Folge 385: Der U-Bahnmord und die Medien - Viel Unfug bei den Epstein-Files

Ich stelle mir dann die Gespräche mit den Mitmenschen wie folgt vor:

Person 1: „Krass mit dem U-Bahn-Mord in Wandsbek oder?“

Person 2: „Neee, kein Mord… Der NDR meinte, es sei ein Unfall“

Person 3: „Sorry Leute, ich warte erstmal ab, was die Untersuchungen ergeben, oder andere Medien hierüber berichten“.

Personen 1+2 denken sich: „Ah, ihm passen die öffentlichen Meldungen nicht. Er wartet noch auf die Nachrichten, die „ihm“ passen. Ein Schwurbler“.

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Immerhin ist es aber eine Quelle - viel haben wir aktuell nicht. Die Meldung scheint hauptsächlich von pronews.gr gekommen zu sein, und eben von der Mediatheke, da Holger zu seiner Aussage selbst keine Quellen angibt, ist er ja quasi auch eine weitere Primärquelle.

// die Abendzeitung hat jetzt auch einen Artikel in eigener Sache

// @ Bennos Project: also das ist ganz offensichtlich der ganz normale Raab-Sprecher, den man da hört. Ist also wohl einfach ein selbst produzierter Einspieler. Die Quelle dürfte sich auf das Videomaterial beziehen, was natürlich auch Quatsch ist, weil das ein Instagram-Video von Gil Ofarim selbst war. Die werden sich halt bei BennosProject bedient haben, und der Einfachheit halber gleich sein Video benutzt haben.

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Ich verstehe nicht, wieso Holger hier nicht reagiert.

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Zum ersten Beitrag (U-Bahn): leider scheint nach Sichtung der bisherigen Kommentare und Verlinkungen der Betrag in dieser Folge der Mediatheke schlecht recherchiert und von der persönlichen Meinung sehr stark gefärbt. Zweites war ja leider zu befürchten. Sorry Holger, aber bei anderen Journalist*innen, gerade der öffentlichen, immer gerne Fehler, meist korrekt, aufzeigen, muss dann dazu führen, dass man selbst auch ordentlich arbeiten muss. So gibt es eine neue Pseudoprimärquelle :face_with_peeking_eye:

Objektivität und Neutralität: Es ist ganz und gar keine Wortglauberei, sondern ein essentieller Unterschied. Dies ist ein äußerst wichtiger Punkt im Journalismus.

Das habe ich mal mit KI gecheckt. Interessant was da rauskam. Bestätigt Deine Aussage. Hatte ich vorher auch nicht differenziert. Wenn man seine Arbeit so versteht, dass beides einfach zu gutem Journalismus dazugehört, kann man es für Wortklauberei halten. Fehler können übrigens trotzdem passieren.

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Epsteins „Selbstmord“ in U-Haft, womöglich hat er den Bogen überspannt und Akten über Leute angelegt, mit denen man sich besser nicht anlegt.
dass Geheimdienste und Verbrechersyndikate (der russische Auslandsgeheimdienst SWR oder auch Mossad oder irgendeine Mafia) nicht unbedingt gutgelaunt sein könnten,…
…ein Schuft, der Böses dabei denkt.

gute fundierte Kritiken zum Neustart von Brave Mädchen

zum Thema Eppstein Files:
das US-Rechtssystem ist anders, da gibt es auch öffentliche Listen über Veurteilungen etc
ebenso hatte Trump versprochen alle Dokumente zu veröffentlichen und nun hat er die Dokumente freigegeben nach großem medialem Druck

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Donald Trump hat die Epstein-Dokumente nicht nach großem medialen Druck freigegeben, er wurde dazu gezwungen, weil es in beiden Kammern des Kongresses (Repräsentantenhaus und Senat) eine überwältigende Mehrheit für die Freigabe der Epstein-Dokumente gab. Eine derart überwältigende Mehrheit, dass das Veto des Präsidenten allenfalls eine aufschiebende Wirkung gehabt hätte (der US-Senat kann nämlich nach einem Veto des Präsidenten mit 2/3-Mehrheit kurzerhand das selbe Gesetz mit identischem Wortlaut am Schreibtisch des Präsidenten vorbei beschließen und deren Vollstreckung erzwingen).

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Bitte nicht gendern!

Nach dem letzten Urteil wo der Mitarbeiterin einer Behörde gekündigt werden sollte weil sie sich weigerte ein offiziellen Dokument in der Phantasiesprache des Genders zu schreiben ist ziemlich klar welche autoritärer Ideologie hinter dem Gendern steckt.

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Nun, diese Art der Verbrechen scheinen zumindest so verdichtet zu sein, dass der Staat hier der Meinung war das WaffG zu verschärfen, das Recht vom Staat in Ruhe gelassen zu werden im Fernverkehr de facto abgeschafft hat und so einige Regionen dies auch im ÖPNV abgeschafft haben. Alles basierend auf einem verfassungswidrigen Verbot Messer mitzuführen. Als Reaktion auf brutale Gewalttaten die von Leuten verübt wurden die nach aktuellem Recht gar nicht hätten hier sein dürfen.

Achtung! Verschwörungstheorie voraus! Ich glaube, die Borg haben uns in eine Paralleldimension versetzt und lassen uns dort in einer Zeitschleife versauern, die gerade so viel Variation im Alltag zulässt, dass man glauben kann, ein neuer Tag sei nicht exakt derselbe wie zuvor.

Hamburg. Ein Mord, ein Syrer, ein öffentlicher Raum als Tatort - bei jeder fiktiven Filmproduktion hätte man den Autoren gesagt “ist gut jetzt, das hatten wir schon zig Mal, bitte was Neues”, aber es gibt nichts Neues. Qualitätsmedien (Begriff kommt nicht von mir) schweigen, andere Medien schreien und demonstriert wird gegen Rechts, weil….Syrien rechts von Deutschland liegt, wenn man den Globus als flache Scheibe ausbreitet. Was soll man da noch kommentieren, außer immer dasselbe? Bezeichnend ist aber, dass ich von diesem “Vorfall” erst heute mitbekommen habe. Vielleicht ist es mir mittlerweile einfach egal.

Dschungel. Seit wie vielen Jahren gibt es nun dieses seltsame Format? Und noch immer laufen Leute herum, die irgendwas, was in dieser künstlichen, abgeschotteten Studio-Pseudo-Dschungelkulisse abläuft, ernst nehmen? Ich fasse es nicht. Man kann sich ja in Trash-Formaten gerne über die einzelligen Gehirnstrukturen der Teilnehmer echauffieren, aber darüber Debatten abzuhalten, als wären die Leute oder das ganze Format für irgendwas relevant, ist schon crazy, um auch mal etwas anglizistische Moderne einzuflechten.

Brave Mädchen? Es ist eigentlich fast schon logisch, dass der Dschungel noch immer die Untergrenze des Niveaus sucht, wenn schon die Qualitätsmedien (da sind sie wieder) ein Format mit zwei weiblichen Hosts führen, das anscheinend weder vorbereitet, noch lektoriert wird. Man soll ja nicht die früheren besseren Zeiten ausloben, aber jetzt mal Butter bei die Fische: so ein Format hätte es in meiner Kindheit und Jugend niemals ins Programm eines ARD oder ZDF geschafft und auch nicht zum Südwestfunk oder einem anderen Funk. Schön, dass man sich nachdem die Kacke über die Kloschüssel hinausgequollen ist, zur Aufarbeitung schreitet, um dann am Ende mit der Erkenntnis herauszugehen, dass das Schlechte besser werden muss, wenn man das Allerschelchteste streicht. Als würde ein Schüler versetzt werden, wenn man die Sechsen im Zeugnis rausnimmt und die Fünfen stehenlässt.

Wortklauberei. Ich liebe es. Wir berichten objektiv, aber nicht neutral. Genau. “Herzlichen Dank, ihr Ungeimpften” ist doch so ein schönes objektives Beispiel, aber wenn ich das anbringe, muss ich aufpassen, denn ruckzuck bin ich ein Nachfahre Hitlers. Lassen wir das, Vergleiche mit früheren Zeiten sind ja nicht angebracht, denn man sieht deutlich, dass eben nicht alles besser war.

Heino. Ich bleibe dabei: das K in KI steht für “Keine”. Was uns hier aufgetischt wird, wäre selbst dann absurd, wenn der echte Heino das Video aufgezeichnet hätte. Eine Creme, die “wirklich wirkt” ist ein schöner Pleonasmus, denn würde sie unwirklich wirken…..ach ja, wenn ich mittlerweile in solchen Sphären über diese Absurditäten denke, weißt man Bescheid.

Epstein. Alles muss versteckt sein. Zumindest war es das für mich, der absolut nichts von diesem Skandal mitbekommen hat, außer dem Schlagwort “Epstein Files”. Warum es mich nicht interessiert, könnte man man fragen. Und ich frage einfach zurück: warum sollte es? Was genau lerne ich aus den Epstein Files und dem Geschwurbel drumherum, das nur da ist, um Internet-Plattformen und Medien Klickzahlen zu bescheren? Also mir reicht dieser kurze Beitrag in der Mediatheke, den ich so zusammenfasse: ein Toter hat schlimme Dinge gemacht und alle waren daran beteiligt.

Doch was lernen wir eigentlich nun aus all den Erkenntnissen? Genau, nichts. Und daher klingelt jeden Tag der Wecker mit dem gleichen Song “I got you Babe”. Schönen Sonntag!

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Es gibt tatsächlich Gruppen im Netz die darüber diskutieren ob in 2020 ein “Timeline Shift” stattgefunden hat.

https://www.reddit.com/r/SimulationTheory/comments/1kx6soq/the_timeline_shifted_in_2020/

https://www.reddit.com/r/ParallelUniverse/comments/1l5u5jd/did_we_jump_timelines_reality_shift/

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Ey cool. Danke für den Tipp, das ist eine Bubble, in die ich mich mal einarbeiten werde. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Hehe, ist wirklich ganz spannend. Aber aufpassen nicht zu tief ins Rabbit Hole zu steigen. Da gibt es auch ganz viele andere Erklärungen für.

@Fernsehkritiker Magst du mal die deutsche Entsprechung des Begriffs “Rabbit Hole” wieder von der Zensurliste nehmen? Das gleichnamige Forum der Leute mit enttäuschter parasozialer Beziehung zu dir ist ja inzwischen nicht mehr öffentlich zugänglich und vermutlich nicht mehr aktiv. Der Herzschmerz der Leute da dürfte ja inzwischen vorüber sein.

Und was man in einem Anflug von Zynismus vielleicht auch noch berücksichtigen muss: von Leuten, die von einem Messerverbot jetzt nicht so krass geläutert werden, dass sie beim nächsten Mal am Schild der Verbotszone stehenbleiben und sich besinnen.

Wie soll das ablaufen? Der Ali geht mit der Machete zum Bahnhof, weil er mal irgendwas von “Großstadtdschungel” gehört hat und bleibt an der Rolltreppe stehen, weil da ein DIN-A4-Zettel hängt, dass Messer hier verboten sind. Und dann denkt er kurz nach und sagt sich “Ha na gut, wenn das verboten ist, dann gehe ich eben wieder, ich konnte es ja nicht wissen.”.

Ist das das Szenario, das sich in den Köpfen der Entscheider abspielt, die befinden “Das ist gut, das machen wir so!”?

Naja, da fallen mir zwei mögliche Erklärungen ein:

  1. Die politischen Entscheidungsträger sind schlicht inkompetent wollen aber Handlungsstärke zeigen. Darum beschließen sie unsinnige Maßnahmen.
  2. Die Leute die sich in der Politik tummeln sind zunehmend von einem autoritären Schlag. Es kommt ihnen also ganz Recht, dass die beschlossenen Maßnahmen das Problem nicht lösen man der Polizei aber immer mehr Befugnisse erteilt und damit das Grundrecht vom Staat in Ruhe gelassen zu werden, Schutz vor staatlicher Übergriffigkeit und die Privatsphäre der Bürger abschafft. Und das nicht gelöste Problem lässt dann noch weitere Übergriffigkeit des Staates zu.

Ich tendiere persönlich zu Erklärung 2.

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Ich kann auch überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wie man immer noch Behauptungen aufstellen kann “Einzelfälle”, “trifft nur eingeschränkt zu”. Alleine bei der DB kommt es jeden Tag zu Dutzenden ähnlicher Vorfälle mit Attacken auf Kontrolleure. Nur, weil man es nicht mitbekommt, sondern nur die Taten mit schlimmsten Konsequenzen, heißt es nicht, das es nicht ständig stattfindet.

Kannst du belegen, dass es zu “Dutzenden ähnlichen Vorfällen” kommt und wie definierst du “ähnliche”? Beziehst du “ähnliche” auf den kürzlich verstorbenen Schaffner Serkan C.?

Nachtrag

In einem ZDF-Artikel vom 04.01.2026 heißt es:

Laut Innenministerium wurden 2025 in der Zeit von Januar bis Ende Oktober insgesamt 2.987 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn Opfer von Straftaten. Darunter waren 1.148 Fälle von Bedrohung, 1.231 Fälle von Körperverletzung und 324 Fälle von gefährlicher Körperverletzung

Selbst unter Berücksichtigung der Bedrohungen (10 pro Tag) kommt man nicht im Ansatz auf “Dutzende” Vorfälle, was mindestes 24 am Tag wären, sprich rund 8.800 Vorfälle pro Jahr.

Ich will das hier gar nicht Kleinreden, nur gibt es oft Differenzen zwischen gefühlten Wahrheiten und der Realität.

Mehr Informationen gibt es auch noch in diesem ZDF-Artikel vom 05.02.2026, welcher auf die gestiegenen Vorfälle thematisiert:

Selbstredend gilt: Jeder Übergriff, sei er verbal oder körperlich, ist einer zu viel und ist zu verurteilen.

Kurz gesagt: Es ist ein Abwehrreflex, wenn die Narrative, an die man glaubt und mit denen man seine Sicht auf die Wirklichkeit strukturiert, immer stärker mit der Realität in Konflikt geraten.

Wir leben als Menschen ja in einer unendlich komplexen Welt, die wir in ihrer Gesamtheit gar nicht richtig erfassen können. In den Naturwissenschaften sind wir erstaunlich gut darin, mithilfe der Mathematik Modelle zu bauen, die sehr brauchbare Vorhersagen liefern. Im sozialen Miteinander der Menschen ist das aber ungleich schwieriger. Hier brauchen wir dann Narrative als Modell. Zentrale Narrative der Deutschen sind zum Beispiel:

  • Wir haben aus dem Zweiten Weltkrieg gelernt

  • Unsere Demokratie

  • Wir sind das Land der Dichter und Denker

  • Wir sind ein reiches Land

Solche Narrative haben den Vorteil, dass sie, wenn sie nahe genug an der Realität sind, Kooperationen erlauben und eine effiziente Gesellschaft formen. Dies funktionierte in der Bundesrepublik seit den 1950er-Jahren ziemlich gut. Jetzt geraten die Narrative aber zunehmend in Konflikt mit der Realität. Die Flüchtlingsbewegung seit 2015 ist da eine sehr gute Fallstudie. Wer damals die Frage stellte, ob es tatsächlich eine gute Idee ist, weitestgehend die Kontrolle darüber aufzugeben, wer hier so ins Land kommt, wurde als unmenschlich, als Rechtsextremist und als Nazi dargestellt. Aus dem Narrativ, dass wir ja ein reiches Land seien und darüber hinaus aus dem Zweiten Weltkrieg gelernt hätten, entstand das Narrativ des „Wir schaffen das“ und das der Willkommenskultur. Dass wir es bereits vorher nur leidlich geschafft haben, die türkischen „Gastarbeiter“ und deren Nachkommen zu integrieren, wollte dann niemand so recht hören.

Und dann kam es zunehmend zu Kollisionen von Narrativ und Realität. Berichte über sexuelle Übergriffe gab es damals bei Facebook zuhauf, das Narrativ wurde dann aber verteidigt, indem man diejenigen, die davon berichteten, als rechtsextrem diffamierte und ihnen eine toxische Männlichkeit unterstellte, die ja nur Angst vor dem südländischen Mann hätten. Schwer zu leugnen war das Problem dann nach der Silvesternacht in Köln, wobei es eine Weile dauerte, bis man sich die passenden Narrative zusammenstrickte, dass da gar kein Problem herrsche, sondern diese nur so auffällig seien, weil es junge Männer seien.

Der absolut größte Teil der Syrer ist tatsächlich strafrechtlich unauffällig, viele arbeiten. Gleichzeitig haben wir uns aber eine kleine, sehr gefährliche Minderheit ins Land geholt, die durch massive Straftaten auffällt. Benennt man dies, kommt allerdings bei vielen Leuten die reflexhafte Verteidigung des Narrativs, indem man sagt: „Du Nazi, du diffamierst alle Syrer.“ Dass man bereits gesagt hat, dass es sich um eine kleine Minderheit handelt, will das Gegenüber dann nicht hören, denn in der Verteidigung des Narrativs stellt man lieber einen Strohmann in den Raum, wogegen sich das Gegenüber dann verteidigen muss. Das sorgt dafür, dass man sich mit dem eigenen Narrativ und dessen Kollision mit der Wirklichkeit nicht befassen muss.

Ein weiterer interessanter Fall waren die Kalifats-Demos in Hamburg. Ich meine, man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Es kommen Leute her, die angeblich Schutz suchen oder hier sind für ein besseres Leben, und dann demonstrieren sie für die Beseitigung unserer verfassungsmäßigen Ordnung und dafür, unsere Gesellschaft in einen islamischen Gottesstaat umzubauen. Die in meinen Augen einzige korrekte Reaktion darauf wäre gewesen, diese Demonstration von der Polizei einzukesseln (im linken Spektrum geht das ja auch, wie man in Leipzig gesehen hat), die Identität der Leute festzustellen und diejenigen, die keine deutschen Staatsbürger sind, direkt in Abschiebehaft zu nehmen und innerhalb kurzer Zeit außer Landes zu schaffen. Denn derjenige, der ein Schutzrecht in Anspruch nimmt, dann aber gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung des Landes vorgeht, hat jeden Schutzanspruch verwirkt – insbesondere da ein Großteil derjenigen, die hier sind, gar nicht nach Art. 16 GG hier sind. Stattdessen wird zunehmend in Kontrolle und Bespitzelung von Menschen investiert, die Missstände gegebenenfalls etwas zu harsch anprangern.

Tatsächlich ist das Problem, dass sich hier zwei Komplexe in der Gesellschaft gebildet haben: Zum einen etablierte Parteien wie CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke (die FDP ist ja quasi nicht mehr existent), mit etablierten Medien und einer mit Staatsknete ins eigene Vorfeld umgebauten Landschaft von NGOs, und auf der anderen Seite die AfD mit einem Geflecht von alternativen Medien als Vorfeld, die sich aufgemacht haben, die Kontrolle hier im Laden zu übernehmen. Das Problem ist: Die Etablierten haben sich inzwischen so stark in ihre Narrative eingebaut, dass sie jede Analyse der Wirklichkeit dem anderen Komplex überlassen haben. Den anderen Komplex will man aber auch nicht am Ruder haben, weil da sehr viele sehr unappetitliche Leute im Schlepptau sind (man denke nur an gewisse Leute, die in meinen Augen mit dem Nationalsozialismus kokettieren und bald Ministerpräsident sein könnten).

Gleichzeitig wurden unter dem Narrativ „Unsere Demokratie“ (was im Übrigen doch ein relativ neues Narrativ ist) demokratische Prozesse und Kultur in einem Maße erodiert, das es der AfD erlauben wird, ihre politischen Kontrahenten in extremem Maße auszugrenzen. Oder hat jemand ernsthaft Zweifel daran, dass die AfD im Falle einer absoluten Mehrheit es sich nehmen lassen wird, jeden Kandidaten für die Vizepräsidentschaft eines Landtages der anderen Parteien abzulehnen und gegebenenfalls Mechanismen in der Geschäftsordnung eines Landtages noch vor der offiziellen Konstituierung zu beseitigen?

Mit einer Analyse der Corona-Maßnahmen will ich gar nicht erst beginnen.

Wir leben halt in einer Welt, in der unsere Narrative immer stärker mit der Wirklichkeit in Konflikt geraten. Gleichzeitig steht Deutschland erheblich unter wirtschaftlichem Druck. Die politischen Gruppen, die die Macht innehaben, flüchten sich immer tiefer in die Narrative und postulieren sich eine moralische Überlegenheit („Haltung zeigen“). Dem gegenüber steht dann eine Gruppe, die zwar an vielen Stellen die Diskrepanz adressiert, bei einer Übernahme des Ladens die ganze Sache hier dann aber doch eher unschön (gelinde gesagt) umbauen will.

Insgesamt schlechte Zeiten für alle diejenigen, die klassisch liberal eingestellt sind.

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