung verloren, die Metropolregion geht zwar in die Millionen, aber die „Kernstadt“ hat nur noch 300k Einwohner.
McDonnell bzw. McDonnell-Douglas hatte seinen Hauptsitz dort, aber seit 1997 ist es ja Boeing.
Die Rams kamen 1995 dorthin und sind 2016 wieder zurück nach Los Angeles.
Und 2015 war sie auf Platz 1 der gefährlichsten Städte (vor allem gemessen an der Mordrate) der USA.
Wohl jetzt schon ein negatives Highlight von Olympia. „Breaking“
Breakdance wurde mit aufgenommen? WTF? Ich hatte neulich einen kleinen Moment mir 1, 2 Leute angeschaut (also nicht die Dame um die es hier geht). Ich war fassungslos wie schlecht das war.
Beat Street und Wild Style als wichtigste Filme des Genres vor 40 Jahren zeigen auf, wie unglaublich gut damals die Breakdancer waren.
Warum man Breakin als olympische Disziplin eingeführt hat…
Sehe ich nicht so, die Breaking-Wettbewerbe waren ein interessanter Farbtupfer und beliebter moderner Sport, die Australierin mit ihren Kangaroo-mooves sah wohl etwas low aus aber who cares, ich würde ich mich dafür aussprechen dass Breaking weiterhin olympisch bleibt,was es ja 2028 nicht ist (obwohl in Los Angeles und damit in einer der Geburtsstätten des Sportes)
Ich habe die Wettwerbe der B-Girls und B-Boys fast in Gänze im live-stream verfolgt und es nicht bereut, das war sehr interessante Unterhaltung und großer Sport.
Resumee der ZDF-Experten zur Abschlussfeier:
-„ich hätte mir mehr erwartet“
-„die Party blieb aus“
-„wo war Macron?“
und ich stimme da zu, immerhin war die Abschlussfeier im Stadion und einige schöne Schalten, aber es war nicht so olympisch wie man es kennt.
Kleiner Nachtrag zu meinem Punkt 7: Nachdem ja bereits die von mir erwähnten San Marino und Burkina Faso letztes Mal 2020 bzw. 2021 ihre ersten Medaillen überhaupt bei Olympia holten (Turkmenistan übrigens auch, zudem holten Bermuda im Triathlon ihr erstes Gold überhaupt als kleinstes Land ever und auch Philippinen und Katar holten erstmals Gold), durften sich diesmal St. Lucia über ihre erste Medaillen (gleich Gold und dazu auch noch Silber), Dominica über ihre erste Medaille (ebenfalls gleich Gold) freuen.
Weiterhin holten Guatemala und Botswana ihre ersten Goldmedaillen und die Kapverdischen Inseln und Albanien ihre ersten Medaillen überhaupt. Albanien profitierte dabei vom Ausschluss Russlands, der dazu führte, dass zwei russische Ringer für Albanien antraten und prompt die ersten Medaillen für das kleine Balkanland holten.
Für mich ausßerdem erfreulich: Pavlos Kontides, der 2012 die erste Medaille ever für Zypern (Silber) im Segeln holte, wiederholte dies nach 12 Jahren und holte somit die zweite olympische Medaille, wiederum Silber, für Zypern. ![]()
Noch ein kleiner Nachtrag zu Punkt 8: just am Tag des Releases dieser Folge ist der sowjetische Ruderer, der seine Goldmedaille im See in Australien versenkt hatte, verstorben:
Kleiner Nachtrag zur Olympia-Folge: das Jahr ist noch jung, wir haben erst Ende Januar.
Und trotzdem sind schon zwei denkwürdige Olympionikinnen verstorben.
Die bislang älteste noch lebende Olympiasiegerin, die ungarische Turnerin (und als Jüdin auch Holocaust-Überlebende) Agnes Keleti verstarb am 2. Januar genau eine Woche vor ihrem 104. Geburtstag in ihrer Heimaststadt Budapest. Die Spiele 1936 verpasste sie knapp, danach kämpfte sie als Jüdin ums Überleben, die Spiele 1940 und 1944 fielen aus, 1948 war sie verletzt. Sie nahm 1952 mit 31 Jahren (als Turnerin fast eine Oma) erstmals bei Olympia teil und gewann eine Goldmedaille, 1956 als „Turngreisin“ mit 35 dann sogar vier Goldmedaillen. Unmittelbar danach verlor sie ihre ungarische Heimat in der damaligen Revolution und kehrte erst im hohen Alter nach Budapest zurück - was für ein Leben!
Und am 24. Januar, also letzte Woche, verstarb mit der US-amerikanischen Schwimmerin Iris Cummings die letzte noch bekannte lebende Teilnehmerin der Olympischen Spiele 1936 in Berlin und generell die letzte bekannte Olympiateilnehmerin vor dem zweiten Weltkrieg.
Eines meiner Olympiahighlights war als der Äthiopier Abebe Bikila 1960 den olympischen Marathon in Rom barfuß gewann. Kann man sich heute gar nicht vorstellen, wo Läufer nur noch in maximal gedämpften „supershoes“ laufen.
Volle Zustimmung! Es tut weh, welches schwere Schicksal er nach seiner Laufbahn hatte, und wie er seine Querschnittslähmung meisterte. Und dann starb er ja auch so jung an einer Hirnblutung.