Liest der Fernsehkritiker die Bild?

Wenn man etwas kritisieren möchte, muss man es kennen.

Absolut richtig. Aber das kennen wir ja schon von der Elite, die ihren Fernseher verbannt hat und sich darum bestens mit den “Warteschleifen bei 9Live” auskennt. Übrigens muß auch niemand die Bild kaufen, die Printausgabe liegt oft genug herrenlos in der S-Bahn herum.

Ich habe diese werte Zeitung für meinen Teil auch nur gelesen, wenn jemand anderer sie gekauft hat oder sie in einem Steh-Cafe rumlag. Geld gebe ich dafür nicht aus.

“Ich weiß gar nicht, was ich an dieser Geschichte abstoßender finde: Die “Bild”-Zeitung, die es sich nicht nehmen lässt, die Homosexualität eines aus dem Libanon stammenden jungen Mannes öffentlich zu machen, und dabei (wissentlich oder fahrlässig) in Kauf nimmt, dass er oder seine Familie dort in Gefahr geraten könnten. Oder die “Bild am Sonntag”, die sich am nächsten Tag an dieser Gefahr berauscht, scheinbar besorgt die Konsequenzen des Outings ihrer Schwesterzeitung beschreibt und nicht einmal den Anstand hat, das hinzuschreiben: dass es die “Bild”-Zeitung war, die ihn in diese von “Bild am Sonntag” detailliert beschriebene Gefahr gebracht hat. Und weil Herausgeber beider Zeitung Kai Diekmann ist, kann er mit sich selbst Good-Cop-Bad-Cop spielen, darf gleichzeitig unbeschwert vor sich hin zündeln und vor den Risiken des Zündelns warnen.”

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/heuchler/

"Vielleicht muß man das einfach mal erlebt haben, daß einem Familienmitglieder wegsterben in einem furchtbaren Unfall und man am nächsten Tag nicht die paar Schritte von der Haustür zum Auto gehen kann, weil Fotografen und Reporter von der “Bild”-Zeitung am Grundstück lauern und einen verfolgen und fotografieren und wenig später anrufen und fragen, ob man sich wirklich ganz sicher sei, daß man nicht in einem Interview über die eigene Trauer reden wolle, weil man die Fotos von einem selbst und seinen Angehörigen veröffentlichen werde, so oder so, aber so wäre es vielleicht besser.

Vielleicht muß man das einfach mal erlebt haben, daß man mit seinem Laster einen tragischen Unfall verursacht, der zwei Menschen das Leben kostet, um festzustellen, daß damit der Tiefpunkt noch nicht erreicht ist, sondern erst am nächsten Tag, als die “Bild”-Zeitung ein riesiges Foto von einem abdruckt und einen Pfeil und daneben die Schlagzeile: “Er hat gerade zwei Berliner totgefahren."

Vielleicht würde es schon reichen, wenn man einmal erlebt hätte, wie das ist, als halbwegs prominenter Mensch von der Klatsch-Kolumnistin der “Bild”-Zeitung angerufen zu werden und sinngemäß gesagt zu bekommen: “Sag mir, mit wem du vögelst. Wenn du es mir nicht sagst, schreiben wir morgen, du vögelst mit XY.”

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/bild-zeitung/

Ich möchte mal eben anmerken: dies ist kein Bild-Diskussionsthread. :wink: