Folge 75: Werbung raus aus Städten?

Veto Folge 75. Hier kann darüber diskutiert werden!

Leuchtreklame, Werbeplakate gibt es insbesondere in Städten unzählige, egal ob an Haltestellen, an Wänden oder auch einfach als aufgestellte Werbetafeln. Die Initiative „Hamburg werbefrei“ sowie auch entsprechende Gruppen in anderen Städten wollen dagegen vorgehen. Welche Gründe genau sie dafür haben, erklärt Johannes Robert.

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Habe die Sendung gerade nebenbei gehört und muss sagen, das ich dieses Anliegen tatsächlich berechtigt finde. Auch im Hinblick auf Umweltschutz. Überall soll eingespart werden und dann verpulvert man doch tatsächlich Strom für Werbebeleuchtung. Klar ist das nicht viel, aber man könnte ja überlegen ob das wirklich nötig ist und sicher finden sich noch weitere Einsparmöglichkeiten, welche dann in Summe schon eine ernstzunehmende Ersparnis ergibt.

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(zum jetzigen Zeitpunkt habe ich die Sendung noch nicht gesehen)

Aber, meine Meinung dazu ist ja, dass die beste Werbung im Hinblick auf das berühmte Motto „Der Markt regelt das schon“, einfach Mundpropaganda ist! :wink: :nerd_face:
Warum überhaupt Werbegelder verschwenden, wenn man sein Geld (und seine Arbeit) einfach in Qualität stecken kann, die dann jeden einzelnen Kunden selbstständig motiviert, das jeweilige Produkt weiter zu empfehlen! :wink:

So wie Marketing sein sollte! :innocent:

Das Thema ist wieder ein Fall von das wurde schon immer so gemacht, also ist es „normal“.

Nur weil etwas immer schon auf eine Weise gemacht wurde, heisst es nicht, dass es „normal“ oder gar akzeptabel ist. Vor nicht allzu langer Zeit gab es Folter und Todesstrafen und das war zu der Zeit damals völlig „normal“. Trotzdem wurde es abgeschafft.

Genauso finde ich, dass bewusste Manipulation und Ausnutzung der menschlichen Psyche und das auch noch in industrieller Weise, menschenrechtswidrig ist.
Werbung basiert komplett auf dem Prinzip in den Gedanken des Menschen einzudringen und dort alles umzuwerfen und praktisch das Gehirn zu waschen, um irgendeinem Produkt positive Gedanken zu schenken.

Was das alles noch schlimmer macht, ist dass diese gnadenlos menschenverachtende Prozedur für die banalsten Dinge der Erde gemacht wird.

Ist es wirklich gerechtfertigt, dass Millionen von menschlichen Gehirnen dazu gehirngewaschen werden, mehr Cola zu trinken oder mehr zu McDonald’s zu gehen?
Das sind die unwichtigsten Themen der Welt und trotzdem ist es erlaubt, dass diese direkt in unser Hirn gepflanzt werden, täglich, 24 Stunden am Tag.


Gut, nach dem ganzen Gebashe gegen die eine Seite der Medaille, muss ich auch etwas über die Konsumenten der Gehirnwäsche sagen.

Der größte Fehler seitens der Konsumenten ist, dass viele davon ernsthaft glauben, sie seien „immun“ gegen Werbung oder, selbst wenn sie glauben, sie seien nicht „immun“, dann glauben sie, sie seien nicht so sehr davon beeinflusst.

Das ist ein riesiger Fehlschluss. Wenn Leute wirklich wüssten, wie krass manipulierend und gehirnwaschend Werbung ist, dann wäre das schon seit Jahrzehnten extrem eingeschränkt und nur unter bestimmten, strikten Bedingungen erlaubt.

Wenn man unterwegs ist und plötzlich Lust hat eine Cola zu kaufen, kann das an Werbung liegen. Man weiss es nicht. Man kann es auch nur schwer nachweisen. Denn man muss auch nicht direkt eine Werbung anglotzen, um sie wahrzunehmen, um sie im Hirn zu verarbeiten. Es reicht schon ein zufälliger Blick nebenbei beim vorbeigehen oder eine kleine, winzige, einsekündige Sichtung aus dem Augenwinkel. Dann hat Werbung bereits gewirkt. Ohne, dass wir es bewusst merken. Und Werbung wirkt bei uns allen. Niemand ist immun dagegen und nur wenige werden kaum davon beeinflusst.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Werbung ist Gehirnwäsche für Banalitäten.

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Wie ich das schon im Vorschlag-Thema angemerkt habe, befindet sich Würzburg in einem kreativen Prozess. Aus diesem Grund wurden alle neuen Haltestellen mit generellen Info-Plakaten rund um die Mobilität bestückt. Gleichzeitig wird diskutiert, ob man die Haltestellen (und vllt. auch weitere Objekte) nicht mehr vermietet, da die Umsätze zum Stadthaushalt (100.000€) verschwindend gering sind.

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Ich habe mir nur gerade die Youtube-Version angesehen - aber schon dort läuft Herr Robert bei mir offene Türen ein - ich würde ein Werbeverbot allein aus verkehrstechnischer Sicht noch viel weiter fassen:

Keine Werbetafeln, die von irgendwelchen öffentlichen Wegen aus zu sehen sind.
Egal welcher Art.

…zum anderen übertreibt es die Werbeindustrie es mir ihrem Buhlen nach Aufmerksamkeit schon seit Jahrzehnten maßlos. Da bleibt bei mir so gut wie keine Empathie für sie übrig.

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Ich finde Werbung jedweder Art Zeitraubend und nervig.
Ich würde mich über ein möglichst weitgehendes Verbot freuen.

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Ich habe kein Problem mit Werbung und für mich ist das an sich auch kein großes Thema. Finde es aber sehr erfreulich, dass sich der Gast sehr intensiv mit seinem Anliegen auseinandergesetzt hat, ruhig und sachlich argumentiert und auch mal zugibt, wenn die Datenlage zu manchen Thesen eher dürftig ist. So ein Fürsprecher ist wirklich eine positive Abwechselung.

Analog dazu: marktschreierische Twitterer verbieten und dafür mehr Leute wie diesen Gast auf Bühnen lassen :wink:

Zum Thema Unfälle durch Werbung: Es ist vielleicht eher das Motiv, als die Form der Werbung :upside_down_face:

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In Berlin hat man ja schon einen ersten Schritt in Richtung weniger Werbung gemacht: die neuen City-Toiletten sind alle werbefrei. Das lässt sich der Senat aber auch entsprechend mehr kosten.

Außerdem fuhren früher Werbe-S-Bahnen umher. Die neuen Verkehrsverträge verbieten das.

Dem würde ich widersprechen. Bei mir war noch keine Kunde und hat gesagt "Haben Sie Produkt XY, das hat mir mein Freund empfohlen? ", aber Sätze wie „Haben sie Produkt XY, da wird ja grad überall Werbung gemacht?“ höre ich öfter oder die neue Variante mit "Haben sie Produkt XY, vom Youtuber/Influencer/Weichbirne schon, das soll es jetzt deutschlandweit bei ihnen geben? ".

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Ich wollte nur mal kurz schreiben, dass ich mich freue, dass mein Vorschlag so schnell umgesetzt wurde. Bin gerade im Urlaub und habe erstmal so schnell keine Zeit, die Folge zu schauen.
Mir ist das Thema zum ersten Mal Ende letzten Jahres im heute journal untergekommen, eines dieser Themen, das man wohl macht zwischen den Feiertagen, wenn nicht viel los ist. Damals auf Genf bezogen. Für mich war das ein vollkommen neuer Gedanken, dass man das fordern könnte. Werbeplakate waren für mich eine dieser Dinge, die so selbstverständlich sind, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, sie zu hinterfragen.
Mich stören sie auch überhaupt nicht, ich fand es als Schüler (vor allem in der Vor-Smartphone-Zeit) eigentlich sogar immer ganz interessant alle paar Wochen das neue Plakat an der Bushaltestelle zu studieren.
Da regen mich Werbebanner im Internet deutlich mehr auf.
Von daher war / bin ich gespannt, was man für Argumente dagegen anbringen kann, vor allem was einen dazu bringt nicht nur rational betrachtet dagegen zu sein, sondern auch Energie und Zeit von allen möglichen Themen genau hierfür zu investieren.

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Hat man nicht gerade im Urlaub Zeit? :thinking:

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Nicht, wenn man dann etwas draußen unternimmt und die Monate vorher krankgeschrieben zu Hause saß.

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Das ist halt (leider) Gewohnheit… :sweat_smile:
Ich meine, Menschen „tratschen“ doch immer über alles und jedes, was Ihnen begegnet!? Warum dann nicht mal sinnlosen Smalltalk in sinnvolle Gespräche verwandeln? :wink:

Und, grundsätzlich gilt doch eigtl. dass sich Qualitätshersteller immer durchsetzen, wenn Kunden davon überzeugt sind!

(Achtung, Zynismus: Vielleicht ist die Menschheit einfach tatsächlich zu dumm/geistig behindert, um normal zusammen zu leben!?! :nerd_face: :see_no_evil: :hear_no_evil: :speak_no_evil: )

Wtf. Ich habe noch nie ein Thema gehört, das so nach „Non-Issue“ schreit wie dieses.