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Folge 41: Victoria Hamm, ehemals Vorsitzende von Widerstand 2020


Lob für Holgers T-Shirt-Auswahl!

Ich kann das natürlich nur aus der Ferne beurteilen, aber für mich scheinen Victorias politischer Ansatz sowie ihre Pläne für die Absicherung der damaligen Website ziemlich naiv. Eine Partei, bei der jedes Mitglied sich einbringen und mitdiskutieren kann, gibt es immer wieder. Das technisch Innovativste gab es damals bei der Piratenpartei mit Liquid Feedback. Von so etwas war Widerstand 2020 noch weit entfernt.

Letztlich hat die Naivität aller drei Gründer (Hamm, Ludwig und Schiffmann; vor Schiffmann wurde ganz kurz noch eine Sabine Abbasi gelistet) der Partei das Genick gebrochen. Durch eine nicht ausreichend geschützte Anmeldeseite ist der Aufwand zur Verifizierung der Mitglieder stark gestiegen, weshalb die verbleibenden Gründer sich nach Hamms Austritt dann auch zur Nichtverwertung der Anmeldungen entschieden haben. Nach Hamms Austritt gab es Probleme mit dem PayPal-Konto und der Satzung.

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Der Erkenntnisgewinn bei diesem Gespräch war doch sehr dürftig.
Offenbar wurde der naiv-kindliche Idealismus, der jungen Dame von dubiosen Gestalten wie Schiffmann und Ludwig ausgenutzt und sie obendrein noch als Strohmann/frau für halbseidene Aktivitäten wie nichttransparente Spendenbeschaffung vor den Karren gespannt.

Auf die Hälfte der Fragen konnte sie keine schlüssige bzw. befriedigende Antwort geben und wirkte eher so wie die unbedarfte Vermieterin, die in ihrer Wohnung Kriminelle untervermietet hatte.
‚Davon hat sie alles nichts gewusst.‘

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Ich weiß nicht so recht…
Sie kommt sehr naiv rüber, das stimmt. Aber ob das wirklich die ganze Wahrheit ist? Sie spricht davon, quasi eine Art Partei gegründet zu haben, weil so viele Dinge sie im Moment nerven würden. Aber meiner Meinung nach ging es ihr erster Linie und hauptsächlich nur um die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie.
Als das ganze dann allerdings in der Öffentlichkeit so negativ aufgenommen wurde, und ihre Mitstreiter belächelt und zum Teil als extrem rechts wahrgenommen wurden, hat sie kalte Füße bekommen, und das Schiff verlassen.
Ist das nicht der Sachverhalt, der eher stimmen könnte?
Später behauptet sie, nichts von “Jana aus Kassel” gehört zu haben. ist sie ein paar Monate auf dem Mond gewesen? Ich habe sogar den Eindruck, sie würde nicht wissen, wer Sophie Scholl war…

Ihre App mit den Zahlen der Bettenbelegung etc. mag ja eine interessante Sache sein. Trotzdem hat man das Gefühl, sie möchte nur nach irgendeiner Winzigkeit suchen, die ihre These bestätigt, dass die Pandemie ja nicht so schlimm sei, wie in den Medien verbreitet…
Aber gut, nachdem sie ihre komische Partei verlassen hat, und wenn man davon ausgeht, dass meine Annahme über die Gründe korrekt ist, wird sie natürlich den Teufel tun, und jetzt wieder zurück rudern, und komische Thesen vom Stapel lassen…

Interessant war das Gespräch natürlich, aber ich glaube nicht, dass wir hier ein ehrliches (und schon gar nicht selbstreflektiertes) Gespräch gehört haben. Ich bewundere Holger gerade bei solchen Leuten immer, wie er es schafft, völlig ruhig und sachlich zu bleiben, und nicht 1 cm aus der Haut zu fahren…

Spannend war für mich vor allem der Teil mit den versickerten Spendengeldern - der nun auch auf YouTube ist. Das gibt sicher wieder schöne Kommentare :blush:

Über 60.000 € SPENDENGELDER versickert: Schiffmanns WIDERSTAND 2020 endete im Chaos - YouTube

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Also wenn die Dame ihre Naivitaet nur spielt um den Schaden zu minimieren, dann verdient sie einen Oscar. Holy Moly, da hat man ja das Gefuehl ein Kleinkind sitzt am Tisch.

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Ganz gutes Interview, Fragen die sich bei mir im Kopf bildetet wurden gestellt daher eine gute Folge.
Ich denke Frau Hamm ist mit einer plausiblen Idee gestartet und wurde dann vom Erfolg/Zulauf überrasch und überwältigt.
Allerdings ist sie dann an die falschen Leute geraten, aus meiner Sicht. Schiffmann und Co geht es mehr um Aufmerksamkeit und den persönlichen Profit als um die Sache. Bei vielen Leugnern habe ich den Eindruck, dass sie lediglich ihre persönlichen Freiheiten vermissen und zurück haben wollen. Vergessen dabei aber scheinbar das Deutschland nicht die Welt ist und viele Freiheiten außerhalb unserer Grenzen stattfinden.

Ihren Wunsch nach Klarheit kann ich gut nachvollziehen und wahrscheinlich ist diese Politik von heute lockern wir, morgen ziehen wir die Zügel wieder straffer, tut ihr übriges dazu.
Obendrauf noch der Medienhype, der mit jeder neuen Einzelmaßnahme ein besiegen der Pandemie verspricht, welches sich dann doch nicht erfüllt.
Wir machen eine App → Corona immer noch da, wir tragen jetzt alle Maske → Corona immer noch da, wir fangen an zu impfen → Corona immer noch da, wir mach Lockdown → Corona immer noch da etc. etc.

Aber auf jeden Fall mein Respekt das sich Frau Hamm nicht versteckt und einem Interview gestellt hat.

Interessantes Detail: über Monate wurde Veto nur per Skype produziert. Aber ausgerechnet bei diesem Thema, mitten in der Pandemie, wieder live im Studio… Inhaltlich waren mir ihre Antworten oft eher zu oberflächlich oder von Nichtwissen geprägt. Interessant wäre natürlich ein
Gespräch mit dem intellektuellen „Überbau” dieser Szene, z.b Schiffmann. Die werden sich aber natürlich kritischen Interviews verweigern

Frau Hamm mag naiv wirken und vielleicht auch so sein oder nur zum Schein - wie auch immer. Eine Sache, bei der ich allerdings tatsächlich nicht ganz abgeneigt bin, mitzugehen, ist die Kritik an der medialen Berichterstattung und ich denke mit der These, dass es vielen (möglicherweise nicht allen) Medien primär um Klicks, Abos und Quoten geht, liegt sie nicht falsch.
Das Schlimme dabei ist, dass die Medien im Endeffekt auch Schaden anrichten, denn es stellt sich bei mir und auch bei vielen Menschen, mit denen ich auf unterschiedliche Weise zu tun habe (statistisch nicht relevant, ich weiß :slight_smile: ) ein Sättigungseffekt ein. Ich sehe die Zahlen und denke „jo mei“ (und das obwohl ich Schwabe bin). Ich ärgere mich über aufgebauschte Einzelfälle und über die drölfzigste Aufklärungsreportage, wie man sich Hände wäscht und welche Masken am besten schützen. Man kann es nicht mehr sehen und hören und stumpft dagegen ab - oder man hat Angst - auch hier kenne ich Leute zu Genüge - und traut sich überhaupt nicht mehr raus und wäre froh, man würde in den Maßnahmen noch weiter nachschärfen.
Irgendwie scheint mir der Blick für den richtigen Mittelweg verloren gegangen zu sein. Information? Ja gerne! Aber bitte auch neutral und ohne manipulative Vokabeln und vielleicht auch mal keine Informationen, wenn es schlicht nichts Neues zu berichten gibt. Aber das Risiko, den werberelevanten Klick einzubüßen, will halt dann doch keiner eingehen und so haben wir inhaltsleere Corona-Berichterstattung ohne Mehrwert zwischen Panikmache zwischen „Ärzte hassen diesen Trick“.
Aber es gibt eben Verlierer und Gewinner dieser Krise und die Medien gehören mit Sicherheit zur zweiten Gruppe, zumindest auf digitalen Vertriebswegen.

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Jepp, vor allem wie schnell die Medien sich um 180° gedreht haben, Im Januar und Februar noch heruntergespielt und ich meine auch später gerne Biden zitiert, der Trump dafür kritisiert hat, weil dieser immerhin recht früh Richtung China dicht gemacht hat.
Nach zwei Wochen sehe ich auch noch nicht wirklich, was Joe diesbezüglich groß besser macht, das wäre ihm bzw. Hillary, die ja 2016 antrat, mMn genauso auf die Füße gefallen…

Und das war in der 80. Theke: https://youtu.be/pm8s_AjN9Jk

Bei vielen Sachen passt mMn der Begriff „Lückenpresse“ gut, unverhohlen lügen tun sie auch ab und zu, aber viel mehr wird da ein durchaus wichtiger Kontext auf manipulative Art weggelassen, manchmal nur um eine reißerische Überschrift zu erzielen (was sich aber einbrennt) und im restlichen Artikel stehts dann richtig oder auch dort nicht, Framing und so.

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Mich hat an dem Gespräch gestört, dass der @Fernsehkritiker den Verschwörungssums der Dame unwidersprochen durchgewunken, und teilweise sogar in positives Licht gerückt hat.

Ich beziehe mich konkret auf die Stelle ab 38:46.
Evtl. hat er an der Stelle die Tragweite dieser Behauptung nicht verstanden, oder war angesichts der Wortflut der Dame in dem Moment einfach überfordert, was in der Live-Situation sicher vorkommen kann. Seine Antwort empfand ich als Zustimmung.

VETO habe ich eigentlich für ein Format mit kultivierter Streitkultur gehalten, aber in vielen Folgen ist mir das zu wenig „VETO“.

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Ein bisschen niedlich ist sie ja schon. :smiling_face_with_three_hearts: :sweat_smile:

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Du meinst speziell das mit Merkel und die Bevölkerung reduzieren? Ich hab das eher als eine Art Sarkasmus ihrerseits verstanden und nicht so, dass sie das Merkel unterstellen würde. Jedenfalls war der Tenor ihrer Ausführungen ja in dem Moment, dass sie als Laie nicht weiß, wie gefährlich das Virus ist und ob der Lockdown gerechtfertigt ist. Und das finde ich dann als Aussage okay.

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Genau die Aussage meinte ich.
Aus der Art, wie sie es sagte, schließe ich, dass sie das auch genauso meinte.
Frau Merkel soll das klar benennen, dann wüsste man als Bevölkerung, woran man sei und könne mit der Aussage besser umgehen. Das sei besser als drumherum zu reden.

Hand auf’s Herz: Wenn das ein Interview im Fernsehen gewesen wäre, hättest du moniert, dass der Interviewer an der brisanten Stelle nicht nachgehakt hat.
Für das ordentliches Bild, wie die Frau tickt und was sie antreibt, ist das nicht unwichtig.

Aber gut… in einer Live-Situation ist es sicher etwas anderes, als sich als Zuschauer im Nachhinein Gedanken zu machen.

Wie gesagt: Ihre weiteren Ausführungen untermauerten ja diese These nicht - insofern hätte ich sicherlich an der Stelle kurz nachfragen können, wie sie das jetzt gemeint hat. Das ist richtig.

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Das Ende klang für mich fast so, als könnten wir bald ein MG-Format mit ihr erwarten, Titel könnte der Slogan auf ihrer Website sein. „Einfach denken“, ohne doppelten Sinn. Wofür die Dame steht und welchen Background sie hat, habe ich hier leider nicht erfahren, ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass man aus ihr mehr Inhalte hätte raus kriegen können.

Darf ich mal fragen, wer von den erlauchten Interviewkritikern selbst schon Interviews geführt hat? :thinking: Nicht diese gemütlichen Email-Interviews, die man heutzutage als Redaktionspraktikant gern mal machen darf. Nein, ganz real und direkt mit Antworten in Echtzeit, von Angesicht zu Angesicht. Kleiner Tipp: So wie ihr euch das vorstellt, würde es nur in den wenigsten Fällen funktionieren. Zumindest nicht, wenn das Gespräch länger als 10 Minuten gehen soll.

Schaut einfach mal, wieviele Interviews aus den letzten 2 Jahren ihr finden könnt, die den Anforderungen, die ihr hier Holger immer wieder unter die Nase reibt, genügen, Interviews aus Deutschland bitte, denn die Talk-Gewohnheiten sind in jedem Land anders. Alle diese Beispiele gerne hier posten. Wenn ihr am Ende beide Hände braucht, um die Anzahl der Beispiele aufzuzählen, ist das schon außergewöhnlich.

Würdest du jemanden, der bei einem Fußballspiel zuschaut und ruft „gib doch den Ball ab“ auch fragen, wie viele WM-Endspiele er schon mitgemacht hat? Fragst du Filmkritiker, wie viele Oscars die schon gewonnen haben?

Wenn eine Frau auf der anderen Seite aber von Sexismus und Belästigung spricht, hast du allerdings schon das Gefühl, mitreden zu können… Wie viele Vaginas hast du eigentlich? :wink:

Mit anderen Worten, der Kritiker muss das was er kritisiert, nicht beherrschen. Und gleichzeitig heißt, etwas zu tun, nicht unbedingt, dass man von der Sache etwas versteht beziehungsweise dass man es automatisch richtig macht, nur weil man es schon lange betreibt.

Die meisten Dichter verstehen von Literatur nicht mehr als Vögel von Ornithologie.

Marcel Reich-Ranicki

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Ich fasse aufs wesentliche zusammen: Du hast also selbst noch keine Interviews geführt und kannst auch keine Beispiele anbieten, die den von euch immer wieder gestellten Anforderungen genügen. Danke, mit einer so klaren Antwort hätte ich nicht gerechnet. Point proven. :innocent:

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Ich habe auf einen anderen Teil deines Posts geantwortet. Für alle, die nur Klatschen in der Schule hatten, hab ich es sogar extra zitiert :blush:

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Du vergleichst den abstrakten Vorgang der Literaturkritik mit der ganz und gar nicht abstrakten, sehr direkten menschlichen Konfrontation in einem Interview. Nimm’s mir bitte nicht übel, aber… Pädagogisches Klatschen: Eins plus. Antwort auf meinen Beitrag: Setzen, Sechs.

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