Folge 602: Das große Fußballquiz zur WM

Es haben bisher tatsächlich nur acht verschiedene Länder, jemals eine Fußball-WM gewonnen? Das kann ich kaum glauben. Wahnsinn.

Es gab aber auch „nur“ 22 WMs überhaupt (eine alle 4 Jahre, aber nach Kriegsbeginn bis 1950 ausgesetzt). Wenn man dann noch berücksichtigt, dass alleine Brasilien 5x gewonnen hat (Deutschland und Italien je 4x), wird es schon etwas weniger unglaublich.

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Aktuell sehe ich auch nicht, dass sonderlich viele neue Weltmeisterländer zu dieser Riege dazustoßen können.
Portugal vielleicht am ehesten noch, aber mein Guess ist, dass der Club auch längerfristig ziemlich elitär bleiben wird.

Den vielbeschworenen afrikanischen Champion wird es wohl absehbar nicht geben. Und auch im Rest der Welt außerhalb Europa und Südamerika fehlt da einfach der professionelle Unterbau und eigene Talentförderung um ganz nach oben zu kommen.

Ich verfolge die Fußballweltmeisterschaften seit Mexiko 1986 und es sind tatsächlich in diesen vierzig Jahren nur zwei neue Länder (1998 Frankreich, mittlerweile zwei Titel, und 2010 Spanien) hinzugekommen.

Ein neues Land in der Siegerliste der Fußballweltmeisterschaft ist also schon sowas wie ein Vierteljahrhundertereignis. Die Gründe haben @MGFR und @kylennep schon gut auf den Punkt gebracht.

Seh ich anders. Schau mal: Bei EM´s reihen sich zu den Siegern unter anderem Dänemark, Griechenland oder Portugal. Warum soll sowas nicht auch irgendwann in absehbarer Zeit mal bei einer WM passieren können? Wir dürfen bei dieser Sportart außerdem auch den großen Faktor Glück nicht außer Acht lassen. Es gewinnt nicht immer das bessere Team mit dem großen Chancenplus automatisch auch das Spiel, wie das im Handball eigentlich immer der Fall ist. Das eine bessere Team trifft womöglich zig mal Aluminium, der Torwart kommt auf Hochtouren und dann ein Konter und ein Spiel wird komplett auf den Kopf gestellt. So lange ist der Weg in der KO-Phase bei einer WM auch nicht: Es sind lediglich 5 KO-Spiele zum WM-Titel. Das heißt: bisschen Losglück haben im Baum und gegen bessere Teams das Glück und womöglich auch mal die Tagesform auf seiner Seite haben.

Man muss schon sagen: beispielsweise die Niederlande war schon öfter auch knapp dran, sich in die Siegerliste einzureihen.
Mein Geheimfavorit für diese WM sind die Kolumbianer, die völlig unterm Radar der meisten laufen: Bis zum Finale der Copa América waren die 28 Pflichtspiele in Serie ungeschlagen

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Ich hab nicht gesagt, dass es ausgeschlossen ist. Gegenbeispiele hast du genannt.
Aber die Reihe der absoluten Topfavoriten ist gefühlt über die letzten 50 Jahre immer identisch und hat sich über die Jahre auch kaum erweitert. Gründe dafür wurden genannt.
Und gerade für Teams außerhalb von Europa und Südamerika (und auf die bezog ich mich in erster Linie) sehe ich das einfach auch langfristig nicht.

Aber mal gucken wie gut dieser Post altert :slight_smile:

Marokko als nicht-europäischer Anwärter auf den Titel ist vermutlich schon kein Geheimtipp mehr, aber die haben gerade eine goldene Generation zusammen - wenn die so eine „jetzt oder nie“-Mentalität entwickeln, könnte da was gehen (allerdings hat man das auch 10 Jahre lang über Belgien gesagt). Aber natürlich haben viele afrikanische Mannschaften auch einfach das Problem, dass sich Weltklasse-Spieler, die theoretisch auch für sie spielen könnten, in der Regel für das jeweilige europäische Land entscheiden. Theoretisch könnten Mbappe und Olise beide für Algerien auflaufen, oder früher Zinedine Zidane (sein Sohn spielt ja sogar dort).

Auch Norwegen hat eine richtig geile Truppe beisammen, gerade im Mittelfeld und Angriff. Wenn die in den leichten Teil des Turnierbaums kämen, wäre da echt was drin.

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Ich denke auch an den aktuellen Weltfußballer Ousmane Dembélé: Mutter hat Vorfahren aus Senegal und Mauretanien, sein Vater kommt aus Mali. Dennoch in Frankreich aufgewachsen und sich früh schon für Frankreich entschieden

Aber das verdeutlicht genau meinen Punkt:

Es braucht bei diesen Teams immer eine

gepaart mit einigen Wenns

damit sie annähernd auf ein ähnliches Niveau gelangen, was die „Big Five“ (nenne ich sie jetzt mal) durch ihren gesamten Unterbau durchgängig und planbar dauerhaft haben.
Um da strukturell ranzukommen müsste in diesen Ländern langfristig angelegt einiges aufgebaut werden; und das wird durch den Sogeffekt, welchen Europa (oder genauer die 4 Topligen) für alle Fussballer auf der Welt besitzt auch massiv erschwert (Stichwort: Mbappe, Zidane)

Die bisherige WM und auch die abgegebenen Tipps zeigen aber auch, wie wenig diese WM vorhersehbar ist. Ich würd gern mal die Experten sehen, die vorhergesagt haben, dass die Schweiz nicht gegen Katar, die Spanier nicht gegen Kap Verde, Uruguay nicht gegen Saudi-Arabien und die Portugiesen nicht gegen DR Kongo gewinnen werden.

Von daher sag ich vor allem: Abwarten. Gefühlt 99% da draußen redet ja nach nicht mal einem vollständig gespielten Spieltag schon mit fester Überzeugung vom Achtelfinale Deutschland gegen Frankreich …

Ich denke, weil die Spieler der Favoritennationen alle völlig überspielt sind (dank der Klub-WM spielt zum Beispiel ein Kimmich seit drei Jahren quasi durch), sind solche Ausreißer in der Gruppenphase quasi eingepreist. Ist ja in der Ligaphase der Champions League genauso.
Die Spieler und Trainer wissen, dass sie dank des Turniermodus eh weiterkommen und trainieren bzw. spielen vielleicht (unbewusst?) mit angezogener Handbremse. Ich denke, auch die Belastungssteuerung im Training wird eher auf die K. O.-Phase ausgerichtet sein. Hingegen gehen die kleiner Nationen davon aus, nur drei Spiele zu haben, außerdem ist ein WM-Spiel gegen Spanien für Kap Verde natürlich das Spiel des Lebens. Die hauen da alles raus und werfen alles in den Ring. Leider hält die FIFA den Deckel auf bestimmte Datensätze (zum Beispiel Laufleistung und Intensive Läufe), so dass ich diese These nicht verifizieren kann.

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Ich finds vor allem bei den ganzen Punktgewinnen der Außenseiter ähnlich zu sehen wie 1. Runde DFB-Pokal. Der Außenseiter steht tief, versucht kompakt zu verteidigen, igelt sich hinten ein und lauert auf seine Konterchancen. Der Favorit wiederum versuchts mit individueller Klasse und technischer Überlegenheit zu lösen. Was aber nach einer langen Saison zum Teil bei den Favoriten rauskommt, ist eine Statik (, die ich im Übrigen auch zeitweise bei uns beim Curaçao-Spiel in der 1. Hälfte bis zum 1:1 vernommen hab). Es fehlt an Bewegung der Spieler ohne Ball, an Spritzigkeit und Tempo, denn gerade schnelles Spiel sorgt für Lücken, kreiert Chancen und wird die Verteidigung des Außenseiters aufreißen. Wo der Matchplan des Außenseiters komplett aufging, war z.B. bei den Australiern beim 2-0 gegen die Türkei. Ich sag aber auch, in mindestens 8 von 10 solchen Fällen, hätte die Türkei bei der Spielweise Australiens das Ding auf ihre Seite gezogen.

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Glückwunsch an Olli. Ich hätte bei diesem Quiz ca. 70 % der Fragen gewußt.
Und Ja, bitte einen 2. Teil dieses Spiels bzw. Quizzes. Es sind ja noch genügend Fragen übrig. :slightly_smiling_face:

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