Türkei - AKP - Erdogan

Ich bin ja für eine 25%-Hürde. Dann gibt es eine realistische Chance, dass Siggy bei der nächsten Wahl weg ist.

Und 100% CDU im Bundestag ist die Lösung? :confused:

Zwischenzeitlich wäre ich lieber mit der Türkei als mit Italien staatenverbundet gewesen, aber mit Erdogan kann ich immer weniger anfangen; ich gönne ihm den Sieg nicht.

Die PARTEI wird offensichtlich dann den [-]Führer[/-] Kanzler stellen.

Das Lustige ist, den Geräuschen von draußen nach zu urteilen gibt es einen Autokorso

Mich würde mal interessieren was dabei raus käme, würde eine neutrale Organisation die Stimmen der heutigen Wahl noch einmal nachzählen … :?

Wahrscheinlich Weniger für Erdorgan, aber die Tendenz wird trotzdem stimmen

Sollen die Türken doch gucken wie die Suppe schmeckt die die sich einbrocken.

[QUOTE=Icetwo;425970]Die Guten sind die Guten. Was ist daran so schwer zu verstehen?
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Und wer definiert das? Du vielleicht? „Gut“ und „Böse“ gibt es nicht, das hängt lediglich vom Blickwinkel ab.

@TomK. Die Vorstellung von Demokratie ist nicht wirklich verhandelbar. Demokratie ohne Meinungsfreiheit ist wertlos.

„Demokratie“ sind einfach nur 10 Buchstaben, die wir mit einer bestimmten Bedeutung aufgeladen haben. In der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea wird man darunter etwas anderes verstehen.

Bitte, nur dann ist das halt keine Demokratie mehr. Noch dazu ist es etwas anderes wenn ein Land nie Demokratische Strukturen gehabt hat als wenn es diese nach und nach aufgibt. Mit der Argumentation kann man nämlich jede Diktatur Verteidigen nach dem Motto: Ja so leben die halt da.

Und was machen wir da? Die Türkei angreifen und ein bisschen Frieden und Demokratie bringen? Irgendwelche „Rebellen“, die wir mit Waffen unterstützen könnten, finden sich dort sicher auch.

Womit du allerdings vollkommen recht hast ist, dass wir davon ausgehen die Demokratie sei die allein selig machende Regierungsform, dass ist natürlich ein rein normatives Argument, welches man mit nichts begründen kann. Vor allem da die Demokratien dieser Welt bislang noch zu jung sind um als Beständig zu gelten. Gleichzeitig können wir ganz viele Entwicklungen beobachten die darauf hinweisen, dass ein demokratisches System dazu neigt die Kastenbildung innerhalb der Politik zu unterstützen und damit die Existenz der „informierten Elite“ zu forcieren.

Ich denke, die Zukunft wird in Systemen wie in China liegen. Staatlich geförderter Extremkapitalismus ohne lange Diskussionen. Dort wächst die Mittelschicht, bei uns wächst die Armut. Meinungsfreiheit allein macht nicht satt. (siehe auch: http://newsroom.melbourne.edu/chinesedemocracy)
Finde ich nicht unbedingt toll, aber es scheint mir sehr wahrscheinlich.

[QUOTE=TomK.;426237]
“Demokratie” sind einfach nur 10 Buchstaben, die wir mit einer bestimmten Bedeutung aufgeladen haben. In der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea wird man darunter etwas anderes verstehen.
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Wenn du so argumentierst, dann kannst du mit niemandem über irgendetwas reden weil du nie weist was irgendjemand mit dem meint was er sagt.

Die Wortbedeutung von Demokratie ist “Herrschaft des Staatsvolkes”. Damit sollte definitiv klar sein, dass die nordkoreanische Interpretation einer Demokratie einfach faktisch falsch ist.

Ich kann auch nicht einfach von heute an zu Zucker Salz sagen und umgekehrt und dann irgendwie erwarten, man müsse meine Interpretation der Dinge verstehen. Sprache funktioniert so nicht. Man braucht Konsens.

Also unter welchen Bedingungen kann eine “Herrschaft des Staatsvolkes” bestehen, wenn es nicht eine Meinungsfreiheit gibt, die erst da endet wo man die Würde des Anderen angreifen würde? Ich kann mir keine logische Konstellation vorstellen.

[QUOTE=ezzendy;426285]Wenn du so argumentierst, dann kannst du mit niemandem über irgendetwas reden weil du nie weist was irgendjemand mit dem meint was er sagt.
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Ich gebe Tom eigentlich sehr selten Recht in dem, was er so sagt, aber man muss sich seine Gedankenwelt mal vor Augen führen.
Er liest sich eher fatalistisch. Das heißt, dass er erkennt, dass viele Streitigkeiten auf der Erde aufgrund von kaputten Kommunikations- und Gedankenmodellen entstehen, sowie dem Irrglauben, man selbst habe die Wahrheit im Keller geparkt.
Jedenfalls unterstelle ich ihm das einfach mal.

Aus dieser Warte heraus beobachtet er die Welt nicht grundlegend falsch und der Satz ist nicht falsch.
Wir haben ein Wort, das erst einmal leer ist (Nominalismus) und laden den Begriff erst mit einer Bedeutung auf.
Diese Bedeutung ist ein Gemisch aus kulturell geprägten Einflüssen, die sich aus Mentalität und Historie zusammensetzen.

Demokratie in den USA ist nicht dasselbe, was sich Demokratie in Deutschland oder England schimpft. Gerade weil der Begriff so schwammig ist, gibt es ja viele Beiworte für die einzelnen D.
Wohingegen das jetzt nicht bedeutet, dass ein Begriff nicht auch missbraucht werden kann.
Im Falle Nordkoreas sind die Kernelemente einer Demokratie nicht zu finden. In der Türkei hingegen sind sie es noch.
Sofern die Wahl nicht getürkt (höhö) war.

Zu Erdogans Wiederwahl: Ich bin darüber sehr bestürzt. Mehr fällt mir dazu im Moment leider auch nicht ein.

Ich habe nicht geschrieben, dass Demokratie bis ins letzte Detail definiert ist, sondern nur, dass gewisse Rahmenbedingungen sich schon aus der griechischen Herkunft des Wortes ergeben. Diese Rahmenbedingungen sind in meinen Augen auch nicht verhandelbar.

Wenn die Wahl in der Türkei wirklich frei war, dann weißt sie noch Züge einer Demokratie auf und sie ist natürlich weitaus näher dran als Nordkorea. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die Türkei sich immer schneller immer weiter von einer Demokratie entfernt.

Drei dinge braucht die Demokratie: Feuer - Pfeife - Stanwell Äh Ne Freie, Geheime, und Gleiche Wahlen /Abstimmungen

Und dafür Braucht man wiederum Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, sonst kann die Freiheit der Wahl und die Gleichheit der Wahl nicht gewährleistet werden. Die Geheimhaltung ist dagegen eher direkt bei der Wahl zu gewährleisten.

Das ist eine Demokratie, und alles andere ist nicht verhandelbar.

Eine Demokratie unterscheidet sich nicht in der Regierung von einer Diktatur, sondern in der Opposition, und in den Rechten der Opposition, und der realistischen Möglichkeit irgendwann die Regierung abzulösen. Wird dagegen die Arbeit der Opposition behindert, geht es wieder ein Stückchen mehr in Richtung Diktatur.