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Sonntagsfrühstück #32: Psychische Gesundheit

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schade dass das Thema Burnout nicht vertieft wurde. Burnout wird auch häufig als Depressionen diagnostiziert. wenn jemand dauerhaft 10-14 Stunden arbeitet, um die eigenen oder fremde Ansprüche zu erfüllen, aber scheitert, kann das zu Burnout führen…

um auch mal aufzuklären, etwas vereinfacht:
Psycholog/in: hat Psychologie studiert, darf keine Therapie durchführen
Psychotherapeut/in: hat Psychologie studiert und eine 3jährige Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten absolviert, darf Therapie durchführen,
Psychiater/in: hat Medizin studiert und ein Weiterbildung zum Facharzt für Psychotherapie absolviert, darf Psychopharmaka verschreiben und Therapie durchführen
und ein Hausarzt/Hausärztin sollte keine Psychopharmaka verschreiben, dafür gibt es SpezialIsten! und nur Medikamente bekämpft keine Ursachen von psychischen Erkrankungen, also am besten mit Therapie.



13 % der Frauen und 8 % der Männer sind nach eigenen Angaben seelisch belastet.
14% der Frauen und 18% der Männer trinken Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen.

Beruflich habe ich mit Menschen mit psychischen Erkrankungen zu tun (Hauptsächliche Langzeitarbeitslose) und von daher habe ich gefreut, dass dieses Thema genommen wurde.

helfen kann auch sich regelmäßig klarzumachen: was waren heute drei Höhepunkte? und welchen Anteil hatte ich daran? in Ergänzung zu Olli

falls ihr da noch einen 2.Teil zu drehen werdet, wäre ich dabei :slight_smile:

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Gutes Thema, aber viel viel zu komplex um es wirklich zu vertiefen. Bin ehemaliger Soldat und hätte verschiedenes zum Thema posttraumatische Belastungsstörung von Kameraden beitragen können.

Und bezüglich Holgers Vermutung dass die Axlkoholikerrate in den 60ern und 70ern eigentlich viel höher hätte sein müssen da Alkohol zu dieser Zeit noch viel mehr zum „guten Ton“ gehört hatte als heute, denke ich es liegt vielleicht daran dass heute viel mehr und genauere Studien bzw. Statistiken geführt werden als zu den „alten Zeiten“. Ich schätze es verhält sich da ähnlich wie mit dem Rauchen, das bis in die 80er ja auch im Fernsehen noch geduldet wurde.

Holger hat eher schlicht und einfach recht, dass der Alkoholkonsum seit den 70ern rückläufig ist

Quelle?sind das die Altersangaben 18 bis 25?

Was versteht man unter „regelmäßiges Trinken“? Ist damit sämtlicher Konsum von Alkohol gemeint oder nur das saufen, um welches in der Folge ging?

Und was ist mit den restlichen Altersgruppen?

Guter Punkt! Ich würde noch ergänzen, dass sich durch den Niedergang der Kneipenkultur die Leute weniger dort volllaufen lassen, sondern eher zu Hause und damit ebenso die „Schnapsleichen“ ein Stück weit aus der Öffentlichkeit verschwunden sind.

Zum Thema „Burnout“ und „anerkannte Krankheit“:

„Die WHO hat bei ihrer Jahrestagung in Genf ihre Entscheidung mitgeteilt: Burnout wird als Syndrom definiert und explizit im ICD-11 aufgenommen.“ (Quelle und Artikel hier:
https://www.dearemployee.de/wichtiges-signal-burnout-wird-jetzt-als-krankheit-anerkannt/)

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Ab Januar 2022, wenn die neue ICD als ICD-11 erscheint, wird Burnout dann definiert als Syndrom aufgrund von „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“. Gekennzeichnet ist Burnout dann durch 3 Dimensionen:

  • ein Gefühl von Erschöpfung
  • eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job
  • ein verringertes Leistungsvermögen im Beruf…interessant, wußte ich noch nicht

Als jemand, der selbst vor geraumer Zeit von Depression betroffen war, bin ich komplett anderer Meinung als die Runde:

In der Sendung wird der Mythos verbreitet, dass es hilft, mit seinem Umfeld als Depressiver über die Probleme/die Krankheit zu reden. 1. hat man als Depressiver ein sehr hohes Schamgefühl das auszusprechen und 2. In unserer Gesellschaft ist es leider meist oft immer noch so, dass wenn man sich als depressiv outet, der andere oft nur denkt „Ach, jeder hat mal eine schlechte Phase. In 2-3 Tagen ist bestimmt wieder alles in Ordnung…“

Was mir geholfen hat und mMn hilft (neben der Medizin) eine Depression erfolgreich zu bewältigen, ist so blöd es klingt für „Ablenkung“ zu sorgen (insbesondere körperliche Betätigung wie beispielsweise Sport hilft), um sich wieder auf die Dinge zu konzentrieren, die einem Spaß machen. Jetzt kann man natürlich richtig sagen: „Ablenkung löst aber kein Problem eines Depressiven“. - Natürlich nicht, aber man geht dadurch viel lockerer und entspannter mit Problemen um als Tag und Nacht drüber nachzudenken oder ständig Redebedarf mit Leuten aus dem Umfeld zu haben, denen der Ernst der Krankheit nicht bewusst ist …

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Bei geringfügigen Problemen mag das wirklich helfen, aber was auch gerne vergessen wird, dass man sein Umfeld dadurch auch zusätzlich belastet. Es gibt nun mal Dinge, die durch einfaches Reden nicht zu lösen sind und mehr als Kalenderweisheiten hat der durchschnittliche Mensch auch selten drauf und es ist schwierig zu sehen, wie jemand leidet und dem man nicht helfen kann.

Mein Eindruck ist auch, dass es noch recht verpönt zu sein scheint sich psychologische Hilfe zu holen, weil man ja nicht „verrückt“ ist oder als „verrückt“ abgestempelt werden möchte.

Wir haben ja alle am Tisch bestätigt, dass wir uns professionelle Hilfe von Psychologen holen würden bei einer ernsthaften Erkrankung.

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passend dazu noch ein Artikel aus der Zeit:

besonders spannend: und 30 Prozent der der Deutschen leiden im Zeitraum eines Jahres an einer Depression, Angststörung oder anderen psychischen Erkrankung.

Ist das die offizielle Definition oder hast du versucht, es in eigenen Worten zusammenzufassen? Deine drei „Dimensionen“ sind nämlich so allgemein gefasst, dass sie auch auf „kein Bock mehr“ zutreffen.

(Und was soll das heißen, du wusstest noch nicht, dass Burnout das Leistungsvermögen im Beruf beeinträchtigt? Kanntest du bisher nur das Wort?)

jop schauste hier:

Quelle: „Die WHO hat bei ihrer Jahrestagung in Genf ihre Entscheidung mitgeteilt: Burnout wird als Syndrom definiert und explizit im ICD-11 aufgenommen.“ (Quelle und Artikel hier:
[https://www.dearemployee.de/wichtiges-signal-burnout-wird-jetzt-als-krankheit-anerkannt/ ))

Auch wenn das in dem Artikel nicht explizit genannt wird, kann man davon ausgehen, dass in die Diagnostizierung auch die Dauer und die (empfundene) Intensität der genannten Symptome mit einfließen. Damit wäre dann „kein Bock“ auszuschließen.

Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du für deine Schilderungen nicht immer die Pluralform verwenden würdest. Ich weiß auch wirklich nicht, wie oft man dich darauf noch hinweisen muss, bis du das endlich respektierst.

„Borderline“ ist übrigens nicht unbedingt mit „ritzen“ bzw. Selbstverletzung gleichzusetzen - das wird immer so in einem Atemzug genannt, wie auch hier in der Folge. Dabei verletzen sich nicht alle Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung selbst und anders herum hat auch nicht jede Person, die sich selbst verletzt eine BPS. Aber sobald man sich selbst verletzt wird leider selbst von Ärzten meistens sehr schnell eine BPS diagnostiziert, obwohl dies nicht unbedingt der Fall sein muss.

Übrigens ist das hier verwendete Wort „ritzen“ nicht unbedingt die beste Wahl - manche Selbstverletzer fühlen sich dadurch dazu animiert, tiefer zu schneiden, weil das Wort eine sehr oberflächliche Verletzung vermuten lässt. Einige Selbstverletzer wollen auch unter Anderem mit ihren Schnitten Aufmerksamkeit erregen, schocken, eine Reaktion bei Anderen hervorrufen - und das Letzte, was so eine Person dann haben will, ist das Gefühl, dass man ihre Verletzungen für oberflächlich hält. Leider ist das auch in den Psychiatrien noch so überhaupt nicht zu den Pflegekräften durchgedrungen, zum Teil nicht mal zu den Psychologen.

An einer Stelle klang die Aussage von Ronny bzgl. Fixierung so ein bisschen so, als würde man als suizidaler Mensch in der Akutpsychiatrie einfach mal so eben fixiert werden, aber das ist mit Sicherheit nicht so. Man wird nicht mal wenn man sich in einer akutpsychiatrischen Station selbst verletzt unbedingt fixiert, sondern wirklich nur, wenn man eine Gefahr für andere oder eine lebensbedrohliche Gefahr für sich selbst darstellt. Ich war jetzt schon auf insgesamt 3 verschiedenen akutpsychiatrischen Stationen und ich habe insgesamt relativ wenige Fixierungen erlebt - also vielleicht so einmal innerhalb von 10 Tagen schätzungsweise? Aber das wird natürlich auch variieren, je nachdem wo man sich befindet und welche Patienten momentan dort sind. Auf jeden Fall sollte niemand (wegen sowas oder auch irgendwas Anderem) Angst haben, sich in akutpsychiatrische Behandlung zu begeben, wenn es nötig ist.

Und dann noch zu Tavor: Ich habe Tavor selbst so ungefähr 5 bis 6 Wochen am Stück genommen. Es wurde relativ schnell ausgeschlichen und ich habe trotzdem gar keine Nebenwirkungen verspürt. Anders herum habe ich aber auch Leute erlebt, die das Medikament nur ein oder zwei Wochen genommen haben und die danach noch doppelt so lange mit den Entzugserscheinungen zu kämpfen hatten.

Danke für die Folge! Es ist schön, dass ihr euch an das Thema herangetraut habt und so viele verschiedene Sachen angesprochen habt :smile:

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Ich muss dich nicht Respektieren das du mir permanent auf den geist gehst ,wenns dich stört geh einfach

Wenn du desöfteren erwähnst, dass man „euch“ Neurodiverse und „euch“ Depressive als normaler Mensch sowieso nicht versteht, dann kann man sich doch nun wirklich nicht gleichzeitig wundern, wenn andere Menschen auf Abstand gehen

Ach, das ist doch noch relativ nett. Wenn irgendjemand irgendwie auffällt, ist sie normalerweise schnell mit der Diagnose diverser Wahnkrankheiten zur Hand, und als Adam bei Skyline TV einmal ein paar gut gelaunte Türken(?) traf, war das erste, was ihr dazu einfiel, dass diese Leute frech seien und daher abgeschoben gehörten.

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