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Folge 21: Wolfgang Borchert: Dann gibt es nur eins!

Wort(e) zum Montag Folge 21. Hier kann darüber diskutiert werden!

„Sag nein!“ - Das ist der Appell von Wolfgang Borchert, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, an die Menschen, die Teil der Kriegsmaschinerie sind - egal ob in der Fabrik, im Labor oder im Krankenhaus. Der Text gilt als einer der berühmtesten Antikriegstexte und wurde kurz vor Borcherts Tod im Jahr 1947 verfasst.

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Das Gedicht gefällt mir sehr gut.

Das Gedicht wurde von MG auch schonmal vorgetragen.

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Vielen Dank, Herr Pohl, dass Sie den großartigen Wolfgang Borchert zum 100. Geburtstag ehren. Die Hansestadt Hamburg hat ja auch einige Veranstaltungen zu Ehren ihres großen Sohnes durchgeführt.

Trotz seines viel zu frühen Todes ist er zum Glück unvergessen geblieben!

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Vielen Dank für ihre Vorlesung. Ich bin erst kürzlich auf Sie aufmerksam geworden.
Sie habe eine schöne Stimme und vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit.
Ich freue mich schon darauf mir Ihre vorherigen Videos anzuschauen !:smiley::smiley::smiley::smiley::smiley:

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Das Gedicht ist natürlich großartig. Ein weiteres sehr gutes Antikriegsgedicht, an das ich dabei immer denken muss, ist Drei Minuten Gehör! von Tucholsky

https://www.textlog.de/tucholsky-minuten-gehoer.html

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Der Tucholsky- Aufruf von 1922 hat leider nicht gefruchtet, wie wir mittlerweile alle wissen. Und auch Borcherts „Dann gibt es nur eins“ hat nach dem 2. Weltkrieg nicht ganz den gewünschten Effekt erzielt. Die deutsche Rüstungsindustrie erlebt nach wie vor eine Blütezeit! :tired_face: Der weltweiten Nachfrage nach Präzisionswaffen made in Germany sei Dank.

Auch ich habe nicht nein gesagt, ich habe Ja gesagt … Ja zur Bundeswehr.
Ohne Überzeugung, sondern nur, weil es damals der leiichteste Weg war. An mir hatten die eh nicht viel Freude, weil ich unfähig war. Das wäre ich aber auch im Zivildienst gewesen. Ich dachte mir: Besser, es leiden irgendwelche imaginären Kameraden in einem imaginären Krieg unter meiner Unfähigkeit als reale Patienten auf einer realen Pflegestation.

Allerdings hatten wir einen Kameraden, der schien den Aufruf Borcherts verinnerlicht zu haben , ist ihm aber als Teil der Streitkräfte gefolgt. Körperlich und geistig war der topfit. Beim 1000 Meter Lauf hat der mich mindestens zweimal überrundet. Aber alle Offiziere und Unteroffiziere sind an dem Mann verzweifelt. Der hat die Gratwanderung geschafft, gerade so viel zu stören, dass er nicht in den Bau musste.

In die Arrestzelle im Wachlokal musste öfters ein anderer, der war sogar auf unserer Stube. Das war ein echter Underdog, hat regelmäßig gekifft und war hochintelligent. Als tagelang Stuben- und Revierreinigung befohlen wurde, war er der erste, der den Feudel hingeschmissen und verkündet hat, das er keinen Bock mehr hat. („Ich lass mich doch nicht verarschen!“) Da war dann auch wieder gleich Arrest fällig. Ich frage mich, was aus dem geworden ist. Ein Pazifist war der allerdings nicht unbedingt, ganz im Gegenteil. Da gab es beim morgendlichen Antreten einen Vorfall mit dem Kompaniefeldwebel, dem sogenannten Spieß: „Ein Barrett hab ich gefunden.“

Soldat: „Das Barett könnte meins sein.“ - Spieß: „Was ist da drin?“ - Soldat: „Hakenkreuze und so.“ -Spieß: „Was soll der Scheiß?“ Soldat: „Meine Meinung! Der Stärkere setzt sich durch!“

So war das damals zu Zeiten der Wehrpflicht
Mittlerweile sind ja in der Bundeswehr nur Kräfte aktiv, die da wirklich sein wollen und auch hinter dem Grundgesetz stehen. Keine Störfaktoren von außen mehr! :+1: