Schön, dass Volker Blutiger Feitag ausgewählt hat. Den hatte ich schon ein paar mal als Wunschfilm vorgeschlagen. Das ist einfach ein großartiger Klopper; und wie Harmstorf die Sprüche raushaut, ist unübertroffen.
“Kein Mucks oder ich knall dich hier im Scheißhaus zusammen, du Drecksack!”
Ja, das passt schon gut. Allerdings stört mich das an den Filmen aus dieser Zeit schon ein bisschen, wenn Schauspieler, die es eigentlich selbst hätten machen können, von anderen synchronisiert werden. Harmstorf hatte ja schon eine ordentliche Stimme und hat sich sonst oft selbst synchronisiert.
In seinem anderen Knaller-Film, “Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen”, wird er von Michael Chevalier synchronisiert. Da hätte Kindler besser gepasst.
Den Film habe ich mir heute sogar angeschaut. Der ist ja wirklich eine Nummer, wie asozial der Film die französische Landbevölkerung darstellt, ist schon bemerkenswert. Im Vergleich zu der Bauernfamilie wirkt ja selbst Lee Marvin als kaltblütiger Bankräuber sympathisch.
Da ist echt jeder verdorben und böse Marvin wirkt tatsächlich ( obwohl am Anfang bei dem Überfall auch ein Kind erschossen wird ) noch sympatisch. Die Szene wie sich der Bauer als Vogelscheuche tarnt um die beiden Frauen zu beobachten Aber wie kommt der schwarze Knecht zu so einem Luxusschlitten?
Ja, wie der Schwarze an diesen Straßenkreuzer kommt, aber vermutlich für einen Hungerlohn bei diesem Gesocks arbeitet, war mir auch ein Rätsel. Die Mafiosis, die Lee Marvin auf den Fersen sind, hätten auch in einem Bud-Spencer und Terence-Hill-Film vorkommen können. Aber man kann nicht abstreiten: Der Film hat was, vor allem, wie er immer weiter eskaliert. Dieser nihilistische Grundton macht den Film schon besonders.
Ich weiß, es ist nicht sonderlich originell, aber cineastisch betrachtet sind die 70er mein liebstes Jahrzehnt (auch wenn ich eher ein Kind (bzw. Jugendlicher) der 80er bin). Von daher war ich schon Feuer- und Flamme für diese Sendung, als ich den Titel im Kalender gesehen habe.
Von Katanga hatte ich noch nie was gehört, aber da auch ich “Die Wildgänse kommen” liebe (kann gar nicht sagen, wie oft ich die Super 8 Version gesehen hab, aber nur Teil 1, 2 und 4 weil sie Teil 3 nicht hatten).
Von daher war Katanga schon bestellt bevor die Besprechung vorbei war. Fear is the Key ging bisher auch komplett an mir vorbei und fühlt sich an wie etwas, dass ich nachholen sollte (vielen Dank für’s gerade noch nicht spoilern, bin schon gespannt).
Ich bild mir ja schon immer ein, dass ich ein gewisses Grundwissen habe, was Film angeht. Aber wenn Volker loslegt lern ich immer, was ich alles nicht weiß. Und das macht verdammt viel Spaß. Deswegen vielen Dank für diese tolle Sendung.
Der Regisseur von Katanga Jack Cardiff hat auch bei einem der letzten Filme mit Errol Flynn die Regie gehabt. Warum dieser Film nie fertig wurde ist sehr interessant und auch Waltraud Hass kommt in der Begebenheit vor.
Die Geschichte war mir bislang unbekannt, da werde ich mich noch mal näher einlesen. Die Blu-ray des Films Katanga habe ich dank Amazon jedoch schnell erhalten, und da mir der Titel bis dahin völlig fremd war, war ich umso gespannter. Und ich muss sagen: Für sein Alter ist der Film wirklich ein Brett.
Katanga habe ich Anfang der 2000er zum ersten mal nachts in der ARD gesehen und noch einmal auf dem MGM Channel. Der ist total in Vergessenheit geraten leider.
Wo, wenn nicht hier, sei dem großartigen Schauspieler Willy Schultes, der kurz in dem Trailer zu Blutiger Freitag als Imbissbudenbesitzer auftaucht, ein Denkmal gesetzt. Grandiose Auftritte im Königlich Bayrischen Amtsgericht als Kriegsveteran,
Was mich zu dem Gedanken brachte, daß, wenn das Motto der PK-Folge, in Vergessenheit oder unter dem Radarfilme sein könnte, es auch ein Heer an Topschauspielern gibt und gab, die nie das Licht der breiten Öffentlichkeit erlangt haben.
Von Rolf Olsen sind auch noch sehenswert In Frankfurt sind die Nächte heiß und Das Rasthaus der grausamen Puppen. Die haben ein bisschen was von Edgar Wallace in (S)exploitation-Gestalt.
Mit Abstrichen kann man auch noch Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn nennen. Das ist der erste der St.-Pauli-Filme. Interessant ist, wie relativ harmlos die noch alle wirken, im Vergleich zu dem nur vier bzw. fünf Jahre später gedrehten Blutiger Freitag. Aber man erkennt schon ein paar Parallelen.
Mit Curd Jürgens drehte er ja eine ganze Reihe von “St. Pauli”-Filmen (Pfarrer, Stundenhotel, Arzt, Käptn Rauhbein) - einige gibts auch auf BluRay - sind aber belanglose Werke. Interessant höchstens dadurch, dass man das St. Pauli der 60er Jahre sieht.