Eben nicht, zumindest nicht zu 100%. Zum Beispiel geht er ja davon aus, Jenny habe die Briefe mit Absicht nicht beantwortet. In Wahrheit hat sie sie einfach nie erhalten (sieht man am Poststempel), weil sie eben nicht mehr dort wohnt bzw. generell keinen festen Wohnsitz/einen unsteten Lebenswandel hat. Mindestens dieser Kritikpunkt fällt also schon einmal in sich zusammen.
EDIT:
Noch ein genereller Talking Point: ich finde, ihr solltet Animationsfilme generell nur im O-Ton schauen. Ich bin eh kein Fan davon, dass ihr Filme synchronisiert guckt, aber wenn man zum Beispiel bei Realfilmen über die Schauspielleistung spricht, kann man wenigstens noch Mimik, Gestik, Charisma etc. bewerten, aber wirklich beurteilen kann man einen Schauspieler nur, wenn man auch Intonation, Dialekt etc. miteinbezieht. Bei Animationsfilmen hingegen hat man ja gar nichts mehr von der Original-Interpretation übrig. Wer bspw. den Lion King ('94) nur synchronisiert guckt, hat den echten Film nicht gesehen, weil er Jeremy Irons nicht als Scar gehört hat. Damit geht zum Beispiel auch die Ebene des (durchaus kritikwürdige) Gay Codings verloren. Deshalb, mein Appell: das sind Filme in erster Linie für Kinder. Die schafft ihr auch auf Englisch.
Dem ist ja auch so - es war ihre Entscheidung - ihre Absicht.
Du begehst den Denkfehler, dass einem die Vergangenheit oder die Umstände ein bestimmtes Verhalten diktieren würden.
„Die Umstände haben mich dazu getrieben!“ - Typisches Beispiel auch für Verbrecher bis Psychopathen. (Referenziert auch Lydia Benecke: „Auf dünnem Eis: Die Psychologie des Bösen“ - bzw. auch die Besuche von Frau Benecke bei Hoaxilla.TV)
Erst wenn man akzeptiert, dass man es selbst und seine eigenen Entscheidungen waren, dann wären Dinge wie Entschuldigen und Vergebung möglich.
Das Tragische hier ist, dass es von ihrer Seite dazu nicht kam - und von seiner Seite es nicht bemerkt wurde.
Nur ändert das letztendlich nichts daran, das es ihr Wille - ihre Absicht war.
Ihre Vergangenheit und die Umstände spielen bestenfalls mildernd für ein ethisches Urteil ein. Ändern aber nichts am üblen Ergebnis.
Ab einen gewissen Punkt ist auch Untätigkeit eine Entscheidung.
Sie hat die Briefe überhaupt nie zu Gesicht bekommen, weil Forrest die falsche Adresse drauf geschrieben hat. Will soll sie da eine willentliche Entscheidung treffen?
Ähhh… ja, das bestreite ich ganz entschieden
Das simple Konzept habe sogar ich verstanden, du wirst es kaum glauben.
Was ich nicht mag ist die patriotische Verpackung. Was verstehst du wiederum daran nicht?
Aber der Film ist doch zutiefst Amerika-kritisch. Forrest fehlt natürlich der Intellekt, um das zu verbalisieren, aber wir als Zuschauer sehen doch, was mit Jenny, Lt. Dan, den Jungs in Vietnam usw. passiert.
Der Vietnam-Krieg wird überhaupt nicht hinterfragt, sondern einfach oberflächlich als Krieg dargestellt. Dass die Amerikaner selbst den Krieg angezettelt haben und schwere Kriegsverbrechen in Vietnam begangen haben, spielt keine Rolle.
Weil Forrest Gump zu dumm ist es zu hinterfragen, er macht halt was man ihm sagt. Der Film ist aus seiner naiven Sicht erzählt. Er mogelt sich quasi durch die US Geschichte, zwischen den Zeilen muss halt der Zuschauer lesen. Wie schon oben angemerkt, der Film ist entfernt davon patriotisch zu sein
Der Krieg wird als etwas sehr grauenhaftes und traumatisches dargestellt, aber weil der Film die USA nicht genau als Kriegsverbrecher tituliert, ist der Film patriotisch?? Das ist übrigens kein Anti-Kriegsfilm. Es ist ein Film über Forrest Gump und wie durchs Leben kommt.
Ich fühle mich in meiner These bestätigt, dass du den Film nur aus Prinzip scheiße findest. Die Argumente sind schon arg konstruiert. Der Vietnamkrieg macht zudem vielleicht nur 10-15 % des Films aus.
Der Patriotismus zieht sich durch den gesamten Film, das ist nicht nur in der Vietnam-Sequenz so. Ich finde einen Film nie „aus Prinzip“ scheiße. Im Übrigen bin ich ja nicht der einzige Mensch auf dieser Welt, der Forrest Gump so bewertet.
Der Romanautor von Forrest Gump war mit der Verfilmung auch überhaupt nicht zufrieden. Der Roman ist deutlich krasser und satirischer. Für den Film hat man die meisten Kanten glattgeschliffen. Das ist einer meiner Kritikpunkte am Film. Der Film ist mir einfach ein bisschen zu gefällig, man könnte auch sagen: manipulativ rührselig.
Der Film hat aber auch seine Qualitäten. Jenny ist im Film eine komplett andere Person als im Roman. Dieser ganze Missbrauchsballast und Jennys abgründiger Lebenswandel kommen im Buch gar nicht vor. Jenny verlässt Forrest, weil Forrest sich wie ein Arsch verhält.
Der Gegensatz zwischen Forrest und Jenny im Film, der Gegenentwurf der Lebensphilosophien, den man auch auch als die zwei Seiten Amerikas sehen könnte, ist für mich das Gelungenste am Film. Auch wenn dadurch Forrest im Film viel eindimensionaler wirkt.
Im Hinblick auf den Erfolg, hat man natürlich alles richtig gemacht. Hätte man das Buch authentischer verfilmt, wäre der Film wahrscheinlich nie so populär geworden. Dafür geht es dann eben nicht ohne Kalendersprüche der Marke “Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel…”.
Wie kkt schon sagte: der Film wird nicht von einem allwissenden Erzähler übermittelt, sondern ist (bis auf wenige Szenen) komplett eine Rückblende, erzählt von einem unreliablen Erzähler. Du verlangst von dem Film einen Bruch der narrativen Konstruktion, um etwas unterzubringen, was aus deiner Sicht zwingend notwendig wäre. Aber welcher das würde dem Film eher schaden, als ihm nützen.
Davon ab kann ich mich nicht erinnern, dass es Kritik an der amerikanischen Kriegsschuld in Full Metal Jacket oder Apocalypse Now gäbe. Und trotzdem käme wohl niemand auf die Idee, darin patriotische Filme zu sehen. Das ist so ein bisschen das „Born in the USA“-Phänomen. Wer nicht hinhört, kann das auch für eine USA-Hymne halten.
(Und Wolle M. Schmitt findet alles scheiße, was den Kapitalismus nicht explizit kritisiert)
Zu Eden Lake: sehr krasser, guter Film, aber der Schluss ist so unerträglich, ich käme nie im Leben drauf, das nochmal durchzumachen, obwohl ich den in der Sammlung habe.
Aus meiner Sicht ist die Zuspitzung so offensichtlich konstruiert, dass ich der Handlung eher mit einer gewissen Faszinatiion folge, als dass sie mich berührt. Da läuft ja wirklich alles schief, was schief laufen kann.
Kann man sich auch auf Joyn angucken. Will ich mir auch schon seit Wochen anschauen…..
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Zoomania 2: ich kann mit den modernen Animationsfilm generell nicht sehr viel anfangen. Die sind mir alle zu schrill und zu hektisch und zu laut. Da fand ich die Animationsfilme meiner Kindheit noch besser, wie zum Beispiel Toy Story oder zum Beispiel Das große krabbeln.
Amelie kann man nur hassen oder lieben, dazwischen gibt es nichts. Und ich finde den Film einfach geil. Ich kann aber auch verstehen, dass man damit nichts anfangen kann. Das ist kein normaler Film ist, sieht man alleine schon daran, dass der komplette Film in so ein ganz komischen Farbton getaucht ist. Das ist halt einfach Kunst. Eine kleine Flucht aus der Realität, wo es kein Trump, keinen Nahostkonflikt und keinen nervigen Chef gibt, sondern einfach nur noch tonnenweise Zuckerguss gibt…..
Zu Forrest Gump kann ich nichts sagen den hab ich zu lange nicht gesehen.
Bei Die Unbestechlichen, dachte ich, ihr besprecht den Film aus 1987 mit Kevin Costner über Alcapone. Dass der Watergate Film genauso hieß, wusste ich gar nicht. Gleich mal bestellt die Scheibe..