Folge 94: Obdachlosigkeit

Es erfüllt mich aber auch mit einer gewissen Freude, dass einige Sektoren langsam lernen, dass man Menschen nicht für knapp über Mindeslohn wie Dreck behandeln kann, und dann trotzdem beliebig viele Bewerber nachkommen.

Flaschenpost sucht bspw Mitarbeiter für 12,05€ und bezeichnet das als faire Bezahlung. Ich meine, wie hart möchte man die Leute denn verarschen?

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@Mitchbove: Das denke ich auch. Es ist halt immer eine zweischneidige Sache: Natürlich muss die Qualifizierung zum potentiellen Arbeitgeber passen - aber andersrum muss der Arbeitgeber auch zum potentiellen Beschäftigten passen. Dass es in bestimmten Branchen schlecht aussieht, hängt sicher auch damit zusammen, dass sie kein gutes Angebot als Arbeitsstelle haben, z.B. niedrige Löhne und schlechte Arbeitszeiten in der Gastronomie.


Zur Sendung: Sehr interessantes Thema und ich denke letztlich irgendwie eine Schande für so eine reiche Industrienation wie Deutschland, dass Obdachlosigkeit hier so ein großes Ding ist. Die Hilfsangebote sind wirklich unzureichend.

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Je größer die Personalnot wird desto eher werden die sich dann schon bewegen müssen. Das ist der positive Nebeneffekt, wenn die Nachfrage größer wird als das Angebot.

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Und dann werden Verträge auch befristet gemacht. Wir hatten nen Mitarbeiter, der dann einfach nicht mehr da war. Chefs hatten das nicht auf dem Schirm, war schon für den ganzen Monat weiter eingeteilt, und die anderen Mitarbeiter durften das dann kompensieren (zusätzlich zu den anderen fehlenden 4 Leuten, die ständig nicht da/„krank“ waren), bei eh schon suboptimaler Besetzung. Auf Lebensmittelrichtlinien wird dann auch gerne mal geschissen. Das Problem ist eh auch schon lange bekannt, aber Gesundheitsämter scheint das nicht zu interessieren.

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Irgendeinen Job könnte fast jeder finden können. Frage ist dann aber auch wie lange Leute die vielleicht total inkompetent sind diesen Job dann auch behalten können. Die Leute gibt es halt auch.

Was eigentlich nicht sein dürfte, dass ein Teil der arbeitenden Leute ständig aufs Geld schauen muss, auch ohne irgendeinen Luxus und es sich nicht mal leisten können ins Kino zu gehen oder ständig die Billig-Marken im Supermarkt kaufen müssen.

Geht’s noch plumper?
Ja, Du möchtest sicher Spargelstechen gehen oder ähnliches…
Ja, es gibt Arbeitslose, ja es gibt Schmarotzer, ja es gibt offene Stellen.
Soll der 60 Jährige aufs Feld zur Feldarbeit? Soll der Ungelernte spezialisierte Arbeiten durchführen? Soll der mit den 4 linken Händen Zimmermann werden?
Das Matching ist das Entscheidente…und NEIN, ich als ITler möchte NICHT auf’s Feld und habe 5 linke Hände und kann eben Dinge nicht, die Andere können. :wink:
Ansonsten, WER soll die Umschulungen finanzieren? Du?

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Na, willkommen im Osten. :slight_smile:
Ich arbeite für Mindergehalt. Warum das so ist und warum die Unzufriedenheit im Osten hoch ist, habe ich ja anderswo versucht zu beschreiben → kaum Gewerkschaften und somit kaum Tarifverträge…

Das ist halt diese „Hauptsache Arbeit“ - Mentalität und das funktioniert nicht. Auf der einen Seite möchte und kann nicht jeder Teildienste in der Gastro machen, auf der anderen Seite darf heutzutage jeder Dulli studieren und meint dann, dass er mit einem hingerotzten Bachelor zu gut für die Gastro wäre.

Das es genug offene Stellen in Bereichen gibt, die perse oft schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen bieten, ist ja nicht die Schuld die Arbeitssuchenden. Außerdem muss die zu besetzende Stelle auch zur Person passen. Dir nützen 10 Baggerfahrer nichts, wenn du einen Elektroniker suchst.

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Diese Folge war echt sehr aufschlussreich! Vielen Dank, dass dieses Thema hier mal angesprochen wurde! Das war ein sehr guter Gast! Ich habe nun schon öfters Dokus über Obdachlose gesehen und vieles was dort gezeigt wurde, hat mich schon traurig gemacht! Schön fand ich immer die ganzen Einrichtungen für Obdachlose, wo man dann als Obdachloser tagsüber oder auch abends hin gehen konnte um sich aufzuwärmen, oder was warmes zu essen. Richtig toll! Und das wird dann oft von Ehrenamtlichen gemacht. Sowas finde ich richtig gut, dass es da Menschen gibt, die sich um Obdachlose kümmern! Weil wie hier ja auch jemand schrieb, kann praktisch jeder da reingeraten! Das wäre auch meine größte Sorge!

Es gibt aber auch Obdachlose, denen das sogar gefällt, und sich gar nicht mehr vorstellen können, eine eigene Wohnung zu haben! Kam auch in einer Doku vor. Diese Doku aus Hannover war besonders interessant, da sie in Hannover z.B. auch ein Nacht-Cafe’ hatten, wo man als Obdachloser sogar abends pennen konnte! Besser gehts ja gar nicht! Wie froh ich als Obdachloser wohl wäre, eine eigene Wohnung zu haben! Besonders in dieser Situation! Auf der Straße zu leben ist ja nun wirklich viel zu gefährlich, was ja auch angesprochen wurde! Man hat halt überhaupt keine Privatsphäre. Immer muss man damit rechnen, angegriffen zu werden. Das ist doch kein Zustand! Aber um eine Wohnung überhaupt zu bekommen, musst du ja erstmal einen Job haben! Das ist ja ein Teufelskreis! Deshalb finde ich solche Projekte, was in der Folge ja auch angesprochen wurde, dass man Obdachlosen mal eine Chance gibt, und sie dann wirklich eine Wohnung bekommen, wahnsinnig gut! Das ist ja dann wie im 6er im Lotto! Sowas müsste es viel mehr geben, wenn man hört, wie wenige Wohnungen nur angeboten wurden. Aber es ist schonmal ein wichtiger Schritt!

Das mit dem Jobcenter ist auch so eine Sache. Ich kenne einen Kumpel, der nun auch paar Monate mal arbeitslos war. Und was der dann vom Jobcenter für Arbeitsvorschläge bekommen hat, hat ihn echt umgehauen! Alles so Jobs, was er überhaupt nicht machen wollte! Die Briefe hat er dann irgendwann alle in den Müll geworfen! :grinning: Ich meine, man muss ja auch einen Job finden, dem einen auch Spaß macht. Ich könnte mir jetzt auch nicht vorstellen Handwerker zu werden, da ich zwei Linke Hände habe! Oder in der Gastro zu arbeiten, worauf ich auch überhaupt keinen Bock hätte, weil ich da überhaupt kein Typ für wäre! Und über die oft zu schlechte Bezahlung müssen wir erst gar nicht reden. Das wäre oft auch ein Grund! LKW Fahrer werden ja auch immer dringend gesucht, aber wenn die Firmen dann so schlecht bezahlen, müssen die sich dann auch nicht wundern, dass sie keine Mitarbeiter bekommen! Es geht natürlich auch um den Lohn, ganz klar!

Klar, wer in der Schule nicht aufgepasst hat und sich von der Gesellschaft durchfüttern lässt, der hat natürlich einen Anspruch auf Spaß am Job. Allen anderen Menschen im Niedriglohnsektor macht ihr Job bestimmt auch Spaß. :roll_eyes:

Meine letzten Jobs (Gastro und Einzelhandel) „passen“ auch nur zu mir, weil ich halt immer in ähnlichen Bereichen gearbeitet/gejobbt hab und ne gewisse Routine habe. Aber an sich „passt“ das nicht.

Wie ich auch schon gesagt habe, gibt es viel zu kritisieren, aber dass bspw bei einem McDonald’s in zwei Jahren nicht eine einzige Bewerbung von einem deutschen Arbeitslosen eingeht, kann es dann auch nicht sein.

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…muss ja Gründe haben… Wallraff hat Gründe aufgezeigt…

Ich habe etwas gelernt, nen Facharbeiter, einen Berufsabschluss. Dort möchte ich auch eingesetzt werden! Ich möchte nicht der Willkür ausgesetzt sein, etwas völlig artfremdes machen zu müssen! Genau dieses wurde aber mit der berühmt berüchtigten Agenda 2010 aufgeweicht.

D.h ich kann Gender Studies studieren und muss dann nicht mehr zurück an die Kasse? Das ist ja sehr fair gegenüber Leuten, die aus verschiedenen Gründen nichts gelernt haben.

Wie kommst du nun auf Wallraff? Wegen der Zustände bei Burger King? Das sind ja immer nur einzelne Franchise-Nehmer.

… und wenn du aus verschiedensten Gründen zumindest vorübergehend mal nicht in deinem angestammten Beruf arbeiten kannst, willst du lieber auf Kosten der Allgemeinheit schmarotzen - oder wie haben wir deinen Post zu verstehen?

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Ist doch genau richtig. In Zeiten des angeblichen Fachkräftemangelst und der vielen offenen Stellen, muss sich eben der AG anbiedern und nicht umgekehrt. Arbeiten um jeden Preis ist nun mal das falsche Signal.

Zumal ich eh immer überrascht bin, dass es Leute gibt, die a) denken, dass das Jobcenter einen in Arbeit bringt und b) welche, die denken, dass die Jobbörse tolle Jobangebote bietet.

Also ich hab damals Angebote von Firmen mit Schneeballsystem im Versicherungsbereich bekommen bis Läden für Rechte Szenekleidung und ähnlichem.

Ganz ehrlich, dass ganze Hartz-System und die Angst vor Sanktionen hat den Niedriglohnsektor doch erst boomen lassen, weil auch die Firmen wussten, wie der Hase läuft. Da wird einem beim Vorstellungsgespräch dann mit einer sehr negativen Rückmeldung ans Amt gedroht, weil man eine „zumutbare Arbeit“ für 5€ Stundenlohn lachend abgelehnt hat und das war kurz vor Einführung des Mindestlohns mit 8,50€.

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Also ich war zum 1. und letzten Mal VOR der Agenda 2010 arbeitslos…einmal wegen Abwicklung DDR Firma, einmal danach wegen Zivi. Zwei Gründe, für die ich persönlich nix kann, weil a) Umbruch und Ausverkauf DDR und b) weil nach dem Umbruch und Ausverkauf und meinem persönlichen Engagement Zivildienst man erstmal Fuß fassen musste im Kapitalismus.*

Warum Du mir jetzt mit schmarotzen ankommst, wirst Du mir bestimmt noch erklären…

Aber mir ist schon klar wo das hinführt…der junge Twitcher darf halt seine Jugendträume verwirklichen und abgammeln, der alte, weiße Mann darf bis zum Umfallen bis 67/70 mit Minderlohn buckeln, egal mit welcher Arbeit… oder war es das doch nicht, was Du mir mitteilen wolltest?

*Wenn Du da schon existiert hast, kannst Du ja ungefähr das Zeitalter ausrechnen, wann das war… ^^

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Ich habe zu DDR Zeiten einen Facharbeiter gemacht, das ist ein anerkannter Berufsabschluss in MEINEM Bereich. Ich bin kein Handwerker oder Feldarbeiter…hätte ich das gewollt, wäre ich das auch geworden.
Das heisst, ich möchte in meinem Beruf auch anerkannt werden und eben nicht wie ein Hilfsarbeiter behandelt werden! Das gestehe ich mir und Mio von Arbeitnehmer in Deutschland zu!
Das ist fair und vollkommen okay so, oder sieht man das hier anders?

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Ja, sehe ich im allgemeinen anders, was ist an meinem Beitrag dazu schon wieder missverständlich?

Was interessiert uns deine persönliche Historie?

Wird man als Feldarbeiter geboren? Sind das Jobs nur für den Plebs, und Putzjobs nur für Ausländer?

Als was bist du denn so unterwegs? Und vor allem, was greifst Du die arbeitende Bevölkerung an?

Warum unterstellst Du mir Aussagen, die ich nicht getätigt habe? Hat das was mit Deinem persönlichen Frust zu tun? Ich frage für einen Freund.,.

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Unterstellst du mir mal wieder Arbeitslosigkeit?

„mal wieder“?
Ne, aber ich frage Dich, was Dein Problem ist und warum Du mich anpöbelst. Kommt da noch was oder muss ich davon ausgehen, dass Du schlicht trollst?