Folge 528: Knastfilme aus Fernost

Pantoffelkino Folge 528. Hier kann darüber diskutiert werden!

Unser Lebemann-Abonnent Robert hat sich eine besondere süß-saure Schlachtplatte gewünscht: Knastfilme aus Fernost. Und dort geht es erwartungsgemäß auch gern mal gnadenlos zur Sache: Folter, Gewalt, Sexploitation - alles was das Filmgenre ausmacht, wird hier hart rangenommen. Malte, Christian und Holger lassen sich das Menü gern schmecken - und sind ausgerechnet bei dem Film enttäuscht, in dem ein Weltstar mitspielt.

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Immerhin wissen wir ja, dank letzter Woche, warum @max.stascheit heute nicht dabei ist! :wink: Er hat die Seife aufgehoben! :joy:

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Ist das in Sasori die originale deutsche Synchro von 1972?

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Der Film erschien erstmals im Jahr 2006 in Deutschland. Also wird die Synchro kaum aus dem Jahr 1972 stammen.

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Pardon :grin: Die Wärme eben :grinning_face:

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Kein Ding. Hast mich verunsichert. Habs nochmal gegen-gecheckt.

Rapid Eye Movies waren die ersten, die den veröffentlicht haben.

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Die Synchro hier wurde dann wohl in München erstellt. Wegen Gastell und Gadow. Joe Pesci als Bauer hat bestimmt was :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Kleiner Funfact zu Story of Ricky.
Der Dicke stellvertretende Gefängnisdirektor mit dem Glasauge,ist in Wirklichkeit der Papa des Hauptdarstellers.
Muss Spaß gemacht haben, den eigenen Sohn zu malträtieren.

Die Sasori-Reihe ist in Gänze sehr gut. Selbst die späteren Filme ohne Meiko Kaji sind ordentlich.

Story of Ricky ist in der Tat ein spaßiger Kracher. Ich hatte damals die sündhaft teure VHS aus Honkong gekauft. Immerhin konnte ich die später auch wieder zu einem ganz guten Preis verkaufen, als ich Anfang der 2000er meine Video-Sammlung auflöste. Der Film hat aber nur im Westen große Wellen geschlagen. In Hongkong war der Film ein Flop.

Der Regisseur hat davor einige tolle Action-, Thriller-, und Horror-Filme gedreht. Z.B. auch den sehr unterhaltsamen The Seventh Curse mit Chow Yun-Fat und Maggie Cheung und den legendären Erotic Ghost Story mit den Geister-Nakedeis. Nach Ricky hat er leider der Filmbranche den Rücken gekehrt und ist Reisefotograf geworden. Bis zur Rückgabe von Hongkong an China hätte er noch ein paar schöne Filmchen raushauen können.

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Das erinnert mich an eine DVD, die ich mir irgendwann mal gekauft habe: Frauenzuchthaus, Collection. Drei Filme auf einer DVD. Da war sogar einer dabei, bei der Brigitte Nielsen mitgespielt hat.

Ansonsten kann ich mit dem Asia Kino eigentlich generell leider überhaupt nichts anfangen, das erreicht mich irgendwie überhaupt nicht. Sei es die alten Hongkong Klassiker oder modernes Zeug aus Korea wie zum Beispiel dieses Squid Game oder so…

Vielen Dank für das erfüllen meines Lebemannwunsches.

Nach dem Urlaub musste ich erstmal viel MG-Content nachholen, aber die Folge hab ich mir bis zuletzt aufgehoben.
Ursprünglich war ja die Idee, die Knastfilm-Folge (Nr. 463) fortzusetzen aber da mein Favorit „Runaway Train – Express in die Hölle“ schon besprochen wurde und dann auch noch „Der unheimliche Besucher“ in Folge 500 folgte, habe ich den Fokus auf die Filme aus Asien gelegt.

Story of Ricky ist natürlich Kult und Ringo Lam geht auch immer.
Der Etikettenschwindel bei The Prisoner ist wirklich eine Frechheit und ich habe die Produktionsgeschichte sogar nochmal anders gelesen als die Versionen von Christian und Holger.

Im Jackie Chan Filmfüher von Thorsten Boose steht:
Bereits 1976 standen beide in der Billigproduktion „The Killer Meteors“ (dt.: „Tiger der Todesarena“) von Regisseur Lo Wei vor der Kamera. Jackie Chan ist hier in einer ungewöhnlichen Rolle als Schurke zu sehen, wohingegen Jimmy Wang Yu für die Gerechtigkeit kämpft. Dies kommt nicht von Ungefähr, war Jimmy Wang Yu, ein taiwanesischer Schauspieler, doch bereits Ende der 1960er Jahre mit seiner Rolle des einarmigen Schwertkämpfers zum Star geworden. Nach dem Tod von Bruce Lee 1973 suchte die Hongkong-Filmbranche verzweifelt nach einem Nachfolger – Kultregisseur Lo Wei fand ihn in Jackie Chan und wollte ihn zum Star machen. „The Killer Meteors“ war einer der ersten Lo-Wei-Jackie-Chan-Filme und führte zu nichts anderem als Frust.
Es folgten weitere Billigproduktionen für den einst so erfolgreichen Regisseur und Entdecker des modernen Bruce Lee. 1978 platzte Jackie Chan dann der Kragen und man einigte sich auf einen Deal mit dem Filmstudio Seasonal Films: Lo Weis aufstrebender Star wurde für zwei Filme ausgeliehen. Es entstanden „Snake in the Eagle’s Shadow“ (dt.: „Die Schlange im Schatten des Adlers“) und „Drunken Master“ (dt.: „Sie nannten ihn Knochenbrecher“). Jackie wurde über Nacht zum Star, musste aber laut Vertrag weitere Filme für Lo Wei realisieren.
Um seiner frischen Bekanntheit nicht das Genick zu brechen, baten sein damaliger Manager und bester Freund, Willie Chan (nicht verwandt), sowie das erfolgreiche Filmstudio Golden Harvest den Taiwanesen Jimmy Wang Yu um Hilfe. Jimmy Wang Yu wurden Beziehungen zu den Triaden, der chinesischen Mafia, nachgesagt, die nie bestätigt, aber auch nie widerlegt werden konnten. Nach „strengen Verhandlungen“ kam Jackie Chan aus dem Lo-Wei-Vertrag frei und arbeitete fortan für Golden Harvest. Der Rest ist Filmgeschichte – doch Jackie Chan musste seine Schuld bei Jimmy Wang Yu begleichen.
Dies geschah erstmals 1983 in dem sogenannten Mo-Lei-Tau-Film (Hongkonger Nonsense Comedy) „Fantasy Mission Force“ von und mit Jimmy Wang Yu. Sieben Jahre später, 1990, sollte Jackie Chan wiederum für Jimmy Wang Yu arbeiten, in dem Film „The Prisoner“ oder „Island of Fire“. Der Film wurde in nur 42 Tagen vom 5. April bis zum 17. Mai 1989 gedreht. Bis heute bleibt dieser Film die letzte Zusammenarbeit von Jimmy Wang Yu und Jackie Chan, sodass Jackies Schulden von damals wohl beglichen wurden.

So richtig rund ist der Film auch nur in der Taiwan Fassung auf der Blu-ray von (ehem.) Koch Media.

Bei Sasori kann ich auch die Fortsetzungen empfehlen, wobei die Box mit den Teilen 1-4 auf Ebay oder Filmundo erst ab so 50€ bis 60€ zu bekommen ist. Der erste Teil einzeln ist sogar noch schwieriger zu bekommen, dafür ist Teil 2 schon um die 10€ erhältlich.

Meiko Kaji hat ja oft die Titelsongs ihrer Filme selbst gesungen und das Lied, welches Malte erwähnte, ist der Titelsong aus Lady Snowblood (Meikos Paraderolle). Der Titelsong aus Sasori läuft übrigens auch in den End Credits von Kill Bill.

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So erzählt es Jackie Chan im Wesentlichen auch in seiner Autobiografie. Nur dass ihm „der Kragen platzte“ und das zur Ausleihe an Seasonal Films führte, stimmt eher nicht. Jackie Chan war da in einer hoffnungslosen Situation und die Anfrage von Seasonal Films kam gerade recht. Lo Wei ließ sich aber nur darauf ein, weil Seasonal gut zahlte und er allmählich den Glauben an Jackie Chan verlor.

Zu "Fantasy Mission Force" und „Island on Fire“ schreibt Jackie, dass er die nur „als Gefallen“ für Jimmy Wang machte, so wie die meisten anderen Schauspieler, die in den Filmen zu sehen waren. Das kann man lesen, wie man will. Aber Jackie scheint Jimmy Wang ehrlich dankbar gewesen zu sein, dass er den Deal zwischen Wei Lo und den Triaden unter Dach und Fach bringen konnte. Er gibt auch unumwunden zu, dass diese beiden Filme miserabel waren.

Schon interessant, wie ungezwungen Jackie Chan 1998 über die Triaden-Machenschaften schreiben konnte.