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Sonntagsfrühstück #14: Erlebnisse in Ämtern

#1

Hier kann darüber diskutiert werden!

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#2

Flauschige Folge mit viel Naivität, Falschinformation, “Bequemlichkeit” und “Satter Bürger Mentalität”.

Ich glaube das speziell was Jobcenter angeht die Lage in Städten eine ganz andere ist als bei uns hier aufm Land, Ämter allgmein.

Ich habe z.B. Zeit meines Lebens immer eher auf dem Land oder in kleineren Städten gelebt und diese “Probleme” so nie gehabt. Auch nicht vor 20 Jahren, Thema “letzter Husten”. Wird vermutlich daran liegen das die Leute auf dem Land schlicht nicht ganz so überarbeitet sind wie in der Stadt.

Davon abgesehen erreicht man auf dem Land immer direkt den Zuständigen und landet nie in irgendwelchen Callcentern. Weder beim Jobcenter, noch bei der Stadt oder sonst wo.

Übrigens Porni: Ich kenne diesen Papierkrieg von den Jobcentern auch, klar is das ärgerlich, aber stell es dir einfach mal andersherum vor. Stell dir vor es gäbe ihn nicht und stell dir vor es wäre nicht alles ganz genau ausgearbeitet usw. Dann hättest du Verhältnisse wie in Bulgaristan oder so und dann würdest du dich erst recht beschweren.

Und Holger, die schicken dir Papier damit es “beweisbar” ist. Es gibt Vorschriften die besagen das es postalisch gesendet werden muss, das hat was mit gerichtlicher verwertbarkeit usw. zu tun iirc. Letztenendes ist das auch gut so, denn “elektronisch” ist viel zu unsicher, fälschbar, kann schneller wegkommen, usw.

Wie dem auch sei, wie ich schon sagte, flauschige Stammtisch Folge. :slight_smile:

Nachtrag: Warum dieser fucking Reisepass so teuer ist (wenn man ihn schnell (was immernoch 2 Wochen sind) haben will kostet es ja sogar 89€(!) geht mir allerdings auch nicht in den Kopf und auch nicht warum es bis zu 6(!) Wochen dauern kann bis man ihn bekommt.

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#3

Also ich muss leider der Dame der Runde widersprechen. Schon in den 90ziger Jahren konnte man überall in den Einwohnerämter Hamburgs seine Anliegen erledigen. Es gab die Allzuständigkeit. Die Dame hätte also nicht nur ihr Einwohneramt in der Nähe aufsuchen wollen, sondern überall in Hamburg.
Ich bin bei der Stadt Hamburg tätig und war bis 2002 im Einwohneramt tätig.

Unfreundlichkeit: Ja, gibt es, gab es. Allerdings auf beiden Seiten. Und schlimmer war eher die andere Seite des Sachbearbeitertisches. Sprich der Kunde. Der kommt schon genervt rein, weil er eh kein Bock hat, zum Amt zu geben, dann kostet es auch evtl. noch Geld und evtl. hat man sich nicht vorher informiert, was man mitzubringen hat. Und dann wird auf den Sachbearbeiter geschimpft. Andere stecken das locker weg, aber an einigen Tagen, wo dann vermehrt Leute kommen, die einen beschimpfen, bedrohen oder sogar anspucken, leidet halt auch irgendwann die Laune des Sachbearbeiters.
Ich habe das gottseidank nie an den nächsten Kunden ausgelassen. Bei mir war es so, beschimpft der mich,rede ich ruhig, beschimpft er weiter, rede ich ruhig, geht es weiter, gibt es eine Ansage.
Wenn der nächste Kunde kommt, gibt es für diesen wie am Anfang der vorherigen ein Lächeln und eine Begrüßung, denn der kann nichts für den vorherigen Kunden.

Wartezeit: Ja, das war aber politisch gewollt. Gerade hier in Hamburg wurden viele Ämter zentralisiert und Sachbearbeiter eingespart. Wir hatten oft noch Zeiten, da haben die Leute eine Nummer gezogen und dann wurden die sofort aufgerufen. Die Blicke von denen werde ich nie vergessen. “Ich habe mir doch ein Buch mitgenommen, um zu lesen in der Wartezeit…” oder “meine Nummer steht da dran. Bin ich wirklich schon dran?” .
Dann hat die Politik gemeint, es muss an Personal und Ämter gespart werden und dann flog das halt denen um die Ohren. Schon damals sagte unsere ehemalige Personalchefin: “Jetzt geht es halt, dass Ämter schließen und die Kunden mehr warten müssen. Bis die sich irgendwann beschweren, dies bei der Politik ankommt und die dann genau anderes rum handelt.” Und so ist es ja gekommen.

Allerdings sind auch damals Leute bei uns reingekommen, die sich beschwert haben, sie hätten über eine Stunde gewartet. Dann habe ich auf den Nummernzettel geschaut, wo die Zeit stand, wann diese gedruckt worden ist und dann sagte ich, das es nicht sein kann, er hätte ja erst vor 10 Minuten die Nummer gezogen. Tja, überführt… (kamen dann so aus Ausreden wie "ja ich habe ja vor der Tür erst ohne Nummer gewartet (ist das dann unser Problem, wenn du zu dumm bist…nein habe ich nicht gesagt)).

Und ja, in einigen Abteilungen/Ämter liegt es auch am Sachbearbeiter, wie gut der ist.

Und der Irrglaube, dass man immer Freitags die Post vomAmt erhalten soll, widerspreche ich. Das kommt eher daher, dass meist Montag und Donnerstag lange Öffnungszeiten sind. Und die Postbearbeitung wird dann eher Dienstag und Mittwoch gemacht.
Ganz im Gegenteil: Es wurde z. B. früher darauf geachtet, dass keine Mahnungen oder Bußgelder um Weihnachten verschickt wird. Ob das heute so ist, weiß ich nicht. Mahnungen z.B. werden automatisch verschickt. Daher glaube ich das dort nicht.

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#4

Guter Punkt. Wollte ich auch noch anmerken. Vor 30 Jahren kann ich das Argument “ja das hätten sie mir ja gleich sagen können” noch gut nachvollziehen. Heutzutage kann jeder sich einfach mal ne Stunde hinsetzten und vorab schonmal die gröbsten Infos im Netz suchen. Klar, kann immernoch sein das man irgendwas nicht findet oder nicht versteht, aber die grundsätzliche Möglichkeit Überraschungen zu vermeiden gibt es seit dem Internet (genaugenommen natürlich auch schon davor) und es ist kinderleicht.

Davon abgesehen “will” man ja etwas, also kann man auch ruhig ein wenig was investieren und nachforschen und sich nicht alles vorkauen lassen und sich dann beschweren wenn etwas noch nicht ganz klar war oder erst später kommt.

Das gilt übrigens auch andersherum wenn man nichts “will” sondern etwas “aufs Auge gedrückt” bekommt. Auch da kann man sich informieren und steht so besser da. Wer das nicht macht bekommt von mir recht wenig Mitleid wenn er dann z.B. an irgendwas teilnehmen soll, irgendwas nicht bezahlt bekommt, es irgendwelche Formfehler gibt oder sonstwas.

Noch was zum Thema Müll: Einerseits fordern das alles genommen wird und andererseits “hinten im Bulli” schon absichtlich das Zeug lagern wo man weiß “das is nich ganz koscher was wir hier anschleppen”.
Klar macht jeder von uns, aber sich beschweren und so bequem sein und fordern das alles abgeholt wird? Umwelt, hallo?!?! Holz is nicht gleich Holz Holger, das is dummes Zeug. Ist es behandelt? Womit? Sind noch Metalteile dabei? Ist es lackiert, verleimt, passt es in die Maschine, etc. pp. Der Satz “Holz ist Holz” ist genauso dämlich wie “Plastik ist Plastik”. Da trennen und sortieren wir seit mindestens 20 Jahren und dann wird so ein Unsinn immer noch rausgehauen, könnt mich echt aufregen.

Und “ja” es ist ja voll “nett” das du dein Sofa “verschenken” willst, warum wollen die da Geld für? Ganz einfach, weil du letztendlich deinen MÜLL loswerden willst (weil du in deiner Konsumgeilheit schon ein neues Sofa gekauft hast obwohl das alte ja noch gut war es dir nur nicht mehr “gefällt”), und das Aufwand bedeutet. Wenn du wirklich was gutes tun wollen würdest dann würdest du das selbst machen (würde übrigens Zeit und Geld kosten :wink: ) und nicht den “bequemen” Weg gehen und dich dann noch drüber beschweren das es was kostet. Herrje, die Gutfrau die ihr Sofa verschenken will und sich beschwert das es was kostet…man man man. Tja, was machst du eigentlich wenn niemand dein schönes Sofa “geschenkt” haben will?

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#5

Also zum Thema Sofa zum Recyclinghof verstehe ich da auch nicht die Mitarbeiter. Ich habe auch schon Sofas zum Recyclinghof gebracht und der wurde locker angenommen. Gerade hier in Hamburg kostet es in den meisten Fällen nichts, wenn man sein Sperrmüll zum Recyclinghof bringt. Anders, wenn man es abholt, da kostet das natürlich Geld und man muss sagen, was und wieviel man hat. Daher nächstes Mal einen Transporter mieten und das Sofa zum Recyclinghof bringen
In einer anderen Stadt musste ich für jede Fuhre bezahlen. Egal, was ich gebracht habe. Und nur Hausmüll wurde mal nicht angenommen. Alles andere wurde überall entgegengenommen.

Und ja. Behörden müssen postalisch Ihre Bescheide und Mahnungen zusenden. Und darauf muss halt eben genau stehen, warum und wofür der Bescheid ist. Ansonsten sind sie gerichtlich angreifbar.
Im übrigen ist bei meiner Krankenkasse ebenso, dass ich zwar ne App zur Einreichung von Arztrechnungen habe, trotzdem kommt der Bescheid immer noch postalisch zurück. Und die Dauer hat damit nicht unbedingt was damit zu tun.

In Hamburg ist aber das Thema Digitalisierung hoch im Kurs. Letztens kam ja die Meldung, , das die Behörde nur noch die Hälfte des Papiers gegenüber 2015 verbraucht. Mein Arbeitsplatz habe ich in der Zeit auch komplett digitalisiert. Aber ganz ohne geht es halt nicht.

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#6

Dem schließe ich mich an, da ich auch in einer Kleinstadt wohne, wo (fast) alles reibungslos funktioniert. Hier kann man noch den Sperrmüll kostenlos abholen lassen und die Ämter sind meistens leer. Nachteil ist natürlich, dass man teilweise bis zu 40 km zur Behörde fahren muss, besonders, wenn es nur eine Filiale im Landkreis gibt.

Den einzigen Ärger, den ich mal hatte, war ein Brief mit Unterlagen zur Kindergeldkasse, der per Einschreiben Einwurf versendet wurde. Der ist angeblich nie angekommen und die Sendungsverfolgung war auch negativ. Die Post meinte nur, dass der Briefträger vergessen hat zu unterschreiben.

Ich hab dann nochmal einen Brief mit den Dokumenten verfasst und bin dann persönlich zur Kindergeldkasse hingefahren. Direkt abgeben konnte ich das da nicht, weil es keinen Pförtner gab und kein anderes Personal da war. Also musste ich es auch in den Briefkasten dort stecken und stelle fest, dass die so große Öffnungen haben, dass jeder von außen seinen Arm reinstecken und alle Briefe rausnehmen kann. Eine Überwachung gibt es nicht.

Da vermute ich, dass der Briefträger den ursprünglichen Brief wirklich ausgeliefert und jemand externes einfach alles mitgenommen hat.

Ansonsten unterstelle ich einigen Bearbeitern bei den Fahrgastrechten der Bahn Dämlichkeit oder Mutwilligkeit bei Ablehnungen. Ich habe bis jetzt von denen immer eine Ablehnung bei einem speziellen Fall erhalten (Benutzung eines höherwertigen Zuges mit neuer Fahrkarte bei Verspätung oder Ausfällen). Die Begründung: der höherwertige Zug ist doch pünktlich angekommen.

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#7

schön war der Spruch von Katharina: Früher gab es noch Zeiten, wo es hieß “wer war der Letzte”…das ist schon verdammt lange her, aber so alt ist sie ja doch noch garnicht

in Hamburg-Einwohnermeldeamt habe ich mal ein Zettel gesehen: “wegen Personalmangel sind die Bearbeitungszeiten länger, wir bitten um Entschuldigung”

zum Thema Sperrmüll. in Niedersachsen gibt es immer noch Termine, wo Sperrmüll an die Straße gestellt wird. Beim Recyclinghof kostet es Geld für Unternehmen dort Sachen abzugeben, Privat bis zu einer Größe kostenlos. da sagen viele Firmen, bin privat hier…

per Mail antworten von Behörden geht nur über verschlüsselte Mail, was aber sowohl die Behörde als auch der Kunde / Kundin eingerichtet haben muss. bei manchen Jobcenter geht das mittlerweile. ansonsten müssen die halt per Brief antworten zwecks Datenschutz und Beweisbarkeit. mich wundert warum manche Behörden kein Briefpapier mit Logo haben, beim Finanzamt sieht das immer aus wie auf normalen Papier ausgedruckt

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#8

Ich kann es sehr kurz machen: Habe nie Ärger mit Ämtern gehabt. Im Gegenteil… glaubt es oder nicht… die freundlichsten Mitarbeiter habe ich auf dem Finanzamt kennengelernt. Trotz Personalmangels (zur Stoßzeit Mai) wurde ich dort immer ohne Termin freundlich und ausführlich beraten. Und bei anderen Ämtern (Bau, Bürgerbüro, Zulassungsstelle) habe ich sogar die Erfahrung gemacht, dass ich durch Internetrecherche mit dem Schlimmsten gerechnet habe… und am Ende alles wesentlich schneller, unkomplizierter und günstiger (trotz vorab recherchierter Gebühren) als gedacht ablief. Ich rede von einer Großstadt im Ruhrgebiet… wohl wissend, dass das nicht repräsentativ für alle Ämter in allen Regionen ist. Natürlich kann ich mir auch vorstellen, dass man andere Erfahrungen machen kann, wenn es um Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch geht, womit ich keine Erfahrungen habe. Ich lebe auch nicht auf einem andere Planeten… mir ist das Thema Bürokratie durchaus geläufig… nur geht es mir um persönliche Erfahrungen mit Mitarbeitern. Nur mal so in die Diskussion eingestreut… es kann nämlich auch positive Erfahrungen geben.

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#9

Bezüglich eMail und Finanzamt ist § 30 Abgabenordnung (“Steuergeheimnis”) wichtig, weil eine Mail eben abgegriffen werden kann. Die Strafbarkeit bei Verletzung des Steuergeheimnisses ist in §355 StGB geregelt.

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#10

Zunächst einmal ist es schön, was es bereits jetzt an Reaktionen gibt. Danke dafür !

Ich denke, ich selbst habe es für mich recht treffend formuliert. Die Freundlichkeit und das Bemühen, jedem Kunden helfen zu wollen, ist zumindest im Jobcenter enorm hoch. In einem Problembezirk wie bei mir hier in HH, ist das sicher keine einfache Aufgabe.

Was die Zusendung der Briefe angeht - Es ist irgendwie ein subjektives Gefühl, dass vor allem die Briefe vom Jobcenter immer Freitags und Samstags eintreffen. Sollte jetzt auch keine direkte Kritik sein, aber irgendwie fällt mir das halt auf.

Was das Versenden der Briefe an Ämter angeht - hier traue ich weder der Post, noch traue ich dem Verteilersystem in den Behörden direkt.
Im Arbeitsamt habe ich es erlebt, dass ein Brief, den ich vor Ort in die Brieftonne am Eingang geworfen habe, nicht am Ziel innerhalb der Behörde zugestellt wurde. Die Folge war, dass mein Anliegen und Antrag erst gar nicht bearbeitet wurde.

Seitdem stelle ich diese Art Briefe immer selbst zu. Ich gehe zum entsprechenden Büro oder im Jobcenter an den Schalter und lasse mir den Empfang des Briefes mit Stempel bestätigen. Es geht nicht anders, ansonsten traue ich den Verteilern in den Behörden mal so gar nicht.

Es gibt sicher noch eine Menge Geschichten und Erfahrungen zum Thema Behörden. Vor allem das Müllthema ist echt ein Krampf. Holger und ich haben da tatsächlich schon völlig unterschiedliche und wirre Erlebnisse gehabt.
Explizit ist es die ganze alte Studiodeko gewesen, die wir mal nicht einfach so beim Sperrmüll losgeworden sind. Es ist nicht einfach Sperrholz, sondern es war behandelt, bemalt und weiß der Geier was noch. Der normale Sperrmüll hat das nicht angenommen und wir mussten zu einer Profi-Abfallfirma fahren, die in der Hinsicht sehr teuer war.

In einem anderen Fall wurde das aber wiederum angenommen, allerdings dann auch nur gegen Gebühr, wo man dann festgestellt hat, dass es halt gewerblicher Sperrmüll war. In beiden Fällen haben wir zwei verschiedene Recyclinghöfe angefahren. Wir haben das am Ende so interpretiert, dass vermutlich das Personal selbst nicht so genau weiß, was man annehmen darf und was nicht.

In einem dritten Fall haben wir den Transporter so geschickt gepackt, dass das kostenpflichtige Zeug hinten im Transporter lag und die alten Studiosofas etc. nach vorne gepackt wurden. Hier haben wir dann einfach die Deko in den Sperrmüll geworfen, was dann auch umgehend zertrümmert wurde.

@Polarstorm, es freut mich, wenn Du die Leute am Telefon direkt erreichen kannst. In einer Stadt wie HH ist das aber nur schwer umsetzbar. Grundsätzlich hätte man aber hier eine andere Form finden müssen, als bundesweite Callcenter einzusetzen.
Wenn ich einen Mitarbeiter in Bayern am Telefon habe, dann kann der sich nicht mit meiner lokalen Problematik auseinandersetzen. Er sieht nur meine Daten am Computer und muss versuchen, mein Anliegen so gut wie möglich zu klären. Das ist teilweise absolut nicht machbar.

Wenn man wenigstens Stadtteil bezogen oder Stadt bezogen entsprechende Callcenter einrichten würde, dann wäre das ein entscheidener Vorteil. Aber heutzutage muss ja alles aus Kostengründen zentralisiert werden.

Dieses Thema ist so irre umfangreich, hier würden 30 Minuten bei weitem nicht reichen. Man kann es nur anschneiden, aber ich hoffe, es ist uns im Ansatz ein wenig gelungen !

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#11

Ein paar Sachen schon mit Ämtern erlebt. Das erste Mal ging es um Bafög.
Hier entzog sich ein auskömmliches Elternteil seiner Beteiligung mit amtlichem Siegel. Die Bafög-Stelle ignorierte das und gab nur einen Klecker-Betrag das Wegegeld deutlich unterschritt. War als die Bafög-Sozialmarotzer ein heißes Thema waren und Massenhaft Bescheide geprüft wurden. Geriet auch ins Visier, da der Antrag unvollständig angenommen wurde. Es drohte ein Strafverfahren wegen Betruges, der Sachbearbeiter war inzwischen verrenntet und seine vorheriges Wirken als Fehlerhaft und senil berüchtigt. Half mir nicht spürbar. Wurde eine teure Rennerei und endete nach etlichen Stress und Ärger mit einer (vergleichsweise) schmerzlosen Rückzahlung.

In einer arbeitssuchenden Zeit ohne Vollzeitbeschäftigt auf finanzielle Hilfe angewiesen gewesen und einen Kurs besuchen müssen. Glücklicherweise kaum Konflikte deswegen mit meinem Arbeitgeber, außer den komischen Terminen vom Amt. Neben der Verdienstbescheinung musste auch regelmäßig die besuchten Kurszeiten beim Amt vorbeigebracht. In der Arbeitsfreien Zeit galt reguläre Kurspflicht. Erniedrigend, den im Kurs selbst wurde ja täglich die Anwesenheit geprüft und ans Amt gemeldet. Allein schon zwecks der Sanktionsschreiben.
Kurz nach Beginn wurden Module wurden zusammengestrichen und Referenten/Lehrer eingespart. Es wurde vorwiegend zu einer bewachten Vollzeit-Stellensuche, mit dem Verbot sich anderweitig zu beschäftigen oder zu informieren. Pochte daraufhin auf mein Recht zum Kursabbruch. Eine Maßnahme durfte nur erzwungen werden, wenn sie sich positiv auf die Arbeitssuche auswirken würde. Die versprochenen Module gab es aber nicht mehr, zudem waren meine selbständigen Bewerbungsaktivitäten solide genug. Dauerte dennoch zwei weitere Monate bis den Abbruch offiziell zugestimmt wurde.

Jahre später einen Kurs nicht verlängert in dessen Mitte ich dazustieß. Hier entfiel die dazugehörige Stelle vor Ort, die ihre Anforderungen astronomisch erhöhten. Als einzigen Aspekt der Stelle.
Der Kurs war größtenteils vorbildlich. Ein lautes Drittel der Kursteilnehmenden vergiftete jedoch das Klima. Da gab es offensiv missionierenden religiösen Konvertiten, mit ungeschminkter Rosinenpickerei, und bemitleidenswerte junge Frauen. Handwerkliches war stets Männersache. Die gleichmäßige und rotierende Einbindung in den Ordnungsplan jedoch eine sexistische Diskriminierung! Gab auch hier Kursteilnehmer welche eher Referendare hätten sein können und völlig unterfordert waren, daran aber Spaß hatten. Sowie ein paar denen der Kurs sichtbar half. Stellensuche war dabei nur ein überschaubarer Bestandteil.

Generell schon erlebt das Dokumente doppelt angefragt wurden; Bescheide nachträglich für ungültig erklärt wurden; Telefonische Benachrichtigungen in der Service-Hotline verschwanden; Bewerbungsaufforderungen für Selbständige (sprich ohne Arbeitgeber) Tätigen erfolgten.
Höhepunkt war das sich vereinzelte Betriebe und Kursanbieter widerrechtlich bereicherten. Letzteres führte höchsten zu kleiner Meldung in den Lokalnachrichte oder die Betreiber orientierten sich stillschweigend neu. Gerichte wurden damit nicht belästig. Wem wunderts, waren die Rollen doch bereits fest definiert und verteilt.

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#12

Das Thema war ja im zweiten Teil vor allem der Sperrmüll und die Entsorgung desselbigen. Da rate ich generell dazu, es selbst in die Hand zu nehmen, wenn der Landkreis da kein vernünftiges Abholsystem auf die Beine gestellt bekommt. Und wenn man dann vor dem Wertstoffhof und Konsorten steht, lungern in der Regel immer Leute herum, die einem dankbar alte Elektronikartikel oder sonstiges abnehmen. Ansonsten gilt für mich auf dem Wertstoff ganz klar: Ich bin hier, um das loszuwerden und wenn die Mitarbeiter sich querstellen wollen, dann warte ich eben etwas ab, bis die mit anderen Kunden zugange sind und dann wird das eben ungesehen entsorgt.
Das ist vor allem super nervig, wenn man in so einem Landkreis wie Böblingen wohnt, in dem es keine Abholung des Grünen Punkt Mülls gibt und du jeden Mist vorsortieren sollst. Wo da die Umweltfreundlichkeit bleibt, wenn da jeder samstags mit seinem Privatauto voller Müll vorfährt, um dann auch noch z.T. unbewusst falsch sortierten Müll wegzuwerfen, diese Frage stelle ich mir schon seit längerer Zeit. Es gibt und gab vollautomatisierte Systeme zur Mülltrennung, die allesamt präziser arbeiten als jeder Otto-Normalbürger. Und solange es kein Einsehen von oben gibt, sehe ich nicht ein, warum ich die Arbeit der übertriebenen Mülltrennung bis zum Exzess ausüben soll.

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#13

Das Thema Sperrmüllabfuhr ist sowieso ein Problem. Bei uns gab es bis vor zwei Jahren immer feste Abholtermine. Da fuhr dann der halbe Ostblock Tag und Nacht durch den Bezirk. Das hat man dann abgeschafft. Jetzt kann man sich einen Abholtermin geben lassen. Der Nachteil ist halt das oft irgendwelche Spacken Sondermüll dazu stellen und du hast dann den Ärger. Alternativ kann man den Müll selbst zur Verbrennung bringen. Ist halt blöd wenn du ein Fahrzeug hast in das nicht viel reinpasst.

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#14

Ich habe mit meinen 34 Lebensjahren auch so meine Erfahrungen mit Jobcentern, Kreiswehrersatzämtern und Zollämtern gemacht, möchte an dieser Stelle aber lieber einmal die sympathische Katharina im Team begrüßen. Hoffe, man sieht Dich noch in weiteren Formaten.

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#15

Das mit dem persönlich vorbeibringen von Unterlagen habe ich auch früher gemacht, nur was bringt es? Verschwinden die Unterlagen, dann sind sie weg und man hat trotzdem die erneute Rennerei. Habe dann immer alles per Post geschickt und es ging auch. Hatte deswegen nie Probleme.

Krass ist nur, dass die Mitarbeiter dort tatsächlich irgendwie nicht wirklich Ahnung haben. Ich war jahrelang Aufstocker und musste dementsprechend meine Lohnzettel einreichen. Geht schon dabei los, dass ich meine Kopien dort abgebe und die Trulla anfängt alles neu zusortieren, weil sie nicht begriffen hat das ich immer eine Rückwirkende Berechnung meiner Überstunden hatte und eben den aktuellen Lohnzettel. Also gehörte bspw. zur Aprilabrechnung der Zettel März R und April. Die Leute, die das bearbeitet haben, haben das zum Glück begriffen, bis zuletzt jemand anderes dran war und dem dort zu erklären, wie der Sachverhalt ist und das keine Unterlegen fehlen, hat mehrere Briefe gedauert^^

Ganz großes Kino war sowieso immer der Weiterbewilligungsantrag aller 6 Monate. Das schreiben kam immer so 4-6 Wochen vor Ablauf der letzten Bewilligung und die wollten immer Lohnzettel haben, die ich aber erst 4 Wochen nach Ablauf der Bewilligung erhalte. Da gab es dann immer einen Brief, dass ich vergessen hätte Unterlagen einzureichen. Bin dann dort mal hin und habe mich beschwert, dass es nicht sein kann, dass mir hier immer der schwarze Peter zugeschoben wird und da hieß es nur lapidar “tut uns leid, aber das sind Textbausteine”.

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#16

Dann macht das doch?
Mir kommts sowieso oft vor, dass ihr halt einfach Geschichten erzaehlt was jeder erlebt hat und sobald 30min um sind, denkt Holger: 30min sind um wir können endlich aufhören.
Kommt daher lieblos rüber.

das lob ich mir in Wien. Da kannst alles hinbringen zur Deponie und die guten Sachen kommen auf einen Flohmarkt und das Geld geht in die Stadtkassa.

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#17

Weil die Bundesdruckerei im Worst Case extra für dich die Pressen anwerfen muss.

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#18

Betreffend Finanzamt: Eine zweiseitige Kommunikation per E-Mail ist durchaus möglich. Einfach dem Finanzamt eine entsprechende Einverständniserklärung (haben zumindest die bayerischen auf ihren Internetseiten) zukommen lassen.

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#19

Guter Punkt, habe ich “so” noch nie dran gedacht.

Auf der anderen Seite, wenn sie es schon “extra” machen warum dauerts dann immernoch 2 - 6 Wochen, das könnte schneller gehen und wenn man sehr spitzfindig sein wollen würde könnte man auch sowas sagen wie: Der Bund (bzw. das Land wo ich hin will) ist es auch der es überhaupt nötig macht das ich ein relativ kompliziert herzustellendes Dokument benötige. Das könnte man in der heutigen Zeit doch auch einfacher machen, einerseits vom Dokument her und andererseits vom Ablauf.

Mal so rein interessehalber. Warum sind Reisepässe noch keine Chipkarten, oder etwas anderes?

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#20

Ich brauchte einen Reisepass für meine Reise nach Belarus und konnte ihn mit Express nach einer Woche bzw. fünf Tagen abholen im Bürgerbüro. Bekam sogar eine E-Mail-Benachrichtigung, als das Ding da war. Also schneller gehts kaum.

Weil du immer noch Stempel bekommst in vielen Ländern :slight_smile:

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