Folge 66 - Aktenzeichen XY... rücksichtslos

Finde diese pauschale Kritik etwas unangebracht.
Erstmal glaube ich nicht, dass man die Leute gezwungen hat dort aufzutreten, zum anderen kann es auch einfach Ermittlungstaktische Gründe haben warum man diese Interviews gemacht hat. Es kann nämlich durchaus sein, dass jemand der das sieht und das Leid der Menschen dort vor Augen geführt bekommt erst dann mit seinem Wissen rausrückt oder Entführer sich wieder melden etc.

An sich hat mir der Beitrag sehr gut gefallen. Hinzuzufügen wäre jedoch, dass auch die Spielszenen immer länger und mit Details (egal ob erfunden oder nicht) überfrachtet werden, die mit dem Fall bzw. dem Tathergang nichts, aber auch gar nichts zu tun haben und bestenfalls sensationsheischend sind. So robben sich die Einspieler von “Aktenzeichen” immer näher an das Niveau von schlechten “daily soaps” heran. Zu Zeiten von Eduard Zimmermann habe ich das noch nicht so empfunden.

Volle Zustimmung! Die Seriosität der alten Inszenierungen wird heutzutage nicht einmal ansatzweise erreicht. Nicht umsonst gibt es eine richtige kleine Fan-Gemeinde und einen Kult um die alten Folgen.

Die Frau hat keinen türkischen namen, sie spricht auch nicht türkisch.
Und sieht nicht mal Türkisch aus, die hat nen Punkt auf der Stirn.

Kurdisch oder Zigeuner, ich weiß es nicht!

Liebe Grüße

…die hat nen Punkt auf der Stirn. Kurdisch oder Zigeuner, ich weiß es nicht!

Hindus tragen z.B. diesen Punkt auf der Stirne. :smt017

@cem1337

Das siehst du richtig! Ich habe das schon ein paar Beiträge vor deinem aufgegriffen. :wink:

[…]Das Verschwinden des Jungen war 1993.[…]

Was ich mich ja frage, ist, dass es keine neueren Fälle gibt. Bei einem solchen Fall, der immerhin um die 18 Jahre her ist, ist die Wahrscheinlichkeit zur Auflösung wesentlich geringer, als bei einem Fall, bei dem vielleicht 4-5 Jahre vergangen sind. Das heißt nicht, dass lang zurückliegende Verbrechen nicht gezeigt werden sollen, sondern das heißt nur, dass man lieber Verbrechen ausstrahlen soll, bei dem auch eine hohe Aufklärungswahrscheinlichkeit vorhanden ist. Imho.

Gibt es bestimmt.
Aber vielleicht wollten da die Angehörigen nicht so gern ins Fernsehen …? :smt002

Ich denke, dass man auch bei der Auswahl der Fälle ein gewisses Spektrum bieten wollte. Einmal vom Alter der Fälle und Alter der Kinder (es war auch eine vermisste Studentin unter den Fällen) und vorallem Regional, um Zuschauer aus ganz Deutschland anzusprechen.
Ich kann mir vorstellen, dass man da in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landeskriminalämtern zusammengearbeitet und die Fälle nach den obrigen Kriterien ausgewählt hat.

sehr schön. ZDF zeigt es nun, wei man es am besten macht. Obwohl die Opfer selbst immer wieder beteuern, dass sie am liebsten garnicht dran denken würden, reitet XY darauf schön rum. Die Bilder den Betroffenden zu zeigen ist nur eine gte Möglichkeit die daran Eltern zu erinnern, dass sie es doch das nächste Mal besser machen sollten, und was alles passieren kann.
[/ironie]

Zu den eigenartiggen Szenen, wo der Junge gesehen und entführt worden ist: sieht sehr nach RTL Punkt 12 aus. Wahrheit und Spekulation kann man kaum auseinanderhalten.
Und wäre es zuviel gewesen, wie bei Aktenzeigchen XY eigendlich üblich, eine Karte zu zeigen, wo der Juge gesehen wurde? Hätte das nicht etwas mehr zur Fallaufklärung beigetragen?

[quote="„Horst-Günter“"]

Gibt es bestimmt.
Aber vielleicht wollten da die Angehörigen nicht so gern ins Fernsehen …? :smt002[/quote]
Warscheinlich :slight_smile:

… man stand voll im Saft, alle Türen schienen weit offen, alles schien möglich, man war voll von jugendlicher Kraft, voll von Idealismus, man war im schulischen Umfeld auch noch im einigermaßen “geschützen Rahmen” u.s.w.

…Ich würde mich eher als zynisches Wrack bezeichnen.Aber deine Beschreibung ist fast schon nicht gelogen…

Man sollte da aber aufpassen und differenzieren zwischen der „normalen“ Aktenzeichen XY-Sendung und diesen Sondersendungen zu den Vermisstenfällen von Kindern. Klar, das Grundprinzip steht weiterhin, aber die Aufmachung mit den Interviews und auch den Berichten hebt sich von den normalen Aktenzeichen-Folgen ab.

Ich bin regelmäßiger Aktzenzeichen-Gucker, die Sondersendung fand ich auch weniger gelungen. Vermutlich wollte man beim ZDF extra etwas mehr Persönliches zeigen, um Mitwisser oder Täter der meist weit zurückliegenden Verschwinden zu emotionalisiseren. Dafür war eine gewisse Boulevardisierung wohl von Nöten.

Gleiches wollte ich grad schreiben :slight_smile: . Finde auch , das Du dich hier übereilt auf einen Beitrag gestürzt hast. Man muss auch bedenken das sich wirklich immer wieder die Familien der Opfer in den Medien zeigen um so nochmals eine breitere Öffentlichekti zu erreichen. Und wenn so irgendwelche Hinweise kommen, finde ich das sehr sehr gut.

persönliches Fazit: unnötigster Beitrag aller FK.tv Sendungen!

Ich will hier jetzt nicht auf den Beitrag im Allgemeinen eingehen, aber ich muss leider (deine) schlechte Recherche kritisieren.

Die Frau mit dem Kopftuch, die gezeigt wurde, ist nicht wie gesagt eine Türkin. Türken haben kein Symbol auf ihrer Stirn bzw. zeigen nie öffentlich ihre Haare, falls sie ein Kopftuch tragen. Aber ein stärkerer Faktor ist natürlich ihre Sprache. Was sie gesprochen hat war weder türkisch noch war es ein Dialekt (Akzent ist auch ausgeschlossen).
Ich will hier zwar keine Vermutungen anstellen, aber anhand ihres Umgangs mit dem Kopftuch und dem Merkmal an ihrer Stirn, tippe ich auf eine Kurdin oder Zigeunerin. Ich kenne mich in beiden Fällen nicht aus. Jedenfalls ist das keine Türkin.

@Rev
Wenn man schon klugscheissen will,dann sollte man Sinti oder Roma sagen.Zigeuner ist ein Schimpfwort!!!

@Rev
Wenn man schon klugscheissen will,dann sollte man Sinti oder Roma sagen.Zigeuner ist ein Schimpfwort!!!

Ne, iss klar. Und warum nennen die sich untereinander selber so? Sinti und Roma ist der PC-Begriff, mehr nicht.

@DarkSpike & Walter Sobchak: Wenn “Zigeuner” eine Beledigung ist, dann müssten wir u.a. dieses Lied umändern.

Worüber wird hier eigentlich “diskutiert”? Die Mutter, die bei XY zu Gast war, ist ethnisch eine Kurdin. Das schließt nicht aus, dass sie die türkische Staatsbürgerschaft besitzt. (“Bergtürken”, gell?)

Der Terminus “Zigeuner” ist nicht PC, aber ob’s eine Beleidgung darstellt, darüber sind sich selbst Roma und Sinti nicht einig.

Die Offensive zur sprachlichen Säuberung erreichte derweil 2004 einen absurden Höhepunkt (-> Praktikantin contra Benjamin )

… click on refresh, Walter.

Da der Link z.T. immer noch nicht richtig zu funktionieren scheint (bei mir wurde es z.B. erst angezeigt, nachdem ich ihn über Google gefunden hatte), ist hier mal der komplette Text im Spoiler.
/e: Alaster
[spoiler]

26.04.2004

GUTACHTEN
Praktikantin contra Benjamin

Von Broder, Henryk M.

Die Behörde der Integrationsbeauftragten Marieluise Beck urteilt jetzt auch über Literatur. Erstes Opfer ist ein deutscher Philosoph, der vor 64 Jahren Selbstmord beging.

Erst dachte Rainer Moritz, Chef des Hamburger Verlags Hoffmann und Campe, an den Scherz eines Konkurrenten. Oder an eine Aktion des Satire-Magazins “Titanic”, das ihn auf den Arm nehmen wollte.

In seiner Post war ein Brief, abgeschickt im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Eine Referentin der Bundesbeauftragten, Dr. Claudia Martini, klärte den Verleger über die Aufgaben ihrer Behörde auf. Eines der Ziele sei es, “zu einem spannungsfreien Zusammenleben zwischen Zuwanderern und Einheimischen, zwischen Minderheiten und Mehrheiten beizutragen”.

Nach dieser Einleitung kam sie rasch zur Sache. Bei Hoffmann und Campe sei voriges Jahr unter dem Titel “Aufklärung für Kinder” eine Doppel-CD (Co-Produzent: Radio Bremen) mit Arbeiten von Walter Benjamin erschienen, mit einem Beitrag über “Die Zigeuner”, den man als “problematisch” einstufen müsse. Der Text enthalte eine “quasi mythische Darstellung der Situation von so genannten ‘Zigeunern’ in der Zeit Benjamins” und sei geeignet, “Stereotype und Vorurteile … eher zu betonen als zu hinterfragen”.

Deswegen müsse “empfohlen” werden, von einer weiteren Veröffentlichung der Benjamin-CD “abzusehen”. Man erwarte Vollzugsmeldung. “Bitte informieren Sie die Beauftragte über Ihre Entscheidung.”

Hätte Rainer Moritz einen Brief bekommen, in dem ihm mitgeteilt worden wäre, er solle fortan seine Lese- und Hörbücher einer neu gegründeten “Bundesschrifttumskammer” zur Genehmigung vorlegen, er wäre kaum überraschter gewesen. Schließlich ging es um Texte des jüdischen Schriftstellers und Philosophen Walter Benjamin (1892 bis 1940), die dieser Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre für “Die Stunde der Jugend” des Südwestdeutschen Rundfunks geschrieben hatte und die erst 1985 vom Herausgeber der gesammelten Schriften Benjamins, Rolf Tiedemann, neu publiziert wurden.

Benjamin, der auf der Flucht vor den Nazis Selbstmord begangen hatte, Ressentiments gegenüber “Zigeunern” zu unterstellen, das erschien dem Verleger so absurd wie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit literaturkritischen Aufgaben zu betrauen. Aber genau dies hatte die Beauftragte geleistet, und zwar gründlich: Dem Brief lag eine dreiseitige “Expertise” bei, in der Benjamin regelrecht seziert wurde.

Er sei “nicht konsequent und widerlegt einige Vorurteile, indem er gleichzeitig andere bestätigt”, der “soziale und ökonomische Kontext” bleibe “weitestgehend ausgeblendet”, an keiner Stelle seines Textes gehe Benjamin “darauf ein, dass durch Kriege, Krankheiten und zunehmende Verarmung im Mittelalter auch zuvor sesshafte Bevölkerungsteile zu wandern begannen”; statt “den Begriff ‘Zigeuner’ als Gesamtkonzept zu hinterfragen”, suggeriere er falsche Zusammenhänge und lasse unberücksichtigt, dass “Sinti und Roma heute in Deutschland weitestgehend sesshaft geworden” seien und sich “in Bezug auf Sprache oder Berufstätigkeit in die Gesellschaft ‘integriert’ haben”. Kurzum, Benjamin habe bei der Darstellung der Geschichte und der Lebensumstände der “Zigeuner” vollkommen versagt, sein Text sei untauglich, vor allem als “Aufklärung für Kinder”.

So viel literarische Kompetenz bei einer Behörde, deren Wirken sich weitgehend im Symbolischen erschöpft, kann kaum noch als Grenzüberschreitung gesehen werden - es ist schlichte Anmaßung.

Doch Claudia Martini, eine Ethnologin, die mit einer Arbeit über Transnationalität italienischer Migranten promoviert hat, meint es gut: “Kein Mensch kann sich freisprechen, Vorurteile zu haben. Auch Benjamin ist nicht über den Verdacht erhaben.”

Die Sache sei ins Rollen gekommen, als “ein Onkel, der seinem Neffen die CD schenken wollte”, sich entsetzt an die Beauftragte gewandt habe. Daraufhin habe “eine sehr kompetente Praktikantin” die CD abgehört und die “Expertise” verfasst.

“Jeder Bürger kann sich an uns wenden, wenn es im Rahmen unseres Auftrages ist, für ein spannungsfreies Zusammenleben zu sorgen”, sagt Frau Martini, “dann sind wir aufgefordert, Stellung zu beziehen”, auch wenn es dafür “keine Rechtsgrundlage” gebe. Es gehe darum, “die Sensibilität zu schärfen für kommende Fälle”.

Das meint auch Verlagschef Moritz, er hat deswegen eine ganze Liste von Objekten für Stellungnahmen zusammengestellt. “Aber am Abend, da spielt der Zigeuner” mit Cindy & Bert, “Zigeunerjunge” mit der legendären Alexandra, “Du schwarzer Zigeuner” mit Vico Torriani. “Auch bei Wilhelm Raabe und Theodor Fontane gäbe es einiges zu streichen.”

Und er hat die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration brieflich ermuntert, beim Frankfurter Suhrkamp Verlag, der Benjamins “Aufklärung für Kinder” verlegt hat, vorstellig zu werden, um die “Ausgabe zu makulieren”. HENRYK M. BRODER
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Aktenzeichen XY mit Ede war wirklich noch genial.

Hier mal ein legendäres Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=ckjRYsU4 … re=related

Falls ich mit dem Begriff “Zigeuner” irgendjemanden verstört oder beleidigt habe, dann tut es mir leid. Wie schon gesagt, kenne ich mich in sowas nicht aus.

Eine Türkische Staatsbürgerschaft kann sie ruhig haben. Eine Türkin würde ICH sie nicht nennen. Zu einem Türken mit deutscher Staatsbürgerschaft sagt man auch nicht Deutscher. Höchstens >>Deutscher mit türkischer Abstammung<<. In diesem Falle dann >>Türkin mit kurdischer Abstammung<<. Aber ist ja jetzt auch egal.

Die Kripo Breckerfeld bittet um Hinweise zur Identität dieses räudigen Straßenköters. Der Verdächtige bellt in hessischem Dialekt und verfügt über mehrere Zecken am linken Hinterlauf. Nähere Hinweise nimmt jedes Tierheim entgegen oder eines unserer Desinfektionsstudios.