Passt so gut in diesen Thread: Laura Dornheim trat bei der letzten Bundestagswahl in einem berlinre Bezirk für die Bundestagswahl an (und ist mir schon da unangenehm aufgefallen). Bundestag hat nicht geklappt, aber man kommt auch so an nette staatsnahe Pöstchen.
Natürlich kann ich auch ausgelost werden, es kann aber sein, dass das nie passiert: Nehmen wir den Bun destag und die Landesparlamante mit je 500 Ausgelosten: 17 x 500 = 34.000. Bei ca. 60 Millionen volljährigen Deutschen bin ich also 60.000.000 / 34.000 = alle 1.764 Jahre dran, wenn jährlich gewechselt wird.
Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass ich immer nur anderen zusehe.
Was mir neben dem etwas übertriebenen und nicht gerade seriösen Titelbild/Thumbnail auffällt:
Der Hintergrund von Herrn Willet wechselt ständig zwischen grünlich und pinkrosa.
Ich weiß nicht, ob diese „Farbkirmes“ dem etwas ernsteren Thema angemessen ist - möglicherweise ist es auch eine technische Störung.
FYI
Man kann das Thema auch ausgewogen revisionieren:
www.zeit.de/politik/2022-03/energiepolitik-russland-atomkraft-spd-nord-stream
Naja du vergisst aber, dass es ja nicht nur Bundestagsentscheidungen gibt, sondern auch Entscheidungen auf Landes- und Komunalebene. Dort sind es dann deutlich weniger Bürger und die Wahrscheinlichkeit, dass du ausgelost wirst höher.
Aber selbst wenn du ausgelost wirst, dann ist das ja dann vllt. 1-2 Mal im Jahr oder alle 3 Jahre oder wieviel auch immer. Du wirst in diesen Fällen zum Entscheidungsträger, lässts dich beraten, hörst Argumente aller Seiten an und gibst dann deine Stimme ab. Danach wirst du von der Pflicht wieder entbunden.
Also egal wie: Wesentlich und dauerhaft wirst du ja eh keine politische Verantwortung bekommen, maximal ab und zu für 1-2 Entscheidungen. Gerade dieser Wunsch und dieser Ergeiz, dass DU vorrangig entscheidest, ist ja gerade genau das, was bei der Isonomie abgeschafft werden soll. Denn wenn du der alleinige Entscheidungsträger wärst oder eben wie es aktuell mit den Ministern und dem Bundeskanzler, sowie dem Parlament abläuft, bleiben wir ja in einer „Stände“-Gesellschaft, wie der Heutigen, weil ein Politiker immer einen höhren Stand haben wird, als ein „normaler“ Bürger. Ebenso wird ein Lobbyist immer mehr Einfluss aufgrund seiner finanziellen und wirtschaftlichen Macht haben, solange sich Macht und Geld bei Einzelnen konzentriert.
Aber genau das schafft die Isonomie ja ab. Alle Bürger sind gleichviel an der Willensbildung beteiligt. Eben genau so wie ich mir „echte“ Demokratie vorstelle. Ob ich dann alle 3 Wochen mal eine Stimme abgeben darf oder das vielleicht nur alle Jubeljahre passiert, ist doch für das Gelingen der Isonomie irrelevant. Daher verstehe ich deinen Einwand nicht so recht?
Es ist doch in jedem Fall besser, regelmäßig und mit wichtigen politischen Fragen betraut zu werden, als wenn ich alle 4 Jahre ein Kreuz mache das aber NULL Einfluss auf die tatsächliche politische Gestaltung hat.
Dafür tuen sie aber alles um innerhalb kürzester Zeit zu beweisen, dass sie den selben (Baer)Bockmist verzapfen können wie die Merkel-Regierung…
Es gibt wichtige und weniger wichtige Entscheidungen, wichtige und weniger wichtige Gremien.
Ich war acht Jahre Mitglied im Personalrat. Das ist ein Riesenunterschied zu dem, der acht Jahre im Bundestag mitentscheiden darf.
Erstens habe ich die Landesebene berücksichtigt (siehe mein Posting). Und die Kommunalebene habe ich nicht berücksichtigt, weil die Kommunalpolitiker nicht zur Legislative gehören und auch weitaus weniger gravierende Entscheidungen treffen. Aber das kannst du ja nicht wissen, ich nehme an, du hast kein Kommunalrecht studiert.
Das ist richtig, ich hab weder Komunalrecht studiert, noch habe ich Erfahrung damit wie es ist in entsprechenden Aufsichtsräten o.Ä. zu sitzen.
Ich betrachte das rein philosophisch bzw. aus Sicht des Bürgers in einer Demokratie.
Und wie wichtig komunale, landesweite oder bundesweite Entscheidungen sind, das ist doch nun wirklich subjektiv. Ob in Kleinkeckersdorf ein Gehweg erneutert wird, kann für eine ältere Dame(oder einen älteren Herren) der mit dem Rollator über den kaputten Gehweg juckeln muss, VIEL relevanter sein, als wenn im Bund entschieden wird, dass Tessa Ganserer und Co. einmal im Jahr unbürokratisch ihr Geschlecht auf dem Perso ändern darf.
Von daher würde ich komunale Arbeit nicht unterschätzen. Der Hinweis das Komunalpolitiker nicht zur Legislative gehört ist recht irrelevant, weil im Falle das so etwas wie die Isonomie eingeführt werden würde, es Bürgerversammlungen geben würde, die komunale Entscheidungen treffen.
Sowas ist übrigens auf kommunaler Ebene nichts neues, das wird z.T. schon gemacht. Nicht unbedingt nach dem Symbol der Isonomie, aber es gibt durchaus Gemeinden, die einsehen, dass Themen, die alle Gemeindemitglieder betreffen auch durch diese entschieden werden sollen, nicht nur durch gewählte Vertreter.
Tja, ich fürchte, ich teile deine Meinung hier nicht was das Gewicht spezieller Gremien angeht.
Absolut dein 100%tiges Recht. Allerdings ist es schwer ohne das du Argumente nennst, deine Ansicht nachzuvollziehen ![]()
Die Argumente hatte ich bereits genannt.
die eigentliche Frage ist doch:
Sind die Grünen so grün wie Sozialisten sozial sind? Oder sind sie Sozialisten ^^
Da das Thema „Über den Tisch ziehen“ ja im Video kam.
Gerade werden fast alle Bürger in Deutschland über den Tisch gezogen und sie gehen nicht einmal auf die Straße dagegen. Denn die Umlage beim Gas ist jetzt beschlossene Sache. Damit die Gashändler nicht Insolvent gehen, werden bald irgendwas zwischen 2 - 5 cent pro kwh an alle Verbraucher umgelegt. Klingt wenig, macht aber mehrere hundert bis tausend Euro im Jahr aus. Die Eigentümerstruktur der Gashändler bleibt aber weitestgehend unangetatet.
Schönes Beispiel: Uniper. Die Mehrheit am Unternehmen gehören derzeit Finnland, der Rest ist Streubesitz. Den Bund steigt nun zu 30% ein und gibt Kredite. Irgendwann werden wie bei Lufthansa die Kredite zurück gezahlt sein und der Bund verkauft seine Anteile. Der Bund wird also Plus machen. 2021 möglicherweise Betrug die Rendite der Dividende von Uniper 5%. Das wird sie irgendwann auch wieder.
Die Verbraucher hingegen müssen unabhängig von der Laufzeit ihres aktuellen Vertrags mehr für Gas zahlen, müssen hierfür Schulden aufnehmen, verlieren ihr Eigenheim, weil sie die Kreditraten nicht mehr bedienen können usw.
In ein par Jahren werden wir die Situation haben, dass die Aktionäre von Uniper wieder eine schöne Dividende bekommen, während die Gaskunden noch ihre Schulden von der Umlage abbezahlen.
Ja, wir werden gerade alle über den Tisch gezogen. Aber wir lassen uns über den Tisch ziehen. Das ist halt das schöne an einer Demokratie: Jedes Volk bekommt die Politiker, die es verdient.
Ach und das schöne ist: Auf die Umlage darf man sogar noch Umsatzsteuer zahlen.
Ich erinnere an das hochinteressante Interview mit Dr. Gregor Gysi, das Benedikt Held vor nicht allzu langer Zeit auf seinem Youtube Kanal „Redefabrik“ veröffentlicht hat.
Gysi sagt hier sinngemäß, dass ein Politiker oder eine Partei nach außen immer nur vorgibt, die Interessen der Öffentlichkeit zu vertreten. Die wahren Hintergründe für einen Gesetzentwurf o.ä. seien jedoch (zumindest in den meisten Fällen) völlig andere.
Einem erfahrenen Politiker wie Gysi traue ich zu, dass er weiß, wovon er redet …
Warum ist das die Frage?
Es ist doch erstmal egal wo sich die Grünen politisch einordnen, wichtiger ist doch, ob sie ihre Wahlversprechen und ihre Forderungen ernst nehmen? Und da würde ich eher sagen: Es war schon immer der Modus Operandi der Grünen, dass ihre Programme, Ideen und Forderungen eher so das Marketing war und ist um an die Macht zu kommen.
Danach verbiegt man sich wie ein Varietè-Künstler um in die Regierung zu kommen und zu bleiben. Jamaika ist damals ja auch an der FDP gescheitert und nicht an den Grünen, die nur allzu bereit waren ihre Ziele für die CDU und FDP aufzugeben.
Das schlimmste an so einer Art Politik finde ich, dass das für mich irgendwie auch das GESAMTE Konzepte der Parteienpolitik in Frage stellt. Wenn ich eine Partei wegen ihrer Inhalte wähle, aber ihre Politik dann wirklich gar nichts mit ihrem Wahlprogramm zu tun hat, verstehe ich nicht, wieso man überhaupt Parteien wählen sollte, wenn es wirklich keinerlei Korelation oder Kausalität zwischen „Ich wähle Partei X“ und „Partei X macht dann in der Regierung die Politik für die ich sie gewählt habe.“
Das macht mich immer wieder aufs Neue ratlos ![]()
…und das ist der Grund, warum ich bezüglich Umweltschutz, wenn ich Geld gebe, es eher Greenpeace, WWF oder anderen Organisationen geben würde -
Auch wenn dort auch nicht alles Gold ist, was glänzt.
O.K. FFF Deutschland wohl nicht. ![]()
Man bemerke, dass ich nicht vom KLIMAschutz schreibe. Mir geht es inzwischen auf den Sa… Senkel, dass man vor lauter Klimaschutz den restlichen Umweltschutz in den Medien quasi gar nicht mehr wahrnimmt. ![]()
Klar, kenn’ ich: Latte Machiavelli. Kriegste bei Starbucks.
SCNR
Fand ich sehr hörenswert. Ein guter Typ, und das Gespräch bewegte sich in Richtungen, in die mich meine Neugier öfters treibt.
Habe mir eben sein Buch bestellt.
Sehr gute und interessante Folge!
Ein Veto über (geloste) Isonomie würde ich spannend finden. Es gibt auf Youtube einen Philosophen der viel und gerne über Isonomie spricht(daher kenne ich das Konzept auch):
https://www.youtube.com/channel/UCCwzWoUOjKvU5Oj8JfnFDcQ
Ich weiß allerdings net ob er für eine Veto-Folge bzw. generell für Medienauftritte bereit steht.