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Folge 277: Wunschfilme September - u.a. Full Metal Jacket, Star Trek Nemesis, Otto - Der Katastrofenfilm

Pantoffelkino Folge 277. Hier kann darüber diskutiert werden!

Als Wunschfilme stehen diesmal gleich mehrere Kino-Erfolge auf der Liste: Roberto Benignis „Das Leben ist schön“, Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ und der 10. Film der „Star Trek“-Reihe. Außerdem geht es wieder einmal um den Humor von Otto. Und schließlich wird es mit „Ghost - Nachricht von Sam“ noch romantisch.

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Ach wie nice, hab mich super gefreut, dass ihr Star Trek Nemesis besprecht, ich liebe den Film und Nemesis ist tatsächlich (zusammen mit First Contact) mein lieblings Star Trek Film und finde ihn kolossal unterschätzt, deshalb freue ich mich immer sehr, wenn der Film Erwähnung findet und/oder besprochen wird und finde ich die (meiner Meinung nach auch durchaus berechtigten) Kritikpunkte immer spannend zu hören, also war insgesamt ein sehr interessanter Dialog zwischen euch :blush: Und sehr cool, dass @Riif-Sa den Film auch sehr mag, ich freue mich natürlich auch immer sehr über Leute, die den Film auch mögen :heart_eyes::grin:

Auch insgesamt eine sehr schöne Folge, hat mir sehr viel Spaß gemacht :blush:

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Ja, aber ich hätte lieber die Stammbesetzung bei diesem Film gehabt. :frowning:

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Ich fand die Besetzung sehr angenehm. Dadurch, dass die Meinungen zu den Filmen doch Recht unterschiedlich waren, kamen ja erst Diskussionen zustande. Das macht die Sendung wesentlich reizvoller, als wenn jeder in der Gruppe einen Film hasst / liebt.

Generell empfinde ich es als Bereicherung, wenn die Besetzung wechselt und auch mal andere Stimmen zu Wort kommen - wobei natürlich nichts gegen die Stammbesetzung zu sagen ist :slight_smile:

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@Presseschlau Die beiden Ex-Marines die erwähnt werden, sind Charles Whitman (war bis in die 80er der Amoklauf mit den meisten Toten - 17 sowie über 30 verletzten und ähnlich wie in Las Vegas 2017 von einem Turm herunter) und den Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald (wobei die Vermutung, dass es mehrere Schützen gab sich ja bis heute hält und mW auch im Mainstream spekuliert wurde, naja das Problem ist halt, dass Oswald schon kurz nach seiner Verhaftung von Jack Ruby erschossen wurde und daher kein Geständnis liefern konnte).

Ronald Lee Ermey ist perfekt in dieser Rolle, es war wohl so, dass er die hinter der Kamera minutenlang zusammengeschissen hat, ohne sich bei seinen Beleidigungen einmal zu wiederholen.

Den Soundtrack könnte man noch erwähnen, insbesondere dieses Stück finde ich enorm stark:

Bei Otto sollte man erwähnen, dass er zwar durchaus auch selbst zeichnet und schreibt, aber auch sehr vieles aus der Feder der „GEK-Gruppe“ (Gernhardt, Eilert, Knorr) kommt und von der Regie lässt er augenscheinlich eben lieber die Finger, den Film hab ich mal vor Ewigkeiten, wo er recht neu gewesen sein dürfte, gesehen, hatte nie das Bedürfnis, ihn nochmal anzufassen, allgemein ist Otto natürlich legendär, aber mittlerweile bin ich aus dem Humor vielleicht etwas rausgewachsen.

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Ja, Klar! Alles gut. Schrieb ja, es ging mir um diesen Film. :slight_smile:

Eine kleine Ergänzung zu Full Metal Jacket: Drehbuch-Co-Autor und Autor des dem Film zugrundeliegenden Romans „The Short-Timers“ war der Ex-Marine und Vietnam-Veteran Gustav Hasford, der die letzten Jahre seines Lebens auf „meiner“ Insel Aegina verbracht hat und dort auch verstarb.

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„Das Leben ist schön“: Vor Jahren mal im TV gesehen. Mir ist dasselbe aufgestoßen, was auch Rike erwähnt: Durch unzählige Dokus und Interviews mit Zeitzeugen haben auch wir Nachgeborenen ein recht genaues Bild davon, wie es wirklich in den Vernichtungslagern der Nazis zuging. Daher ist mir sofort aufgestoßen, wie unrealistisch der Film dies darstellt. Ich konnte dieses „KZ“ ncht ernst nehmen. Das hat die eigentlich rührende Botschaft deutlich überschattet.

„Full Metal Jacket“: Was die zwei Teile betrifft, schließe ich mich der Mehrheit an. Auch ich finde den ersten Abschnitt wesentlich stärker! Anschließend versucht der Film noch eine zweite Geschichte zu erzählen und das hat auch bei mir nicht funktioniert.

Als ich den Film das erste Mal sah, war ich - wie wohl viele - schockiert über die Unmenschlichkeit des militärischen Drills. Aber im Grunde genommen leistet dieser Ausbilder nur, was von ihm verlangt wird: Er bereitet Rekruten darauf vor, im Krieg zu kämpfen und möglichst zu überleben. Seit 1973 ist das US-Militär eine Berufsarmee, d.h. alle, die sich rekrutieren lassen, haben die Wahl und wissen sicherlich auch, worauf sie sich einlassen. Nicht zuletzt dank Filmen wie „Full Metal Jacket“. Zu Zeiten des Vietnamkrieges war das noch nicht so. Da wurden wahllos Einberufungsbefehle an Männer im geeigneten Alter verschickt, unabhängig davon, ob jemand das Zeug zum Soldaten hatte oder nicht. Das erklärt, warum jemand wie „Private Paula“ in die Mühlen geraten ist, der den Anforderungen der Ausbildung körperlich und geistig nicht gewachsen ist. Ohne seine Inselbegabung wäre der als bloßes Kanonenfutter an die Front geschickt worden. Wer weiß, wie viele von der Sorte damals verheizt wurden.

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Zu Full Metal Jacket.
Die Zweite Hälfte ist nicht intensiv ?. Dieser Film ist meiner Meinung nach ein Männerfilm.
Die gesellschaftliche Erwartungshaltung bezüglich „Mann-Sein“ wird in der ersten Hälfte besonders deutlich und das Zerbrechen daran besonders in der zweiten. (Auch wenn Paula schon vorher zerbricht, Mobbing, Code Red.)

Die Truppe wird von einer einzigen Frau zerrieben.
Nach der tödlichen Verwundung wir um sie rumgestanden und der Dialog ist.
(Mit entsprechender Beckenbewegung)
Am I a lifetaker a heartbraker.
Joker gibt den „Fangschuss“ ab. (Peace Sign and Born to Kill.)
Die Soldaten marschieren am Schluss zum „Mickey Mouse Song“

Random Vietnamkrieg.
Full Metal Jacket ist der einzige Vietnamfilm den ich kenne, der nicht im „Jungle“ spielt sondern in einer Stadt.

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Auch wenn Paula schon vorher zerbricht, Mobbing, Code Red.

War es ein Code red?
Die Seifennnummer ist ihnen nicht befohlen worden.

Ich freue mich, dass ihr Ghost alle mochtet. Den liebe ich auch sehr :blush:
Und Unchained Melody ist sooo ein tolles Lied, ihr Banausen! :grin:

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„Das Leben ist schön“ fand ich mal rührend als ich… puhh, halb so alt war, aber heutzutage würd ich auch sagen, dass der Film halt einfach KZs verharmlost. Nicht weil ich die Prämisse nicht verstehe, sondern weil man halt alles runterspielen muss, damit das Konzept auch nur annähernd funktioniert. Fängt ja schon beim Transport an, das waren ja keine Personenzüge, sondern Viehtransporte mit nichts zu trinken und nem Eimer in der Ecke, dicht an dicht über Tage hinweg, wo schon die ersten Menschen gestorben sind usw.

„Der Junge im gestreiften Pyjama“ ist ein ähnliches Machwerk, mit dem ich aus den selben Gründen nichts anfangen kann.

Wenn’s ein Vernichtungslager sein soll, dann hätte man Kinder dieses Alters wsl eh sofort vergast.

Allein der Trailer von Das Leben ist schön hinterlässt bei mir immer noch einen komischen Nachgeschmack. Hab ihn in großen Abständen zweimal gesehen und jedesmal hatte ich enorme Probleme mit den Szenen in dem Lager. Es ist mir einfach zu harmlos inzeniert und manchmal fragt man sich doch wirklich, ob der Junge etwas begriffsstutzig ist. Benigni hatte sicher keine schlechten Absichten und für ihn ist die Rechnung ja aufgegangen, aber viele Überlebende dieser Lager werden da sicher nicht von begeistert gewesen sein. Hab gerade gelesen, dass sein Vater auch in Bergen Belsen war.

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Gut, dass Full Metal Jacket besprochen wurde.

Bei Star Trek und Otto frag ich mich allerdings nur, ob da nicht mal bald endlich alle durch sind.

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Kein Nitpicking hier :grin:

Zumindest indirekt. „Wann immer Private Paule scheiße baut, werde ich nicht ihn bestrafen, werde ich euch alle bestrafen.“

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Da in der Besprechung von das ´Leben ist schön´ die Negativrezession weitaus ausführlicher behandelt wurde als die Positive, hier noch eine kleine Antwort zu den erwähnten Negativpunkten:

Wenn Rike meint, selbst nicht genau zu wissen was sie eigentlich meint, hängt dies vielleicht damit zusammen, daß sie sich letzlich selbst wieder spricht. Einerseits fühlt sie sich von den Film manipuliert, andererseits meint sie, daß er das KZ-Thema verharmlose. Wenn sie aber nicht sagen will, daß der Film auf manipulierender Weise KZ´s verharmlosen tut (und das wird sie sicherlich auch nicht gemeint haben…), verstehe ich nicht wirklich was sie eigndlich will. Meiner Meinung nach (und von euch gar nicht erwähnt) geht es in diesen Film (neben dem Holokaust) sowieso vor allem um den verzweifelten Versuch von Eltern (den Vater…) ihre Kinder vor dem Elend der Welt zu schützen. Das KZ dient hierbei vielleicht sogar eher ´nur´ als symbolische Kulisse für das schlimmst-mögliche Szenario was man sich nur irgendwie vorstellen kann. (Mag sein, daß das KZ hier daher zu einer bloßen Kulisse degradiert wird und dies daher unangemessen ist, aber dies wäre nochmal eine ganz neue Diskussion.) Bei dieser Betrachtungsweise würden sich übrigens auch alle Logikfehler entschuldigen lassen - man will gar nicht die Realität abbilden, sondern versuchen ein Gefühl zu vermitteln. Bei ´Das Leben ist schön´ ist der Titel Programm, dieses wurde von Roberto Benigni 2005 auch in ´Tiger im Schnee´ nochmals (diesmal ohne KZ) wiederholt und dies sollte man bei aller Kritik auch nicht vergessen. Von daher kann ich also leider der Vermutung nur zustimmen, daß z.B. Rike den Film lediglich aus der Perspektive des Kindes gesehen hat (dem man alles erzählen kann und daß bei aller Skepsis trotzdem weiter glauben möchte, daß das Gezeigte auch 1:1 der Realität entspricht). Aber auch der Vater wird bei seinen Tun seine Gründe haben… :wink:
Aussendem @Rike: Ich möchte ja weder zynisch werden noch dich runter machen: Aber glaubst Du ernsthaft, daß es (erwähnenswert viele) Menschen gibt, welche keine Kenntnis über den Holokaust haben? (Somal in der westlichen Welt, in welcher wohl 99% aller Zuschauer beheimatet sein dürften) Ehrlich gesagt fände ich es extrem anmaßend zu behaupten, daß man erst dann ausreichend Kenntnis zu diesen Thema hat, wenn man auf deinen (?) Kenntnisstand ist…
Wie man sicherlich merkt, ´mag´ ich den Film sehr gern. (Wenngleich ´mag´ in diesen Zusammenhang vielleicht auch nicht das richtige Wort ist.) Einfach deswegen, weil er eben nicht der millionste Neuaufguß des ewig selben Themas mit den ewig gleichen Narrativen ist, sondern (und wenn auch nur als Parabel) mit diesen Hintergrund auch trotzdem einmal der Aspekt der ´Liebe zu Leben´ thematisiert wird und welche Kraft sie manchen Menschen geben kann.

Das hat auch Roger Ebert damals in seiner Kritik formuliert.

The movie actually softens the Holocaust slightly, to make the humor possible at all. In the real death camps there would be no role for Guido. But „Life Is Beautiful“ is not about Nazis and Fascists, but about the human spirit. It is about rescuing whatever is good and hopeful from the wreckage of dreams. About hope for the future.

Wenn es in dem Film aber gar nicht um Nazis und Faschisten geht, wie Ebert schreibt, warum spielt er dann in einem KZ? Mir gefällt der Ton des Films nämlich auch nicht. Dass der „Holocaust leicht abgemildert wurde, damit der Humor funkioniert“, halte ich für eine Untertreibung. Insgesamt habe ich Das Leben ist schön nicht als guten Flm in Erinnerung. Neben der tonalen Dissonanz waren da auch noch das klamaukige Rumgehampel und die geschwätzigen Dialoge.

Der Film ist ab 6 freigegeben. Als Heranführung von Kindern an das Thema Holocaust könnte ich mir den Film tatsächlich gut vorstellen.

Ein 6jähriger wird sich den Film kaum alleine anschauen und jeder der in der Schule nicht geschlafen hat sollte wissen was es mit dem KZ auf sich hat.

Mein Töchterchen war 12, als wir den Film GEMEINSAM gesehen haben. Dennoch ja, auch ich finde, daß er z.B. auch gut geeignet ist um einen 1. Zugang zu diesem Thema zu finden.