Zurückgespult Folge 35. Hier kann darüber diskutiert werden!
Einmal pro Jahr soll ja eine „Studio Plus“-Folge exklusiv für Premium-Abonnenten erscheinen. Aktuell ist das Team damit etwas im Verzug - aber zumindest gibt es diesmal einen Rückblick auf zwei der gesendeten Folgen aus den Jahren 2019 und 2020. Von Anfang an galt das ungeschriebene Gesetz, dass ein Tier im Mittelpunkt steht. 2019 war es eine Schlange und im Jahr 2020 waren gleich drei Katzen mit von der Partie.
Tja, sowas passiert halt, wenn man auf Biegen und Brechen etwas auf Englisch ausdrücken möchte (weil es doch so cool klingt), aber der ganze Satzbau am Ende überhaupt keinen Sinn mehr ergibt.
Wer entscheidet denn, ab wann ein Begriff “offiziell” genug im Sprachgebrauch angekommen ist? Versteh mich nicht falsch, mir geht die übertriebene Verwendung von unnötigen Anglizismen auch auf den Senkel, aber ich finde es auch etwas vermessen, anderen ihren Sprachgebrauch unter die Nase zu reiben bzw. diesen zu kritisieren (und ihnen noch dazu zu unterstellen, dass sie ihn benutzen, weil es “cool” klingt) Besonders bei einem Wort, dass jetzt nicht sooo ungewöhnlich ist.
Da geht es mir ähnlich, dieses immer mehr voranschreitende Denglisch (für das oft einfach nur ein genauso passendes deutsches Wort weichen muss) gefällt mir genauso wenig, wie “Wallah / Alter / Digga / Bro etc.”. Foreshadowing war mir bislang unbekannt
Für „foreshadowing“ gibt es nun mal keine wirkliche deutsche Entsprechung (Eine Vorahnung, also „premonition“, ist nicht das gleiche wie foreshadowing). Und im Kontext fiktiver Handlungen ist das Wort inzwischen m.M.n. doch relativ gängig geworden.
Da sehe ich aber einen Unterschied: „Etwas wirft seine Schatten voraus“, wenn man weiß, dass es kommt und man erste Auswirkungen und Vorbereitungen sieht.
„Foreshadowing“ deutet etwas an, von dem man noch nichts weiß, sodass man es häufig auch erst im Nachhinein erkennt.
Ähnlich wie „Trope“ meint „Foreshadowing“, zumindest nach meinem laienhaften Sprachgefühl, also etwas, für das es im Deutschen keine eindeutige Entsprechung gibt.
Ob man das Wort jetzt benutzen muss oder sich davon gestört fühlt, ist dann eher persönlicher Geschmack.
Foreshadowing (ebenso wie Chekhov’s Gun, Red Herring etc.) ist meines Erachtens ein Begriff, den man als Kinoass kennen sollte und den man auch so benutzen kann. Im japanischen Zeichentrickbereich ist Foreshadowing sehr geläufig. The Sixth Sense (Der Sechste Sinn) war überhaupt keine Wendung (Twist), wenn man die sehr stark platzierten Hinweise gesehen hat wie, dass der Typ das Kind nicht mal vor anderen Erwachsenen verteidigt, obwohl er alles gesehen hat.