Gerade bei Stern-TV: Der Kinderpsychologe

Gerade war so ein Kasper bei Stern-TV. Als ich vorhin die Sache mit der “christlichen” Aktion gelesen habe -> back to Mittelalter. Aber das gerade schlug dem Fass den Boden aus. Der typ verlangt doch tatsächlich, den Eindruck machte es jedenfalls, nicht mehr mit den Kindern zu reden sondern einfach zu handeln. Das erinnert mich an Sklavenhaltung und dieses seltsame Experiment, wo man Kinder ohne Zuneigung erzien wollte - am Ende sind sie alle gestorben. Was meint Ihr zu seiner Haltung?

Wäre sicherlich interessant den exakten Wortlaut zu hören um ihn richtig kritisieren zu können. Das von dir Genannte hört sich aber trotzdem sicherlich nicht gut an.

Hat es denn wer mitgeschnitten?

Hab mal den ganzen Beitrag hochgeladen:
http://www.megaupload.com/de/?d=ZQILBAB8

…Was meint Ihr zu seiner Haltung?

Er hat vollkommen recht damit. Er hat ja auch schön beschrieben wie sich solche ungelenkten Kinder entwickeln können wenn sie nicht frühzeitig gewisse Regeln anerzogen bekommen, nämlich die daß man sich auch mal unterordnen muß. Wenn sie das nicht frühzeitig lernen ist es ziemlich naheliegend daß solche Kinder später mal wohl kaum willig allgemeinen Normen unterordnen werden, was eben diese „lustorientierten“ Jugendlichen/Erwachsenen zur Folge hat.

Und es kann ja wohl keiner erzählen dass es genau diese Problematik nicht gibt, im Gegenteil, es gibt immer mehr dieser Kein-Block-auf-nix-außer-Sex-und-Alkohol Kiddies, und der Ursprung ist i.d.R. immer eine verkorkste Erziehung, wie z.B. die oben beschriebene.

Wie du diese Thematik jetzt mit Sklavenhaltung in Verbindung bringst ist mir allerdings schleierhaft.

TeeFau

Zuerst möchte ich erwähnen, dass es sich bei dem Doktor um einen Psyichater handelt und nicht um einen Psychologen. Die Unterschiede sind gravierend, da ein Psyichater geistige Befindlichkeitsstörungen als organisch zu behandelnde Ursache auffassen kann, während der Psychologe sich allein auf soziales verlässt. Immer daran denken: Das ist ein Arzt, kein Pädagoge!

Er hat vollkommen recht damit. Er hat ja auch schön beschrieben wie sich solche ungelenkten Kinder entwickeln können wenn sie nicht frühzeitig gewisse Regeln anerzogen bekommen, nämlich die daß man sich auch mal unterordnen muß. Wenn sie das nicht frühzeitig lernen ist es ziemlich naheliegend daß solche Kinder später mal wohl kaum willig allgemeinen Normen unterordnen werden, was eben diese „lustorientierten“ Jugendlichen/Erwachsenen zur Folge hat.

Eine Frage: Erziehst du Hunde oder Kinder?

Das Ideal einer Erziehung sollte doch wohl sein, einen jungen Menschen zur körperlichen UND geistigen Selbstständigkeit zu führen und keinen rumpflosen Ja-Sager zu erzeugen. „Allgemeine Normen“ ist ein schwammiger Begriff und nicht alle von denen sind ernsthaft zu beglückwünschen, dass sie sich in unserer Mitte befinden. Oder möchtest du ein allgemeines Weltbild auf alle Familien drücken, unabhängig davon, ob es ratsam ist oder nicht?

Solche Familien, wie sie doch häufig im Fernsehen gezeigt werden, sind Härtefälle, wie sie in der Realität weniger anzutreffen sind. Natürlich kommen solche Menschen auch vor und ihre Zahl nimmt mittlerweile zu, aber das hängt gewiss nicht nur mit einem bestimmten Erziehungsmodell zusammen.

Dass die Kinder der gezeigten Familie nicht „spuren“ hängt nicht mit einem falschen Erziehungsmodell zusammen - hier ist nämlich gar keine Erziehung gegeben. Die Eltern kümmern sich nur rudimentär darum, es wird gebrüllt, geschrien und sinnlose Befehle gefordert (Wenn das Kind keinen Hunger hat, hat’s eben keinen).

Teilweise stimme ich ihm zu:

  • Schaffung von Räumen, in denen das Kind erst einmal Wut abstauen kann anstatt des hinunter zu schlucken.
  • Partnerschaftlicher Umgang im Kindesalter schadet mehr als das es nützt.
  • Ignoranz der Eltern gegenüber kindlichem Verhalten. Reaktion statt Interaktion.

Ansonsten widerspricht der Mann fast allen modernen Erkenntnissen der Pädagogik:

  • Grundsätzliches Wegschicken und Alleinlassen des Kindes bei unerwünschtem Verhalten (es war „frech“).
  • Grundsätzliches Durchdrücken des Willens auch dann, wenn der Grund absoluter Nonsense ist.
  • Ignorieren der kindlichen Trotzphasen (die natürlich sind und mit Souveranität gemeistert werden müssen).
  • Dem Kind wird grundsätzlich der Wille des Dominierens zugesprochen.
  • Dem Kind wird auch bei einfachen Tätigkeiten grundsätzlich die Fähigkeit des Verstehens abgesprochen (Trotz =! Verstehen!)
  • Fehlende Kommunikation des Kindes, stattdessen ein Feldwebelton. Das Kind zieht anstatt zu verstehen.
  • Das Kind wird dominiert, aber es entwickelt sich nicht weiter.
  • Schema des Reifegrades wird als Maß genommen (findet lediglich bei psyichatrischen Erkrankungen Verwendung!).
  • Kind wird als geborener Tyrann wahrgenommen, der gebrochen werden muss.
  • Das Kind wird zu einem äußerlichen Faktor erklärt.

Und es kann ja wohl keiner erzählen dass es genau diese Problematik nicht gibt, im Gegenteil, es gibt immer mehr dieser Kein-Block-auf-nix-außer-Sex-und-Alkohol Kiddies, und der Ursprung ist i.d.R. immer eine verkorkste Erziehung, wie z.B. die oben beschriebene.

Hast du denn Pädagogik studiert? Nein? Es ist eben nicht allein die Erziehung, weil es unmöglich ist, das Kind gegen alle Einflüsse zu immunisieren, wenn man den Hinweisen eines Herrn Doktors befolgt. So manches Elternteil steckt Liebe und Sorgsamkeit in die Erziehung des Lütten, aber es kann nicht verhindert werden, dass das Kind dennoch eben von Schulkameraden „verdorben“ wird. Erziehung ist eben auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Winterhoff hat sich schon bei seinem ersten Buch überaus unbeliebt gemacht, weil er grundsätzlich davon ausgeht, dass 70% aller Kinder in Deutschland gestört sind. Wer ein Kind nachs eienn Regeln behandellt, kann durchaus Erfolg haben. Aber es ist fraglich, ob das Kind gehorcht, weil es tatsächlich Respekt oder es lediglich Angst vor Sanktionen hat.

Man erreicht keinen Respekt damit, indem man brüllt, schreit, Gewalt anwendet und seinen Willen in wirklich jedem noch so schwachsinnigen Bereich durchdrückt und mit dem Kind nicht kommuniziert. Dass Kinder mehrmals Trotzphasen durchmachen, ist natürlich - wenn auch nicht sehr einfach zu ertragen. Dann wartet man sicher nicht, bis das Argument dann einmal da ist, sondern macht’s eben. „Ich wasche dir jetzt die Haare, weil sie dreckig sind. Danach darfst du mit deinen Badetieren spielen“. Man sollte nicht immer diskutieren, aber auch nicht so tun, als wäre das hirnlose Fleischmasse, die absolut nie etwas versteht.

Gute Eltern erlangen Respekt, weil sie Felsen in der Brandung sind. Sie sind gelassen und ruhig, sie stehen zu dem, was sie sagen und tun. Sie wissen, wann sie eingreifen oder in seinem Lauf lassen müssen. Sie reden und beschäftigen sich mit dem Kind. Sie lassen Freiräume, aber schicken das Kind nicht dauernd weg. Sie wissen, dass das Kind vieles noch nicht ganz nachvollziehen kann, aber sie versuchen dennoch es klar zu machen. Ihre Sanktionen verletzen das Kind nicht in seinem Dasein. Es fühlt sich geschützt und fasst Vertrauen. Es fühlt sich als Teil der Familie.

Wie du diese Thematik jetzt mit Sklavenhaltung in Verbindung bringst ist mir allerdings schleierhaft.

Sagt dir der Begriff „Hospitalismus“ etwas? Das ist eine schwere Erkrankung, die besonders Kinder betrifft, die keine Zuwendung und Liebe durch andere Menschen erfahren. Der Begriff entstammt noch aus Zeiten, in denen Waisenhäuser und Spitäler lediglich „Brutheime“ waren und man sich nicht um die „Insassen“ gekümmert hat. Es folgten schwere Depressionen, Entwicklungsrückstände, Entwicklung von Wahrnehmungsstörungen (Vergleichbar mit Autismus), Verhaltensauffälligkeiten (Erzwingen der Aufmerksamkeit durch lügen, stehlen etc.), fehlende Frustrationstoleranz, Apathie, Fehlen des Urvertrauens etc… Es sind regelmäßig Menschen daran verstorben! Und nicht zu wenige!

Diese Menschen wurden wie Sklaven gehalten und behandelt. Man lese sich nur einmal Züblins „Das schwierige Kind“ von 1971 durch, wenn man wissen will, wie solche Kinder wahrgenommen worden sind („verblödete Autisten“, „unansprechbare Idioten“).

Winterhoff riskiert einen Rückfall in solche Verhältnisse, wenn er das Kind zum äußerlichen Faktor degradiert, das grundsätzliche Wegschicken statt Kontfrontation zum Nonplusultra erhebt und aus dem Kind einen geburtsmäßigen Tyrannen zieht, der selbst dominiert werden muss.

Die antiautoritäre Erziehung hat selbst genügend Unliebiges produziert, da es oft als Vorwand zum „Nicht-Erziehen“(!) gebraucht wurde, aber in einer Sache hat sie umunwunden recht: Kinder wissen es nicht besser, man sollte sich aber Mühe geben, es verstehend zu machen.

Ich kann allen Eltern nur empfehlen, sich bei anderen Autoren kundig zu machen. Es gibt viele Pädagogen, die gute Bücher geschrieben haben.

Winterhoff ist kein Pädagoge, sondern ein Arzt und so behandelt er auch die Kinder.

Nun, das ist immer so eine Sache wenn Leute zur Darlegung ihrer Sichtweise ganze Romane schreiben und ziemlich theoretisch klingen…egal, also ich betrachte mein Kind nicht als Hund oder Stück Fleisch wenn ich ihm gerade in jungen Jahren einen gesunden Gehorsam abverlange, dessen Grad ich mittels gesundem Menschenverstand selbst bestimme. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, denn sonst entbrennt eine Diskussion in der Theorie und Praxis aufeinanderprallen und sowieso zu nichts führt (also zumindest nicht hier).

Gruß TeeFau

Nun, das ist immer so eine Sache wenn Leute zur Darlegung ihrer Sichtweise ganze Romane schreiben und ziemlich theoretisch klingen…egal

Hast du denn ein Problem mit Menschen, die sich bei ihrer Darlegung Mühe geben und das Glück haben, Pädagogik studiert zu haben?

Entweder du gehst darauf ein (ich habe dir genügend Anhaltspunkte gegeben) oder lässt es mit dem Hinweis sein, dass es dir angeblich zu theoretisch wäre. Ich habe es bewusst unterlassen, mit bestimmten Namen und Konzepten um mich zu schlagen, die eher unbekannt sind und mich auf das beschränkt, was auch der Volksmund weiß (oder sich schnell ohne Vorkenntnisse aneignen kann).

wenn ich ihm gerade in jungen Jahren einen gesunden Gehorsam abverlange, dessen Grad ich mittels gesundem Menschenverstand selbst bestimme

Und was ist „Gehorsam“? Das Wort „Gehorsam“ wird in der Erziehung bewusst vermieden, weil es allzu schnell zu einem Forden nach einem Kadavergehorsam gleichkommt und nicht zu einem Handeln aus Respekt (und bestenfalls Einsicht). Wer allzu hart ist und solche Rollback-Methoden nutzt, muss sich nicht wundern, wenn er später Vasallen hat, die es genauso halten (Es hat mir nicht geschadet, also wird’s dir auch nicht schaden.)

Und gerade in „jungen Jahren“ muss man auf die Trotzphasen acht geben. Die überlebt man nicht, indem man sie mit aller Gewalt bricht oder ständig ignoriert. Solche Kinder können dann schnell zur Eskalation führen. Wer Hilfe braucht, sollte sich deshalb absolut nicht schämen, durchaus Rat bei professionellen Stellen zu holen.

Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, denn sonst entbrennt eine Diskussion in der Theorie und Praxis aufeinanderprallen und sowieso zu nichts führt (also zumindest nicht hier).

Pessimist?

Was sit daran Unsinn, und warum ist er ein Kasper?

Der Mensch hat damit vollkommen recht.

Ein Kind kann die Konsequenzen gewisser Handlungen nicht erfassen. Genausowenig kann das Kind erkennen was es für eine Folge hat wenn man sich nicht wäscht (mal auf den beitrag da bei SternTV bezogen).
Da wird einfach gehandelt. Ein Kind ist ein Kind und kein Partner mit dem ich auf Augenhöhe reden kann.

Ich diskutier mit meinem Kind auch nicht darüber wenn ich vor der Strasse stehe und warte bis ich herüber kann, solange da Verkehr ist. Ich halt es einfach fest und gehe wenn sich die Gelegenheit ergibt - und nehm es dann mit.
Das hat nichts mit Sklaverei zu tun - DAS zu behaupten ist Unsinn.
Ich muss bei all dem ‘einfach handeln’ mein Kind ja nicht wie ein Arschloch behandeln, sondern kann mit dem ja ganz normal und freundlich umgehen.
Da wird beim Haare waschen kurz geflagst, und dennoch gewaschen. Da wird vor der Strasse etwas erzählt - Merksatz XY - will ich über strasse gehen, muss zu beiden seiten ich sehen (oder sowas…)
etc pp.

Auch das mit dem auf Kinder verzögert reagieren hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, sondern einfach mit der fundamentalen Botschaft - Ich reagiere wenn ich Zeit habe und nicht wenn du Lust hast.
Kinder kümmern sich ja nicht darum ob man gerädert nach Hause kommt und nicht mehr kann. Die haben keine 40 Stunden Schichten zu schieben, oder sonstwie zu arbeiten. Für Kinder ist der kühlschrank immer ‘magisch’ gefüllt, in der Wohnung ‘lebt’ man einfach, und das Auto fährt von alleine. Ebenso ist jeden Mittag Morgen Abend das Essen auf dem Tisch und keiner hat was getan.
Da kann man sich stundenlang hinstellen und ihnen erklären wie sich das verhält, das hat man fix vergessen wenn man satt ist. (ich bezieh mich hier auf kleinere Kinder, also erspart mir eure ‘ich kenn da aber eine Ausnahme’ die kennen wir alle - also völlig ohne Belang diese Ausnahme)

Kurz - der Mensch hat recht.
Es funktioniert. Das hat mich Quäle- oder Sklaverei nichts zu tun. Kommt bloß weg von dem Denken ein Kind wäre ein gleichberechtigter Partner und mit ihm könne man den Sachverhalt der Mittags- und Ruhepause für den Papa diskutieren. Das geht nicht.

Entschuldigung, Jeha, aber Dir sollte man wie dem Herrn bei Jauch das Recht entziehen, Kinder zu erziehen. Man würde schließlich auch keinem Alkoholiker oder Junkie einen Führerschein aushändigen. Die Forderungen, die der Mann da gestellt hat sind teilweise sogar gesetzeswidrig. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten.

Wer nicht mehr in der Lage ist, sein Kind zu erziehen und seinen Willen nur noch durch seine Übermacht durchsetzt, dem gehört das Kind entzogen. Du hast die Sklavenhalterei als Vergleich heran gezogen. Ich behaupte, Du machst nichts anderes! Wenn ich ein Kind gewaltsam fest halten muss, damit es nicht über die Straße in den warsceinlichen Tod rennt, dann machst Du nichts anderes als dem Strafgefangenen mitzuteilen, dass er bei einem Fluchtversuch erschossen wird. Du nutzt deine körperliche Überlegenheit, um deinen Willen mit aller Gewalt durchzupressen. Das ist beschämend. Und später wirst Du dich wundern, wenn dei Kind mit 16 durchbrennt und Du es nie wieder sehen wirst. Dann wird es die ständigen Schranken durchbrechen und sein Leben mit Alkohol und Drogen erträglicher machen.

Das klingt jetzt etwas nach Schwarzmalerei, aber wer sein Kind nicht mit Erklärungen und Zuneigung erziehen kann, der sollte gesetzlich dazu genötigt werden, es abzugeben an Eltern, die ihren Beruf verstehen. Wenn man nicht in der Lage ist, das Kind nach einem harten Arbeitstag vernünftig zu erziehen, dann muss man einen der beiden Berufe aufgeben - Job oder Erziehung. Beides gleichzeitig und gleich gut zu machen, ist in den meisten Fällen nicht möglich. Und da der Chef einen rauswirft, wenn man seinen Job schlecht macht, vernachlässigt man eben die Erziehung, da die Kinder sich nicht wehren können.

André

Kurz - der Mensch hat recht. Es funktioniert. Das hat mich Quäle- oder Sklaverei nichts zu tun. Kommt bloß weg von dem Denken ein Kind wäre ein gleichberechtigter Partner und mit ihm könne man den Sachverhalt der Mittags- und Ruhepause für den Papa diskutieren. Das geht nicht.

Hast du meinen Post überhaupt gelesen? Hast du sein erstes Buch gelesen?

Es geht nicht darum, das Kind zu verhätscheln oder ihm alles durchgehen zu lassen. Es geht auch nicht darum, zu diskutieren bis die Ohren bluten. Dass Kinder keine Partner oder Freunde sind, weiß jeder selbst. Sie sind aber auch nicht die dummen kleinen Tyrannen, für die Winterhoff sie hält.

Dieser Mann ist kein Pädagoge und kein Psychologe, sondern ein Psychiater. Das einzige, das er von der Psychologie kennt, ist die klinische Psychologie, die sich mit der Behandlung von geistigen Störungen organischer Ursache beschäftigt. Er nutzt Konzepte in seiner „Erziehung“, die aus diesem Milieu stammen. Es ist unverantwortlich jedem Kind das Reifegradmesser auf die Augen zu drücken und zu behaupten, es hätte aufgrund einer mangelnden Erziehung sofort eine Störung.

In seinem Buch spricht Winterhoff dem Kind eine Persönlichkeit grundsätzlich ab (S. 101) und fordert dazu auf, diesen nicht vorhandenen Charakter erst anzuerkennen, wenn die „formbaren“ Anteile der Psyche ausreichend geformt wurden (S. 32f). In einer Ratgeberaktion der Bild rät er einer frisch geschiedenen Mutter, deren Sohn infolge der Trennung unausgeglichen und bockig ist, nicht mit dem Kind über die Trennung zu sprechen, sondern es bei jedem unerwünschten Verhalten auf das Zimmer zu schicken und sich nicht weiter darum zu kümmern. Der Sohn würde es eh nicht verstehen. Er empfiehlt, für kindliche Verhaltensweisen keinerlei Verständnis zu zeigen. Verständnis heißt hierbei nicht, dem Kind freies Walten zu gewährleisten, sondern mit ihm zu sprechen und auch zu trösten. Er rät den Eltern, in der Erziehung zu „vergessen“, dass es ein Teil von ihnen ist. Es soll als „äußerliches Objekt“ wahrgenommen und auch so behandelt werden.

Dieser Mensch fordert Regeln und Grenzen, vergisst dabei aber, dass dazu auch Verständnis, Geduld und Liebe gebraucht werden. Wer seine Kinder so erzieht, hat ganz gewiss welche, die gehorchen - aus Angst vor Sanktionen. Tolle Nummer. Das sorgt dann in der Pubertät für ein besonders grausames Erwachen, da die Lütten sich dann rächen.

Dieser Mensch weiß scheinbar nicht, dass Kinder über eine zunächst egozentrische Weltsicht verfügen, die es ihnen erschwert, die Handlungen, Ansichten und Konsequenzen der Erwachsenen so nachzuvollziehen, dass es auch tatsächlich der Realität entspricht. Sie neigen dazu, sich im Mittelpunkt ihrer Sicht zu sehen, dass ein Unglück ihre Schuld ist oder sie sich nur zu ändern bräuchten, um unliebige Familienmitglieder zufrieden zustellen. Deswegen ist es wirklich nicht sinnvoll, alles auszudiskutieren. Es kommt auf das Alter an, wann was verstanden wird und dann muss spätestens definitiv geredet werden. Aber wenn man sich dann über den Willen des Kindes hinweg setzt, muss man dies dennoch vernünftig begründen: Das Kind bekommt die Haare gewaschen und danach darf es mit den Badetieren spielen. Bei dem Entschluss muss man bleiben, aber man darf niemals schreien oder gar Gewalt anwenden. Das sorgt nur dafür, dass das Kind erst recht „aufmuckt“.

Zudem machen Kinder im Laufe ihrer Entwicklung Trotzphasen durch, die sie sicher nicht aus Bösartigkeit haben, sondern zur Selbstständigkeitsentwicklung. Dann muss man als Elternteil individuell entscheiden, welche neuen Rechte und Pflichten hinzukommen und was weiterhin unterbleibt. Wer dann bloß Schreien, Brüllen und stupides Befehlen kennt, wird eher ein Fall für die Supernanny, da Kinder das Verhalten Älterer immitieren und dies auch aus Unverständnis eskalieren lassen. Kinder, die sich permanent missverstanden und vernachlässigt fühlen, erzwingen dann Aufmerksamkeit durch unangepasstes Verhalten.

Das größte Problem von modernen Eltern ist nicht einmal irgendein Erziehungsstil - sie haben nämlich oftmals keinen. Was ihnen fehlt, ist das Hintergrundwissen. Den Willen, Konsequenzen zu ziehen und diese dann auch durchzuhalten. Ruhig und gelassen zu sein, auf einer Ebene zu bleiben und sich nicht auf die des Kindes zu begeben, aber die dennoch Verständnis haben und wissen, wann es genug ist.

Winterhoffs Methoden müffeln nach einer Zeit, die die Großeltern noch kennen und ich kann jedem nur empfehlen, sich dieses Buch selbst auszuleihen und zu entscheiden, ob er sein Kind wirklich so erziehen möchte. Es gibt genügend bessere Ratgeber, die auch für Regeln und Grenzen sind - aber dennoch an Liebe und Verständnis erinnern. Eltern, die ihren Kindern auch dann die Liebe angedeihen lassen, wenn diese einen Fehler begangen haben.

Und das ist genau das, was Winterhoff missen lässt.

Entschuldigung, Jeha, aber Dir sollte man wie dem Herrn bei Jauch das Recht entziehen, Kinder zu erziehen. Man würde schließlich auch keinem Alkoholiker oder Junkie einen Führerschein aushändigen.

Ich kann dich ja verstehen, aber das ist schon hart…

Ich verstehe nun wirklich nichts von Psychologie oder Pädagogik, aber wie kann dieser Mensch nur so etwas

In seinem Buch spricht Winterhoff dem Kind eine Persönlichkeit grundsätzlich ab

behaupten? Irgendwie macht das einen äußerst seltsamen Eindruck… :smt017

Er ist ein Vollblutpsychiater und zieht seine Schlüsse ausschließlich aus eben jenen Feld. Er plädiert dafür, Kinder nicht unbedingt als Subjekte wahrzunehmen, sondern als Objekte. Seine Argumentation versuchte er damit zu belegen, dass Hirne schließlich noch nicht komplett entwickelt seien und man sich daher auf die „formbaren Teile“ verlassen müsste. Desweiteren ignoriert er auch „individuelle, genetische Züge“, da sie für ihn nicht auffassbar seien.

Gerade wegen solchen Spitzen halte ich das Buch für grobfahrlässig. Schlimmer ist allerdings, dass ausgerechnet so etwas noch (oder wieder) Zuspruch dindet.

Eltern sollten vornehmlich als Tutoren und Vorbilder fungieren, die ihren Kindern Wege aufzeigen, die ihnen eine bessere Zukunft versprechen.
Antiauthoritäre und Authoritäre Erziehung funktionieren nicht, man muss dem Kind nichts aufzwingen und ihm auch zeigen, dass man Fehler begehen muss, um zu Lernen. Seine innere Herrschsucht sollte man an sich selbst ausüben und nicht an seinen Kindern.

Hart ist es tatsächlich. Aber meiner meinung nach gibt es nur deshalb so viele “Problemkinder”, weil die Eltern von ihrem Beruf Elter keine Ahnung haben. Die Elternshaft ist der einzige Beruf, für den man sich weder im Besonderen qualifizieren muss. Die Werkzeuge sind ja in der Regel von Geburt an vorhanden und irgendwann ab 1X Jahren funktionstüchtig. Allerdings gibt es keine Prüfung, die man bestehen muss, um sich zu qualifizieren, dass man seinem neuen Job gewachsen sein wird. Man muss auch keine dreijährige Ausbildung abschließen, um Kinder erzieen zu können.

Sicherlich radikal, aber ich bin dafür, verpflichtend für alle Eltern eine mehrwöchige Zwangsausbildung mit abschließender Prüfung anzuordnen. Wer diese nicht besteht, bekommt kein Erziehungsrecht und das Kind wird den Eltern um des Kindeswohl willen sofort nach der Geburt abgenommen. Das Kind kommt dann in eine Adoptivfamilie, die den Test besteht.

Alle wollen immer eine Welt ohne Kriege und Gewalt. Wie bitteschön soll das funktionieren, wenn man schon in den eigenen vier wänden nicht in der Lage ist, ein Leben ohne Rumgebrülle durchzusetzen? Kinder sind nicht dumm! Kinder werden geprägt, dass man seinen Willen durch herumgeschreie und Gewalt besser durchsetzen kann als durch eine vernünftige Diskussion. Dann werden sie irgendwann man Machthabender. Sie denken zurück und erkennen, dass der beste Weg die gewalt ist. Dann erklärt herr Busch den Irak den Krieg oder der Chef brüllt seinen Angestellten zusammen. Der Angestellte wird daheim von Kind geärgert, erinnert sich an die Gewalt und probiert so selbst wieder, seinen Willen durchzupressen.

Wenn man wirklich eine Welt ohne Gewalt und Unterdrückung will, muss man erstmal vor seiner eigenen Tür kehrern gehen. Wenn wir unsere Gewalt an unsere Kinder weitergeben, werden sie diese genau so an ihre Kinder weitergeben.

Eltern sollten vornehmlich als Tutoren und Vorbilder fungieren, die ihren Kindern Wege aufzeigen, die ihnen eine bessere Zukunft versprechen.Antiauthoritäre und Authoritäre Erziehung funktionieren nicht, man muss dem Kind nichts aufzwingen und ihm auch zeigen, dass man Fehler begehen muss, um zu Lernen. Seine innere Herrschsucht sollte man an sich selbst ausüben und nicht an seinen Kindern.

Wenn man wirklich eine Welt ohne Gewalt und Unterdrückung will, muss man erstmal vor seiner eigenen Tür kehrern gehen. Wenn wir unsere Gewalt an unsere Kinder weitergeben, werden sie diese genau so an ihre Kinder weitergeben.

Ich hätte das kaum besser ausdrücken können.

Entschuldigung, Jeha,

Es heisst Jhea - J H E A

aber Dir sollte man wie dem Herrn bei Jauch das Recht entziehen, Kinder zu erziehen. Man würde schließlich auch keinem Alkoholiker oder Junkie einen Führerschein aushändigen. Die Forderungen, die der Mann da gestellt hat sind teilweise sogar gesetzeswidrig. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten.

Erklär mir mal genau was daran gesetzwidrig ist, wenn ich meinem Kind die Haare wasche - auch wenn es in dem Augenblick meint - nein die müssen nicht gewaschen werden, und es sitzt schon in der Wanne?

Muss ich dich jetzt auslachen?

Entschuldigung, Jeha,
Wer nicht mehr in der Lage ist, sein Kind zu erziehen und seinen Willen nur noch durch seine Übermacht durchsetzt, dem gehört das Kind entzogen.

Ich find es witzig wie du dich hier echauffierst.
Nirgends wird gesagt man soll sein Kind mit aller Macht am Nacken packen als wäre es eine Katze um es dann ruhig zu stellen.
Sondern lediglich dass ein Kind erzogen wird. Da wird nie was von Gewalt erzählt. Ich frag mich ernsthaft wo du das her hst. Aber da du bis hier ohnehin nur gelesen hast was du willst, ist jede Diskussion mit dir überflüssig.

Entschuldigung, Jeha,

Wenn ich ein Kind gewaltsam fest halten muss, damit es nicht über die Straße in den warsceinlichen Tod rennt, dann machst Du nichts anderes als dem Strafgefangenen mitzuteilen, dass er bei einem Fluchtversuch erschossen wird.

Es ist nachts kälter als draussen?

Was genau erzählst du da eigentlich?

Wenn mein Kind auf die Strasse rennen will dann werde ich nicht folgenden Dialog stattfinden lassen.

„Emanuel Pascal renn nicht auf die Strasse, da fahren autos“
„papa papa will aber“
„nein willst du nicht“ Wusch broch krach bumm

Da wird das Kind am Arm gepackt und festgehalten. So einfach ist das.
Was glaubst du wie gesetzwidrig das ist wenn ich mein Kind unbeaufsichtigt wo rumlaufen lasse?
lustiger geselle bist du, wirklich.

Du nutzt deine körperliche Überlegenheit, um deinen Willen mit aller Gewalt durchzupressen. Das ist beschämend. Und später wirst Du dich wundern, wenn dei Kind mit 16 durchbrennt und Du es nie wieder sehen wirst. Dann wird es die ständigen Schranken durchbrechen und sein Leben mit Alkohol und Drogen erträglicher machen.

Ich verfahre mit deinen aussagen mal so wie man damit verfahren sollte.

Oder um es mit Supernannys Worten zu sagen

Ab in die Wuthöhle

Hast du sein erstes Buch gelesen?

Nein, brauch ich auch nicht.

Mir geht es in erster Linie um die drei von ihm genannten Beispiele in der Sendung. Und mit denen hat er recht.
Auf Kinder verzögert reagieren - funktioniert.
Ich schenke meinem Kind noch immer alle nötige Aufmerksamkeit. Aber nicht dann wenn es will, sondern wenn ich dafür Zeit habe.

Das kannst Du aber gern einmal selbst probieren.
Reagier einmal 4 Monate sofort wenn es dich anspricht und dann mal 4 monate erst verzögert.
Wir werden dann sehen was dir besser gefällt.
Das hat auch nichts mit körperlicher Gewalt zu tun, sondern ist einfach Erziehung.
Das ist aber noch lange Kein Zeichen dafür dass ich mein Kind nicht liebe, ihm den nötigen Respekt oder Geduld und was du da alles sagtest vorenthalte.
Es ist einfache Prävention des Terrors, der entstehen wird wenn man sich selbst zum Sklaven seines Kindes macht und ihm stets den Hintern pudert - und das auch noch dann wenn es dies will.

Nein, brauch ich auch nicht.

Es ist gewiss nicht weise, einen Autor mitsamt seinen Thesen gut zufinden, wenn man nicht einmal sein Buch gelesen hat.

Ich schenke meinem Kind noch immer alle nötige Aufmerksamkeit. Aber nicht dann wenn es will, sondern wenn ich dafür Zeit habe.

Wir reden hier von Kindern, nicht von Goldfischen. Da wirst du dir manchmal die Zeit nehmen müssen.

Das ist aber noch lange Kein Zeichen dafür dass ich mein Kind nicht liebe, ihm den nötigen Respekt oder Geduld und was du da alles sagtest vorenthalte.

Ich habe dies auch nicht dir vorgeworfen, sondern Winterhoff, der solche Thesen deutlich vertritt. Zumal die Kritik sicher nicht auf die verzögerte Reaktion bezogen war, sondern auf das gefährliche Drumherum.

Es ist einfache Prävention des Terrors, der entstehen wird wenn man sich selbst zum Sklaven seines Kindes macht und ihm stets den Hintern pudert - und das auch noch dann wenn es dies will.

Du musst ein richtig schlechtes Verhältnis zu Kindern haben - Hintern pudern, Sklaven, Terror.

Zuviel Härte ist genauso schädlich wie zuviel Nachlässigkeit.

Ich möchte da jetzt nicht näher darauf eingehen. Jedenfalls übst Du auf mich, auch durch deine Folgetexte, den Eindruck aus, als ob Du nicht die Schlüsselqualifikationen mitbringst, um als Elternteil vernünftig deinen Job zu erledigen.