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Folge 204: Aktuelle Neuerscheinungen

Pantoffelkino Folge 204. Hier kann darüber diskutiert werden!

Passend zum Karfreitag kommen in der heutigen Ausgabe mit aktuellen Neuerscheinungen gleich zwei düstere Filme vor. In „Der Leuchtturm“ liefern sich Willem Dafoe und Robert Pattinson ein Duell, „Der Schacht“ auf Netflix ist ein sozialkritischer Film mit hohem Ekelfaktor. Außerdem dabei: „Hustlers“, „Official Secrets“ und die deutsche Komödie „Gut gegen Nordwind“.

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„Interessante“ Besetzung diesmal, naja. Werde wohl passen müssen, sind zum Glück keine essentiellen Filme für mich dabei.

„Gut gegen Nordwind“ werd ich mir definitiv nicht ansehen… hab die Vorlage gelesen inkl Fortsetzung („Alle sieben Wellen“) und das ist halt schon sehr auf (poetische) Sprache fokussiert. Wenn Mail-Romance-Film, dann wohl eher der gute alte „You’ve got mail“, wo es halt ne Parallelhandlung gibt (die Mail-Schreiber sind unwissentlich in der Realität Konkurrenten).

Ich passe komplett.

Filmtipp zum Hustlers: https://de.wikipedia.org/wiki/Molly’s_Game_–_Alles_auf_eine_Karte
Auch Frauen dürfen Kapitalismus ausnutzen und Böse sein…
Fand Hustlers gut, tolle Performance von Jennifer Lopez, war schön zum Schauen
Auch Official Secrets war fesselnd.

schöne Runde!
schade dass im Beschreibungstext von der Folge nicht die Akteure namentlich genannt werden, hilft auch für die Suche, wäre das möglich perspektivisch zu ergänzen?

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Sehr gute Besetzung! Warum hier manche wieder rumheulen müssen…

„Der Leuchtturm“ wird noch geguckt, den Erstling von Eggers fand ich schon großartig! Ich hoffe der dreht noch weiter fleißig. Schön, dass ihr ihn besprochen habt.

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sehr schöne Filmauswahl, Besetzung toll , danke an alle!

Leuchtturm muss ich mir wohl doch reinziehen…

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Der Schacht fand ich ziemlich mies, innerhalb seiner Welt teils unlogisch, mit Fehlern gespickt und mit einem viel zu großen Holzhammer präsentiert.

Wieder tolle Folge und auch sympathische Runde…eine Anregung: Ich fänd es super, wenn nach der jeweiligen Besprechung es einen Hinweis gäbe, wo oder wie der Film zu schauen ist, also z.b. „jetzt neu auf Blueray oder bei Amazon“etc.

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Tolle Sendung. Ich weiß nicht, ob es an der Besetzung lag oder an der Filmauswahl, aber die Diskussion zu den Filmen war diesmal ergiebiger als manchmal sonst in der üblichen Besetzung. Von den Filmen kenne ich leider noch keinen. Außer dem Nordwind-Ding würde ich mir die Filme alle gerne anschauen, wenn ich denn Zeit finde.

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Schöne, bunt gemischte Folge. Einer der seltenen Fälle, in dem ich alle besprochenen Filme schon gesehen habe.

Irgendwie bin ich ein seit Sherlock ein Fan von Texteinblendungen. Auche Voiceover mag ich irgendwie sehr, Heroes hat das ja damals z.B. sehr oft gemacht. Deswegen finde ich Gut gegen Nordwind zumindest überdurschnittlich. Was den Film aber ein Stück weit ruiniert, ist das inkonsequente Ende. Im Roman von Daniel Glattauer bekommt die Person ein Ende, was sie meiner Meinung nach auch verdient hat. Dass man hier einfach im Film ein komplett gegenteiliges Ende daraus gemacht hat, ist mir sehr sauer aufgestoßen.

Mit Robert Eggers werde ich irgendwie noch nicht ganz warm. Sowohl bei The Witch als auch jetzt bei Der Leuchtturm stimmt inszenatorisch und atmosphärisch alles, aber ich hab dann doch lieber etwas mehr Plot, als tolle Bilder präsentiert zu bekommen, in die man alles und nichts reininterpretieren kann.

Die Verlegerin fand ich schrecklich und Spotlight zumindest sehenswert, aber Official Secrets hat mir außerordentlich gut gefallen, weil er trotz des dokumentarischen Ansatzes auch oft ziemlich spannend war. Ein unbekannter Film, der zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat.

Hustlers wirkte für mich streckenweise eher wie ein Musikvideo als wie ein Film. Dadurch dass alle Figuren egoistisch sind und amoralisch handeln, fehlt einem hier etwas die Identifikationsfigur. Robin Hood und Dexter brechen auch das Gesetz, aber trotzdem ist man „auf ihrer Seite“. Das Schicksal der Protagonistinnen war mir relativ egal. Als anspruchsloses Popcornkino taugt er aufgrund der gelungen Musik aber trotzdem immer noch mehr als vergleichbare Filme wie z.B. der unterirdische Film The Kitchen.

Der Schacht hat einen Nerv bei mir getroffen. Das ist genau die Art Film, die ich mag. An Snowpiercer kommt er für mich auch nicht ran, aber trotzdem ist das ein guter und origineller Film. Ein extrem schwacher Verteter mit dieser Art Konzept war z.B. High-Rise. Ich bin kein allzu großer Freund von offenen Enden, sodass dies für mich der Schwachpunkt des Films ist. Die Anzahl der Leute, die im Schacht sind, legt zusammen mit dem Ende vielleicht eine religiöse Deutung nahe, aber es als Parabel auf die kapitalistische Klassengesellschaft zu sehen, sagt mir persönlich eher mehr zu. Aufgrund der drastischen Darstellung und weil Leute eingesperrt worden sind, habe ich zunächst an den Film Saw denken müssen. Inspiration für den Film scheint vor allem der Kurzfilm Next Floor von Regisseur Denis Villeneuve (Arrival, Prisoners, Blade Runner 2049) gewesen zu sein:

Ich könnte mir vorstellen, dass Anna eine ganz neue Richtung rein gebracht hat. Hinter ihren Besprechungen ist wirklich nochmal ein anderer Blick. Ergänzt die Runde (Stammbesetzung :slight_smile: ) ungemein.

Wunsch für eine Wunschfilmfolge: Holger, Volker, Christian, WMS und Anna. Und nein! Das ist nichts, aber auch gar nichts gegen Mario. :slight_smile: Der hat im Moment leider wenig Zeit.

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Das tun sie doch schon längst. :wink: Frauen geben pro Haushalt deutlich mehr aus als Männer und sind auch diejenigen, die hauptsächlich entscheiden, was für die Wohnungseinrichtung gekauft wird. Wenn’s um das Ausnutzen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen in ärmeren Ländern geht, ist die Mehrheit der Damenwelt ebenfalls ganz vorn mit dabei. Die Kundschaft bei Primark & Co. ist hauptsächlich weiblich. Es ist also völliger Unsinn, so zu tun, als wäre Kapitalismus ein männliches Problem.

Noch größerer Unsinn ist, zu behaupten, es würde massenhaft Filme und Serien geben, in denen Männer als Helden dargestellt werden, die andere abzocken. Bleiben wir mal nah am Beispiel „Hustlers“: Nenn mir einen Film, der Männern Sympathie entgegen bringt, die Frauen auf oft brutale Art und Weise ausrauben oder gar misshandeln. Vielleicht findest du da - wenn überhaupt - irgendeinen trashigen B-Movie von vorvorgestern, der für schmuddelige Bahnhofskinos gemacht wurde. Aber nach einer Mainstream-Produktion dieser Art wirst du lange suchen können.

Insofern geht dein Statement ziemlich am Thema vorbei: Niemand hat „Hustlers“ dafür kritisiert, dass darin Frauen gezeigt werden, die den Kapitalismus ausnutzen. Es geht um die Art und Weise wie der Film die Taten seiner „Heldinnen“ darstellt. Wie Volker schon sagte, besteht bei Filmen wie „Wolf of Wall Street“ eine klare kritische Distanz zu den Hauptfiguren. Es ist zu jedem Zeitpunkt klar, dass ihr Handeln falsch ist und es wird auch keine rührselige Rechtfertigung dafür konstruiert.

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Kritisieren kann man das natürlich. Aber ein Film muss doch nicht um jeden Preis eine moralische Instanz sein. Vor allem erst recht nicht, wenn es, wie hier, um eine wahre Geschichte geht.

Du lieferst damit tatsächlich eins der besten Argument für die Kritik an „Hustlers“: Gerade weil dem Film eine wahre Geschichte zugrunde liegt und echte Menschen zu Schaden gekommen sind, ist die Machart umso fragwürdiger.

Hatte irgendwie das Gefühl, dass bei Hustlers die anderen Leute nicht verstanden haben, was Volker eigentlich kritisiert hat. Ich gebe ihm völlig recht, was er sagt. Bei Wolf of Wall Street waren es auch Verbrecher, aber der Film hat die als Arschlöcher präsentiert. Hier waren die Frauen Verbrecher, verurteilt hat sie der Film nicht wirklich und wurden eherr als symphatsche Figuren dargestellt.

Auch wie die unter sich miteinander kommuniziert haben (ich sage nur Weihnachtsparty), das war mir echt zu bunt mit denen… Schade drum, der Film hatte mehr Potential zu bieten.

Der Streifen hatte viele Parallelen zu Molly’s Game, nur war der Film besser und die Message nicht so zweifelhaft

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Treffend zusammengefasst. Unterm Strich muss man allerdings sagen, dass „Hustlers“ ein ziemlich belangloses Filmchen ist. Der ganze Hype, der vor allem in den US-Medien um den Film gemacht wurde, ist schnell wieder verpufft. Denn viel mehr als die „Stripper-Frauen drehen den Spieß um und zocken Wallstreet-Männer ab“-Prämisse hat „Hustlers“ nicht zu bieten.

Die schauspielerischen Leistungen sind zwar durchweg solide, aber für Jennifer Lopez gab es - von ihren wenigen Tanzszenen mal abgesehen - keinen einzigen wirklich herausragenden Moment. Dass die Lopez eine talentierte Tänzerin ist, wussten wir jedoch vorher schon. Im Großen und Ganzen hat sie sich selbst gespielt. Ich kann jedenfalls nicht sehen, an welcher Stelle ihre Performance Oscar-würdig gewesen sein soll. Wenn schon, hätte Constance Wu die Nominierung verdient, denn sie liefert den gesamten Film über eine weitaus vielschichtigere und anspruchsvollere Performance ab.

Übrigens wollten die Produzenten zunächst Martin Scorsese als Regisseur für „Hustlers“ gewinnen. Wenn das Drehbuch tatsächlich nicht viel mehr hergegeben hat als das Filmchen, das wir letztlich bekommen haben, kann ich bestens verstehen, dass Scorsese keinerlei Interesse daran hatte.

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hust Wer ist denn eignetlich „Anna“ ? Ich habe sie das erste mal gesehen. Sie wird nicht vorgestellt und auch in Texten finde ich sie nicht wieder.

Anna hab ich angeschleppt. Die Vorstellung erfolgte bei ihrem ersten Auftritt in Folge 187:

Danke schön :slight_smile:
Das muss tatsächlich DIE DAMN EINZIGE Folge von PantoffelKino gewesen sein, die ich nicht gesehen habe
:stuck_out_tongue:

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