In Bezug auf sein Synchronwerk hatte ich jetzt nicht das Gefühl, dass er hier viel erzählen könnte. Da schien es auch keine Rolle zu spielen, wie lange die Produktion her ist (Rebel Ridge ist ja nun wirklich aktuell). Und der Schwerpunkt lag nunmal hier.
Ich habe mich zwischenzeitlich auch gefragt, ob man Herrn Reins einfach mehr Zeit hätte geben müssen, um die ein oder andere Frage besser beantworten zu können. In der Nachbearbeitung hätte man das dann entsprechend dynamischer schneiden können. Bei vielen Fragen war ja immerhin schon vorher klar, dass hier keine Antwort folgen wird. In dieser Weise dann konsequent weiterzumachen, ist sicherlich der falsche Weg. Da stimme ich dir zu.
Dennoch möchte ich noch einmal klar hervorheben, dass Christian und Malte inhaltlich absolut exzellent waren und alle für mich relevanten Fragen gestellt wurden. Nur die Antworten fielen halt nüchtern aus.
Mich würde aber schon interessieren, ob es zuvor ein Gespräch gab, denn die Sendung vermittelt den Eindruck, als ob Christian und Malte doch etwas überrascht waren und aus dem Nichts improvisiert haben was das Zeug hält.
Solche Fragen gab es ja durchaus (Wie kamen Sie dazu, Schauspieler zu werden?; Sind bei der Synchronarbeit Freundschaften entstanden?; Vermissen Sie es, gemeinsam vor dem Mikro zu stehen?), aber auch darauf kamen nur einsilbige Antworten, wenn überhaupt.
Ja, das Gefühl habe ich auch. Zuerst dachte ich, die beiden Interviewer zelebrieren sich unbewusst oder oder bewusst selbst, aber ich glaube, es ist ihr Unbehagen in dieser Situation.
Nachtrag: Ok, nach Holgers Beitrag hier kann ich es besser einordnen.
Es ist blöd gelaufen mit der Kinokarriere nach Miami Vice. Dead Bang, Hot Spot und Harely- Davidson and… mag ich auch gern, aber die blieben wohl alle hinter den Erwartungen an der Kasse zurück. Er hätte wie Mel Gibson oder Harrison Ford ein Franchise gebraucht, aber leider war er da glücklos. Ich hätte ihn gern in Expendables 4 gesehen.
Wenn man erst das „Interview“ sieht und dann Reent Reins’ Stimme auf Don Johnson im Trailer zu „High Heat“ von 2023 hört, kann man kaum glauben, dass das ein und die selbe Person sind.
Unglaublich, wie er da noch abliefert und viel jünger klingt, als er ist. Ein absoluter Vollprofi und in den 80ern sicherlich eine DER Hamburger Stimmen.
Ich habe ihn 2008 auf einer Hörspielmesse getroffen und da wirkte er im Vergleich zu den anderen Anwesenden wie Hans-Georg „Luke Skylwalker“ Panczak, Volker Brandt, Lutz „Timothy Dalton“ Riedel, Rainer „Larry Brent“ Schmitt, Reiner Schöne und Co. eher unnahbar und sehr von sich überzeugt. Beim Schauen der Pantoffelkino-Folge hat sich mein Bild nun komplett gewandelt und es tat weh, ihn so zu sehen.
Dass Musiker, Synchronsprecher, Schauspieler etc. sich oft nicht mal mehr grob an bestimmte Songs/Filme/Kollegen/Studios erinnern, habe ich bei eigenen Recherchen ebenfalls schon oft erlebt. Man darf nicht vergessen, dass es für die Beteiligten Arbeit ist und für uns Leidenschaft und Hobby.
Aber das hier war definitiv etwas anderes, weil auch von Herrn Reins’ Seite ja so gut wie nichts kam. Nicht mal zu den Anfängen bzw. ganz allgemeinen Fragen nach Kollegen. Das hat mich schon beunruhigt. Ich wünsche ihm und seiner Frau alles Gute und Danke ihm für seine Arbeit, die mich schon mein ganzes Leben begleitet.
Genau, die beiden haben das großartig gemacht! Und der Gast schien sich auch kein Stück unwohl gefühlt zu haben. Warum auch immer so wenig von ihm kam. Ganz egal… Malte und Christian haben für gute Stimmung gesorgt. Und ich fand keineswegs, dass da jemand „vorgeführt“ wurde. Das ist Blödsinn…
Reent Reins gehört auch für mich zu den markantesten und coolsten Synchronstimmen überhaupt. Er wertet für mich jeden Film auf, in dem er spricht. Dies gilt auch und insbesondere natürlich für Don Johnson, der im Original deutlich kraftloser klingt. Ist inetwa ein ähnlicher Unterschied wie Manfred Lehmann zu Bruce Willis. Man kann dem Synchron-Gott nicht genug für diese Besetzung danken. Reent Reins ist mir in Filmen aber schon aufgefallen, bevor ich mich intensiv mit Synchronsprechern und Miami Vice auseinandergesetzt habe. Er liefert einfach regelmäßig unfassbar gut ab und sprüht in seiner Arbeit nur so vor Energie. Das gilt auch ausnahmslos für alle aktuellen Produktionen. Und seine Stimme ist, wie schon gesagt, einfach derart cool, markant, einzigartig und unverwechselbar, dass es immer wieder ein wahrer Ohrenschmaus ist, ihn zu hören.
Da er meist in Hamburg synchronisiert und Don Johnson im Kino nicht den großen Durchbruch geschafft hat, ist er gemessen an seiner spielerischen und stimmlichen Qualität viel zu unbekannt. Es gibt auch kaum Interviews mit ihm. Ich habe vor wenigen Jahren extra ein Abo nur für diesen Artikel abgeschlossen, um überhaupt mal ein bisschen von ihm zu erfahren. Schon erstaunlich, dass es nun wohl auf ewig ausschließlich bei MG ein Interview im Videoformat mit ihm gibt. Insofern bin ich immer noch begeistert, dass dieser Vorschlag in die Tat umgesetzt wurde.
Ich kann übrigens absolut nicht verstehen, dass Christian nicht einmal den Deckel seiner Miami Vice-Box mitgenommen hat für eine Signatur. Es muss ja nicht gleich die ganze Box sein. Ich hätte JEDEN Film, in dem er mitgesprochen hat, mitgenommen für ein Autogramm.
Ich habe ja Sybil Danning schon mal als Gast für Pantoffelkino vorgeschlagen und möchte es nochmal versuchen. Sie ist gebürtig aus Österreich und damit wäre das Übersetzungsproblem schon mal vom Tisch. Ihre Filmografie ist eigentlich wie gemacht für eine Sendung und Christian wäre bestimmt auch entzückt. Sie ist auf Facebook sehr aktiv. Es ist Wahnsinn, wo sie überall dabei war.
Kleiner Tipp für alle Reent Reins-Komplettisten:
Er hat - wie viele andere Hamburger Sprecher auch - auch für VTO (Video Teresa Orlowski) gesprochen. In „Foxy Lady 4“ ist er z.B. zu hören. Kann aber sein, dass er das mit dem Start des Erfolges und der Bekanntheit durch „Miami Vice“ gelassen hat.
Weil ich mich gerade wegen eines anderen Projektes mit VTO beschäftige,
kann ich bestätigen, dass er 1987 auch bei Foxy Lady 8 zu hören ist.
Er synchronisiert einen Regisseur, der einer Darstellerin zuerst sehr eindeutige Regie-Anweisungen gibt und dann kräftig mitmischt .
Die Hamburger Synchros der VTO-Hardcorefilme sind tatsächlich mit der damaligen
Hamburger Creme de la Creme (auch Andreas „David Hasselhoff“ von der Meden
und auch Lutz Mackensy) besetzt gewesen und klingen hochwertig.
Der Preis war aber auch entsprechend hoch. Aber Achtung: VTO hat parallel für
etwas unwichtigere Titel auch Synchros in Hannover anfertigen lassen.
Die klangen größtenteils schlimm.
Julian hatte damals ja Sprecherlegende Horst „Schlemihl“ Stark darauf angesprochen,
der damit sehr locker umging und nur meinte: „Das haben ja damals alle gemacht.“
Foxy Lady 4 soll man schnell in diesem Internerz finden Lutz Mackensy und Reent Reins in einer Szene hätte viel Spielraum für Miami Vice- Anspielungen gegeben
Direkt nach der Sendung hatten Christian, Chris und ich echt kein gutes Gefühl und die Idee mit der Kritik zu „High Heat“ war eine sponatane Idee von Christian. Ich hatte ihn 3 Tage vorher gebeten, mal in das Werk hinein zu schauen.
Mir tat es in der Seele weh, dass Reins sich an fast nichts mehr erinnern konnte, nur das konnte ja niemand ahnen. Andererseits wäre es aber bestimmt schlimmer für mich gewesen, wenn Reins ein totaler Unsympath wäre. Das aber kann ich keineswegs behaupten. Er und auch seine Frau waren mehr als freundlich und auch interessiert an MG überhaupt. Frau Reins fragte zumindest noch nach anderen Formaten und bedauerte natürlich auch, dass Holger nicht vor Ort sein konnte. Direkt nach der Aufnahme kam seine Frau ins Studio dazu und wir hatten noch ein sehr schönes Gespräch zu viert. Wir merkten eindeutig, dass Reins auf seine Frau angewiesen ist, die wusste eigentlich alles, zum Beispiel von Miami Vice Fantreffen. Ich vermute auch mal, das sie ca 5 bis 10 Jahre jünger ist, aber da will ich mich nicht festlegen. Die beiden haben nächstes Jahr Silberhochzeit und sind schon seit den 90ern liiert.
Reins sprach noch eine kleine Sprachnachricht für Christians Sohn ein „Hey stehen bleiben Miami Vice“. Ich war echt gerührt, vorher hatte er noch meine Boxen und die Karte signiert. Überhaupt war ich scheiße nervös, es war ohnehin mein erstes Interview. Zum Glück war ich nicht alleine, daher nochmal ein großes Dankeschön an @nbfilm . Reins’ Stimme klingt immer noch so perfekt. Seine Texte werden im Aynchronstudio auch immer extra ausgedruckt, nichts digital, darauf besteht er und das wissen auch die Leute in den Studios. Aber ich befürchte, dass er nach Beendigung des Sprechens das sehr schnell vergessen wird.
Vielen Dank für die lobenden Worte eurerseits, ich habe erst heute die Sendung geschaut und im Forum gelesen. Das Wochenende lag ich dann nämlich auch flach. Aber wie auch immer. Ich kann sagen, dass ich mit einem Helden meiner Kindheit sprechen durfte, auch wenn es für die Person gar nichts besonderes war. So werde ich mit einem weinenden und glücklichen Blick auf diesen Tag zurück blicken.
Eine schöne Woch wünsche ich euch und hoffentlich sehen wir uns am Samstag.
Oje, das war reinste Knochenarbeit, war wirklich extrem unangenehm beim schauen. Respekt an die zwei, dass die das irgendwie über die halbe Stunde retten konnten.
Der Mann konnte aber auch echt einem Leid tun, ich glaub nicht, dass er so desinteressiert an seiner Arbeit war, ich glaub schon, dass da mental nicht mehr alles so einwandfrei funktioniert. Dass er sich an kaum was erinnert ist eine Sache, aber konnte sich auch sehr schlecht ausdrücken und dem Gespräch konnte er auch kaum folgen. Sowas kommt halt immer nachträglich raus, sehr undankbare Aufgabe so eine Sendung zu führen. Da war ja der Anzeigenhauptmeister ja noch ein Rapper dagegen.