Über ein Forum (http://www.archaeologie-online.de/forum/beitraege/allgemein/1976/) wurde ich auf die jüngste “Kerner”-Folge vom 27.01.2011 aufmerksam, in der es u. a. um das Thema “Schatzsuche” ging.
Ich weiß momentan noch nicht, ob dieses Thema einen Beitrag rechtfertigt, denn ich habe die Sendung nicht selbst gesehen und online scheint sie auch nicht abrufbar zu sein (Vielleicht hat sie ja zufällig jemand aufgenommen?). Daher kann ich mich momentan nur auf den oben verlinkten Beitrag beziehen. Sollte dessen Zusammenfassung der Sendung stimmen, dann zeigt er eine deutliche Verachtung seitens Kerners gegenüber dem Umgang mit Kulturgut bis hin zum unverhohlenen Aufruf zu einer Straftat auf.
In den meisten deutschen Bundesländern ist nämlich gesetzlich geregelt, dass alles, was man aus der Erde holt, Eigentum des Bundeslandes, bzw. teils Eigentum des Landes, teils Eigentum des Grundbesitzers ist. Um überhaupt die Erde nach “Schätzen” zu durchwühlen braucht man i. d. R. erstmal eine Genehmigung und die Funde müssen anschließend abgegeben werden.
Diese Regelungen haben ihren guten Grund, denn wenn ein Gegenstand erst einmal aus seinem Fundkontext herausgerissen wird, wird er für die Erforschung unserer Vergangenheit relativ wertlos. Die Erforschung einer archäologischen Fundstätte ist heutzutage ein komplexes Unterfangen, in dem eine ganze Reihe von Wissenschaftsdisziplinen ineinandergreifen. Nicht umsonst müssen Archäologen und Denkmalpfleger ein mehrjähriges Studium absolvieren. Mittlerweile bindet man auch gern Sondengänger und andere engagierte Freiwillige in die Grabungen mit ein.
Leider scheint das alles für Kerner völlig unwichtig gewesen zu sein, denn er widmete sich offenbar lieber denjenigen “Schatzsuchern”, die lieber auf eigene Faust losziehen und dadurch eben leider der Forschung und Denkmalpflege nicht nützen sondern schaden.
Die Krönung ist dann, dass er zum Schluss auch noch dazu aufgerufen haben soll, nicht einmal die Funde zu melden, sondern einfach zu behalten. So etwas erfüllt allerdings den Straftatbestand der Unterschlagung und wird je nach Schwere mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet. Sollte man seine Funde anschließend noch verkaufen wollen, wird daraus sogar Hehlerei.
Ich weiß nicht ob Herrn Kerner so eine Aussage nur aus naiver Dummheit oder aus böswilliger Ignoranz herausgerutscht ist. Aber wenn man seine Aussage einmal auf einen leicht anderen Sachverhalt überträgt, sieht man schnell, wie unreflektiert sie ist. Wäre es bspw. um Kirchen gegangen, hätte er dann auch mit einem Satz geendet wie “Wenn sie das nächste Mal in den Kölner Dom kommen, schrauben sie doch einfach mal das Altarkreuz ab, wenn keiner hinguckt.”
Das mag rein rechtlich zwar nicht ganz vergleichbar sein, von seinen Auswirkungen her aber schon: Kerner propagiert keine seriöse Erforschung und Erhaltung von Kulturdenkmälern, sondern vielmehr deren Zerstörung und ruft anschließend auf noch zur Unterschlagung auf.
Seriöses Fernsehen sieht anders aus.