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Folge 56: "Von Woody Allen bis Schweighöfer"

#1

Hier kann darüber diskutiert werden!

//youtu.be/CnA3m7YrFfU

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#2

Die Folge fand ich unterhaltsam wie nahezu immer und von Nils auf dem mittlerweile gewohnt hohen Serienkiller-Niveau präsentiert. Meinen Kritikpunkt an der Folge hat Nils mit dem Rausschmeißer selbstironisch im Voraus ausgekontert, wahrscheinlich aufgrund der befürchteten Kritik. Aufgrund der extremen Themenvielfalt war die Folge doch sehr verworren und den Durchblick zu behalten, war doch recht schwierig.

Trotzdem bitte ich Euch, beim nächsten Mal einem wie auch immer gearteten roten Faden durch die Sendung zu folgen. Ohne den besagten Rausschmeißer wäre mein Beitrag deutlich weniger wohlwollend geworden.

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#3

Ich fand die Folge richtig super, trotz, oder durchaus auch wegen des fehlenden übergreifenden Themas. Ich mag es sehr, wie Nils solche Dinge aufbereitet (bitte bringt Tonangeber zurück!).

Einzig die Kritik an den ausländischen Synchros von You Are Wanted fand ich nicht nachvollziehbar. An der englischen Version hätte ich stark kritisiert, dass sie sich teilweise gar nicht wie eine Synchronisation, sondern mehr wie flüchtiges Übersprechen anhört, mit unterirdischem Timing und ohne Sinn für den Raumklang und die Umgebung.
Aber die Tatsache, dass Schweighöfer in den anderen Fassungen als jeweiliger Muttersprachler dargestellt wird, und dass der Text auf dem Handy in allen Fassungen deutsch bleibt, ist aus heutiger Sicht kaum noch zu kritisieren. In deutschen Synchronisationen machen wir das seit Jahrzehnten konsequent genau so, fast ohne Ausnahmen, selbst wenn es völlig irrsinnig ist, wie z.b. in Inglourious Basterds.
Und ich würde schätzen, seit etwa den 60er Jahren werden auch Texte in der Originalsprache, die in der Szene zu sehen sind (wie auf dem Handy in diesem Beispiel), nicht mehr durch übersetzte Einblendungen ersetzt, sondern einfach unverändert gezeigt und ggf. vorgelesen oder untertitelt. Man traut dem Zuschauer zu, dass er weiß was eine Synchronisation ist und deshalb so eine originalsprachige Texteinblendung verkraften kann.

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#4

[QUOTE=Faygris;487676] Aber die Tatsache, dass Schweighöfer in den anderen Fassungen als jeweiliger Muttersprachler dargestellt wird, und dass der Text auf dem Handy in allen Fassungen deutsch bleibt, ist aus heutiger Sicht kaum noch zu kritisieren. In deutschen Synchronisationen machen wir das seit Jahrzehnten konsequent genau so, fast ohne Ausnahmen, selbst wenn es völlig irrsinnig ist, wie z.b. in Inglourious Basterds.
Und ich würde schätzen, seit etwa den 60er Jahren werden auch Texte in der Originalsprache, die in der Szene zu sehen sind (wie auf dem Handy in diesem Beispiel), nicht mehr durch übersetzte Einblendungen ersetzt, sondern einfach unverändert gezeigt und ggf. vorgelesen oder untertitelt. Man traut dem Zuschauer zu, dass er weiß was eine Synchronisation ist und deshalb so eine originalsprachige Texteinblendung verkraften kann.[/QUOTE]

Genaugenommen hab ich das ja nicht wirklich kritisiert, sondern eher drüber geschmunzelt, weil ich es nicht verstanden habe, warum ein Engländer bzw. Franzose eine deutsche SMS schreibt, während er sie -während er schreibt!- in seiner Muttersprache kommentiert. Das hätte man doch besser lösen können, oder? Ich erinnere mich an SchwarzWeiß-Filme aus den 40ern (frag mich jetzt bitte nicht, welche das waren), da ging es irgendwie um den 2. Weltkrieg und es wurde eine amerikanische Zeitung eingeblendet…und wie von Zauberhand einige Sekunden später (für das deutsche Publikum!) dieselbe Zeitung auf Deutsch! Wenn die das also schon in den 40ern hinbekommen haben, sollten die das doch heute auch noch hinkriegen, oder?

Trotzdem natürlich many thanx and all that Jazz für deine Zeilen und den TonAngeber vermisse ich auch.

      • Aktualisiert - - -

[QUOTE=hollaender;487669] Meinen Kritikpunkt an der Folge hat Nils mit dem Rausschmeißer selbstironisch im Voraus ausgekontert, wahrscheinlich aufgrund der befürchteten Kritik. [/QUOTE]

Gut erkannt. Freu mich aber wie Bolle, dass du bis zum Schluss durchgezogen hast, und das “Esteregg” überhaupt entdeckt hast. Lee Marvin und den Gaul an der Wand von der letzten Sendung hat wahrscheinlich kein Schwein gesehen. :wink:

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#5

Amerikanische Sitcoms wie “Big Bang Theory” werden vor Live-Publikum aufgezeichnet. Die Lacher, die in der Originalversion zu hören sind, sind vom Publikum im Studio. In der deutschen Version werden die Lacher allerdings eingespielt und sind nicht mehr identisch mit denen vom Live-Publikum.

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#6

[QUOTE=Beyermacher;487678]Gut erkannt. Freue mich aber wie Bolle, dass du bis zum Schluss durchgezogen hast, und das “Easteregg” überhaupt entdeckt hast. Lee Marvin und den Gaul an der Wand von der letzten Sendung hat wahrscheinlich kein Schwein gesehen. ;)[/QUOTE]

Nils, man muss Dich einfach nur mögen ;-). Ich war bei der Hälfte der Folge schon drauf und dran, einen Verriss zu schreiben, bin aber sehr froh, durchgehalten zu haben. Den roten Faden habe ich zwar noch immer nicht gefunden, aber dafür ein schönes Easteregg, das zusammen mit dem ersten Clip aus demselben Film die Folge wenigstens einrahmt. Ohne den roten Faden wäre sie andernfalls komplett auseinandergefallen ;-).

[QUOTE=Beyermacher;487678]Trotzdem natürlich many thanx and all that Jazz für deine Zeilen und den TonAngeber vermisse ich auch.[/QUOTE]

Zu besonderen Anlässen oder getarnt in einem anderen Format lässt sich Holger vielleicht doch noch zu einem unregelmäßigen Revival überreden. Bei Asynchron 55 hat das doch auch geklappt.

[QUOTE=Faygris;487676]Ich fand die Folge richtig super, trotz, oder durchaus auch wegen des fehlenden übergreifenden Themas. Ich mag es sehr, wie Nils solche Dinge aufbereitet (bitte bringt Tonangeber zurück!).[/QUOTE]

Ich habe nicht die Aufbereitung kritisiert, die war hervorragend. Ich bezog mich ausschließlich auf das Springen vom Hölzchen aufs Stöckchen und damit einhergehenden fehlenden roten Faden durch die gesamte Sendungen. Aus demselben Grund kann ich mir die meisten Tierdokumentationen – auch die guten alten von Sielmann – nicht ansehen, selbst wenn der rote Faden “Naitionalpark XY in Afrika” lautet.

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#7

[QUOTE=Beyermacher;487678]Genaugenommen hab ich das ja nicht wirklich kritisiert, sondern eher drüber geschmunzelt, weil ich es nicht verstanden habe, warum ein Engländer bzw. Franzose eine deutsche SMS schreibt, während er sie -während er schreibt!- in seiner Muttersprache kommentiert. Das hätte man doch besser lösen können, oder? Ich erinnere mich an SchwarzWeiß-Filme aus den 40ern (frag mich jetzt bitte nicht, welche das waren), da ging es irgendwie um den 2. Weltkrieg und es wurde eine amerikanische Zeitung eingeblendet…und wie von Zauberhand einige Sekunden später (für das deutsche Publikum!) dieselbe Zeitung auf Deutsch! Wenn die das also schon in den 40ern hinbekommen haben, sollten die das doch heute auch noch hinkriegen, oder?[/QUOTE]

Ja, im Prinzip ist das definitiv zum Schmunzeln. Aber wie gesagt, so machen wir es in deutschen Synchronisationen schon lange. Der Unterschied ist nur, dass es hier andersrum ist, und einem da als Deutschem erst bewusst wird, wie seltsam das eigentlich ist.
Und ich sagte ja auch, seit etwa den 60er Jahren werden solche Anpassungen wie das mit der Zeitung nicht mehr gemacht. Es ist wahrscheinlich nur Gewöhnung, aber ich würde es heute sehr irritierend finden, wenn James Bond plötzlich eine deutschsprachige Nachricht an M tippen würde. Ich hoffe eher dass man in Zukunft hin zu weniger Lokalisierung geht, statt zu mehr.

Aber ich meine es ja gar nicht überkritisch; die Folge hat mich ja wunderbar unterhalten. :​)

[QUOTE=hollaender;487681]Ich habe nicht die Aufbereitung kritisiert, die war hervorragend. Ich bezog mich ausschließlich auf das Springen vom Hölzchen aufs Stöckchen und damit einhergehenden fehlenden roten Faden durch die gesamte Sendungen.[/QUOTE]

Ja, das hab ich verstanden. Mein zweiter Satz war gar nicht auf dich bezogen, sondern nur allgemein gesagt. :​)

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#8

Wenn man sich darauf einlässt, dass ein Synchronmagazin von jemanden moderiert wird,
der Synchronsiation nicht so schätzt, war es eine unterhaltsame Folge. :smiley:
Ihr solltet Nils einen Gastbeitrag machen lassen, in dem er einen Manga vorstellt;
wird bestimmt genausogut. :mrgreen:


Was mir aber tatsächlich negativ aufgefallen ist; Nils hat die schlechte Angewohnheit
immer seine Finger zu lecken vor dem Umblättern, das wirkt total unprofessionell.

Es gibt Fingergummihüte, damit man Papier leichter umblättern kann.
Das verhindert dann auch das unbewuste Lecken am Finger.
Oder ist müst kreativer schneiden; Lars kommt ja auch nicht ohne Jumpcuts aus.

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#9

[QUOTE=hhp4;487702] Was mir aber tatsächlich negativ aufgefallen ist; Nils hat die schlechte Angewohnheit
immer seine Finger zu lecken vor dem Umblättern, das wirkt total unprofessionell.

Es gibt Fingergummihüte, damit man Papier leichter umblättern kann.[/QUOTE]

Man kann damit sogar Geld zählen. Tolle Sache. Irgendwelche ästhetischen Vorlieben, was Farbe oder Form betrifft? :wink:




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#10

Ich fand die Folge super, trotz der vielen Themen :slight_smile:

Ein Extrembeispiel für Textanpassungen in der deutschen Version ist der Film “Unknown User”, der zur Gänze auf dem Computerbildschirm der Hauptfigur spielt. Hier wurden tatsächlich alle Texte die auf dem Bildschirm zu sehen sind ins Deutsche übertragen, von der einfachen Nachricht bis zum Interface von Skype.

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#11

[QUOTE=Beyermacher;487720]Man kann damit sogar Geld zählen. …[/QUOTE]

Der Chef bezahlt tatsächlich Geld? Ich dachte es gäbe nur Becks. :lol:

Ok als Modeberater würde ich zum rosafarbenen Fingerhut raten aus dem letzten Bild.
Das sieht dann für die Kamera relativ unauffällig aus. :slight_smile:

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#12

[QUOTE=hhp4;487733]Ok als Modeberater würde ich zum rosafarbenen Fingerhut raten aus dem letzten Bild. Das sieht dann für die Kamera relativ unauffällig aus. :)[/QUOTE]

Ich musste bei der ganzen Fingerhut-Thematik irgendwie an Martina Hill denken, Weiß jetzt auch nicht genau, wieso…

//youtu.be/TAlRfN4fTJI

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#13

In Flensburg gibt’s auch welche in Hautfarbe und mit größeren Noppen.

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#14

Zum Thema “Übersetzungen von Woody Allen” wollte ich gerne, quasi ergänzend dazu, kurz über eines seiner Kurzgeschichtensammlungen sowie deren deutsche Übersetzung reden.

Es geht um den Band “Getting Even”, auf Deutsch “Wie du dir so ich mir”, erschienen im rororo-Verlag, 1981, an sich sehr gut übersetzt von Benjamin Schwarz.
Aber dennoch gibt es ein paar Stellen, die entweder “verdeutscht” wurden, um verständlicher zu werden, Wortwitze, die man nicht 1:1 übersetzen kann, oder um offensichtliche Fehler und Stellen, wo Woody Allen Sprachwitz verloren geht.

Ein Beispiel ist etwa dieser Satz hier:

Standing next to me was a nerve-shattering blonde, who waxed and waned under a black chemise with enough provocation to induce lycanthropy into a Boy Scout.

Gleich neben mir stand eine nervenzermürbende Blondine, die unter ihrem schwarzen Hemdchen dermaßen herausfordernd Ebbe und Sturmflut machte, dass selbst einem Pfadfinder der Wahn kommen musste, ein Vampir zu sein.

Im Original ist von “waxed and waned” die Rede, in diesem Zusammenhang geht es um den zu- und abnehmenden Mond, deswegen auch der Witz mit der lycantrophy, also dem Werwolf.
In der dt. Fassung wurde daraus “Ebbe und Flut” gemacht, was zwar auch mit dem Mond zu tun hat, aber falsch übersetzt ist, und der Zusammenhang von Ebbe und Flut mit Vampiren ist völlig aus der Luft gegriffen.

Im folgenden Beispiel hat man M&Ms, die man vielleicht Anfang der 80er in Deutschland nicht kannte(?) in “Gummibärchen” übersetzt.

Nat: There’s M&M’s downstairs in a dish.
Death: M&M’s. What if the President came? He’d get M&M’s too?
Nat: You’re not the President.
Death: Deal.

Nat: Unten auf einer Schüssel liegen Gummibärchen.
Tod: Gummibärchen. Und was, wenn der Präsident käme? Bekäme der auch Gummibärchen?
Nat: Du bist nicht der Präsident.
Tod: Teil aus.

Die Geschichte leidet zwar nicht darunter, aber dennoch ist das etwas völlig anderes.

In einer anderen Geschichte geht es um die Aussagen von Hitlers Friseur:

As I told the tribunal at Nuremberg, I did not know that Hitler was a Nazi. The truth was that for years I thought he worked for the phone company.

Wie ich dem Gericht in Nürnberg schon sagte, wusste ich nicht, dass Hitler Nazi war. Die Wahrheit ist, dass ich jahrelang dachte, er arbeite für die Post.

“phone company” vs. “die Post”.

Nun geht es um ein schlecht zu übersetzendes Wortspiel:

April 1: Arrived at the Helmholtz house at precisely 10:00 A.M. and was told by the maid that the doctor was in his room sorting some mail. In my anxiety, I thought she said the doctor was in his room sorting some meal. As it turned out, I had heard correctly and Helmholtz was sorting some meal. He had large fistfuls of grain in each hand and was arranging it in random piles. When queried about this he said, “Ach—if only more people sorted meal.”

  1. April: Kam pünktlich um 10 Uhr morgens bei Helmholtz an, wo mir das dienstmädchen sagte, der Doktor sei in seinem Zimmer und sichte Adressen. In meiner Ängstlichkeit meinte ich, sie hätte gesagt, der Doktor sei in seinem Zimmer und sichte das Essen. Wie sich herausstellte, hatte ich richtig gehört, und Helmholtz sichtete tatsächlich das Essen. Beide Hände hatte er voll Haferflocken, die er zu beliebigen Häufchen ordnete. Als ich ihn darüber befragte, sagte er: „Ach – wollten doch nur mehr Menschen das Essen sichten!“

Schwer zu übersetzen, das “sichte Adressen”-“sichte das Essen” ist eine Notlösung, mit der ich leben kann, jedoch ergibt dann der Satz, dass Helmholtz die Haferflocken zu beliebigen Häufchen ordnete, gar keinen Sinn mehr, weil er das Essen jetzt “sichtet”, und nicht “ordnet” oder “sortiert”.

Eine mir ebenfalls unverständliche Eindeutung wurde hier vorgenommen:

I sought refuge in the cool dark of a newsreel theatre, where a tour de force by Bugs Bunny and three Librium restored my nervous system to its usual timbre.

Ich suchte Zuflucht im kühlen Dunkel eines Wochenschau-Kinos, wo die Gewaltkur von Donald Duck und drei Librium mein Nervenkostüm wieder auf seine normale Zitterfrequenz runterbrachte.

Ich glaube nicht, dass man Bugs Bunny 1980 in Deutschland nicht kannte!

Ein letztes Beispiel für eine Übersetzung, die an den Witz zwar nicht zerstört, aber den Sprachwitz des Originals vermissen lässt:

Cold and starving, the Rev was taken back to his home, where he was revived with steaming soup and flanken. Following that, he was given something to eat.

Kalt und ausgehungert wurde der Rebbe heimgebracht, wo er mit dampfender Suppe und Hammellendchen kuriert wurde. Dann bekam er erst mal was zu essen.

Der Witz muss hier nicht erklärt werden, der ist völlig klar.
Aber die deutsche Übersetzung ist hier im zweiten Satz unnötig holprig. Schreibt Woody Allen im Original noch knochentrocken und kurz “Following that, he was given something to eat”, als ob das ernst, und überhaupt nicht komisch gemeint wäre, schreibt die dt. Fassung “Dann bekam er [U]erst mal[/U] was zu essen”. Das wirkt nicht nur holprig, sondern klingt auch so, als ob man den Leser auf den offensichtlichen Witz noch extra aufmerksam machen möchte. Als ob der Übersetzer hier versucht hat, den Witz noch lustiger zu gestalten.

LG,
Cherubino

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#15

Ja, wie immer schöne Folge. Würde mich freuen wenn Nils das Format fest übernehmen würde. Das passt irgend wie zu Ihm. Seit er die Folgen macht gefällt mir das Magazin viel besser.

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#16

in egal welchem format (tonangeber, pantoffel, async) finde ich zwar das ablesen der moderationstexte nicht so toll, aber dafür sind sie immer wirklich sehr gut geschrieben!

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