Folge 393: Anzeige vom Flüchtling - Geldgier vor der WM - Flop im Urwald

Das Wort „schwadronieren“ zeigt mir, dass du diese Zeit nur sehr ungerne thematisiert siehst. Das kann ich nachvollziehen, sieht man an deinen Positionen doch ziemlich deutlich, dass du damals vollkommen auf Linie warst. Da wird man dann im Nachhinein nur sehr ungerne mit konfrontiert, sehr verständlich.

Ist dir gar nicht bewusst, wo da der Unterschied liegt? Wirklich nicht? Pass auf, ich helfe dir: Die Maßnahmen der Corona-Zeit sowie das Gesellschaftliche Klima hat erheblichen Schaden angerichtet der bis heute nachwirkt. Gleiches gilt für die Flüchtlingskrise. Und natürlich muss dies thematisiert werden und die Lügen und Narrative die damals verbreitet wurden müssen immer wieder aufs neue als genau diese dargestellt werden.

Das Höcke vor 10,5 Jahren bei Jauch die Deutschlandflagge auf die Armlehne gelegt hat hat keinen Schaden angerichtet. Der ganze Wahlerfolg der AfD ist lediglich Symptom von 15 Jahren schlechter Politik. Und unsere Demokratie und Freiheit wird derzeit von den anderen Parteien geschliffen, nicht von der AfD, die noch nie in Regierungsverantwortung war.

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Da hast du Recht, es kommen immer wieder die gleichen, teilweise bereits widerlegten, Argumente.
Was Corona angeht befinden wir uns seit Jahren in einer argumentativen Endlosschleife.*

*Bestes Beispiel

Teils hast du Recht, aber anders als du denkst. Der Punkt ist, dass viele Argumente widerlegt sind, allerdings die der Maßnahmenberfürworter. Diese haben allerdings 2022 aufgehört sich mit der Thematik zu beschäftigen. Darum ja: Die Befürworter befinden sich in einer Endlosschleife, weil sie sich schlicht nicht mehr mit der Sache beschäftigen wollen. Man müsste am Ende ja einsehen, dass man falsch lag.

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nicht unterschätzen sollte man auch den Faktor, dass Leute, die mehrmals geimpft sind gar nichts darüber wissen wollen, wie und ob der Kram schädlich war. Vergessen, verdrängen, weiter gehts!

Zum anderen haben sich viele auch nicht mit Ruhm bekleckert in der Zeit, haben Ungeimpfte diffamiert. Lieber verdrängen, nach vorne schauen :wink:

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Das mit dem Impfen ist eine Sache. Ich glaube was bei sehr vielen Leuten eigentlich klar ist, ist aber folgendes: Sie haben sich ihr ganzes Leben eingeredet schlau zu sein, nicht manipulierbar zu sein, sich niemals gegen andere Leute aufhetzten zu lassen, nicht andere Leute auf staatlichen Geheiß hin auszugrenzen. Die Corona-Maßnahmen haben gezeigt, dass sie all diese Eigenschaften nicht haben. Viele Leute haben dankbar die neuen Befugnisse angenommen Leute die keine Maske oder nicht die richtige Bestätigung einer Impfung haben auszugrenzen. Die Leute haben leidenschaftlich gerne auf „Jugendliche, die Corona Parties schmeißen“ und Ungeimpfte verbal drauf gehauen.

Man will halt seine eigene Illusion aufrecht erhalten, dass man gegen autoritäre Verführungen immun sei anstatt sich der Realität zu stellen, dass man da aber sowas von dabei war.

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Ja, das Böse, das sind immer die Anderen. Ich bin sicher ein Teil der Obsession mit “rechts” und AfD rührt daher, dass man die faschistoiden Anteile in sich selbst nicht wahr haben und bekämpfen möchte.
Aber wer bekämpft schon gern sich selbst. Daher hier auch lieber verdrängen und das Innere im Außen bekämpfen.

Was ich nur interessant finde ist, dass inzwischen auf die Impfung so darauf gehauen wird - aber Quellen und Belege für die eigene Behauptung der „generellen Nutzlosigkeit“ oder gar „generellen Schädlichkeit“ quasi nie kommen. :man_shrugging:

Mir kommt es meinst eher vor wie ein verschnupftes Aufbäumen jener, die mal nicht durchgängig machen durfte, was sie wollten.

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“Ja, das Böse, das sind immer die Anderen. Ich bin sicher ein Teil der Obsession mit “links” und Grüne/LINKE rührt daher, dass man die faschistoiden Anteile in sich selbst nicht wahr haben und bekämpfen möchte.
Aber wer bekämpft schon gern sich selbst. Daher hier auch lieber verdrängen und das Innere im Außen bekämpfen.”

Lässt sich in beide Richtungen anwenden.

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Nö, lässt es sich nicht, denn der Faschismus ist ja eine dediziert rechte Ideologie.

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Jein. Das Interessante ist, dass die AfD gerne allseitig simplifiziert wird, sie aber eine durchaus komplexe Rolle in unserer Gesellschaft einnimmt. Zum Einen erfüllt sie den Traum der Neuen Rechten in Deutschland eine etablierte Partei zu haben. Es führt ein Pfad von PI-News über Pax Europa, über die Pro-Bewegungen, der Partei die Freiheit hin zur AfD. Alle Versuche vorher eine neurechte Partei rechts der CDU zu gründen waren gescheitert.

Ein wesentlicher Vorteil der AfD zu Beginn war, dass sie gar nicht neurechts war, sondern eine wirtschaftsliberale Partei, die sich vor allem gegen die Eurorettung positionierte. Um diese unliebsame Konkurrenz los zu werden behauptete man medial lediglich, dass sie neurechts sei. Das motivierte dann den Treck, der bei PI-News startete da einzutreten. Anschließend hatte die Partei zwei Rechtsrücke hinter sich und wurde zu dem was wir heute haben.

Wesentlich stabilisierend für die AfD ist, dass die anderen Parteien sich in ihrer Politik von der Realität entkoppelt haben. Auch ein Friedrich Merz war ja nicht fähig seine Wahlversprechen umzusetzen. Dass neurechte Parteien auch ganz schnell wieder verschwinden, haben die Sozialdemokraten in Dänemark gezeigt. Man muss halt nur die vorhandenen Probleme angehen und nicht diejenigen beleidigen, die die Probleme ansprechen.

Die AfD ist allerdings auf allen Seiten eine Projektionsfläche. Als Partei die überall in der Opposition ist und mit der niemand koalieren will, fällt es natürlich leicht bestehende Probleme zu thematisieren. Allerdings würde auch eine Regierungsbeteiligung der AfD an vielen Stellen wenig ändern. Denn dann wäre man ja mit einmal Teil des Betriebs, man müsste auf den Koalitionspartner Rücksicht nehmen und man ist mit einmal mit den bestehenden Strukturen und Abhängigkeiten konfrontiert.

Auf der anderen Seite ist die AfD ebenso Projektionsfläche, besonders wenn man irgendwelche aberwitzigen Vergleiche mit der NSDAP anstellt. Aber auch hierbei erfüllt die AfD halt eine Funktion. Das deutsche Parteiensystem braucht ja schon seit sehr langer Zeit das Schmuddelkind. Früher waren es die Grünen, anschließend die PDS, heute ist es die AfD. Das ist halt Teil unserer eher auf Ausgrenzung basierenden politischen Kultur.

Die Schweizer sind da mit ihrer Konkordanzdemokratie ganz anders drauf. Die SVP dort und die FPÖ in Österreich zeigen, dass eine Regierungsbeteiligung einer neurechten Partei nicht so einem neuen 1933 führt.

Allgemein finde ich es interessant wie sehr die Leute da immer wieder zum längst widerlegten Historizismus neigen. Vielleicht ist es auch keine Projektion der eigenen autoritären Tendenzen sondern das Ausleben der eigenen Heldenphantasie. Die Vorfahren haben es nicht geschafft und nun redet man sich selbst ein, dass wenn man heute gegen die AfD ist und alles in sie hinein projiziert man bestimmt auch damals Widerstand gegen die Nazis geleistet hätte.

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das klappt so nicht wirklich. Der erste Teil, “das Böse, das sind die Anderen, das klappt noch, auch am Letzten Punkt “das Innere im Außen bekämpfen” ist was dran, könnte man auch auf rechts außen übertragen.
Aber mein Kernpunkt steht ja in der Mitte: man verdrängt etwas, man denkt und handelt faschistoid aber will es nicht wahrhaben. Das ist bei Leuten von rechtsaußen anders, da wird nichts verdrängt, da gehören Hass und Gewalt dazu und man lebt es offen aus.

und je schlechter und mutloser die Politik der Etablierten ist, umso mehr braucht man das Schmuddelkind. Und das ist inzwischen schon mehr als das, es ist die drohende Gefahr, das ultimative Unheil.

Es ist auch die ultimative Ablenkung für eigenes Versagen. Die Erzählung ist dann: ja wir sind nicht perfekt, wir sind fehlbar, aber wir sind der einzig mögliche Weg, wie unsere Demokratie noch überleben kann. Mit den NAZI-SCHMUDDELKINDERN ist die Demokratie erledigt.

Hat man ja in Ungarn jetzt gesehen, wie schnell die in nur 16 Jahren eine Diktatur errichtet haben :wink:
Oder auch in Österreich. Sehr schlimm das alles…

Für alle die sich noch unschlüssig sind ob sie zum Team Retten, Liegen lassen oder Sprengen gehören, gibt es jetzt den Wal-O-Mat