Tägliche NS-Vergangenheit

Habt ihr bemerkt das so gut wie jeden tag, oder sogar jeden tag uns unsere geschichte aufgewärmt wird?
Ob auf ntv, n24, phönix oder weis der geier wo noch überall (hab den ganzen paytv und hd mist nicht) kommen täglich zur besten sendezeit deutsche NS verbrechen.
Gestern kam auf n24 „hitler und mousulini“. Heute kommt auf ntv „chronik des 3. Reich“
Das ist doch langsam grauenhaft.

Man könnte ja mal weiter recherchieren wie lange das schon so geht und ob es etwas damit zu tun hat, das die ganzen zeitzeugen immer weniger werden.
es gibt ja das zitat „der sieger schreibt die geschichte“
Aber erst wenn alle zeitzeugen weg sind kann damit richtig begonnen werden.
Oder soll es allein dazu dienen uns täglich das leid ins gedächtnis zu rufen und den nun 4 generationen später lebenden deutschen Täglich für das geschehene zu verurteilen?

Könnte man ja mal ein kurz kommentiert dazu machen. Solte es schon einen beitrag dazu geben, dann bitte ich um einen verweis dazu :slight_smile:

Lg doubleu :slight_smile:

Nein. Es liegt daran, dass die Faszination für das Böse Quote bringt. Nichts weiter, kein Evil-Masterplan um den Deutschen ein schlechtes Gewissen zu bereiten. Das ist Fernsehen, da geht es um Quote. Immer.

Sehe ich wie mein Vorposter.
Ich meine fast alle Dokus, die aus N24 und N-TV laufen, wurden für das US-Fernsehen produziert. Auch dort drüben ist das Evil Empire der Nazis ein Faszinosum, und gleichzeitig ist das reichaltige Material mit tausenden Bildern, Dokumenten, Tonaufnahmen, usw. praktisch unendlich variierbar.

  • Hitlers Helfer, Hitlers Frauen, Hitlers Gesundheit, Hitlers Schlag-mich-tot
  • der Aufstieg der Nazis, der Abstieg der Nazis
  • die Rassenpolitik der Nazis
  • der Judenhass der Nazis
  • die Technologie der Nazis
  • der Okkultismus der Nazis
  • die Architektur der Nazis
    -…

Bei ZDF-Info laufen extrem oft Nazi-Dokus. Den Sender könnte das ZDF getrost [I]Hitlers Sender[/I] oder [I]Nazi-TV[/I] nennen.

Interessantes Thema. Einen Bericht darüber? Ich glaube,das würde schwierig.

Aber mit der Grundthematik gebe ich dir absolut recht. Die heute ausgestrahlten Dokumentationen, sind keine Dokumentationen mehr, sondern reine Unterhaltungsshows. Dazu passt auch die Schwarz-Weiss-Malerei, die eher zu modernen Unterhaltungsfilmen gehört.

Die regelmässige Dokumentation über dieses Thema ist absolut in Ordnung, immerhin ist der WW2 ein zentraler Aspekt, woraus sich die heutigen Gesellschaftsstrukturen entwickelt haben. Umso mehr ärgert es mich, dass dies viel zu oft als “abgeschlossenes Kapitel mit Happy End” abgetan wird, bzw. eine zunehmende Trivialisierung der Thematik voranschreitet.

Da wird die Rolle der Siegermächte und der BRD völlig kritiklos dargestellt und deren Führungspersonal als heilige Erlöser präsentiert.

Aber diese Trivialisierung der Themen geht einher mit anderen Arten von Fernseh-Sendungen: Polittalkshows, bei denen Kleinparteien, wenn sie überhaupt Sprechzeit bekommen, schlecht geredet werden und Themen selten länger als 5 Minuten besprochen werden. Dämliche Promi-Quiz-Shows, die einem im Glauben lassen, dass man gebildet sei. Oder Nachrichten die mit immer unrelevanterem Zeugs geflutet werden.

  1. Weltkrieg: 1914 - 1918
  2. Weltkrieg: 1939 - 1945

Vielleicht kommst du ja selbst drauf, warum es in diesem Jahr nicht weniger an Input zu dem Thema geben wird.

Abgesehen davon ist es auch einfach ein gewaltig großes Thema, dass tatsächlich in Erinnerung bleiben sollte. Ob zig Dokus dafür der richtige Ansatz sind, dadrüber liese sich streiten. Und vor allem auch über die Qualität dieser Dokus.

Gerade in dieser Woche sollte man sich aber klar machen, dass wir den Jahrestag der Befreiung von Ausschwitz haben. Um genau zu sein ist das exakt heute.
Man könnte von einer “ungeschickten Terminwahl” sprechen, sich gerade heute über übertriebene Berichterstattung über das dritte Reich zu beschweren.
Obwohl ich das gerne dem Zufall zuschreibe, das ist nun auch kein Datum das ich dauerhaft präsent habe.

Naja zu deiner Kritik.

  1. Volle Zustimmung an Ezzendy. Dokus über das dritte Reich dürften die Dokus sein die am meisten Quote bringen.
  2. Bei deiner Recherche wirst du darauf stoßen das in den Nachkriegsjahren wenig bis gar nicht aufgearbeitet wurde. Das fing erst einige Jahre später an.
  3. Wenn du den Historikern der Welt Geschichtsklitterung zu unterstellen, dann sollten da ein paar Belege für kommen.
  4. Erinnerung ist niemals abgeschlossen. Vor allem wenn die Entwicklung zur Zeit bedenklich Tendenzen hin zu einer Neuauflage zeigt.

Warum man überhaupt eine Neuauflage befürchten muss?
Nun unter anderem wegen solcher Umfrageergebnisse.
Gehen wir mal davon aus, dass die CSU hier großen Einfluss drauf hatte. Dann sollte es einen doch schon beunruhigen, dass eine Partei die sich eigentlich nicht dem rechtsextremen Spektrum zuordnet innerhalb von wenigen Wochen in der Lage ist uns einzureden, dass einige Osteuropäer den Untergang der BRD bedeuten würden. 22% der Deutschen sind zumindest davon überzeugt, dass dies so wäre. [Wir sind bei weitem nicht soweit, dass ich ein zweites drittes Reich befürchten würde, aber man muss ja nicht bis kurz vor knapp warten, bevor man sich dagegen wehrt.]

Oder anders gesagt: Wir erinnern an die Geschichte um aus den Fehlern eben dieser zu lernen. Nur wird so ein “Lernprozess” nie abgeschlossen sein. Es mag für den Einzelnen zuviel sein, aber bei über 80 Millionen Deutschen, wird es immer eine groß genuge Gruppe geben, die keine Ahnung hat was genau in dieser Zeit passiert ist.

Persönliches Erlebnis:
Ich bin Nachhilfelehrer und hatte erst vor kurzem erlebt, dass eine Schülerin der 8. Klasse nicht direkt ein Hakenkreuz erkannt hat. Entweder ist diese Schülerin ein erschreckender Ausnahmefall oder aber die Aufklärung über das dritte Reich ist doch nicht so omnipräsent wie gerne behauptet wird. (Ich weiß es nicht.)

[QUOTE=Skafdir;341372]
Persönliches Erlebnis:
Ich bin Nachhilfelehrer und hatte erst vor kurzem erlebt, dass eine Schülerin der 8. Klasse nicht direkt ein Hakenkreuz erkannt hat. Entweder ist diese Schülerin ein erschreckender Ausnahmefall oder aber die Aufklärung über das dritte Reich ist doch nicht so omnipräsent wie gerne behauptet wird. (Ich weiß es nicht.)[/QUOTE]

Hmm… also ich finde es nicht so dramatisch. Gib deinen Schülern mal das Zeichen vom KKK. Ich wette mit dir, nur die wenigsten wissen, woher das Zeichen kommt bzw. wofür es genutzt wird.

Meine Frage ist jetzt: Wo bleibt die viel wichtigere Aufklärung, über Themen, die heute AKTUELL sind. Wenn wir nämlich Ereignisse wie “NS-Zeit” verhindern wollen, dann müssen wir über AKTUELLE Ereignisse reden. Denn “nur” die heutige Jugend ist in der Lage, die Zukunft zum Besseren zu verändern.

Wo bleiben die Themen “Guantanamo Bay”, “Folter an Unschuldige”, “Drohnen Einsatz in fremden Ländern bzw. im eigenem Land”, “Abhören der Bürger” ! DAS sind Themen, die unsere Zukunft beeinflussen werden und nicht die “NS-Zeit” die schon lange in der Vergangenheit liegt. Versteh mich nicht falsch, man kann ja ruhig die “NS-Zeit” zum Thema machen, aber doch bitte nicht zum EINZIGEN Thema.

Statistiken dazu wären interessant.
Denn ich glaube nicht, dass in Sachen Geschichtsbezug im TV Nazithemen so [B]auffällig oft[/B] auftauchen, dass eine Agenda dahinter die einzig logische Erklärung ist.
Genau DAS wollen ja gewisse nationalistisch-paranoide Kreise den Medien unterstellen.
Dabei liegen diese historischen Themen, was Quantität angeht, - nach meinem persönlichen Empfinden - nur knapp hinter unserem “Dunklen Kapitel”:

  • Mauerbau/ Ostannäherung/ Wende
  • Kuba-Krise/ Kalter Krieg

Ich rede nicht von den Medien. Ich rede von Schulthemen. Ich finde es immer wieder lustig, dass Leute sagen “Wir tun … nur, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.”. Vielleicht habt ihr es nicht bemerkt, aber die Geschichte wiederholt sich genau deswegen. Es werden keine aktuellen Themen intensiv besprochen. Warum ist das so ? Weil man dagegen noch protestieren könnte bzw. man etwas dagegen unternehmen könnte. Stattdessen wird gesagt “Reden wir über die NS-Zeit, damit sich das nicht wiederholt”.

An die Lehrer unter euch. Stellt euren Schülern mal die Frage (nachdem ihr das Thema NS-Zeit durchgenommen habt), “Was glaubt ihr ? Kann sich das wiederholen”. Wisst ihr was die meisten wohl sagen werden ? “Nein, das kann sich nicht wiederholen”.

Und ich gehe so weit und behaupte, dass die NS-Zeit nicht so wichtig (das bedeutet nicht, dass es nicht schlimm war) ist. Viel wichtiger sind doch die heutigen Geschehnisse, die noch verhindert werden können. Wenn wir nämlich keine Wiederholungen wollen, dann müssen wir auf HEUTIGE bzw. aktuelle Geschehnisse eingehen !

[QUOTE=honigkuchen;341382]“Was glaubt ihr ? Kann sich das wiederholen”. [/QUOTE]

[I]“Die Frage, warum Auschwitz geschehen konnte ist falsch gestellt. So wie ich die Menschen kenne, müsste die Frage lauten, warum so etwas nicht viel häufiger passiert.” [/I]
(Max von Sydow in [I]Hannah And Her Sisters[/I])

Der vermeintliche NS-Overkill im öffentlichen Diskurs erreicht nur die bereits Aufgeklärten. Wie es der Zufall so will, habe ich gerade heute Mittag mit zwei Unaufgeklärten gesprochen - einer jungen Frau levantinischer Abstammung (32) und einem Arier aus bildungsfernen Schichten (Ende 50). Deren Kernthesen lauteten: “Ich hasse die Juden!” und “Der Hitler hat am Anfang vieles richtig gemacht.”

Das war eine sehr anstrengende Stunde.

@Skafdir: Auch wenn die aktuelle Debatte der CSU sehr fragwürdig ist, so ist doch ein Vergleich mit der NSDAP von damals unangebracht. Blockiert man eine Diskussion zum Thema Migration immer mit der Rassismus-Keule, so gibt man eher den rassistischen Kräften Zündstoff. Und ja, der Zuwanderung darf man sehr wohl kritisch gegenüber stehen, es gibt ja auch unleugnbare Fakten, die beweisen, dass Zuwanderung auch negativen Einfluss hat.

Aber das wichtigste ist: Eine vernünftige Demokratie muss eine solche Debatte aushalten können. Wenn eine solche Debatte nicht mal mehr möglich ist, dann läuft sonst etwas grundlegend schief in einer Gesellschaft.

Was mich persönlich am meisten ärgert sind diese pauschalen Wertminderung der Nazis, welche als Geistig gestört, als ausserordnentlich unmenschlich, oder einfach als die Manifestation des Bösen abgetan werden. Versteht mich nicht falsch, ich finde diese Ideeologie schrecklich, aber wir tun unserer Gesellschaft kontraproduktives, wenn wir den Hitler&Konsorten derart dämonisieren.

Denn genauso, wie Hitler damals, werden auch die heutigen Rassisten nicht als geistesgestöhrte Wahnsinnige auftreten, sondern als der nette Nachbar von Nebenan. Stattdessen schüren wir Angst vor den bösen Neunazis mit ihren Glatzen, wo jeder noch so dumme Heinz meint, er könne diese bösen Kerle auf 10 Meter riechen. Die wahre Gefahr geht von den akzeptierten Parteivertretern aus, die vielleicht ganz sympatisch rüberkommen. Die Dokumentation täten somit ein Gutes daran, realitätsnah über solche Themen zu berichten.

@ greggy

Genau so ist es! Aber nicht nur in der heutigen Zeit.
Wie oft habe ich in den 70er-Jahren den Satz gehört: "Ein Hitler ohne Krieg müsste mal wieder her"
Auf meinen Einwand “Dann wählt F.J. Strauß”, erhielt ich seltsamerweise immer empörte Kommentare.

Ach ja: Nach einem “Hitler ohne Auschwitz” hat komischerweise nie jemand verlangt!

Hefte raus, Klassenarbeit! Erich Kästner gibt euch was zum Nachdenken.
[SPOILER]

[B]Stimmen aus dem Massengrab[/B]
Da liegen wir und gingen längst in Stücken.
Ihr kommt vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Wir aber liegen schlaflos auf dem Rücken,
weil uns die Angst um Euch nicht schlafen lässt.

Wir haben Dreck im Mund. Wir müssen schweigen.
Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht!
Und möchten schreiend aus den Gräbern steigen!
Wir haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht.

Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren,
wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun.
Ihr lieber Gott hat einen Krieg verloren
und lässt euch sagen: Laßt die Toten ruhn!

Ihr dürft die Angestellten Gottes loben.
Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht.
Wir lagen unten, und sie standen oben.
„Das Leben ist der Güter höchstes nicht.“

Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck.
Und es kam anders, als wir sterbend dachten.
Wir starben. Doch wir starben ohne Zweck.
Ihr lasst Euch morgen, wie wir gestern, schlachten.

Vier Jahre Mord, und dann ein schön Geläute!
Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Vier Jahre Mord, und ein paar Kränze heute.
Verlasst Euch nie auf Gott und seine Leute!
Verdammt, wenn ihr das je vergeßt!

[/SPOILER]
Wieso eigentlich “Tägliche NS-Vergangenheit”? Bitte umbenennen: Der jährliche NS-Vergangenheit-Beschwerdethread.

[QUOTE=Mannbärschwein;341377]Genau DAS wollen ja gewisse nationalistisch-paranoide Kreise den Medien unterstellen.
[/QUOTE]

Nicht das ich dir das unterstellen möchte, aber wir könnten das Thema doch auch behandeln ohne das wir jemanden der nicht unserer Meinung ist indirekt in diese Kreise stellen…
Ich weiß genau wie sensibel dieses Thema ist, aber ich kann die Beobachtungen einiger durchaus nachvollziehen, das es einfach zu viel ist. Vor allem sind diese Dokumentationen oft ja auch nicht wirklich gut gemacht.

Ich kann auch beide Standpunkte verstehen, und ich sehe jemanden der nicht ständig mit der Vergangenheit, an der er selbst nie hätte etwas ändern können konfrontiert werden möchte auch nicht als Nazi.
Ehrlich gesagt ist das eine der wenigen Themen wo ich nicht so wirklich eine klare Meinung vertreten kann. Einerseits bin ich der Meinung, dass eine Übersättigung von solchen Themen zu Abstumpfung führt, allerdings sehen wir andererseits heute auch, das diese Ideologien noch immer ihre Fans haben.

Ich denke mittlerweile aber das es irgendwo in der Mitte ist, das Problem ist nicht das wir keine Dokus mehr darüber zeigen sollten oder weniger, sondern einfach bessere. Am besten Dokus, die nicht ständig mit dem Holzhammer auf uns einreden “Nazis sind böse! Nazis sind böse!” - anstatt uns selbst die Erkenntnis durch das bloße zeigen ihrer Taten zu überlassen. So als wären wir alle kleine Nachwuchsnazis denen man das Nazi-Sein erst noch ausprügeln muss. Quasi als Erbschande im engeren, biblischen Sinne.

Ich würde eine Vorgehensweise bevprzugen, die uns nicht bevormundet und uns schon sagt, was wir davon halten sollen. Ich will nicht Experten sehen in solchen Dokus, die dann den belanglosesten und unwissenschaftlichsten Schluss treffen: “Schrecklich, Wahnsinn, Abscheulich”. Danke, Einstein, da wäre ich auch selbst noch drauf gekommen!
Wenn man jemanden noch nachdrücklich sagen muss, wie er das gesehene zu interpretieren hat, dann ist die Doku scheiße. Ganz einfach.
Und genau da setzen die Nazis ja an, und damit haben sie dummerweise im Kern nicht einmal Unrecht: So wie es oft - nicht immer! - aber oft stattfindet IST es Propaganda. Es IST die Diktur von Meinung.

Machen wir es denen doch nicht so leicht und lassen einfach zur Abwechslung mal ihre Taten sprechen. Denn daran scheitert die Vergangenheitsbewältigung meines Erachtens. Wir sagen zwar, wir bewältigen die Vergangenheit, aber in Wirklichkeit reden wir uns nur selbst ein das wir es tun, indem wir unsere Kinder darauf indoktrinieren. Also ich hatte keinen Geschichtsunterricht, als wir uns damit beschäftigt haben, der ohne dem “Das war ganz ganz schlimm” auskam.

Wie gesagt, eigentlich sollte man jedem die Möglichkeit geben da selbst drauf zu kommen. Damit würde man den Nazis zumindest in dem Punkt den Teppich unter den Füßen wegziehen.

PS: Und “Mein Kampf” endlich mal freigeben, damit jeder legal lesen kann was für eine hirngef** Scheiße das ist. Das ist die “Bibel” dieser Ideologie und nur damit kann man sie bekämpfen!
Dann hört auch dieses “War ja nicht alles schlecht” vielleicht mal auf…

http://www.titanic-magazin.de/news/gaertners-kritisches-sonntagsfruehstueck-halts-maul-deutschland-6077/
http://www.titanic-magazin.de/news/gaertners-kritisches-sonntagsfruehstueck-niemandes-mutter-niemandes-vater-5582/
Insbesondere der jeweils unterste Abschnitt ist wichtig,
muß ich hier noch was hinzufügen?

Das sehe ich ähnlich.

Dass Nazis böse waren ist keine Erkenntnis aus eigener Gedankenkraft, sondern eine Doktrin, die man uns von Kindesbeinen an eingebläut hat. Und solche Doktrinen sind äußert instabil.

Deswegen gibt es auch so viel “Die Wahrheit über den 2. Weltkrieg”-Doku.ment.arschsionen auf YouTube, die mit einer Mischung aus Fakten, Halbwissen und kruden Fantasien zwar nicht den Holocaust leugnen, aber auf einer sehr flachen Ebene die uns anvertraute Doktrin entschärfen. Wenn man dann auf einmal das ein oder andere “entzaubert” glaubt, kann das Pendel sehr leicht umschlagen. Von einem Extrem zum anderen.

Deswegen ist diese Dauerbeschallung auch so gefährlich.
Aber man kann zum Glück sagen, dass weder das eine noch das andere wirklich in Fleisch und Blut übergeht.
Selbst im 3. Reich war die damalige Ideologie nie wirklich im Volk verankert worden.
Dauerbeschallung, egal in welchem Bereich, hat einfach keinen Erfolg und führt eher dazu, dass man sich sehr schnell mit dem Wind dreht.

Und welche Flachzange fühlt nicht eine befreiende Euphorie, wenn man ihm mit Pseudowissenschaft das Gefühl gibt, ein Leben lang belogen worden zu sein?! Auf einmal wird nämlich alles klar und man ist Teil eines kleinen, persönlichen Abenteuers geworden.

Nein. Man sollte wirklich eine gute Mischung aus kommentierten Sachverhalten und nüchterner Darstellung finden.
Ein Gedanke, auf den man selbst gekommen ist, geht viel Tiefer ins Blut, als jede Form der Nachplapperei.

Ich für meinen Teil glaube, dass die Mehrheit der Deutschen überhaupt keine echte Überzeugung zu diesem Thema besitzt.
Common sense ist hier das Zauberwort, danach wird sich gerichtet.
Deswegen ist so ein Herdenverhalten hier auch jederzeit wieder möglich und daran wäre die Art, wie wir unsere Vergangenheit von Meinungsführern aufbereitet bekommen haben, nicht ganz unschuldig.

Ich hatte es befürchtet das die diskussion in kürzester zeit in eine rassismusdebatte endet. Das war nicht mein ziel!
Auch das heutige datum ist rein zufällig gewählt. Da ich heut morgen die werbung beim nachrichten gucken für die primerime sah und dachte „nicht schonwieder“
aufklärung ja bitte gern, aber nicht täglich. Es ist mir nicht erst heute aufgefallen. Das geht ja schon jahre. Man hat das gefühl das hitler, göbbels, rommel, himmler, spieß und eva braun die heimlichen superstars im deutschen fernsehen sind. So oft wie man die sieht.

Ich habe dauernd das gefühl das man uns eher damit klein macht: deutscher sie her was DU damals getan hast und rufe es dir täglich in dein gewissen. Habe nie den stolz ein deutscher zu sein, denn sie her. Das sind die deutschen!

Mein vorschlag währe gewesen das holger oder wer zugang zu programzeitschriften, archiven o.ä. Hat. Eine art chronik anfertigt. Um deutlich zu machen wie nervig diese dokus am laufenden band sind. Ich denke nämlich das es das thema nr.1 im deutschen tv is und das währe doch traurig.
In ganz deutschland wird gegen nazis blockiert und demonstriert. Das deutsche fernsehen zeigt jedoch täglich nazis…

Ich bitte um eine sachliche diskussion. Ohne rasissmus und zuwanderungsdebatten.
Danke :slight_smile:

[QUOTE=doubleu;341393]
In ganz deutschland wird gegen nazis blockiert und demonstriert. Das deutsche fernsehen zeigt jedoch täglich nazis… [/QUOTE]

Dann lade ich Dich ganz herzlich in die Sächsische Schweiz ein! Danach wirst Du verstehen, warum diese Dokus nötig sind. Und das am besten wirklich jeden Tag!

Wobei, so weit muss man nicht mal rausfahren. Kostet eh nur Sprit. Ich kann Dir das auch hier in Chemnitz zeigen: https://www.facebook.com/pages/Chemnitz-stellt-sich-quer-Nein-zur-Asyl-Erstaufnahme/402435826557924?fref=ts

[QUOTE=Scheol;341392]
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Selbst im 3. Reich war die damalige Ideologie nie wirklich im Volk verankert worden.
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Ich lass mal Thomas Mann für mich antworten.

[QUOTE=doubleu;341393] In ganz deutschland wird gegen nazis blockiert und demonstriert. Das deutsche fernsehen zeigt jedoch täglich nazis… [/QUOTE]

Nun ja, demonstriert wird da eigentlich gegen die heutigen Nazis.
Was du da im TV bemängelst, sind die alten Nazis, die die neuen möglichst gerne kopieren wollen …

Vielleicht sollte man im TV mal ausführlichere Dokus über die Weimarer Zeit bringen.
Aus dieser Zeit kann man lernen, wie man es NICHT machen sollte, wenn man Nazis verhindern will.