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Folge 16: Prostitution

#1

Hier kann darüber diskutiert werden!

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#2

Interessantes aber natürlich schwieriges Thema. Tomatolix hat ja auch erst kürzlich eine sehr sehr gute “Reportage” zum Thema gemacht. Lohnt sich auch anzusehen…

Zum Interview an sich: Ich finde die Dame strahl eine gewisse Kälte aus. Das hinterlässt definitiv ein Geschmäckle. Auch fällt es mir dieses Mal wieder schwer, eindeutig Position zu beziehen. Ich glaube man kann das Ende der Sendung so unterschreiben :slight_smile:

Interessant wäre es auch, mal die Sichtweise von männlichen (schwulen) Callboys, oder Strichern zu hören. Das scheint ja noch mehr tabu zu sein, habe ich das Gefühl.

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#3

Fuer ein Selbstexperiment war er diesmal wohl zu feige.

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#4

Natürlich gibt es mehrere Seiten. Niemand mit Verstand bestreitet, dass es so etwas wie Zwangsprostitution gibt. Oder Armutsprostitution in Verbindung mit Drogensucht oder anderen Zwangssituationen. Auch mag es Traumatisierungen geben. Gewalt von Freiern gegen Prostituierte auch. Doch jeder, der versucht, diese negativen Seiten in Zahlen auszudrücken und gar von „Mehrheit“ zu sprechen, ist unseriös. Das Problem ist, dass die Diskussion auf der „Gegenseite“ zumeist von (post-)feministischer Seite her bestimmt ist – und diese Sicht ist ideologisch geprägt. Schlimm ist es, wenn sich diese Sicht in die Politik einschleicht.

Ich habe auf zwei Ebenen einen persönlichen Einblick. Einmal durch eigene Begegnungen mit Prostituierten, deren Dienstleistungen ich in Anspruch genommen habe und zum anderen durch Erzählungen Anderer in meinem Bekanntenkreis – sowohl von Frauen, die sich prostituiert haben als auch von Männern, die Prostituierte aufsuchen. Meine persönlichen Begegnungen mit Prostituierten waren neben dem eigentlichen Zweck der Treffen allein menschlich wunderbare Begegnungen, die ich nicht missen möchte: Selbstbewusste Frauen, nette Gespräche, respektvolles Miteinander, ein Einblick in eine Welt, die mir fremd war. Und auch das kann ich aus Erfahrung sagen… ja, es gibt den Typus Frau, der nun überhaupt kein Problem mit diesem Beruf hat und es eher als Gelegenheit sieht, unkompliziert und temporär Geld zu verdienen. Ich kenne allein in meinem Bekanntenkreis vier Frauen, die sich so ihr Studium oder das erste Auto finanziert haben und bei denen ich sage “ja, absolut nachvollziehbar und typgerecht”. Aber all das ist genau so NICHT repräsentativ wie die Behauptung, Prostituierte würden mehrheitlich in einer Zwangssituation stecken oder traumatisiert werden. Es gibt wie in so vielen anderen Bereichen wieder einmal eine Bandbreite, die es verbietet, undifferenziert nach Verboten zu schreien. Studien im Bereich der Prostitution taugen meiner Meinung nach alle nichts, weil immer Aspekte (bewusst) fehlen oder schon die Grundannahmen falsch oder politisch motiviert sind – auch in den skandinavischen Ländern. (Post-)Feministinnen neigen dazu, ein Bild von Sexualität und auch Frauen insgesamt zu entwerfen, das ausschließlich von ihnen selbst abgeleitet ist und keine Spielarten zulässt, die nicht in ihr Weltbild passen.

Wenn der Staat nicht in der Lage ist, Zwangsprostitution im Zuge organisierter Kriminalität in den Griff zu bekommen, dann soll wieder einmal generalisiert und alles in einen Topf geworfen werden? Wäre typisch Politik. Selbst Dinge wie „Kondompflicht“, was zunächst vernünftig klingt, sind nichts weiter wie Aktionismus und Alibi-Maßnahmen durch die Politik, während man die eigentlichen Probleme nicht in den Griff bekommt. Der Gast ist wirklich kompetent und klug: Über allem sollte die Selbstbestimmung aller Beteiligten stehen. Solange aber das Rotlichtgeschäft im Regierungsviertel Berlins so gutes Geld umsetzt, wird es wohl auch in Zukunft keine generellen Verbote geben – das ist ein positiver Nebeneffekt.

Abgesehen von der politischen Diskussion gibt es für mich noch andere interessante Beobachtungen: Die „Jedermannhypothese“ kann ich absolut unterstreichen. Das kann man allein schon daran ablesen, welche Autos vor entsprechenden Etablissements parken. Das reicht von der Luxuskarre bis zum Familienkombi mit Maxi-Cosi auf der Rückbank. Schlechte Nachricht an alle gutgläubigen Frauen in einer glücklichen Partnerschaft: Auch dein Mann kann zu denen gehören, die nicht immer dort sind, wo sie vorgeben zu sein. Eine andere Beobachtung aus aktuellem Anlass, die ich allerdings nur aus der Erzählung anderer her zitieren kann: Im Fastenmonat Ramadan herrscht in sogenannten Laufhäusern Flaute, weil ein Großteil der Kunden aus „religiösen“ Gründen fern bleibt.

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#5

Nur generell, da ich noch schaue, die Bauchbinden bzw. deren Texte dürften ruhig in weiß oder noch hellerem grau geschrieben werden. Wurde schonmal angemerkt, dass es sehr dunkel und teilweise zu kurz eingeblendet wird.
Eine Pause machen um es zu lesen, kann man zwar machen, aber eine bessere Lesbarkeit schadet nicht. :wink:

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#6

Ein Verbot von Prostitution kann man umgehen

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#7

Normalerweise hat jede Veto folge etwa 60 min diesmal nur 48. Wie wurden wohl die restlichen 12 min genutzt :smirk:

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#8

Aber im Ernst. Gute, interessante Folge. Allerdings relativ allgemein, man hätte evtl mehr auf den Ablauf, Kontakt etc zwischen gerade unattraktivem Freier und Prostituierte eingehen können, wobei das wsl in eine voyeuristische Ebene gekommen wäre. Dass die Damen „auf dem Strich“ oder dem Kiez, das alles so freiwillig und aus Überzeugung machen ist natürlich schwer zu glauben. Evtl hätte man da konkreter nachfragen können

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#9

Sehr interessantes Interview! Danke dafür!

Grundsätzlich stimme ich Holger in seinem Schlusswort zu. Wenn es sich um zwei Erwachsene handelt, die aus freiem Willen miteinander Sex gegen Geld haben, gibt es da grundsätzlich nichts gegen zu sagen.
Es sei denn man ist ein Moralapostel.

Zwangsprostitution ist natürlich zu verurteilen, aber ich befürchte diese lässt sich nicht ausrotten. Verbrecher, in diesem Falle solche die andere Menschen zu ihrem eigenen Vorteil brutal ausnutzen, wird es immer geben.

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#10

Das ist einer der wenigen Fälle bisher wo ich komplett auf Seiten des Gastes stehe. Ich finde diese einseitige Verteufelung von Prostitution auch sehr oberflächlich. Es ist immer falsch, bestimmte Umstände zu verallgemeinern. Dass Zwangsarbeit verboten sein und bekämpft werden muss, versteht sich eigentlich von selber und ist nicht auf diesen Berufszweig beschränkt.

Nicht so recht abgenommen habe ich ihr das angeblich mittelmäßige Einkommen. Der Blick auf die eingeblendete Preistafel hat mir ja den Atem verschlagen…
Das sind Tarife, die ich sonst nur von Anwälten und Unternehmensberatern kenne! :astonished:

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#11

Genau, sie hat sich da von Ihren Stammkunden inspirieren lassen :wink:

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#12

Durch die Legalisierung soll das Angebot auf dem Markt (bei gleichbleibender Nachfrage) und gleichzeitig natürlich die Lohnnebenkosten so stark gestiegen sein, dass für die Otto-Normal-Nutte tatsächlich nicht mehr so viel rumkommt. Habe ich zumindest mal gehört.

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#13

Die Damen sind ja nicht rund um die Uhr beschäftigt. Es gibt sicherlich auch einige Tage wo gar kein Kunde vorbei schaut oder nur einer.
Da mag es sicherlich verschiedene Faktoren für geben… :slight_smile:

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#14

Natürlich nicht. Wenn die Schwefelarbeiter des Ijen-Vulkans, erwachsen wie sie sind, freiwillig ihren Schwefel an die Fabrikanten - auch Erwachsene! - verkaufen, spricht grundsätzlich dagegen genauso wenig wie gegen Millionen deutsche Niedriglöhner, Friseure, Manager oder Nutten. Gegen die Privatmacht des Geldes und ihr Paradies auf Erden war ja noch nie was einzuwenden.

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#15

Hat Holger da am Ende der Folge schon mal die Tabelle mit den Stretch Goals der nächsten Spendennacht eingeblendet?^^

Was soll das bringen? Unattraktiv liegt doch im Auge des Betrachters und hat nichts mit dem Beruf einer Prostituierten zu tun, aber das ist wie Holger so nach dem Motto “Hihi und wenn da ein fetter, stinkenden Freier kommt?”. Ja, was soll da sein?

Natürlich kann die Frau einen Freier auch ablehnen, ansonsten ist es so, wie es die Dame im Interview gesagt hat. Was da manche für ein Kopfkino schieben ist echt witzig. Die Frauen werden sich darüber sicher vor der Berufswahl schon mal Gedanken drüber gemacht haben.

Ist so als würde man einen Klempner fragen wie es so ist, wenn man mal Scheiße abbekommt :smiley:

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#16

Naa, Hand aufs Herz, wer hat alles die Homepage der Dame besucht? :nerd_face:

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#17

Gibts da was zu sehen?

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#18

Ja, aber nichts was mich wirklich ansprechen würde.

Das Gespräch übrigens war recht interessant. Fände das Thema durchaus spannend, wie so das Leben in dem Beruf ist. War ja mal geplant, dass Sprechplanet auch normale Leute mit aussergewöhnlichen Berufen einlädt, das wäre mal ein guter Vorschlag

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#19

Was willst du mir jetzt damit sagen? Kapitalismus ist scheiße? C’est la vie!

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#20

Schau mal ab etwa Minute 5. Beatntwortet das die Frage?

@Naked_Snake: Wozu eigentlich diese “Hihi”? Sowas kann man auch ganz sachlich fragen.

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