Geniale Serien - Geheimtipps und Anderes

Ein weiteres Fundstück von der Insel:
Bei Fresh Meat geht es um eine Haus-WG in Manchester, die von sechs Studenten bewohnt wird. Die Hauptcharaktere sind natürlich alle grundverschieden. Klischees sind teilweise extremst überspitzt, dennoch bekommt man das Bild der Person, und nicht des wandelnden Klischees vermittelt. :smt023

@bushklopfer
Von American Horror Story hab ich bislang die ersten beiden Folgen gesehen. Was ich dazu sagen kann ist, dass sie ihrem Namen gerecht wird, es werden wirklich laufend Anspielungen auf amerikanische Horrorfilme geliefert. Allerdings fehlt mir dabei die innovation, ich hadere noch mit mir es weiter zu sehen.

Eine weitere gute Serie die in Los Angeles spielt ist Californication. Es geht hauptsächlich um einen Schriftsteller mit Rockstarmentalität, der sich laufend zwischen seinem Lebenstil voll mit schönen Frauen und seiner einzigen wahren Liebe mitsamt der gemeinsamen Tochter entscheiden muss. Das ist in erster Linie unterhaltsam, jedoch müssen die Charaktere immer wieder Schicksalsschläge hin nehmen und mit heiklen Situationen jonglieren. Wie der Titel vermuten lässt werden dabei viele typische Klischees über die kalifornische Lebensweise aufgegriffen und karikiert. Wer beispielsweise Bret Easton Ellis (Less Than Zero, American Psycho, The Informers, Lunar Park) gelesen hat und die Erzählweise und Dialogkunst mag, der findet vielleicht einen Zugang dazu. Ich selbst habe nach dem Schauen des Piloten ein bis zwei Jahre ins Land streichen lassen, bis ich es weitergeguckt habe und bin inzwischen erst wieder irgendwo in der vierten Staffel hängen geblieben. Ein Hauptgrund der Serie noch eine Chance zu geben war, dass der Protagonist von David Duchovny (Kalifornia, Playing God, Evolution) verkörpert wird. Und ich bin nunmal mit The X Files groß geworden. Die anderen Schauspieler machen ihre Sache allerdings auch gut und jeder hat seine eigene Ausstrahlung.

Ich kann wirklich nur Californication und Breaking Bad empfehlen.
Wer Animaxx empfängt, sollte sich auch die ab und zu dort ausgestrahlte Serie “Ghost in the Shell” antun, wobei die Serie nicht mehr so gut ist wie die Filme, meiner Meinung nach.

Ich habe mir letzte Woche die erste Staffel von Sons of Anarchy angesehen, aufmerksam darauf bin ich geworden weil man sie kostenlos bei myvideo.de gucken kann.

Es ist aber keine Billig-Produktion sondern ein absolut hochwertiges Format, dass in den USA bereits 4 Staffeln veröffentlicht hat und 2 weitere in der Pipeline sind. Bekannte Gesichter sind z.B. Katey Sagal (Peggy Bundy, aber ganz anders :smiley: ) und Ron Perlman (Hell Boy). Grob gesagt geht die Handlung um eine Motorradgang in Kalifornien im Stile der Hells Angels die mit illegalem Waffenhandel ihr Geld verdient.

Wer also ein bisschen auf den Rockerlifestyle steht der sollte sich die ersten Folgen einfach mal ansehen, schließlich kommt man ja kostenlos und legal ran, wenn auch leider nicht in HD. Aber um einen Eindruck zu gewinnen reicht es ja allemal.

Das Konzept Serien kostenfrei im Internet zu zeigen bevor sie im FreeTV laufen finde ich auch super, allein das ist schon ein Grund dies zu unterstützen.

@Medlin
Ja, Breaking Bad ist wirklich interessant. Allerdings dünnt sich das Element der ungewöhnlich angewandten Chemie nach den ersten paar Folgen stark aus, so dass sich später höchstens mal jemand mit Laborausrüstung Kaffee braut. Das fand ich ziemlich schade.

Das Konzept Serien kostenfrei im Internet zu zeigen bevor sie im FreeTV laufen finde ich auch super, allein das ist schon ein Grund dies zu unterstützen.

Da hast du recht, ist auf jedenfall ein lobenswerter Schritt der Produktionsfirma, werde mir die ersten Folgen demnächst auch mal genehmigen, aber wie du schon sagtest, es ist , für mich zumindest, wirklich nur dazu da um mal in die Serie reinzuschnuppern und ein kennenzulernen. Langfristig ist mir der PC-Monitor als Bildschirm, das schlechte Bild und der bescheidene Sound einfach zu blöd (, vorallem wenn die Serie so von ihrem Bild lebt wie, so kann ich mir vorstellen, Sons of Anarchy).
Mangels an DVD-Release und Fernsehaustrahlung musste ich mir letztens eine ganze Staffel am PC reinziehen, und wenn die Serie nicht so verdammt spannend gewesen wäre, hätte ich sie auch kaum bis zum Ende durchgeschaut. Fernsehen am PC ist mir persönlich einfach zu unbequem, wenn ich ein paar Meter weiter ein Sofa, einen Flachbildschirm und ein Soundsystem habe.

Da hast du recht, in der ersten Staffel noch Spielerein à la Knallquecksilber, wird es später diesbezüglich doch eher mager. Da sind den Autoren wohl einfach die Ideen ausgegangen. Kann mir auch vorstellen dass die „Chemie-Berater“ (so nenn ich sie mal) der Autoren nach der ersten Staffel, die noch sehr chemielastig war, weil ja erstmal alles erklärt werden musste, nicht mehr wirklich gebraucht wurden und es deswegen nicht mehr viel in diese Richtung gab.

So, hab mir jetzt einmal die 1. Staffel der Sopranos angeguckt.
Leider muss ich sagen das mich die Serie bis jetzt nicht wirklich vom Hocker haut und mich doch das eine oder andere Mal fast eingeschläfert hat.

Wird die Serie noch besser und gebe ich vielleicht zu früh auf?
Ab welcher Staffel langt die Serie denn so richtig hin? :wink:

@Blacky,
nun ja, ist natürlich Geschmackssache. Was ich persönlich an der Serie gut fand waren vor allem die Kamera, die Dialoge und die skurrilen Geschichten zwischendurch (Psychiater und Oma im Altenheim etcp.).

Und ja, sie wird noch besser, aber nur, wenn man sich auf die ganzen Plots einlässt. Ich glaube man sollte keine Erwartungshaltung haben. Ich habe die erste Episode auch nur durch Zufall gesehen, war nicht vorbereitet auf das was mich erwartet und somit förmlich angesteckt von den Figuren, ohne, dass mir vorher jemand gesagt hat was in der Serie eigentlich ‚passiert‘. Ich mag auch die Synchronisation. Zwar kenne ich das Original nicht, aber ich denke die Übersetzung ist mehr als ok. :wink:

Wird die Serie noch besser und gebe ich vielleicht zu früh auf?
Ab welcher Staffel langt die Serie denn so richtig hin? :wink:

Bin momentan selbst fleißig am schauen und bin gerade mit der dritten Staffel fertig geworden, kann also kein endgültiges Urteil abgeben aber ich sag dir mal meine Meinung:

Nach der ersten Staffel ging es mir so wie dir. Entgegen all der tollen Kritiken etc. fand ich die Serie so lala. Es kam, bis auf vielleicht die letzten beiden Folgen der Staffel nicht wirklich Spannung auf.
Jetzt bin ich genau 2 Staffeln weiter und muss festhalten: man beginnt sich natürlich mehr für die Charaktere zu interessieren und möchte deshalb auch wissen wie es weitergeht.

Was ich der Serie aber vorwerfen muss sind folgende 2 Punkte:

Erstens gibt es einige Folgen in denen einfach nichts passiert was die Serie weiterbringen würde, es gibt zu wenige Episoden in denen etwas passiert, was die Serie in der Folge verändert (wie z.B. der Tod einer Figur usw.). Die Serie stagniert teilweise durch einige Episoden hindurch.

Zweitens: Mir kommt vor als ob viele Folgen einen Handlungsstrang oder einen weiteren Charakterzug einer Figur behandeln, der dann aber nur für diese eine Folge gilt und in der weiteren Folge nicht mehr aufgegriffen wird.
Beispiel: Pauly entdeckt ein Interesse für das Übernatürliche und geht deshalb zu einem Medium das ihm Botschaften aus dem Jenseits vermittelt, womit Pauly phsychisch aber nicht fertig wird und wütend wird.
Es ist ja interessant neue Seiten der Charaktere kennenzulernen, aber NICHT wenn diese in den weiteren Folgen wie weggeblasen erscheinen. Diese Seite von Pauly sieht man als Zuschauer nach besagter Episode einfach nicht mehr wieder und man kommt sich vor als hätte man sich die Folge umsonst angesehen: ich finde das frustrierend.

Auf der anderen Seite bietet die Serie aber auch, besonders am Ende der Staffeln, wirkliche Perlen von Folgen, in denen viele Fäden zusammenlaufen und eine wichtiges Thema der Staffel meistens, sofern ich das bis zur 3. Staffel beurteilen kann, furios abgeschlossen wird.

Außerdem ist eine erste Staffel bzw. die ersten Folgen meistens dazu da die Figuren vorzustellen und bei einer Serie wie den Sopranos, in der es unzählige an Figuren gibt, nimmt das Vorstellen eben eine ganze Staffel in Anspruch (zumindest bei mir), ehe es dann wirklich losgehen kann.

Ich werde die Serie auf jedenfall zu Ende schauen auch wenn ich zugeben muss dass sie nicht mit dem Kaliber eines Breaking Bad mithalten kann. Kann aber auch nur an meiner persönlichen Präferenz liegen, da ich Serien mit wenigen, vielschichtigen Figuren mehr mag als Serien wie vielen Chrakteren und Handlungssträngen.

Hm…ok, dann werd ich mir die anderen Staffeln mal anschauen. :wink:

Momentan schau ich mir noch einmal Stargate Universe an und ärger mich das diese Serie einfach mit einem Cliffhanger beendet wurde. :smt011
Ich fand sie genial.

Aufgefallen ist mir, das die britische Serie Skins hier noch keine Erwähnung gefunden hat.

+1 für Skins. Habe die ersten beiden Generationen jetzt gesehen. Interessante Charaktere + Coole Musik. Vor allem die erste Generation mit Eff, Chris und Tony. Eff war ja zum Glück auch noch in der zweiten Generation mit dabei - fand ich aber nicht mehr ganz so stark. Cook und „Naomily“ waren aber auch gut und haben mich zumindest bis zur 4. Staffel gezogen. Die dritte Generation hab ich dann nicht mehr geschaut, da fand ich den Cast in der Preview durchweg uninteressant.

Die US-Version läuft glaub ich grad auf MTV - ist aber ein trostloser Abklatsch. Die britischen Drogenkiddies passen einfach nicht in das amerikanische Highschool-Teeny-Schema.

Kaya Scodelario (Eff) war grad in den britischen Kinos in Wuthering Heights (Sturmhöhe) zu sehen. Soll nach den Kritiken die beste Verfilmung des Bronte-Klassikers sein. Leider (soweit ich weiß) bislang nicht für die deutschen Kinos geplant.

@Blacky,
@bigsmoke306 hat recht. Man muss sich erst mal in die ganzen Figuren einfinden (und das sind eben nicht wenige). Natürlich ist es ‚leichter‘, wenn nicht so viele Protagonisten dabei sind, aber wenn du die Serie weiter verfolgst wirst du sehen, dass das alles einen Sinn macht. Ich hoffe, du findest Zugang zu der Serie. Wenn nicht, ist es auch nicht weiter schlimm. Geschmäcker eben… :wink:

WIe immer. :wink:
Geschmäcker sind halt verschieden.

Wenn man heute Sopranos zum ersten mal sieht, könnte evtl etwas vom Reiz fehlen, da viele der Charakter- und Plot-Muster seitdem zigfach wiederverwertet wurden (zB. “Reine Nervensache”). Als die Serie damals lief, fand ich das eine erfrischend neue Sichtweise auf das ganze Mafia-Genre.

@Kiyotake
Da sprichst du Wahres gelassen aus. Deswegen sprach ich ja auch von meiner vollkommenen Unvoreingenommenheit, als ich die Serie mehr oder weniger zufällig über den Bildschirm laufen sah. Ich war angefixt.
Vor allem bei den mehr oder weniger ‘Psychosen’ der Darsteller erinnert sehr viel an “Reine Nervensache”, das fällt schon ein wenig auf, wenn man den Film kennt. Ich finde die Serie trotzdem sehr ‘originell’. Und ein wenig “Der Pate” ist auch dabei, wenn auch nicht ganz so heftig.

Bin jetzt einmal den ganzen Thread durch und mir fehlt eindeutig meine neue Lieblingsserie: Being Human (UK)! Bin jetzt fast mit der ersten Staffel durch und kann sie nur jedem empfehlen, der etwas mit Mystery/Fanstasy anfangen kann. Von der Grundidee sollte man sich nicht abschrecken lassen, die klingt nämlich erstmal wie der Anfang zu einem schlechten Gag: Ein Vampir, ein Werwolf und ein Geist gründen eine WG.

Hört sich erstmal nicht sooo spannend an, ist es aber. Man hat immer 3 komplett verschiedene (gut aufgezogene) Handlungsstränge, 3 interessante Charaktere und 3 wirklich gute Schauspieler. Vor allem Russell Tovey & Aidan Turner als Werwolf & Vampir rulen einfach. Außerdem liebe ich die philosophisch angehauchten Monologe am Anfang jeder Folge. Auch der Humor (wie bei britischen Serien üblich) kommt nicht zu kurz. Mein einziger Kritikpunkt bislang: Die Staffeln sind viiiieeelllll zu kurz geraten.

Ich würde gerne mal wieder “Petrocelli” sehen. Noch ein Held meiner Kindheit.
Wie er immer in seinem Wohnwagen hauste, einfach toll.
Nebenbei hat er natürlich höchst brisante Kriminalfälle gelöst und kaum Probleme mit seiner Frau/Freundin gehabt. Beeindruckend. :smt023

Mal wieder was britisches meinerseits:
SHAMELESS ist eine britische Dramaserie mit fast durchgehend äußerst düsterem Humor. Bei so mancher Szene bleibt einem das Lachen einfach im Hals stecken.
Es geht um den versoffenen Frank Gallagher und seine 6 Kinder, die im Wesentlichen für sich selbst sorgen müssen. Als “bösen Gegenpart” gibt es die irische Familie Maguire, die in der gesamten Nachbarschaft gefürchtet ist. Die männlichen Familienmitglieder haben allesamt eine kriminelle Vergangenheit oder Gegenwart, der Vater hat die Hosen an.
Schauplatz ist eine Wohnsiedlung irgendwo am Rande von Manchester, es gibt kaum Szenen die woanders stattfinden. Dadurch hat man bisweilen das Gefühl, es mit einem Kammerspiel zu tun zu haben.
Hier gibts die erste Folge:
[spoiler][video]http://www.youtube.com/watch?v=y2hy_jQZ7w8[/video][/spoiler]
Die Serie ist inzwischen in die neunte Runde gegangen…

Eine US-Version gibt es auch, nach der IMDB-Wertung wohl endlich mal wieder eine UK-Adaption, die was kann. Ich kenne sie allerdings noch nicht.

Ich vermisse Invader Zim

Die Serie lief immer abends/nachts auf Nick. Es ist ein Cartoon, für alle die, die Cartoons mögen. dabei geht es um einen Außerirdischen, namens Zim, der die Erde erobern will. Dies tut er, nun ja, auf sehr verrückte Art und Weise, die aber immer wieder recht erfolglos ist.
Um sich zu tarnen besucht er eine ganz normale Schule um auch mehr über erdlinge zu erfahren. Es gibt nur einen Klassenkameraden, der seine Identität weis, doch niemand glaubt Ihn und er ist ständig damit beschäftigt Zim zu fangen. diese Serie ist aufjedenfall nichts für Kinder und besitzt auch so keinen hohen Anspruch, aber dafür einen sehr hohen Unterhaltungsfaktor.
Zu schade das diese nicht mehr kommt… :frowning:

Da ich vor einem Monat auf die Frage nach den Sopranos mal mein Zwischenfazit hier abgegeben habe möchte ich nachdem gestern die finale Episode in meinem DVD-Player rotierte meine abschließende Meinung zu der Serie hier zum Besten geben:

Die Sopranos ist eine Serie die sich viel Zeit nimmt. Sehr viel. Für ihre Charaktere, deren Gefühle und ihre Beziehungen zueinander. Leute, die Breaking Bad schon für seine Langsamkeit im Handlungsaufbau kritisieren (was ich im Übrigen nicht nachvollziehen kann), die werden von den Sopranos wahrscheinlich eingeschläfert. Generell sind “Die Sopranos” nicht das was man erwarten würde wenn man an eine “Gangster/Mafia-Serie” denkt.

Auch ich war von dem eigenwilligen Stil der Serie zunächst irritiert. Mir war das Ganze am Anfang einfach viel zu schleppend. Vorallem deswegen weil, wie ich hier schonmal geschrieben habe, insbesondere bei der ersten Staffel ein großer Teil der Laufzeit der Einführung der Charaktere gilt, auch wenn auch das natürlich innerhalb von Episoden passiert: der ersten Staffel zu unterstellen, sie hätte keine Handlung wäre sicherlich falsch.

Die Sopranos haben allerdings nicht wirklich einen einzigen großen roten Faden, weder von Staffel zu Staffel, noch von Folge zu Folge. Hier wird nicht über 12 Folgen lang ein großer Coup geplant um ihn dann im Staffelfinale durchzuführen. Das einzige was sich über mehrere Folgen erstrecken kann ist höchstens die Verwundung bzw. das Ableben einer Figur.
Vielmehr stehen hier einzelne Episoden aus den beiden Familien (Verwandschaft und Mafia) des Tony Soprano im Mittelpunkt des Geschehens. Anstatt eine Art “Best of Mafia” zu erleben, begleitet man als Zuschauer ihn und seines Gleichen ca. 7 Jahre seines Lebens. Da kann es beispielsweise um den Erwerb eines Rennpferds, einen College-Besichtigungs-Trip mit Tony und seiner Tochter oder Christophers Versuch in der Filmbranche Fuß zu fassen gehen. Wie schon gesagt: nicht das was man zunächst bei einer Mafia-Serie erwarten würde.
Die einzelnen Handlungsstränge können also mal mehr mal weniger spannend sein, oft werden sie gekonnt am Ende einer Staffel zusammengeführt, oft verlaufen sie aber auch im nirgendwo.

Und genau das ist es was die Charaktere so verdammt realistisch erscheinen lässt. Nach 86 Folgen hat man wirklich das Gefühl die Figuren zu kennen - man hat sie wirklich kennen und lieben gelernt. Man begleitet die Kinder auf ihrem Weg durch die Schule und durchs College und erlebt die vielen Höhen und Tiefen der Soprano-Ehe mit. Denn bei den Sopranos steht eindeutig der Dialog im Vordergrund, wer hier eine action-geladene Serie erwartet wird ohnehin nach einer halben Stunde merken dass er hier falsch ist.

Teilweise kann man sich als Zuschauer aber auch nicht dem Eindruck erwehren dass die Autoren manchmal zwanghaft versucht haben auf ihre Mindestlänge von 45 Minuten pro Folge zu kommen und schnell kleine, unbedeutende Nebenhandlungen zusammengeschustert wurden, die weder der Weiterentwicklung der Figuren dient, noch die Handlung auch nur irgendwie weiterbringt. Warum z.B. erfahre ich als Zuschauer erst dann dass Ralphie einen Sohn hat, als dieser auch lebensgefährlich verletzt wird oder warum hat Silvio nur in einer Folge der 6. Staffel denn auf einmal Asthma?
Meisten aber betreffen besagte Nebenhandlungen das Schicksal irgendeiner Figur die nur in der besagten Episode auftaucht und dann wieder verschwindet.

Ich würde also lügen wenn ich sagen würde dass alle 4500 Minuten mit den Sopranos das reinste Vergnügen waren.

Erst nach dem vieldiskutierten, aber in meinen Augen unfassbar genialen Ende, auf das ich hier natürlich nicht näher eingehen werde, war mir eigentlich bewusst wie sehr ich die Serie und ihre Figuren inzwischen ins Herz geschlossen habe. Für mich wertet das Ende die gesamte Serie nochmal auf. Aus Gewohnheit wollte ich heute Abend schon wieder die nächste Sopranos-Disc ins Laufwerk schmeissen bis mir eingefallen dass ich ja jetzt leider schon durch bin.