Ich bin ja dabei, dass Episode I und II keine guten Filme sind. Episode III ist da noch der beste, vermutlich aber auch nur, weil dort endlich die Dinge passieren, die man sich eigentlich schon in Episode I und II sich gewünscht hätte.
Trotzdem bin ich ein Star-Wars-Fan, so wie Holger ein Bond-Fan ist. Ich bin seit Mitte der 90er in diesem Kosmos unterwegs. Mittlerweile kann ich Episode I bis III auch nicht mehr wirklich böse sein. Zwischen all dem Quatsch merkt man nämlich, dass darunter durchaus eine Vision steckt, die die alten Filme sogar bereichert.
Gewisse Regeln hat George Lucas schon befolgt. In Episode IV bis VI sehen wir ja hauptsächlich das Outer Rim, also Planeten weit weg vom Zentrum der Galaxis. Das liegt daran, dass wir die Geschichte aus der Perspektive der Helden erleben und die Rebellion agiert nun mal im Untergrund und versteckt sich am Rand der Galaxis.
In Episode I bis III folgen wir zwar auch den Helden, aber hier existieren noch der Jedi-Orden und die Republik, die sich im Zentrum der Galaxis befinden. Deshalb sehen wir dann auch Planeten wie Coruscant oder Naboo.
Das ist alles nicht perfekt umgesetzt, keine Frage. Aber ich picke mir da inzwischen einfach die Rosinen heraus, die es auch in diesen Teilen gibt.
Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass Star Wars gerade in den 90ern und 2000ern stark vom Expanded Universe gelebt hat. Also von Romanen und Comics, die damals offiziell zum Kanon gehörten. Die haben die Galaxis enorm erweitert, Figuren vertieft und die Geschichte sogar über tausend Jahre hinaus weitererzählt.
Das ist natürlich schon ziemlich nerdig aber es lässt die Filme auch in einem ganz anderen Licht erscheinen, wenn man diese Hintergrundinfos kennt. Wobei man auch sagen muss: Ähnlich wie heute gab es auch damals viel Schrott unter den Romanen und Comics. Der Vorteil war nur, dass es eben keine Serien waren, sondern Bücher.