Mir geht der Fall Lars Mittank auch seit Jahren nicht aus dem Kopf. Weil ich mit einem Freund von 2013 bis 2022 immer nach Bulgarien, an den Goldstrand, geflogen bin und im gleichen Alter wie Lars Mittank war bzw. bin. Und wir im Prinzip auch genau das gemacht haben, was Olli beschrieben hat ![]()
Trotzdem ist es ein komisches Gefühl die ganzen Lokalitäten, die auch Lars besucht hat, zu kennen, die man selbst mit Spaß und relativer Sicherheit verbindet in dem Kontext dieses Aktenzeichen XY Ungelöst Falls zu sehen.
Ich bin bis heute übrigens über seine Freunde verwundert, auch wenn Lars selbst nicht wollte, dass jemand bleibt, hätt einer der Freunde doch darauf bestehen müssen zu bleiben, gerade wegen der gesundheitlichen Beschwerden. Als guten Freund lässt man sich doch nicht abwimmeln, sondern bleibt. Erst recht an einem fremden Urlaubsort.
Denselben Gedanken hatte ich auch. Allerdings wäre das wohl auch mit zusätzlichen Kosten verbunden gewesen (Flüge umbuchen, erneut die Hotelzimmer buchen, etc.)
Und viel Geld werden die wohl in ihren jungen Jahren nicht gehabt haben… Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer und wäre natürlich dort geblieben um ihn zu begleiten… aber vermutlich haben seine Freunde die Situation letztendlich wohl doch anders bzw. harmloser eingeschätzt.
Zum Fall Mittank:
Vielleicht hat dem Opfer ein antibiotisches Medikament gegen die Verletzung des Ohres nicht gut getan? Fluorchinolone werden gern noch in Ohrentropfen genutzt, haben aber auch die bekannte Nebenwirkung Psychosen hervorrufen zu können.
Der Flug den Olli erwähnt war Helios 522 und weil eben keiner auf die Funkrufe reagiert hat, sind auch F-16 der Luftwaffe aufgestiegen und haben die Maschine abgefangen, aber keine Reaktion.
Also irgendwie bleibt dieses Format hinter seinen Möglichkeiten zurück, indem es sich fest an eine andere True-Crime-Serie bindet. Ich weiß, dass ich jetzt wieder den Zorn der XY-Ultras hier auf mich ziehe, aber dennoch:
Anstatt nur Fälle aus Aktenzeichen XY wiederzukäuen und nachzuerzählen (die ja in XY bereits detailgetreu verfilmt wurden), fände ich es viel interessanter, wenn hier auch andere Verbrechen beleuchtet würden, die es eben nicht zu Aktenzeichen geschafft haben - beispielsweise weil sie sich nicht im deutschsprachigen Raum ereignet haben und deshalb in Deutschland vielleicht auch nicht so bekannt sind.
Die Alexander-Morde von Harald und Frank Alexander (gebürtigen Hamburgern) auf Teneriffa würde mir da bspw. sofort einfallen. Sehr interessanter Fall - leider nicht bei XY bearbeitet, deshalb uninteressant fürs Aufnahmestudio. Ein allgemeines True Crime Format in dieser Besetzung und Machart würde vielleicht auch nicht so viele Leute abschrecken, die ohnehin bereits mit XY-Inhalten auf diesem Sender erschlagen werden.
Vielleicht muss man ja nicht das ganze Format umstellen, aber bspw. von den drei behandelten Fällen pro Folge könnte ja jeweils einer in der Runde (in Rotation) einen „Nicht-XY-Fall“ vorstellen.
Gute Idee.
Das ist mir schon wieder zu schematisch. Aber grundsätzlich ist das möglich.
Immerhin hatten wir mit dem Fall Lars Mittank diesmal erstmals einen Fall dabei, der nicht aus einer „normalen“ XY-Folge stammt, sondern aus dem Special „Wo ist mein Kind?“.
Das MG-Aufnahmestudio ist nun mal von seiner grundsätzlichen Idee her eine Art XY-Fanformat - wird sich aber natürlich auch weiter entwickeln lassen, keine Frage.
@Fernsehkritiker hast du eigentlich den Auftritt von Petra Pazsitka im SWR Nachtcafé mitbekommen?
Sie berichtet von den Hintergründen ihres Verschwindens, extrem grausige Familienabgründe, die sich da auftun, gänzlich entgegen der Darstellung bei XY.
Die Sendung lässt sich sonst auf Youtube finden, inkl. Timestamp direkt zum Interview.
Edit: Ab Minute 45
@Historian: Das Interview ist wirklich sehr interessant und geht unglaublich in die Tiefe. Ein Lob an Michael Steinbrecher vom SWR, der das Interview mit sehr viel Feingefühl geführt hat.
In dieser Folge wird der Vermisstenfall von Petra Pazsitka behandelt:
XY-Folge 172, vom 11.01.1985.
Tja, man hört wirklich fassungslos zu. Vor allem im Nachhinein betrachtet wie ärgerlich, dass in dem XY-Filmfall die Eltern auch noch als treusorgendes Paar dargestellt wurde, das seine Tochter mit Küsschen auf die Wange zum Bus bringt.