Kay Ray 36: Triggerwarnungen im Theater

Da kann ich dir helfen! Learn to think like a leftist:

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  • Ist wirklich bei den Argumenten Triggerwarnungen wieder entscheidend, wer diese aufführt („ausgerechnet du!“)?
  • Weil ihr alle Ärzte seid: Ist die Konfrontationstherapie wirklich das Hilfreichste?
  • Schön, daß „Stellt euch nicht so an!“ schon gefallen ist.
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Echt? Also „entspannt“ wirkt Kay Ray nun gerade nicht auf mich.
Alle die die Dinge anders sehen als er werden durchgehend als dumm, gestört und verblödet bezeichnet.

Er bräuchte Triggerwarnungen oder Gendereien für sich ja einfach nicht zu beachten und nutzen, regt sich aber kontinuierlich über diejenigen auf die das tun und wundert sich, dass diese ihn dann als „streitlustig“ bezeichnen. Und möchte im Grunde einfach alles wie früher haben, als es diesen ganzen neumodischen Quatsch noch nicht gab.

Ein Standpunkt für den sich hier einige begeistern, den man aber auch recht doof finden kann.
Dass er dich vor allem „entspannt“ finde ich daher bemerkenswert.

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Das kommt darauf an. Gibt ja valide Argumente in beiden Richtungen ob das was gesagt wird vollkommen unabhängig von den Taten der Person ist, die etwas sagt. Interessanterweise klaffen aber bei den Personen die das höchste moralische Ideal vor sich hertragen und die Realität am häufisten auseinander. Solange dann wenig bekannt ist, zeigt man gerne mit dem Finger auf andere. Wird dann das eigene Verhalten bekannt, ist Ideal von Handlung mit einmal getrennt (schönes Beispiel war die Causa Neubauer)

Die Frage drehe ich gerne um: Ist es Hilfreich jemanden im Fallen einer Suchterkrankung mit dieser gar nicht zu konfrontieren? Ich habe leider genug Alkoholiker im Leben kennengelernt, die ihre Krankheit leugnen konnten, weil auch das Umfeld die Krankheit geleugnet hat.

Hab dich mal nicht so!

Hier kommt noch ein anderer Aspekt hinzu: Triggerwarnungen könnten auch dafür sorgen, dass schädliches Verhalten marginalisiert und normalisiert wird.

Beispiel „Bodyshaming“ bzw. konkret „Fatshaming“. Wenn man jede Kritik an Übergewicht als „Bodyshaming“/„Fatshaming“ abtut und so tut, als wenn ein dünner Körper genauso gesund ist, wie ein dicker Körper, dann führt das dazu, dass Menschen irgendwann glauben Fettleibigkeit wäre ein normaler oder gar erstrebenswerter Zustand.

Es ist halt ein Unterschied ob man jemanden abwertet und „Fette Sau“ nennt um ihn in seiner Würde zu kränken, weil er etwas dick oder fettleibig ist. Oder ob man es als „Bodyshaming“ labelt, dass man klar macht, dass dünne, gesunde Körper aus medizinischen Gründen im Regelfall gesünder sind.

Das ist halt das pathologische Problem von fast allen „woken Bestrebungen“: Sie nehmen eine an sich gute Sache „Niemand soll wegen seiner Körperfülle entwürdigt werden.“ und verdrehen, erweitern und übertreiben es solange bis selbst der vernünftigste Mensch ihnen wiedersprechen MUSS, weil es einfach komplett irre wird.

Irgendwie schaffen diese Personen es nicht, ein Mindesmaß an Verhältnismäßigkeit zu wahren. Es muss immer bis zum äußersten eskalieren. Und deswegen MUSS man mMn auch dagegenhalten.

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Ist das nicht aber das Konzept der Sendung? Dass er sich über dies und jenes aufregt?

Kann es vielleicht sein, dass es berechtigte Einwände gegen Triggerwarnungen und Gendern gibt und es eben nicht nur Ansichtssache ist? Ein Mensch, der sich durch den Suizid in einem Film dadurch getriggert fühlen könnte, sich selbst umzubringen, ist krank und sollte behandelt werden, damit er diese Assoziationen nicht mehr hat oder lernt, besser damit umzugehen. Es ist nicht die Aufgabe der Gesellschaft, kranken Menschen mit Triggerwarnungen die Therapie zu ersparen.
Und über das Gendern müssen wir hier nicht ernsthaft diskutieren. So lange Studenten Punkte abgezogen bekommen, wenn sie nicht gendern, gibt es hier nichts zu diskutieren. Eine von oben aufoktroyierte Kunstsprache hat in einer freien Gesellschaft nichts verloren. Jeder darf so reden, wie er will, mehr aber auch nicht. Von Behörden und staatlichen Universitäten erwarte ich Toleranz gegenüber Menschen, die richtiges Deutsch sprechen.
Ob du einen solchen Beitrag auch gepostet hättest, wenn Kay Ray sich in jeder Sendung über Trump und die AfD echauffiert hätte? Oder stört dich das nur, weil er Themen angreift, die im entferntesten Sinne dein politisches Spektrum betreffen?

Dieses versteckte Gegeargument habe ich von dir auch vernommen, als es um den neuen Bond-Film ging. Das wäre ein Thema, über dass man hier ewig diskutieren könnte. Ich will nicht in eine „Früher war alles besser“-Diskussion geraten, weil die Aussage so pauschal nicht stimmt. Früher war nicht alles besser, aber vieles eben schon. Man kann zweifellos feststellen, dass die großen Hollywood-Filme der 70er Jahre intelligenter und tiefgründiger waren, als die heutigen. Man könnte noch einige Beispiele mehr anführen, aber lassen wir das.
Zu Bond sei nur gesagt: Nicht jede Entwicklung ist auch eine Weiterentwicklung. Das Prinzip, immer das Alte wegzuwerfen, weil es den Raum für neues, besseres bereitet, hat sich schon oft als Irrglaube herausgestellt. Die 68er haben Schriftsteller und Philosophen aus den Universitäten verbannt. Sie haben Bücher beschmiert, Dozenten verlacht und versucht, die gesamte Gesellschaft mal ordentlich umzukrempeln. Und was soll man sagen, nach spätestens 5 Jahren waren dann auch die letzten „Rebellen“ wieder aus Indien zurück und haben einen spießigen Job angenommen und die Schriften der verachteten Geistesgrößen werden heute noch an den Universitäten gelehrt. Und ich habe zwar keine Glaskugel, aber ich würde mal schätzen, dass „No Time To Die“ und auch die nachfolgenden Bond-Filme sicherlich in 100 Jahren Filmgeschichtlich eine nicht so große Rolle spielen werden, wie „Goldfinger“ und „Der Spion der mich liebte“. Und bestimmt werden in 100 Jahren dann Filmkritiker in einer Runde sitzen und „rätseln“, woran es wohl lag, dass die berühmte Filmreihe damals sein Ende genommen hat.

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Speziell beim Thema Suizid halte ich eine Warnung für sehr sinnvoll, aus eigener Betroffenheit heraus. Aktuell ist da bei mir nichts zu befürchten, schon mal vorweg gesagt, ich bin auch in psychatrischer Behandlung - aber ich habe es tatsächlich mal erlebt, dass ein Hörspiel („5 nach 8“ von Wolfy Office) in dem es um einen Suizid geht, sehr konkrete Pläne bei mir hervorgerufen hat. Die habe ich dann glücklicherweise nicht in die Tat umgesetzt und da das bei mir damals das erste Mal war, dass ich sowas hatte, hätte mir persönlich eine Triggerwarnung nichts genützt. Ich hätte sie vermutlich ignoriert. Seitdem bin ich aber vorsichtig und vermeide solche Themen, wenn es mir nicht gut geht - auch allgemein alles, was mich noch weiter runterzieht.
Der „Werther-Effekt“ ist ja seit langem bekannt - also speziell bei diesem Thema sind Warnungen sehr angebracht aus meiner Sicht.
Bei anderen Themen kann ich nicht mitreden und könnte nur mutmaßen, aber wo ist das Problem, wenn es Leuten hilft? „Stell dich nicht so an!“, ist auf jeden Fall kein hilfreicher Debattenbeitrag.

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Danke für deine Unterstützung und dein Mitgefühl!

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Ich persönlich habe Mitgefühl. Ich habe selbst ähnlich gelagerte Probleme, die ich aber hier nicht näher benennen möchte. Ich äußere das also durchaus auch als z.T. betroffene Person.

Aber denkst du, diese Emotionalisierung hilft in einer sachlichen Diskussion wirklich weiter?

btw. Vielleicht noch als Nachtrag um nicht falsch verstanden zu werden: Ich halte Triggerwarnungen durchaus für angebracht, wenn es sich um wirklich HARTE Themen handelt, wie eben Rassismus, Suizid, Vergewaltigung, etc. Sowas kann psychische Verletzungen verschlimmern oder PTSD und Co. auslösen. Also keine Frage, dass sowas sinnvoll sein kann.

Aber auch hier wieder: Die Balance macht es. Wenn man wegen jedem Furz Triggerwarnings aufstellt, wegen jeder noch so kleinen Sache, ist das absurd. Noch absurder wird es dann, wenn man auf der einen Seite jede noch so kleine potenzielle „Verletzung“ mit einem Warning versehen will, aber dann auf jede Bitte, die sich außerhalb der Forderungen der eigenen „peer group“ befindet, mit Geringschätzung oder gar seinerseits mit Verletzung und Diskriminierung reagtiert. Wer hier keinen Widerspruch sieht, der ist mMn gestört. Und ich meine das nicht im dispektierlichen Sinne.

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Mir ist jetzt nicht ganz klar, wo das Theater diese Triggerwarnungen überall anbringt bzw. ausspricht. Solange es nur auf der Website passiert, finde ich es ganz gut gelöst und die Aufregung übertrieben. Wenn da, sagen wir mal, für die Triggerwarnungen am Anfang extra noch jemand auf die Bühne kommt und diese unmittelbar vor Beginn der Aufführung ausspricht, könnte ich die Ablehnung verstehen.

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Sorry, aber Ironie finde ich in diesem Zusammenhang einfach nur geschmacklos. Psychische Erkrankungen sind viel zu ernst, als dass ich mich auf dieses Kasperletheater einlasse. Psychische Krankheiten müssen genauso ernstgenommen werden, wie physische Krankheiten. Ein Mensch, der suizidgefährdet ist, ist krank. Wenn jemand einen Blinddarmdurchbruch hat, kannst du ihm ja gerne Filme zeigen, in denen vor Beginn des Film gewarnt wird, dass man Blinddarmdurchbrüche zu sehen bekommt. Ich hingegen würde diesen Menschen sofort ins Krankenhaus fahren.

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Sehe ich ganz genauso wie du. Wobei ich mir jetzt nicht anmaße, entscheiden zu können, wo eine Warnung angemessen ist und wo nicht mehr. Da sollte man im Zweifel mal wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rate ziehen, anstatt einfach pauschal vor quasi allem zu warnen oder gar nicht, weil die sollen sich halt nicht so anstellen.

Das stimmt schon, aber bist du wirklich überzeugt, dass die Forderungen nach Triggerwarnungen primär von ausgebildeten Psychologen und anderen Akademikern kommen, die sich mit psychischer Gesundheit befassen?

Mein Eindruck ist eher, dass hier wieder eine „woke Community“ sich ein Thema genommen hat, dass sie nicht wirklich verstehen, das sie aber moralisch aufgeladen verwenden können um damit u.A. „virtue signaling“ oder generell moralische Überlegenheit zu betreiben.

Ich hab selten den Eindruck, dass es den Personen um Sorge um psychische Gesundheit geht. Vielleicht ist da meine Wahrnehmung auch falsch.

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Natürlich muss das ernst genommen werden, darum geht es ja. Aber eine psychische Erkrankung ist halt nicht wie eine Blinddarmentzündung nach einem Krankenhausaufenthalt vorbei. Das begleitet dich wenn du Pech hast dein ganzes Leben.
Ich verstehe deinen Punkt mit „im Akutfall ins Krankenhaus gehen“ und „deshalb braucht es keine Triggerwarnungen“ nicht.
Es geht doch beides.

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Ja, die Wahrnehmung habe ich auch. Aber dann sollte man die in gewissen Situationen sinnvolle Sache halt aus dieser Ecke herausholen. Beim Thema Suizid wird ja auch von nicht „woken“ Medien (soweit ich weiß selbst bei der Bild) am Ende des Textes ein Hinweis zu Notfallnummern gegeben.
Was spricht dagegen, dann halt auch eine Warnung am Anfang zu setzen (speziell bei fiktionalen Inhalten, längeren Texten, Videos, gerade da wo es nicht auf Anhieb ersichtlich ist, dass es um das Thema gehen wird)?

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Jup, zumal das ja auch in vielen Medien passiert und keinen stört es. In den „Silent Hill“ oder „Resident Evil“-Videospielen stand vor 10-20 Jahren schon der Satz (paraphrasiert) „Dieses Spiel enthält Szenen die manche Personen als verstörend oder brutal ansehen könnten.“

Kenne niemanden, der sich jemals über diesen kurze Einblendung beschwert hätte. Wenn dort nun noch ein Satz mehr gestanden hätte „Das Spiel thematisiert Suizid, Gewalt und Missbrauch“ hätte das ebensowenig irgendwen gestört.

Ich denke das Problem ist viel mehr, wie man diese Elemente nutzt und wie man sie kommuniziert. Ich glaube nicht, dass „Kay Ray“ grundlegend dagegen ist. Er ist nur dagegen, daraus ein moralisch aufgeblasenes Politikum zu machen. Zumindest geht mir das so.

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Kann sicher sein, aber darum ging es in meinem Satz doch gar nicht, ich hab mich inhaltlich überhaupt nicht zu den Themen geäußert und bin auch gar kein so großer Freund des Genderns. Daher hättest du dir den ganzen Absatz eigentlich sparen können.

Ich hatte lediglich geschrieben, dass wenn er es ständig zum Thema macht und auch in seinem Umkreis die Leute dafür kritisiert angreift, sich doch nicht ernsthaft darüber wundern kann dann halt als „streitsüchtig“ bezeichnet zu werden . Was er aber halt eine komplette Folge lang getan hat (Nr. 25).

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Das Bild, dass ich hier vor Augen hatte, war jetzt nicht zwangsläufig die Dauer der Heilung, sondern vielmehr die Maßnahme, die ergriffen werden muss, wenn jemand krank ist (egal ob psychisch oder physisch). Und ich fand dein ironisches „Danke für dein Mitgefühl“ etwas anmaßend, weil ich wirklich das Gefühl habe (auch aufgrund psychischer Erkrankungen in meinem familiären Umfeld), dass ich dieses Thema ernster nehme, als so mancher aus der Woken-Twitter-Community, der auf den Zug einfach nur raufspringt, um zu signalisieren, dass er natürlich auch hier wieder auf der moralisch „richtigen“ Seite steht.

Gut, das stimmt natürlich. Zugegeben, ich weiß auch nicht was der Weisheit letzter Schluss ist, aber ich finde zumindest, dass man damit sorgfältig umgehen sollte. Wenn ich lese, dass Disney auch Warnhinweise vor Aristocats und Peter Pan schaltet, weiß ich nicht, ob es denen ein ernstes Anliegen ist oder vielmehr Ideologie.

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(Beitrag vom Verfasser gelöscht)

Okay, sorry. Dann habe ich mir hier geirrt. Ich habe tatsächlich unterschätzt, dass es dir wirklich nur darum ging, dass er aus seinem Umfeld als „streitsüchtig“ wahrgenommen wird.