Folge 43 - Die Grenze unterschritten

Wenn der Film den Anspruch hätte eine halbwegs realistisches Szenario einer Stärkung der politischen Extreme zu zeichnen, sollte man auch im Auge behalten, dass Deutschland und Europa heute eine andere demokratische Tradition haben als vor 70-80 Jahren, es eine globale Vernetzung gibt, im Falle einer starken Aufrüstung und Pogromen in Deutschland das Ausland wohl keine Appeasement-Politik anwenden würde und wir auch ein komplexeres Wirtschaftssystem haben als zu Zeiten der Entstehung des Bolschevismus als sich hauptsächlich Manufakturbesitzer und Industriearbeiter gegenüberstanden.

Von daher würden Parteien, die sich links und rechts des heutigen Spektrums etablieren wahrscheinlich eher Wilders und Chavez als Vorbild haben und nicht Hitler und Stalin.

Venezuela und Deutschland haben eine sehr unterschiedliche Geschichte, grundsätzlich halte ich es aber nicht für undenkbar, dass in Zukunft auch ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung sozial so marginalisiert sein wird, wie die Leute die in Venezuela Chavez Sozialismus des 21.Jh. unterstützen, weil sich der Staat vorher kaum um sie gekümmert hatte.

Jemand der Überfremdungsängste und xenophobe Klischees eloquent mit einer Rhetorik der Verteidigung der Freiheit und der angeblichen kulturellen Überlegenheit Europas schürt wie Wilders hätte in Deutschland wiederum wahrscheinlich auch auf Anhieb ein 10% höheres Wählerpotential als die NPD.

auf diese Problamatiken spezifischer einzugehen, wäre für Sat1 aber wahrscheinlich ein zu heißes Eisen und es würde wohl auch wenig sinnvolles dabei rumkommen.

Natürlich kann man das - sie war schon während der Wendezeit (damals als unverbesserliches junges Mädel) eine Hardlinerin.

Als Abiturientin? LOL

Nun, heute ist sie Philosophin und Doktorantin der Volkswirtschaft und wird von dir auf eine Ebene (Linksextreme, Rechtsextreme - is doch alles das gleiche!) mit Leuten wie z.B. den mehrfach wegen Körperverletzungen vorbestraften J.Rieger und seinen Kameraden gestellt.
Naja, jeder wie er eben kann.

Hey, „im Moment“ lief mir sogar noch was schönes für dich bei Holgi über den Weg :slight_smile:

Zur Argumentation des Kritikers, die Medien (bzw. die Gesellschaft im allgemeinen?) seien “auf dem linken Auge blind”, weil man einer Frau Wagenknecht in Talkshows ein Podium bietet, während etwa - so müsste man den Gedankengang ja folgerichtig ergänzen - ein Herr Voigt, ein Herr Apfel oder gar ein Herr Mahler dort nicht so gern gesehen sind:

Ich muss zugeben, dass auch ich - wohl in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Gesellschaft - mit dem Thema “Rechtsextremismus” Attribute wie “militaristisch”, “brutal” und “fremdenfeindlich” in Verbindung bringe.
Und auf jeden, der selbst mit Militarismus, Brutalität und Ausländerfeindlichkeit nichts am Hut hat, wirkt das natürlich abstoßend.

Linke Politik hingegen erscheint auch heute noch - trotz Stalin und RAF - eher im romantischen Licht einer gewissen Robin-Hood-Mentalität.

Insofern ist die “Linksblindheit” der Medien, bzw. der Gesellschaft zumindest psychologisch verständlich und erklärbar.

Was mir an der Argumentation des Kritikers aufgestoßen ist, war, dass ich mich unangenehm an die von Polemikern aus dem rechtsextremen Lager erinnert fühlte. Dort versucht man uns nämlich weiszumachen, die Deutschen seien seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges einer systematischen Gehirnwäsche unterzogen worden. (Eine Argumentation, die bekanntlich ihren Höhepunkt in der Unterstellung der sogenannten “Auschwitz-Lüge” findet). Viele Fakten liefern dieser Sichtweise ja auch tatsächlich Munition. So scheint in Hollywood selbst heute noch stellenweise die Gleichung “Deutscher=fieser Nazi” zu gelten, auch wenn sich das selbst dort spätestens mit “Schindlers Liste” etwas relativiert haben dürfte.

Der Kritiker wird schlau genug sein, um zu wissen, welche Assoziationen er mit seiner Bewertung evtl. aufrufen könnte. Und er wird sicherlich auch seine Gründe gehabt haben, sich absichtlich auf solch dünnes Eis zu begeben. Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen.

Doch davon abgesehen: Wie soll das Problem gelöst werden?
Soll man die Wagenknecht aus den Diskussionsrunden künftig rigoros ausschließen?
Das hätte den Beigeschmack der Zensur, was ja nicht wünschenswert ist
Die einzige Alternative wäre, ihren Pendants vom rechten Spektrum ebenso eine Plattform zu bieten.

Meine persönliche Vermutung war ja in letzter Zeit sogar, dass man seitens der öffentlich-rechtlichen Sender der Linken Partei bewusst schaden will, in dem man bevorzugt Frau Wagenknecht einlädt (die in meinen Augen sehr extreme Positionen vertritt denen weder die Mehrheit der Mitglieder ihrer Partei, und wohl schon gar nicht die Mehrheit der Wähler dieser Partei zustimmen würden). Ist aber nur mein persönlicher Eindruck.

@Marl Kurx:

Es ist allgemein bekannt, dass Fr. Wagenknecht eine linksextreme Harlinerin („Betonkopf“) ist. Dazu reicht ein Blick in Wikipedia:

Wagenknecht gehörte lange Zeit zur Antikapitalistischen Linken und zur Kommunistischen Plattform, wo sie auch Mitglied im Bundeskoordinierungsrat war. Seit Februar 2010 ruht ihre Mitgliedschaft in dieser Parteiströmung.
(…)
Aufgrund ihres Aufsatzes in den Weißenseer Blättern wurde ihr zudem damals eine positive Haltung zum Stalinismus vorgeworfen. Der Bundesvorstand der PDS erklärte, die Positionen von Wagenknecht seien „…unvereinbar (…) mit den politischen und programmatischen Positionen der Partei seit dem außerordentlichen Parteitag im Dezember 1989. Der Parteivorstand sieht in den von Sahra Wagenknecht in ihrem Artikel geäußerten Positionen eine positive Haltung zum Stalinismusmodell.

Auch, wenn sie inzwischen gemäßigter auftritt, geht doch von ihrem Gedankengut eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus. Vielleicht gehört sie nicht auf dieselbe Ebene wie Jürgern Rieger, aber sie als „Philosophin und Volkswirtschaftlerin“ zu verharmlosen, finde ich ein bisschen kurzsichtig.

PS: Auch ein bisschen Schmöckern in den Büchern, die sie geschrieben hat, ist sehr aufschlussreich.

Jürgen Rieger gehört ja zum Glück auf keine Ebene mehr ^^

Fände es aber trodzdem schön, wenn man im Fernsehn auch diesen Deppen von der NPD auch in ne Talkshow einladen würde. Schliesslich hat jeder das Recht seine Meinung frei zu äußern nur sie sollte nicht Volksverhetzend und Holocaust-leugnend sein!
Muss mich nochma selbst korriegieren:
“Die Grenze hatte ne gute Idee nur der Film war Bullshit!”-Ich meine damit die Idee zu dem Film “Die Grenze” war gut, genauso wie bei “2012” nur die filmische Umsetzung war mist, genauso wie bei 2012, wo ich gerne mehr ZERSTÖRUNG gesehen hätte, anstand diese aus “The Day after Tomorrow” geklonten Charaktere!

Ja, die NPD im Fernsehen zu Wort kommen zu lassen fände ich auch hoch interessant… aber auch nur, damit sie sich selber demaskieren können… Ich stelle mir da schon ein schönes Interview zwischen Friedmann und Holger Apfel vor…
Friedmann ist mir zwar außergewöhnlich unsympathisch, aber allein auf Grund seines Backgrounds wäre dieses Interview sicherlich interessant, hat er doch bereits ein längeres Gespräch mit Mahler (Ex-RAF und jetzt NPD Anwalt) geführt, was auch sehr aufschlussreich war…
Nur bitte glaubt nicht, dass die Rechten alle dumm wären und nicht bis drei zählen könnten… die “Abgesandten” in den Talkshows wären sehr darauf bedacht sich gewählt auszudrücken, damit man sich nicht direkt ins Aus buchsiert… Deswegen müssten da kompetente Gastgeber (Plasberg, Maischberger, Friedmann) moderieren, die wirklich intensiv nachhaken und somit dazu beitragen, dass die Rechten nicht hinterm Berg halten mit ihrer Meinung…
[Da hier einige Menschen Volker Pispers kennen, möchte ich jetzt auch mal meinen Lieblingskabarettisten ins Spiel bringen.]
Wenn ich mir also erlauben darf: Hagen Rether über rechte und linke Gewalt:

In diesem Sinne

Gerade das dünne Eis ist es, was mich besonders reizt. Fernsehkritik-TV kann nur einen Sinn haben, wenn auch Thesen formuliert werden, die manchem sauer aufstoßen. Aber niemand muss sich ja der Argumentation anschließen. Ich möchte hier niemandem das Denken abnehmen.

Doch davon abgesehen: Wie soll das Problem gelöst werden? Soll man die Wagenknecht aus den Diskussionsrunden künftig rigoros ausschließen? Das hätte den Beigeschmack der Zensur, was ja nicht wünschenswert ist. Die einzige Alternative wäre, ihren Pendants vom rechten Spektrum ebenso eine Plattform zu bieten.

Die Linke müsste Frau Wagenknecht aus der Partei ausschließen. Diese Frau gehört zur MLPD oder sonstwohin. Oder die Linke muss eindeutig bekennen, dass sie Wagenknechts Grundhaltung teilt.
Auch Rechtextremisten zu Diskussionen einzuladen, halte ich gelegentlich für sinnvoll. Wie schon weiter oben geschrieben, würde dies zu einer Demaskierung beitragen. In „Die Grenze“ gibt es (ausgerechnet unter der Moderation von Sabine Christiansen) ein TV-Duell zwischen dem Rechtsextremisten Schnell und dem Linksextremisten Geri. Die Vorstellung, so etwas mal tatsächlich im TV zu veranstalten, halte ich für einen interessanten Gedanken. Denn was ist denn das Problem der Talkshows wie „Anne Will“ usw.? Die Politiker der etablierten Parteien spulen ihre Standardsätze ab. Vielleicht täte es ihnen (und uns) ganz gut, sich gelegentlich an Reizfiguren abzuarbeiten.

Hm, dabei ist Roland Suso Richter doch sonst ein wirklich guter Regisseur.

Das die Linken in dem Film besser dar gestellt wurden, das hatte meiner Meinung nach nichts damit zu tun
das Links mehr im Fernsehen tolleriert wird, es darf gar nicht gezeigt werden das Links und Rechts eigentlich
gleich zu stellen sind. Links wird uns so Verkauft weil Rechts unter gar keinen umständen mit Links gleich zu setzen sein darf. Eine Rechte Einstellung muss immer als schlecht dargestellt werden.

Was mir im Prinzip als Sinnnvoll
erscheint weil ich mir die Jahre 1939-1945 bestimmt nicht zurück wünsche, verliert seinen Sinn nicht nur wegen so
einem Film, sondern weil mit der Masche auch die Kommunistische Diktatur in China als einiger Massen gut o. immer
noch besser als Rechts bezeichnet wird.

Damit wird uns nicht nur China Schmackhaft gemacht, sondern auch die Konsum Produkte die Chinesische Arbeitssklaven für uns herstellen. Da muss man sich nur mal Galileo anschauen, da wird diese Sklaverei nähmlich
ausdrücklich befürwortet indem für Chinesische verhältnisse Halbwegs humane industrien besucht werden.Wo Hunderte zusammengefercht beisammen sitzen. Und wir können Sicherlich davon ausgehen das es da nicht so abläuft wenn keine Kamera da ist. Und sogar mit der Kamera ist es nicht auszuhalten Menschen zu sehen die wie
Schweine gehalten werden.

Das leidige Links/Rechts Thema :?

Man muss einfach mal sagen und dass merkt man hier auch schon im Forum bei dieser Diskussion: Links zu sein, ist gerade “Modern”, bei den Jugendlichen schon seit langem, und jetzt auch langsam bei den Erwachsenen, ich rede nicht davon dass das alles Extremisten sind ganz im Gegenteil, aber all die Jahre hat den Linken Teil die SPD abgedeckt, gerade im Westen, und jetzt nach 8 Jahren mitte/rechts, A****krieschen bei der CDU und Liebäugeln mit den Amerikanern, suchen die Bürger nach Alternativen und die finden sie halt Links. Mit rechts würde man sich in der Welt zuviel Feinde machen und eine rechte Bewegung würde von allen Seiten so oder so egal wie der Wählerwille wäre, schon im Keim erstickt. Das mit dieser Linkswelle sieht man auch schon an diesem ganzen Obama-Hype (meiner Meinung hat jeder viel zu hohe Erwartungen in diesen Mann, er ist nun mal nicht Gott und Atomwaffen wirds auch noch leider in 50 Jahren und mehr geben), spätestens wenn wieder der nächste Anschlag passiert (wir wollens um Gotteswillen nicht hoffen) wird wieder ein “starker” Republikaner gewählt werden… Passt übrigens zum Thema: Die amerikanischen Republikaner würden in Deutschland als rechtsextreme Partei eingestuft, in der USA hat sie fast jeden Präsidenten gestellt…

Zitat:

“Die Medien sind auf dem linken Auge Blinder als auf dem Rechten.”

Ich möchte wirklich nicht beleidigend wirken, aber dass ist wirklich das dümmste was ich von FK- TV bisher gehört habe.

Ich schlage vor dass du erstmal paar Monate die Sendung einstellst und dich hirntechnisch auf Vordermann bringst.

Solch Gesülze kann nur die Konsequenz von einem hohen Maße an Dummheit sein, das sich bei dir mittlerweile angesiedelt hat.

Hey, ich glaube Beleidigungen bringen dich auch nicht weiter, wenn du andere Meinungen nicht akzeptieren kannst, dann bist du hier falsch! Ich glaubs ja wohl ned, du musst dir doch dieses “gesülze” wie du es nennst nicht anschauen!

@Müllbeutel gehört in das Selbige… :smt009 Mit Abstand der unkreativste Beitrag !
@ALLE…nun…eins scheint “Die Grenze” wohl erreicht haben…man diskutiert darüber…
@Fernsehkritiker …allen USERN Recht getan, eine Kunst die keiner kann…
Du machst gute Arbeit, bleib dabei…und mal meine Meinung, ich würde keine Kommentare in dem Forum abgeben.
Zumindest keine Rechtfertigung und mich nie beugen lassen, bleib hart in deiner Linie…weiter so.
—LINKS ? RECHTS ?
Ich hatte mal ein Gespräch mit einem (aus meiner Sicht) sehr intelligentem Menschen (s.a.u.).
Auf die Frage, was man wählen sollte, sagte er: die Partei vor der die CDU die meiste Angst hat und gegen die am meisten ins Feld gezogen wird.


Notwendige Teile der Erziehung heutiger junger Generationen, sind die Vermittlung von Fähigkeiten der Informationsfindung im Lügenwald der Politiker und Medien.
Ähnlich der in der Urzeit vermittelten Überlebenslehre von essbaren und giftigen Pflanzen. (D.O.)

Wobei dieser Obama Hype schon längst wieder abgeklungen ist. In den USA feiert im Moment eine ganz andere Bewegung Erfolge. Die sog. Tea Party in denen Sarah Palin eine große Rolle spielt und denen John McCain bereits zu „links“ ist. Mit platten Steuersenkungsversprechen und mittelalterlichen Moralvorstellungen wird Stimmung gegen Obamas Gesundheitsreform gemacht, die bei aller berechtigten Kritik an seinen nicht gehaltenen Versprechungen wohl das sinnvollste ist, was ein US-Präsident in diesem Jahrtausend hervorgebracht hat.

Obama soll hier nicht das Thema sein.

Ein interessanter Film, der durchaus realität wird könnte, so in etwa, das die NPD oder die Linkspartei zu so einer Stärke gelangen könnten, was ja angesichts der Politik der beiden Volksparteien durchaus denkbar wäre.
Wovon ich allerdings nichts halte ist, dass kritisiert wird, das die Wagenknecht in vielen pol. Talkshows auftritt.
Da wir in Demokratie leben sollten alle, von Ultrarechten bis Steinzeitkommunisten, in Polittalkshows sich gehör verschaffen können, niemand sollte ausgeschlossen werden. So kommt Vielfalt zu stande.
Das Sarah Wagenknecht sehr links ist und teils extremistisch, bestreite ich nicht, doch sie als Betonkommunistin zu bezeichnen, finde ich nicht ok. Vieles, was die Wagenknecht gesagt hat, sollte nicht überhört werden. :roll:
Immerhin ist die Linkspartei die einzige Partei, die schon lange vor der Krise, vor der Krise gewarnt hat und diesbezüglich Lösungen, eine solche Wirtschaftskrise zu verhindern, vorgeschlagen hat.

…aber von Ultrarachten sehe ich nix im Fernsehen - und ich denke wenn sie in Talkshows auftreten würden, dann wäre die Aufregung groß - vermutlich sogar zu Recht! Aber dann soll man Frau Wagenknecht als linkes Pendant auch nicht ins Fernsehen lassen!

Nach der Sachsenwahl, wo die NPD 9% geholt hatte, wurde Udo Voigt eingeladen, vom ZDF.

Nach dem ersten Satz war die Moderatorin sowas von überfordert, dass sie sofort aus dem Studio schmiss. Gab viel Kritik, was man so darüber lesen konnte. Find ich nicht ok, sie wurden schließlich demokratisch gewählt, die Quittung haben sie bei der letzten Wahl bekommen.

Das mit der Krise und der Linkspartei seh ich genauso, Lafontain hat schon in seiner SPD Zeit davon geredet, dass der Supergau bald kommen wird, er wurde ausgelacht, und schluss endlich aus der Partei gemobbt…