Die Mediatheke Folge 406. Hier kann darüber diskutiert werden!
Deutschland ist raus bei der WM - und rund um diese Niederlage hat sich auch medientechnisch einiges getan. Außerdem geht es um Dieter Nuhr und einen umstrittenen Frauenwitz, um Post von der Medienaufsicht an Ben Ungeskripted sowie die Frage, ob Markus Lanz den AfD-Politiker Ulrich Siegmund vorgeführt hat oder eher umgekehrt. Und was hatte der Springer-Chef mit dem Bundeskanzler zu besprechen?
Die Grafik, die FAZ-Bender dem Lanz gegeben hat („5 Stunden Fahrzeit“) ist völlig lächerlich in Zeiten von Homeoffice. Selbst wenn Siegmunds Vater für AfD-Abgeodnete arbeiten sollte, muss er da nicht ständig hinfahren.
@Fernsehkritiker sagt, die Landesmedienanstalt NRW sei steuerfinanziert. Landesmedienanstalten werden aber überwiegend aus dem Rundfunkbeitrag finanziert.
Schon seltsam das ein Witz von Nuhr, den ich ausnahmsweise mal halbwegs lustig finde, so einen Skandal provoziert. (Allerdings ist es auch nur lustig wenn man die ganze Passsge hört und nicht nur den eknen Satz)
Bei Ben:ungeskripted geht es um clickbate, viel mehr ist nicht dahinter. Seit er gemerkt hat mit welchen Themen und Gästen er seine Reichweite erhöhen kann provoziert er halt wo er kann. Was per se auch in Ordnung ist, man muss es halt richtig einordnen, dann weiss man das das ganze die grosse Aufregung nicht wert ist
Alles für D: ich denke Höcke wählt bewusst die Formulierung „das Motto“, denn ohne Jurist zu sein sagt mir mein Bauchgefühl, dass es juristisch schon einen Unterschied macht ob es „DAS Motto“ der SA war oder nur „EINE zentrale Losung“.
Und kaum jemand scheint den Spruch mit der SA in Verbindung gebracht zu haben, dann dazu benötigt man heute sogar „gefestigte wissenschaftliche Erkenntnisse“.
Ein Nebenschauplatz der nur einen einzigen Zweck hat, nämlich noch mehr Aufmerksamkeit für Höcke und AfD.
jedenfalls aus öffentlichen Mitteln… der Bürger muss es bezahlen.
und im Grunde ist das ja sogar noch schlimmer, denn somit werden öffentlich-rechtliche Sender natürlich nicht ins Visier genommen.
Das hat aber nichts mit der Finanzierung zu tun, sondern weil sie für den ÖRR nicht zuständig sind.
Das Beispiel Relotius ist merkwürdig: der Spiegel hat den Fall doch damals selbst öffentlich gemacht, und die Artikel depubliziert und aufgearbeitet (Hier ein Beispiel: Fergus Falls: In einer fantastischen Stadt - DER SPIEGEL). Natürlich war der Vorfall für den Spiegel höchst peinlich, und hängt ihm bis heute nach - aber man musste den Spiegel jetzt nicht erst dazu auffordern, den Fall öffentlich aufzuarbeiten, das haben die ganz alleine gemacht.
Ich finde gerade nicht, dass der Spiegel den Fall Relotius glaubhaft aufgearbeitet hat. An die Öffentlichkeit gegangen sind sie damit ja auch nur, weil es noch verheerender gewesen wäre, wenn ein anderes Medium das publik gemacht hätte.
Eine ehrliche Aufarbeitung hätte unbedingt das Eingeständnis erfordert, warum es so weit kommen konnte. Und das lag an der ideologischen Verbohrtheit der Chefredaktion. Relotius hat schlichtweg mit seinen Fake-Artikeln das geliefert, was man an der Willy-Brandt-Straße bzw. jetzt an der Ericusspitze lesen wollte. Man nahm die Artikel unkontrolliert ab, weil sie ins Weltbild passten.
Rudolf Augstein hatte über Jahrzehnte das Motto geprägt „Schreiben, was ist!“. Der Spiegel hat unter seiner Leitung alle Kanzler egal welcher Coleur kritisch begleitet. Diese Art des guten alten Journalismus findet man heute beim Spiegel nicht mehr und das wurde gerade nicht aufgearbeitet. Es wurde stattdessen so getan, als sei alles nur ein bedauerlicher Fehler im Qualtitätsmanagement gewesen, auf die Ursache wurde nicht ehrlich eingegangen.