Du verstehst es ja auch nicht. Denn du kennst weder die genauen Hintergründe (warum, wie oft, wie lang etc.) noch weißt du, ob diese Fahrten mit anderen Erledigungen verbunden waren. Sich wegen eines Halbsatzes derart aufzuregen, ist einfach sowas von 2021: Hysterie vor Verstand. 
Jo, und es hilft den Menschen, die in diesen Industrien ihren Lebensunterhalt verdienen, sicherlich ganz super, wenn wir jetzt erstmal alle pseudo-moralische Grundsatzdiskussionen darüber führen.
Grundsatzdiskussionen, die man wahrscheinlich genauso auch über viele der Hobbys und Lebensstile führen könnte, die jeder einzelne von uns hat. Ich glaube, den meisten hier ist gar nicht bewusst, welchen Dominoeffekt der Einbruch eines solchen Industriezweiges weltweit haben kann.
Außerdem sollten wir einfach alle mal ehrlich sein und unsere komplette Ahnungslosigkeit bezüglich dieser Branche eingestehen. Jeder sollte aus seinem eigenen Job wissen, dass es branchenspezifische Prozesse gibt, die für Außenstehende absolut keinen Sinn ergeben, aber mit entsprechendem Hintergrundwissen völlig logisch sind. Warum der Modekreislauf so funktioniert wie er funktioniert und ob Klamotten in großen Mengen über lange Zeit tatsächlich so easy gelagert werden können wie sich unsere Foren-„Experten“ das hier vorstellen, wissen wir schlichtweg nicht.
Zudem geht die Diskussion damit völlig am derzeitigen Kernproblem vorbei und macht es unseren Politdarstellern wieder mal sehr einfach. Denn anstatt ganz konkret über deren verkorkste Pandemie-Konzepte zu sprechen, schwurbeln wir irgendwas über die Absurdität einer Industrie, von der wir nicht den blassesten Schimmer haben. Kaballo hat in dem Interview sehr präzise beschrieben, wo sie derzeit die Fehler im politischen Handeln sieht. Sie hat beschrieben, warum es völlig hirnrissig ist, dass man Einzelhandelsgeschäfte wie ihres trotz überzeugendem Hygienekonzept (oft besser umsetzbar als in Supermärkten) während des Lockdowns pauschal zur Schließung zwingt.
Mit genau diesen Problemen haben momentan jede Menge Branchen zu kämpfen. Branchen, die von der Politik im Stich gelassen werden und die allein hierzulande Millionen von Menschen in Lohn und Brot bringen. Selbst wer derzeit das Privileg hat, im Home Office gemütlich sesselzupupsen, wird von diesen wirtschaftlichen Schäden früher oder später auch mit getroffen werden.
Ich bin kein Experte was Kleidung angeht, dennoch kann ich aus Erfahrung sagen, dass sich meine Hosen, Shirts, Pullis usw. nach teilweise mehreren Jahren liegend/hängend im Schrank oder am Bügel unauffällig verhalten.
Auch einige Schuhe sehen noch nach >10 Jahren aus wie aus dem Laden, daher sollte doch ein Kleidungsstück eine „professionelle“ Lagerung von 1-2 Jahren ohne Zerfall überstehen.
Das sind die Gedanken gewesen, die wegen der (sinngemäß wiedergegebenen) Aussage „Kleidung ist wie Obst und wird schlecht“, kamen.
Die Diskussionen, die WIR führen, helfen ohnehin niemandem. Aber abgesehen davon, ist die Pandemie natürlich perfekt für Grundsatzdiskussionen geeignet, denn jetzt wird die ganze Fragilität des Konsumwesens und der Weltwirtschaft offenbar. Meine Kritik bezieht sich auch gar nicht auf die Modebranche, die, wie gesagt: nur den Kundenwunsch bedient, sondern auf die Konsumenten, die gar keine alte Mode haben wollen würden, selbst wenn man sie fürs nächste Jahr einlagern könnte.
Ich würde sagen, das hängt vom Preis der Schuhe ab. Wenn man nicht ohnehin gerade was in der Nähe zu tun hat.
Genauo ist es. Und deswegen weißt du auch nicht, was genau hinter diesen Mechanismen steckt. Frau Kaballo hatte es nur in einem Halbsatz erwähnt und dieses Wissenshäppchen reicht zumindest mir nicht, um dazu eine fundierte Meinung zu entwickeln. Ich weiß nicht, ob du derzeit irgendwas arbeitest, aber du wirst sicherlich auch diese Situationen kennen, in denen sich Außenstehende über deinen Job ne Meinung bilden und sich irgendwelchen Quark zusammenreimen, der schlichtweg ein Fehlschluss ist.
In diesem Fall hast du dich wahrscheinlich sogar das erste Mal überhaupt mit der Modebranche beschäftigt. Aber heutzutage gilt eben: Meinungen sind wie A****löcher - jeder hat eine.
Ich versteh halt nicht wirklich, warum Menschen das heutzutage dieses große Bedürfnis haben, sich immer wieder Meinungen über Dinge zu bilden, die sie weder verstehen noch ernsthaft interessieren.
Und ich kanns nur nochmal wiederholen: Durch solches themenfremdes, stark verallgemeinerndes Geschwurbel macht ihr es den Volksvertretern höchst bequem. Solange sich die Bürger an Nebenschauplätzen aufgeilen, von denen sie eh keine Ahnung haben und mit den Fingern auf abstrakte Konzernmächte und Marktsysteme zeigen, müssen die Politiker sich keine Sorgen machen, dass die eigene ganz konkrete Pfuscherei zu sehr ins Rampenlicht gerät.
Nö, wenn’s so fragil wäre, würdest du nach 1 Jahr Pandemie nicht mehr gemütlich in deiner warmen Bude sitzen und über einen gut gefüllten Kühlschrank verfügen. ![]()
Du darfst natürlich trotzdem gern glauben, dass die bevorstehende Krise an der Fragilität eines Systems liegt und nicht etwa an politischen Fehlentscheidungen wie denen, die Frau Kaballo sehr anschaulich beschrieben hat. Ist ungefähr so, als würdest du dabei zusehen, wie ein völlig unfähiger Architekt/Bauleiter ein wackliges Haus zusammenpfuscht und am Ende kommst du zu dem Schluss: „Also da sieht man wirklich, wie fragil Ziegel und Zement sind! Das müssen wir dringend mal überdenken!“
Ich kann das ja auch nicht unbedingt nachvollziehen, aber würde man gar nix machen, dann wäre es wie immer.
Nehmen wir nur mal die Personenbegrenzung in den Geschäften, die bringt nix, weil zu großzügig. Seh ich doch bei mir auf Arbeit. Es gab einen einzigen Tag Ende des Jahres, wo mal kurzzeitig eine Schlange vorm Laden war, ansonsten war der Laden voll wie immer und das Limit nicht erreicht. Also ist das von Anfang an ein Blendwerk ohne Nutzen gewesen.
Hinzukommt, dass die Leute trotzdem zu zweit oder mit der ganzen Familien einkaufen kommen.
Einen Mittelweg zwischen alles zu oder alles auf ist trotz Hygienekonzepte schwer zu finden. Nicht vergessen darf man auch, sind die Geschäfte zwar offen, aber die Kunden bleiben aus, weil sie keine Lust haben in der Kälte zu warten, dann ist den kleinen Händlern auch nicht geholfen.
Vor dem Problem stand die Gastronomie ja letzten Sommer. Umsatzeinbußen wegen den Hygienekonzepten, aber Hilfen gab es nicht, weil sie durften ja öffnen. Ist in meinen Augen auch nicht fair gewesen.
Nö, es funktioniert in vielen Bereichen. Bei unserem Mäcces darf bspw. nur noch ein Kunde reinkommen, seine Bestellung abgeben und muss die Räumlichkeiten sofort wieder verlassen, um draußen auf sein Fresspaket zu warten. Da gibt es keine Ausnahmen und kein Kunde hat die Möglichkeit, diese Regeln zu umgehen. Auch Pärchen oder Familien dürfen nicht zusammen rein, sondern immer nur einzeln. Im hochpreisigen Modehandel könnte das ganz genauso funktionieren.
Der jetzige Zustand ist sicherlich nicht die bessere Alternative. Man sieht ja, dass sich die Klamotteneinkäufe nun stattdessen einfach in beengte Supermarkt-Abteilungen verlagern, wo kaum Personal vorhanden ist, um die Sicherheitsregeln zu kontrollieren. Bei einem Geschäft, das mit hochpreisiger Mode handelt, besteht das Risiko allerdings erst gar nicht, dass derartige Massenaufläufe stattfinden. In solchen Läden haben sich schon vor Corona meist nur wenige Kunden gleichzeitig aufgehalten. Diese Kundschaft legt schließlich großen Wert auf ein besonderes, exklusives Einkaufserlebnis, bei dem es nicht wie im Ramschladen zugeht.
Sie hat der Kundin nicht Schuhe gebracht, sondern diese als Haustürgeschäft in einem ihrer Läden verkauft. Ich habe es so verstanden, dass sie an dem Tag auf mehr Laufkundschaft hoffte, aber nur ein paar Schuhe dann letztlich verkauft wurde.
Das sind dann aber selbst auferlegte Regeln, aber viele Kunden und viele Geschäfte, reizen die bisherigen Regeln aber bis zur Grenze aus und vor allem bei der aktuellen Regelung bezogen auf die Kundenanzahl sehe ich eben nicht, dass sich da jemand großartige einschränken müsste.
Wie du ja schon selber sagst, in so einer Boutique sind eh eher weniger Leute, dann wären die Einschränkungen also keine Einschränkungen und das betrifft dann eben sehr viele Geschäfte.
Ohne das man sich versieht, haste dann wieder volle Busse und Innenstädte und tratschende Leute in Gruppen an jeder Ecke. Was ja dann das größere Risiko ist, weil man so potenziell mehr Leuten im Alltag begegnet.
Ich persönlich seh das Ansteckungsrisiko im Einzelhandel auch eher als gering an und das belegen auch Studien, aber dann könnten wir auch einfach alles so laufen lassen wie bisher. Dann stecken sich eben die Mitarbeiter in ihrer Pause gegenseitig an, weil sie 30min im kleinen Pausenraum zusammen frühstücken. Und nein, da helfen Hygienekonzepte nicht wirklich weiter, wie ich bei mir auf Arbeite sehe. Da müssen dann eben notgedrungen 10 Leute auf 15m² gleichzeitig Pause machen, weil es nicht anders geht und da gehen die Mitarbeiter schon in mehreren Etappen. Würde man das Coronakonform entzerren, dann müsste der erste früh um 6Uhr nach Schichtbeginn mit Pasue anfangen, damit die letzten kurz vor Feierabend fertig sind.
Du bist da einfach ziemlich unkreativ. Man kann für sowas klare Regelungen finden, wenn einem die Politik die entsprechenden Möglichkeiten an die Hand gibt. Die Politik könnte bspw. klar vorgeben, dass maximal 2 kunden auf einmal in einem laden bis 40 qm erlaubt sind.
Boutiquen müssten dann dafür sorgen, dass kein größerer Andrang entstehen kann. Das wiederum ließe sich durch ein Termingeschäft regeln. Boutique-Kundschaft ist es oftmals schon gewöhnt, mit der Geschäftsinhaberin einen eigenen Termin für den nächsten Einkauf zu vereinbaren. Die Akzeptanz bei der Kundschaft wäre also größer als in vielen anderen Branchen. Die Termine können dann immer so vergeben werden, dass sich jeweils für 30 oder 60 Minuten nur dieselben 2 Personen im Laden aufhalten. Erst wenn der Termin beendet ist, kommen die nächsten Kunden. Bei einer so überschaubaren Kundenzahl gibt’s weder volle Busse noch überfüllte Innenstädte. Letzteres haben wir bei besserem Wetter so oder so wie man am letzten Wochenende sehen konnte.
Wenn du ernsthaft glaubst, unsere Behörden wären dazu in der Lage, die Menschen jetzt im Frühling nach 3 Monaten in ihren Häusern zu halten, wenn nur brav die Geschäfte weiter geschlossen bleiben, wird dich die Realität wohl bald einholen. 
Ich bin da nicht unkreativ, es macht nur keinen Sinn. Man müsste es den Leuten praktisch unattraktiv mach die Geschäfte zu besuchen. Das Problem ist ja nicht das allgemeine Ansteckungsrisiko in Läden, sondern wie oft ich mich diesem Aussetze.
Wie gesagt, ich arbeite in einem gut laufenden Supermarkt, die bisherigen Einschränkungen sind im Alltag nun mal bisher keine. Deswegen gibt es genug Leute, die täglich zu uns kommen, sich also täglich einem Risiko aussetzen. Wären jetzt noch andere Läden offen, würden sie zusätzlich auch noch diese besuchen. Dann erhöht sich das Ansteckungsrisiko in Summe nun mal deutlich.
Ich wäre bspw. dafür, dass nur noch 1 Kunde pro 25m² Verkaufsfläche den Laden betreten darf, dann würde es bspw. bei mir im Laden öfter zu Warteschlangen kommen und dann würden sich die Leute eben 3mal überlegen, ob sie jedes mal draußen warten wollen oder eben nur 1mal die Woche kommen und das am besten eben allein.
Um jetzt wieder zurück zur Boutique zu kommen, wenn ich jetzt nur noch 1/3 der Kunden pro Tag bedienen könnte als normal, wenn man dein „Konzept“ umsetzt. Wo ist dann der Vorteil? Die laufenden Kosten steigen, ich nehme weniger ein und Hilfe vom Staat erhalte ich nicht. Ist da Laden zu und Geld vom Staat nicht die bessere Alternative, zumindest finanziell? Klar, vorausgesetzt die Hilfen werden zeitnah gezahlt, aber darum geht es erst mal nicht.
Wie gesagt, die Gastronomie stand letztes Jahr genau vor dem Problem und das wurde auch kritisiert, dass viele nach der Öffnung schlechter dastanden als vorher, aber darauf gehst du ja absichtlich nicht ein ![]()
Ich sage einfach nur, dass den Händlern die Möglichkeit gegegeben werden sollte, solche Konzepte umzusetzen. Dass sich das in jedem Fall lohnen würde, hab ich nicht behauptet. Aber das können die Händler dann ja selbst entscheiden. Denen ist es sicherlich lieber, dieses Risiko in Kauf zu nehmen als weiter mit den Risiken eines monatelangen Lockdowns leben zu müssen.
Auf dein Argument mit der Gastronomie kann ich nicht eingehen, weils einfach nur eine Behauptung ist. Ich hab bisher noch nichts dergleichen gehört und du konntest keinen Artikel o.ä. liefern, wo das glaubhaft beschrieben wird.
Was die Modebranche betrifft, traue ich Frau Kaballo mit ihren 40 Jahren Erfahrung aber durchaus zu, dass sie besser als du oder ich einschätzen kann, was für ihr Geschäft funktioniert und was nicht. Das ist nicht derselbe Kundenkreis wie im Supermarkt. Wäre durchaus denkbar, dass mit dem oben beschriebenen Konzept in so einer Boutique auch 2/3 der Kundschaft erreicht werden können.
Zudem unterschätzt du schlichtweg, dass Menschen auch einfach wieder arbeiten WOLLEN. Monatelang untätig sein zu müssen, ist für die Leute (vor allem selbstständige Unternehmer) mindestens genauso schlimm wie der finanzielle Verlust. Wirklich förderlich für die Gesundheit ist so eine Taten- und Perspektivlosigkeit auch nicht.
Cherry Picking gibts nicht, entweder auf oder zu.
Eine Behauptung? Einfach nur logisch und zigfach diskutiert ![]()
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/schlechter-umsatz-fuer-gastronomie-100.html
Gut möglich, aber immer noch nicht 3/3 ![]()
Das steht aber auf einem völlig anderem Papier und die Sache mit dem Ansteckungsrisiko bist du jetzt auch wieder elegant übergangen ![]()
Es gibt einfach keinen goldenen Mittelweg, es wird immer Ungerechtigkeiten geben und Frau Kaballo kann wenigsten Click&Collect anbieten, hier in Sachsen dürfte Sie das nicht. Nur mal so als Denkanstoß.
Jetzt fängst du wirklich an, in den Bereich des blanken Unfugs abzugleiten.
Das was ich beschrieben habe, passiert bereits und hat mit Cherry Picking nichts zu tun. Es gibt viele Dienstleister, die es nicht voll ausschöpfen, dass sie geöffnet haben dürfen. Allein schon um ihre Mitarbeiter zu schützen, entscheiden sie sich dafür, weniger Kundschaft zu empfangen als sie tatsächlich dürften oder an weniger Tagen zu öffnen. Das ist am Ende eine individuelle Entscheidung.
Auch wenn ein Geschäftsinhaber beim starken Anstieg der Inzidenzwerte sagt, er möchte seinen Laden vorübergehend komplett schließen, ist das legitim. Die meisten haben derzeit jedoch nicht mal die Möglichkeit, diese Entscheidung überhaupt eigenständig zu treffen.
In unserer Firma wurde bspw. sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter bereits eine Maskenpflicht eingeführt, noch bevor es verpflichtend gewesen ist. Uns war klar, dass wir dadurch Kundschaft verlieren werden, dennoch haben wir das nach eigener Abwägung so entschieden. Diesen Spielraum haben Unternehmer, Dienstleister, Gewerbetreibende usw. also schon lange.
Warst du selbst denn schon mal in solche Entscheidungsprozesse involviert? Vielleicht würdest du dann etwas besser verstehen, was ich damit meine. Wäre ich Angestellter im Supermarkt, wo alle Entscheidungen allgemeingültig aus der Firmenzentrale kommen, würde ich diese Herangehensweise vielleicht auch für „Cherry Picking“ halten.
Dass aber so oder so keine Kirsche zu gewinnen, wenn ein Händler sich entscheidet, seinen Laden wegen der Pandemie nur stark eingeschränkt oder gar nicht zu öffnen, kann ich dir jetzt nicht auch noch in 20 Beiträgen kleinteilig erklären. Ich hoffe einfach, du begreifst es selbst. ![]()
Click&Collect anbieten, hier in Sachsen dürfte Sie das nicht. Nur mal so als Denkanstoß.
Ich befürchte immer mehr, du hast das Interview nicht vollständig gehört/begriffen.
Da ich annahm, dass deine Formulierung „unsere Foren-„Experten““ ironisch war, habe ich ebenfalls das Wort „Experte“ genutzt.
Nö, du verstehst mich nur falsch und es geht immer noch um das konkrete Beispiel und da hat die gute Frau nun mal nur zwei Möglichkeit, auf oder zu zu haben. Sie wird es sich wohl kaum leisten können, freiwillig zu schließen, wenn sie jetzt schon finanzielle Schwierigkeiten hat.
Ja, kann er gerne machen, wenn es sich leisten kann. Trifft auf Frau Kaballo aber wohl kaum zu. Es ging konkret darum, ob eine Öffnung ihr finanziell tatsächlich helfen würde.
Aber genau das ist doch die Frage, die du hier leider nicht verstehst. Der Frau schwimmen die Felle weg und 2/3 Umsatz erwirtschaften oder 3/4 von Staat geschenkt bekommen, sind nun mal zwei Dinge, die man gegeneinander abwegen muss und der Gastronomie hat es nun mal eher geschadet, dies konnte ich belegen. Sollte 1 Link nicht reichen, poste ich gerne noch ein paar weitere.
Muhaha, doch und sogar sehr genau hingehört und Leute die im Real ihre Leggins kaufen gehören vermutlich nicht zu dem Klientel, die italienische Designermode in einer Boutique kaufen. So viel weiß ich schon mal.
Viele Argumente von ihr kann ich schon nachvollziehen, aber bei manchen wurde von ihr viel zu eindimensional gedacht, wie von dir übrigens auch und dafür, dass du kein Mode-Geschäftsführer-Experte bist, vertrittst du deine Vermutungen hier aber sehr vehement ![]()
Von meiner Seite aus ist auch alles gesagt, wir kommen eh nicht auf einen Nenner, obwohl wir gar nicht so weit von einander weg sind.
Ich hab mir eigentlich immer geschworen, Leute konsequent zu ignorieren, die diese Phrase benutzen.
Aber es ist Wochenende, ich bin müde und aus der Diskussion ist eh die Luft raus.
Aber: Wie kam ich eigentlich auf den Gedanken, dass du das Interview entweder gar nicht oder nur unaufmerksam gehört hast? Nun, Frau Kaballo ist auf Themen wie „Click & Collect“ und „Online-Handel“ bereits eingegangen. Sie hat über ihre eigenen Erfahrungen und die ihrer Kollegen damit berichtet. Ein ernstzunehmender Ausgleich scheint das für diese Branche nicht zu sein. Diese Kundschaft zahlt eben nicht nur dafür, dass sie nen Pullover mit nach Hause nehmen dürfen. Sie zahlen auch für das Einkaufserlebnis, das ihnen diese Edel-Boutiquen bieten. Diese Läden sind keine Supermärkte, wo jedes Regel gleich lieblos voll gestopft und Beratung praktisch nonexistent ist. ![]()
BRAINFISTER vs. KAUFHAUS-ZOMBIES
Apropos Supermärkte… Ich schildere mal eben mein gestriges Einkaufserlebnis in einem großen deutschen Supermarkt: Es war ein lauer Abend, die Vöglein zwitscherten. Vorm Eingangsbereich des Supermarkts standen viele Kunden nah beeinander, die alle auf den nächsten Einkaufswagen gewartet haben. Abstände wurden nicht eingehalten, jedoch hat das auch niemand kontrolliert. Einige Kunden hatten sich gerade erst dort in dieser beengten Situation ihre Maske aufgesetzt.
Als ich einen Einkaufswagen ergattert hatte, ging ich zur Desinfektionsstation. Mit dem Ergebnis, dass das Desinfektionsmittel restlos leer gewesen ist. Wahrscheinlich bereits seit einigen Stunden. Auch an Papiertüchern war nicht mehr viel übrig. Beim Betreten des Supermarkts sagte ich der Kassiererin wegen des Desinfektionsmittels bescheid. Sie versicherte mir, dass es sofort aufgefüllt wird.
Nun kam ich in die Gemüseabteilung. In den engen Gängen war die Kundschaft dicht gedrängt. Wie so oft in diesem Supermarkt standen Paletten und ein großer Müllwagen im Gang, die dafür sorgten, dass die Kundschaft noch enger zusammenrücken musste. Zwischen den Regalen wuselte ein Mitarbeiter umher. Ihm war es nicht nur schnurzpiepegal, wie eng die Leute dort beeinander standen, nein, er trug seine Maske auch noch im Kinnwindel-Style („chin diaper“, siehe South Park
). D.h. die Maske hing unter seiner Nase. Das schien ihn jedoch überhaupt nicht zu stören, denn er hat während meines gesamten Supermarktbesuchs (ca. 15 Minuten) nichts daran geändert.
An der Kasse setzte sich das Kundenkuscheln fort: Hinter mir stand ein Herr ohne Einkaufswagen. Eigentlich hätte er den Supermarkt ohne Wagen gar nicht betreten dürfen, aber hey, auch das hat anscheinend absolut niemanden dort gejuckt. Der wagenlose Herr beugte sich plötzlich von hinten ganz nah an mein Ohr: „Du, isch hab nur swei Sache, kannschu mi vorlasse?“. Meine genauso freundliche wie präzise Antwort: „Nein.“ Die Kassiererin reagierte übrigens weder darauf, dass er mir derart auf die Pelle gerückt ist, noch darauf, dass er keinen Einkaufswagen dabei hatte.
Beim Verlassen des Supermarkts ging ich nochmal zum Desinfektionsspender. Ich wollte meine Hände reinigen, nachdem ich den Einkaufswagen zurückgebracht hatte. Déjà vu: Der Spender war immer noch genauso leer wie vor nunmehr 20 Minuten. Kurz danach lief der Kinnwindel-Regaleinräumer an mir vorbei. Er hatte gerade Zigarettenpause gemacht. Übrigens hatte er ebenfalls gehört, wie die Kassiererin meinte, dass der Spender sofort aufgefüllt werden soll. War ihm aber wohl genauso wurscht wie die Gesundheit der Kundschaft, die er durch seine Kinnwindel mit Corona beglückt. ![]()
Epilog
Ich hab mir davon tatsächlich nichts ausgedacht. Ich habe an keiner Stelle übertrieben. Wie gesagt: Es geht nur um einen einzigen kurzen Supermarktbesuch, bei dem ich all dies erlebt habe.
Jetzt stellen wir uns mal vor, wie häufig es hierzulande tagtäglich zu solchen Situationen kommt und wieviele Menschen wohl schon auf diesem Wege angesteckt worden sind. Dann denken wir nochmal drüber nach, warum kleine Einzelhändler, die ihr Geschäft oftmals sehr viel verantwortungsbewusster und sicherer führen würden, bei der Politik keinerlei Gehör finden. Die Supermärkte hingegen haben einen dauerhaften Freischein, um geöffnet zu bleiben - was dort offenbar zu immer größerer Nachlässigkeit führt. Kleine Einzelhändler hingegen können ihre Kundenströme besser überschauen und auch für die Ordnungsämter ist es einfacher, dort Kontrollen durchzuführen.
Deshalb bleib ich dabei: Wenn ein Einzelhändler ein überzeugendes Hygienekonzept vorlegen kann, muss ihm auch im Lockdown die Chance gegeben werden, dieses umzusetzen. Gern mit Auferlegung hoher Strafen, falls der Händler gegen dieses Konzept verstoßen sollte. Denn wenn einerseits Supermärkten die Chance gegeben wird, täglich rumzuschlampen und als riesige Virenschleuder zu agieren, braucht man auf kleinere Händler nicht monatelang so heftig mit dem Maßnahmenholzhammer einzudreschen, dass dabei mehr und mehr Existenzen völlig unnötig vernichtet werden.
In meinem Supermarkt gibt es noch nicht mal einen Desinfektionsspender.
Ich gehe gerne abends einkaufen, normalerweise hat der Supermarkt bis 22 Uhr offen.
Durch die Ausgangssperre, die in meinem Baden-Württemberger Landkreis wegen einer Inzidenz über 50 gilt, nur bis 21 Uhr, wie ich erst festgestellt habe, als ich diese Woche nach 20 Uhr einkaufen war. Bis vor einigen Tagen nur bis 20 Uhr. (Dann wurde das ja gerichtlich gekippt, aber die Option geschaffen, dass 50+ Landkreise eine Ausgangssperre einführen.) Der Laden war um die Uhrzeit extrem leer. Das habe ich auch schon vor Pandemie-Zeiten geschätzt. Ich kann nicht nachvollziehen, was das Problem ist, so spät noch einkaufen zu gehen. Das führt doch zu einer Entzerrung der Kundschaft im Laden und ist gut zur Kontaktverhinderung.
Ist schön, dass du das zeitlich so einrichten kannst. Aber dieses Privileg hat nicht jeder. Der Einkauf, den ich gerade beschrieben habe, fand übrigens in den Abendstunden statt (ca. 19/20 Uhr).