PREMIUM - Katzencontent (3): Kastration

Das ist 100%ige Tierquälerei. Schlimm wenn man über sowas noch lachen kann.

Du sagst ja sinngemäß: Wer ein Tier nur halten kann, wenn es kastriert wird, soll sich einfach keins anschaffen. Tiere müssten nicht an den Lebensraum Mensch angepasst werden, dann soll man es eben lassen.

Das klingt im ersten Moment konsequent, blendet aber zwei Dinge komplett aus:

  1. Die Tiere, die längst existieren.

  2. Die Logik hinter deiner eigenen Argumentation.

Holger hat dir schon ein starkes Gegenargument geliefert: Wenn man Eingriffe am Tier grundsätzlich ablehnt, müsste man auch bei sich selbst konsequent sein und zum Beispiel vegan leben und jede Form der Haustierhaltung ablehnen. Auf diesen Punkt bist du bisher nicht eingegangen. Darf ich deshalb ganz direkt fragen: Bist du Veganer und lehnst du Haustierhaltung generell ab? :seedling:

Denn wer Kastration als „unnatürlich“ oder „egoistisch“ verurteilt, müsste der gleichen Logik nach auch Impfungen, Entwurmung, Parasitenbehandlung und andere tierärztliche Eingriffe ablehnen. Das sind genauso Anpassungen an den Lebensraum Mensch. Ohne diese Eingriffe würden viele Katzen in genau dieser von uns geschaffenen Umgebung krank werden, leiden oder früh sterben.

Du argumentierst: Dann soll man halt gar keine Katzen halten, das wäre langfristig besser. Das ist eine moralische Idealvorstellung, aber sie ignoriert die Realität:

  1. Millionen Katzen leben jetzt schon in menschlicher Obhut oder streunen draußen herum.

  2. Sie verschwinden nicht einfach, nur weil ein Teil der Menschen beschließt, in Zukunft keine mehr zu kaufen oder aufzunehmen.

Wenn man wirklich Tierleid reduzieren will, reicht es nicht, theoretisch von einer perfekten Welt ohne Haustiere zu träumen. Man muss: im Hier und Jetzt Verantwortung übernehmen, für die Tiere, die schon da sind. Genau da ist Kastration kein Komforteingriff, sondern eine Maßnahme, um konkretes Leid zu verhindern: unkontrollierte Vermehrung, Kämpfe, Krankheiten, Dauerstress durch Sexualtrieb, Tierheim-Überfüllung und vieles mehr.

Kurz gesagt:

  1. Deine Position funktioniert als Theorie auf Papier.

  2. Holgers Position kümmert sich um die Tiere, die real existieren.

  3. Und an denen entscheidet sich am Ende, wer wirklich Verantwortung übernimmt.

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Ich muss da noch mal ein paar Dinge geradeziehen, weil ich das Gefühl habe, mein Punkt ist ein bisschen verkürzt bei dir angekommen.

Mein Punkt bezog sich auf die Kombination bestimmter Entscheidungen: Wenn man sich gezielt Katzen von einem Züchter holt, weil sie einem gefallen, sie dann aber in einer Wohnung hält und das Ganze letztlich nur durch Kastration „funktioniert“, dann ist das für mich kein ausgewogener Kompromiss, sondern ein selbst geschaffenes Problem mit einer fragwürdigen Lösung.

Wenn jemand dagegen einem Tier aus dem Tierheim ein Zuhause gibt, das sonst kaum eine Chance auf ein Zuhause hätte, dann ist das für mich eine ganz andere Geschichte.

Und was den Veganer-Vergleich betrifft: Der ist rhetorisch nett, aber greift zu kurz. Nach der Logik dürfte nur jemand über Klimaschutz sprechen, der komplett emissionsfrei lebt, oder nur jemand soziale Ungerechtigkeit kritisieren, der selbst betroffen ist. Holger kritisiert häufig den öffentlichen Rundfunk, war selbst aber nie in verantwortlicher Position beim öffentlichen Rundfunk wo er hat zeigen können, dass er es besser macht.

Ich selbst nehme mich da nicht aus. Wenn ich Fleisch esse, weiß ich, dass Tiere dafür gehalten und getötet werden. Punkt. Ich kann mich nicht über Massentierhaltung empören und gleichzeitig so tun, als wäre ich davon unbeteiligt. Ich bin Teil dieses Systems – das ist unangenehm, aber ehrlich.

Zu sagen: Routineeingriff, zwei Tage später war alles wieder gut – das ist mir zu kurz. Das ist Schönreden.

Hast du es denn mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet?

Katzen leiden nämlich mitunter erst recht, wenn sie NICHT kastriert sind, da sie unter hormonellem Stress wie der Rolligkeit stehen und unkastrierte Kater aggressiver sind und häufiger kämpfen. Außerdem ist das Risiko für Krankheiten und Verletzungen viel höher.

Das wurde von mir im Grunde bereits gesagt: Wenn man den Bedürfnissen eines Tieres nicht gerecht werden kann, ist es schlicht nicht für die Haltung geeignet. Es gibt keine zwingende Notwendigkeit, überhaupt Katzen zu halten. Und wenn man das weiterdenkt, kann man gleich die nächste Frage stellen: Wie rechtfertigt man es eigentlich, ein Tier über 15 Jahre hinweg in einer Wohnung zu halten, die kaum mehr als ein paar Räume bietet?

Es gibt keine zwingende Notwendigkeit, überhaupt irgendwelche Haustiere zu halten. Deine Argumentation kann ich nachvollziehen, aber ich verstehe nicht, was du mit der Diskussion bezweckst. Du wirst kaum einen Katzenhalter - und auch sicher Holger nicht - davon überzeugen, dass er doch lieber keine Katze halten sollte.

Haustierhaltung ist eine emotionale Sache und seit Jahrtausenden in der Gesellschaft aller Kulturen verankert. Anstatt die Haustierhaltung generell in Frage zu stellen, wäre ich eher dafür, zunächst mal die gröbsten Auswüchse zu bekämpfen (z.B. Qualzuchten).

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@Fernsehkritiker Eine Frage aus dem Oktober-MG-Direkt ist noch offen: Wie teuer war denn nun die Kastration pro Katze? Im Chat wurde auf 150 Euro getippt. Ich würde noch etwas mehr ansetzen, da der Hausbesuch sicherlich auch noch etwas gekostet haben wird.

ja war teurer - etwa 250 pro Katze. aber auch inklusive der Medikamente, die ich Ihnen noch im Nachhinein verabreichen musste.

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