Ja, der Film wurde durch Nachsynchros und Schnitte noch schlimmer gemacht, als er eh schon war. Wir haben darüber in Pantoffelkino Folge 43 gesprochen und auch Ausschnitte aus beiden Versionen zum Vergleich gezeigt - gibt den Ausschnitt auch auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=FFfDv3vu8NE
Homosexuelle werden als verschlagene und dubiose Typen dargestellt. Ich hab ihn vor etwa 2 Jahren gesehen. Manchmal hab ich auch gegrinst bei l einigen Szenen. Es ist sehr aus der Zeit gefallen, aber auch interessant.
Wer gern alte Western mag und wenn man genau hinschaut ist da auch ( gerade bei Anthony Quinn) mehr als nur eine Freundschaft für Fonda zu spüren. Lohnt sich sich wirklich.https://youtu.be/vDTrsJZnbjs?si=h25UVjqKUjqUGJ0v
An den Film musste ich auch denken.
Der und „Coming out“ (DDR 1989) sind die einzigen deutschen Filme zum Thema, die mir spontan einfallen.
Internationale Klassiker wie „Brokeback Mountain“ wurden von Holger und Anna vermutlich bewusst außen vor gelassen.
„Der Priester“:
Ich stelle mal zur Diskussion, was ChatGPT geantwortet hat.
Frage: „Hätte der Bruch des Beichtgeheimnisses auch eine strafrechtliche Komponente? (…) Wie schaut es diesbezüglich in Großbritannien aus?“
ChatGPT: " In Großbritannien ist die Lage komplizierter, weil es dort kein einheitliches Gesetz zum Beichtgeheimnis gibt – und die Rechtslage sich zudem zwischen England & Wales, Schottland und Nordirland unterscheiden kann.
### Grundsätzlich:
** Anders als in Deutschland gibt es keine generelle gesetzliche Schweigepflicht für Priester, die mit § 203 StGB vergleichbar wäre.*
** Das Beichtgeheimnis wird nicht ausdrücklich gesetzlich geschützt, sondern bisher nur über Gewohnheitsrecht (common law) und kircheninterne Vorschriften respektiert.*
** Es existiert auch kein absoluter „Priesterzeugnisverweigerungsrecht“-Paragraph, wie in Deutschland (§ 53 StPO). Ein Gericht kann also theoretisch einen Priester zwingen, über Beichtinhalte auszusagen – auch wenn das in der Praxis extrem selten vorkommt.*
### Strafrechtliche Aspekte:
** Ein Bruch des Beichtgeheimnisses ist in Großbritannien keine eigenständige Straftat.*
** Ein Priester würde also nicht automatisch strafrechtlich belangt, wenn er etwas aus der Beichte offenbart (es sei denn, er verletzt damit andere Gesetze, z. B. Datenschutzgesetze oder macht sich der Verleumdung schuldig).*
** Die Sanktionen wären vor allem kirchenrechtlicher Natur (Exkommunikation) und eventuell zivilrechtlich (Schadensersatzforderungen).*
### Ausnahmen und aktuelle Entwicklungen:
** In einigen Teilen des Vereinigten Königreichs gibt es Bestrebungen (besonders nach Missbrauchsskandalen), das Beichtgeheimnis einzuschränken, wenn es um Kindesmissbrauch geht.*
** In Schottland etwa wurde diskutiert, dass Priester verpflichtet werden könnten, Missbrauch zu melden, auch wenn sie die Information aus einer Beichte haben – ist aber (Stand 2025) noch nicht umgesetzt.*
** In England & Wales gibt es aktuell keine gesetzliche Pflicht, Beichtinhalte weiterzugeben, aber auch keinen besonderen Schutz, wenn ein Gericht Auskunft verlangt.*"
Ich lese das so, dass der Bruch des Beichtgeheimnisses lediglich kirchenrechtliche Konsequenzen hätte (Exkommunikation), aber keine strafrechtlichen. Dem Priester scheint seine Karriere in der Kirche wichtiger zu sein als sein Gewissen. Wohlgemerkt, einer Kirche, die Homosexuelle wie ihn ablehnt.
Da ihr nicht spoilert, hoffe ich, dass er am Ende die richtige Entscheidung trifft.
Hallo.
Als ich erfuhr, Holger sei schwul, war ich überrascht. Da, für mich, Holger eher Hetero rüber kam.
Nicht falsch verstehen, ganz ohne Klischee, dachte immer, Schwule sind mehr feminin von der Art, dem gestikulieren her. Wie auch immer, schreibe mich gerade um Kop und Kragen.
Um so schöner, wie offen Holger damit umgeht. Sehr sympathisch.
Liebe Grüße
Andi
Bei mir genau so. Vom Titel her kannte ich Dallas Buyers Club, aber sonst hatte ich keinen der Filme auf dem Radar. Vor allem Priscilla und Beautiful Thing werde ich mir auf jeden Fall mal näher ansehen ![]()
Ende Juli erscheint ja Queer von Luca Guadagnino auf Blu-ray. Es ist ein A24-Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Der hätte sicher auch gut in diese Folge gepasst. Habt ihr vor diesen bei den Neuerscheinungen in Pantoffelkino zu besprechen?
Den wollte ich auf jeden Fall vorschlagen. Ob andere im Team den auch machen wollen, werden wir sehen ![]()
Naja, gelegentlich kann er schon bissl zickig daher kommen. ![]()
Da kenne ich aber auch ein paar Heteros in diesem Forum…
Ich könnte schwören, dass du sogar schon vor vielen Jahren noch vor der MG-Zeit, bei Fernsehkritik.TV einen Beitrag über diesen skandalösen Film gemacht hast. Genau dadurch ist er mir überhaupt im Gedächtnis geblieben.
Das war bei „Schlechte Filme TV“ - dadurch hab ich auch zum ersten Mal von dem Film erfahren ![]()
Hier ca. ab Minute 4:20
„Ja, genau! Diese Rubrik gab es ja mal, hatte ich ganz vergessen. Vielen Dank! ![]()
ah ok, das ist mir selbst schon entfallen - danke für die Erinnerung ![]()
Werde ich mir mal für Zurückgespult vormerken!
Ich hätte mir eine andere Art von Gay Filmen gewünscht ![]()
Kann ja noch kommen.
Die Art von Filmen, wo man allein durch die Auswahl ein bisschen mehr Detalis über Holgi erfahren kann? ![]()
Karl hat sich komischerweise nie an Gay Pornos herangetraut ![]()
Der ist selbst für einen Hetero wie mich, sehr schwer zum Anschauen.
Ein echter Schlag in die Magengrube.
Definitiv kein Feelgood Movie.
Genau so, müssen solche Filme sein.
Ja, das tust du, denn dass Schwule „mehr feminin“ sind, ist das Klischee. ![]()
Ich muss an dieser Stelle an einen Bekannten denken, der vor Jahren davon überzeugt war, Schwule sofort an ihrer Art zu reden, sich zu bewegen und zu kleiden erkennen zu können - ohne zu jenem Zeitpunkt jemals persönlich welche getroffen zu haben, zumindest nicht wissentlich.
Damals war gerade Fußball-WM und Schwule interessieren sich bekanntlich nicht für Fußball (Klischee!), mein Bekannter hingegen umso mehr. Ich lebe in Hamburg, gehöre selbst zur Queer Community und nahm meinen zu Besuch weilenden Bekannten abends mit in eine Bar, die alle Spiele übertrug und von der ich aus Erfahrung wusste, dass praktisch alle anwesenden Männer schwul, bi, jedenfalls aber nicht hetero sein würden.
Mein Bekannter wusste das nicht und war völlig arglos. Er zischte ein paar Bierchen, verfolgte das laufende Spiel und unterhielt sich intensiv mit den Jungs in seiner Umgebung. Und das waren Männer in sämtlichen nur denkbaren Erscheinungsformen: groß und klein, Plauze und Waschbrett, bärtig und glattrasiert, aufgestylt und Holzfällerlook. Die meisten von ihnen trugen in irgendeiner Form eine Regenbogenapplikation oder das Logo des mhc (Magnus-Hirschfeld-Centrum) an sich: als Sticker, Uhrenarmband, Tattoo … Mein Bekannter war zu jenem Zeitpunkt aber so unbedarft, dass ihm das a) nicht auffiel und er b) ohnehin nichts über die Bedeutung gewusst hätte.
Wir blieben etwa zwei Stunden und draußen fragte ich ihn, ob ihm irgend etwas aufgefallen sei. Er: Nur, dass das eine sehr nette Kneipe war und man gut über Fußball quatschen konnte. An diesem Punkt schenkte ich ihm reinen Wein ein und fürchtete, er wäre jetzt sauer, weil ich ihn verarscht habe. Aber ganz im Gegenteil: Er gab zu, keinen der Männer auch nur ansatzweise für schwul gehalten zu haben, denn sie wirkten doch völlig „normal“ und hatten auch noch Ahnung von Fußball! Das war mit seinem damaligen Weltbild in keiner Weise vereinbar. Heute muss er deshalb über sich selbst lachen. Er war in die Klischeefalle getappt.
Klischees haben wir alle in der einen oder anderen Form, und manchmal sehen wir uns ja auch tatsächlich darin bestätigt. Trotzdem sollten wir nie vergessen, dass es eben nur Klischees sind. ![]()