Folge 512: Wunschfilme März: u.a. Shutter Island, Carrie

Pantoffelkino Folge 512. Hier kann darüber diskutiert werden!

Zu den Wunschfilmen gehören im März zwei sehr unterschiedliche deutsche Filme: Bully Herbigs „Wickie und die starken Männer“ ist eine Realverfilmung der legendären Zeichentrickserie, „Elser - Er hätte die Welt verändert“ erzählt die Geschichte eines Hitler-Attentäters. Mit „Carrie“ und „Shutter island“ stehen aber auch zwei Filmklassiker auf der Liste. Und „Quiet Earth“ ist ein interessanter Endzeitfilm aus Neuseeland.

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Da ihr „Wickie auf großer Fahrt“ als Thumbnail gewählt habt, scheint der nächste Wunschfilm für April schon mal festzustehen. :wink:

Ich geb aber zu, dass ich zwischen dem ersten und zweiten Film geschwankt habe, als ich den vorgeschlagen hab. Im zweiten Film gibt es mehr zu kritisieren, dafür finde ich dort die Filmmusik besser.

Ich habe das gesamte Wickie-Universum 2014 für mich entdeckt. Das war meine absolute Depri-Phase, weil ich in der Uni kurz vor der Exmatrikulation stand. Ich kann es nicht erklären, aber Wickie hat es geschafft, mich da raus zu holen. Ich hab erst die alten 3 Staffeln geschaut (damals konnte man noch alle Folgen auf Dailymotion schauen und heute scheint das auch noch möglich zu sein). Dann hab ich die beiden Filme gesehen und bin besonders von Günther Kaufmanns Rolle total begeistert. Für den schrecklichen Sven hätte kein anderer genommen werden dürfen. Ich stimme euch aber zu, dass Bullys Rolle nicht nötig gewesen wäre.

2014 hat Studio 100 noch eine weitere Wickie-Serie mit 78 Episoden produziert - allerdings als 3D-Animationsserie. Mir hat sie gefallen, vielen nicht.
2019 kam dann noch der Film „Wickie und das magische Schwert raus“ - absolut grässlich, weil Studio 100 da auch vom Design der Figuren aus ihrer Serie abgewichen ist.

Mein absolutes Highlight bis heute bleibt das Wickie-Musical von Studio 100, welches 2015 erschienen ist und von den Figuren auf ihrer Serie basiert. Dazu bin ich im Mai nach Antwerpen gefahren, ohne ein Wort Niederländisch zu verstehen und weil mir das Musical so gut gefallen hat, hab ich innerhalb von 3 Monaten Niederländisch gelernt und bin anschließend nach Heerlen gefahren und hab es mir dort nochmal angeschaut.
Das kam dann auch nach Deutschland, aber auf Grund der deutschen Restriktionen, was Kinderarbeit angeht, hab ich mir die deutsche Version nicht angeschaut, denn das hätte alles versaut. Hier wurde Wickie nämlich von einer erwachsenen Frau gespielt. Also ja, Holger: Wickie ist in Deutschland eine Frau. :wink:

Für die Studio 100 Serie wurde von Madsen übrigens ein neues Intro produziert:

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Ich bin froh, dass sich meine Geduld mit einem meiner Top-10-Filme nun endlich ausgezahlt hat und dieser nun ein Teil dieser Sendung geworden ist – in acht Jahren kann ich diesen Vorschlag wieder einreichen :o)

Für mich gibt es vier Gründe, warum ich diesen Film so liebe:

  1. Wie in meinem Vorschlag bereits erwähnt, habe ich vor fast 25 Jahren diesen Film auf einer alten VHS meiner Eltern gefunden und ihn als Jugendlicher gesehen.

  2. Der Film hat mich trotz seiner ruhigen Erzählweise damals gefesselt, und ich schaue ihn bis heute hin und wieder gerne. Das liegt u. a. an der tollen orchestralen Begleitung, gepaart mit epischen Bildern (vor allem am Ende des Films).

  3. Ich liebe dieses Gedankenexperiment – was wäre, wenn die Welt plötzlich menschenleer ist, mir aber im ersten Moment keine augenscheinliche Gefahr droht?

  4. Ich liebe Filmenden, die nicht ganz klar erklärt werden.

Gestern habe ich mir diesen Film zur Vorbereitung auf dieses Pantoffelkino noch einmal angesehen, und ja – er hat mich wieder gefesselt. Was mir diesmal besonders in den Sinn kam, ist, wie aufwendig dieser Film für ein Neuseeland der 80er-Jahre gedreht wurde: So werden uns glaubhaft menschenleere Städte präsentiert. Ein besonderes Highlight war für mich die Kulisse eines abgestürzten Flugzeugs. Klar, man sieht neben einer zerstörten Halle nur das Seitenruder und ein Triebwerk, aber das Ganze wirkt dennoch sehr realistisch.

Auch wird mal eben mit einem großen Baufahrzeug eine Tankstelle niedergemäht, Straßensperren mit Autowracks aufgebaut oder ein Feuer in einem modernen Labor inszeniert. Außerdem liebe ich die alte Computertechnik, die Zac für seine Nachforschungen nutzt.

Neben dem epischen Ende ziehen mich vor allem die ersten 30–40 Minuten in den Bann: Zac muss zunächst die Lage erfassen, kämpft mit seiner Verzweiflung, lässt etwas Dampf ab und findet sich schließlich mit seiner Situation ab. Der mittlere Teil ist aus soziologischer Sicht ebenfalls nicht uninteressant (Vorurteile, alte gesellschaftliche Strukturen, die es selbst nach diesen Ereignissen bei dem frisch zusammengefundenen Trio noch gibt, Eifersucht, Schuld und Reue …).

Beim Ende wird es dann noch etwas actionreicher und wir werden mit einem ziemlich epischen Finale belohnt :slight_smile:

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Danke für den neuen Spoilertalk. :heart_eyes: Bzw die 8. Folge von „Achtung, Spoiler“! :wink: :wink: :wink: :nerd_face: Das ist übrigens die zweite Folge von „Achtung, Spoiler“, bei der ich den Film schon vorher kannte… :sweat_smile:

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Unterhaltsame Folge! “Shutte Island” hatte ich damals im Kino gesehen und als Meisterwerk in Erinnerung, als ich ihn dann aber vor einigen Wochen erneut gesehen habe, war ich enttäuscht - was mir auch vor Augen geführt hat, wie sich meine Ansprüche an Filme in den letzten 15 Jahren verändert haben. Weil ich wissen wollte, als wie gut ihr ihn heute empfindet, habe ich ihn vorgschlagen.

Achtung, SPOILER für “Shutter Island”:

Ich habe lange überlegt, warum ich den Film nicht mehr so gut fand und dank @Rike hat es dann “Klick” gemacht: Der Film hat tatsächlich nur diese eine Ebene, die uns am Ende detailreich erklärt wird. Noch dazu macht es aus psychotherapeutischer Sicht wenig Sinn, was da so aufwenig inszeniert wird und, wie es gemacht wird (er sprengt ja sogar ein Auto in die Luft und verletzt andere) wirkt auch sehr hanebüchen. Der Film verkauft sich ein bisschen als genial und tiefgründig, eigentlich ist er aber “nur” gutes Hollywood-Popcorn-Kino, ein Psycho-Thriller für das Durchschnitts-Publikum, was schnell überfordert ist. Ebenso wie Rike finde ich es sehr eindeutig, dass er sich am Ende absichtlich für die Lobotomie entscheidet, sonst würde doch sein bdeutungsschwanger vorgetragener Satz keinen Sinn ergeben.

Und “Departed” ist ja wohl der beste Film von Scorsese und DiCaprio. :grimacing:

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Übrigens @Fernsehkritiker @Riif-Sa @Rike

Was sagt ihr eigtl zu dieser Frau, die ja sehr werbewirksam überall gezeigt wird und quasi " das Gesicht des Filmes" ist, obwohl sie nur in fast dieser einen Szene vorkommt und keine Bedeutung in der Handlung hat!! :sweat_smile:

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Vielleicht waren die Nazis auch einfach verwundert über die Tatsache jemand ohne Vorwissen könne einen so komplexen Mechanismus allein bauen.

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Ich finds super - übrigens einer der stäkrsten Hinweise darauf,

SPOILER

dass alle in der Einrichtung Bescheid wissen - vermutlich soll es suggerieren, dass ihr gesagt wurde, sie solle nichts zu dem Häftling - der nun als Detective herumläuft - sagen… ?

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Das kann durchaus sein… :sweat_smile:

Zu Carrie: Kann es eigtl. sein, dass Romanautoren, die Hauptfiguren schreiben, die Makel haben, eigtl. IMMER bei der Verfilmung von Schauspielern porträtiert werden, die diese Makel eigtl nie verkörpern? Siehe eben bei Carrie, bei Harry Potter (Hermine etc), etc pp. :thinking:

Wer mehr zum letzten Film lesen möchte:

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Zu „Shutter Island“:
Ich habe den Roman (übrigens von Dennis Lehane, der auch „Mystic River“ geschrieben hat) mal gelesen und das Ende tendiert dort für mich tatsächlich eher in die Richtung, dass dieses Rollenspiel nicht stimmt und Gaslighting ist, während der Film genau in die gegenteilige Richtung geht.

Ansonsten finde ich den Film auch gut, aber definitiv etwas überschätzt; ich denke, dass die Namen di Caprio und Scorcese ihn da ein bisschen überstrahlen.
Für das, was der Film sein will, kam er eigentlich auch ungefähr 10 Jahre zu spät.

Ich denke, das gilt für viele Casual- Kinogänger, die den Film damals v. a. wegen di Caprio gesehen haben und weil sehr viel Werbung dafür gemacht wurde.
Für Leute, die Filme wie „Jacob’s Ladder“ oder „A Tale of Two Sisters“ niemals anfassen würden, war die Erzählweise dann eben völlig neu - und das wird auch ein Grund für den Hype gewesen sein.
Inzwischen ist das durch diese so genannten „Domestic Thriller“ wie „Gone Girl“ oder „Girl on the Train“ ja deutlich mehr im Mainstream angekommen.

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Achtung Spoiler zu Shutter Island (ich weiß nicht wie ich Spoilertags hier setze, vielleicht kann mir das jemand sagen, da kann ich das dann nochmal nachträglich bearbeiten)

Shutter Island wirkte bei mir auch nur beim ersten Mal schauen: Was ich gelesen hatte, was auch ein Hinweis dafür ist, dass DiCaprio ein Patient ist, dass wenn er eine Zigarette raucht, er diese nie selber anzündet, sondern das ihm immer Feuer gereicht wird, da Patienten solcher Einrichtungen sowas wohl aus Sicherheitsgründen nichts selber benutzen dürfen. Daher zündet immer jemand anderes seine Zigaretten an. Fand ich ein ganz interessantes Detail

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Brian de Palma hat, meiner Meinung nach, noch einen Megahit gelandet, nämlich Scarface.

Zu Wicki: Warum hat Herbig in dem Trailer so einen läppischen ausländischen Akzent?

Ansonsten, sehr kurzweilige Runde, mit den gern gesehenen Rike und Lars.

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Weil er einen spanischen Journalisten (Ramon Martinez Congaz) im Film darstellt

Klick auf das „+“-Symbol und wähle die Spoiler-Funktion aus

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Ah danke, das erklärts, trotzdem läppisch.

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Ich glaube, mit „lustigen“ Akzenten zu spielen war damals Bullys Humor, siehe auch Manitu und Traumschiff Surprise.

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Ich finde schon, dass Shutter Island eine tiefere Ebene hat. Stichwort „Umgang mit Trauma“ - man achte zum Beispiel mal darauf, wie Leos Charakter Wasser wahrnimmt (denkt an das verschwindende Wasserglas).

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Das Stauffenberg in Deutschland mehr verehrt wird als Elser ist völlig beabsichtigt. Elser ist ein Kommunist, den können sie in der DDR verehren. Stauffenberg ist dagegen ein verdienter Soldat, der für Deutschland sein Leben riskiert hat. Das versteht Holger, der Wehrdienstverweigerer, nicht. Das Holger Stauffenberg als Nazi bezeichnet mag seine Meinung sein, es würde aber in der CDU möglicherweise zum Parteiausschluss führen (logischerweise war Holger in der SPD, da darf man so eine Meinung vielleicht haben). Stauffenberg war ein Kombattant, der einen legalen Krieg im Staatsdienst geführt hat. Das Töten ist in Kriegen kein Verbrechen, sondern völlig legal, solange es nur feindliche Kombattanten trifft.

Nazis dagegen sind eine verbrecherische Organisation. Ein Mitglied der Waffen-SS ist also etwas ganz anderes als ein Stauffenberg als Teil der Wehrmacht. Stauffenberg hat seine Pflicht getan, er wurde schlimmstenfalls von Nazis mißbraucht für einen verbrecherischen Krieg. Das macht ihn aber selber nicht zum Nazi.

Man kann das anders sehen. Ich versuche hier auch nur die Staatsdoktrin nachzustellen. Stauffenberg taugt mit seinem jahrelangen Gehorsam gegenüber den Nazis für mich auch nicht zum Vorbild.

Hitler glaubte übrigens an die Vorhersehung. Der Krieg war für ihn eine Notwendigkeit um das Überleben des deutschen Volkes zu sichern. Das es schwer wird den Krieg zu gewinnen dürfte er wohl zumindest geahnt haben. Geirrt hat er auch hier. Der Krieg ging verloren, dass deutsche Volk gibt’s noch immer. Erst der deutsche Verfassungsschutz versucht nun die Existenz des deutschen Volkes zu beenden, indem er behauptet es gäbe nur Passdeutsche.

Es gibt in Deutschland Dänen, Sorben, Friesen, Sinti, Roma und Spätaussiedler aus der Sowjetunion. Alles vom Staat anerkannte Ethnien mit deutschem Pass. Aber Deutsche (Ethnie) soll es nicht geben (mit Ausnahme der Passdeutschen). Ich feiere das Kölner Urteil gerade deshalb. Gerade die Existenz von Spätaussiedlern, die als ethnisch Deutsche anerkannt wurden, zeigt ja was der Verfassungsschutz für dummes Zeug redet. Ich frage mich sowieso wie ich hier mehr Durchblick als die Verfassungsschützer haben kann? Befanden die sich nur auf einer Schleimspur tief im Hinterteil ihrer politischen Vorgesetzten?

Vielleicht gilt das alles auch nur für die AfD. Im anderen Kontext gilt eine andere Rechtslage und die gleichen Figuren behaupten das Gegenteil.

Wie sagt noch Habeck: Es gibt kein Volk.

Keine Heizung ist illegal, Robert. Gut, dass du weg bist. Meine Fresse, ich habe einmal die Grünen gewählt. Aber nur einmal.

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:+1:

Und hast du auch was zur Sendung beizutragen?

Ja für mich ist das nur so eine typische Geste des Filmemachers um den Zuschauer wissen zu lassen “gruselig, gruselig - hier stimmt irgendwas nicht.” All die anderen Sachen, also er sich nie seine Zigarette anzündet und dass die Wachen am Anfang so nervös sind da für mich wesentlich bessere Hinweise um das zu vermitteln.

Die alte Dame da ist ist aber tatsächlich gutes Trailer- und Promomaterial :slight_smile:

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Yo. Ich fand Rieke besser als früher. Wenn sie noch ihre Kindischen Quiekereien lässt könnnte ich sie fast gut finden. Vor allem schien sie mir besser vorbereitet.

Insgesamt solide Mittelklasse. Filmauswahl OK.

siehe https://www.youtube.com/watch?v=lOleT6E8K0Y&t=67s

(die erste Minute).