Die Serie „M“ läuft seit dem 25.11.24 ab 23:30 in Doppelfolgen auf 3sat.
Soweit ich sehe, ist sie aber leider nicht in der Mediathek verfügbar.
Im Gegensatz zum Film wird das verräterische Lied von Anfang an von allen möglichen Personen gepfiffen, als wär’s der neueste Chartstürmer. Aber keiner scheint so recht zu wissen, was das eigentlich ist, Erst in Folge 3 darf ein Polizist sein musikalisches Wissen aufs Tapet bringen. Ich glaube, im Original wird der Titel gar nicht erwähnt.
Einigen eurer Kritikpunkte kann ich zustimmen, etwa dass auf Krampf versucht wird, möglichst viel aktuelle Thematik in die Serie hinein zu quetschen. Andererseits wartet die Serie durchaus auch mit interessanten Überraschungsmomenten auf. So gibt es sowohl spannende wie auch skurrile Szenen. Wenn etwa mehrere Verdächtige von der Polizei aufgefordert werden, das Lied ins Mikrofon zu pfeifen und sich dabei als mehr oder weniger musikalisch erweisen, dann reicht das an den Humor von Serien wie „Kottan ermittelt“ heran. Das Sahnehäubchen ist hier natürlich die Performance von Udo Kier: „ich kann nicht pfeifen. Also bin ich ja wohl auch nicht der Täter.“ 
Besonders beeindruckt hat mich Sophie Rois, die hier die Rolle des Verbrecherkönigs übernimmt und die wir im Gegensatz zur von Gustaf Gründgens gespielten Vorlage durchaus auch bei ihren alltäglichen und gar nicht mal so zimperlichen Praktiken beobachten können.
Wie wir wissen, tun sich manche Zuseher schon schwer mit Filmen und Serien aus den 60ern, die noch in Schwarzweiß gedreht wurden. Welche Probleme müssen die erst mit einem Film haben, der 1930 entstanden ist. Angefangen bei den technischen Voraussetzungen. Der Tonfilm steckte noch in den Kinderschuhen, entsprechend mau ist natürlich auch die Tonqualität. Die Erzählweise war viel gemächlicher, als wir es gewohnt sind. Davon abgesehen, sind - wie von euch erwähnt - auch die damaligen Lebensumstände heute nicht mehr ohne weiteres nachzuvollziehen.
Die Theatralik, die etwa Peter Lorre bei seiner Verteidigungsrede an den Tag legt, würde heute in keinem Kino- und Fernsehfilm mehr passen.
Darauf muss man sich als Zuschauer einlassen. Eure Empfehlung, sich stattdessen das Original anzuschauen, wird nicht bei jedem auf offene Ohren treffen.
Natürlich reicht die künstlerische Qualität der Serie bei weitem nicht an das Originalwerk von Fritz Lang heran, der ja in Wien geboren und aufgewachsen ist. Ich denke aber, die Macher waren sich dessen von vornherein bewusst. Sie haben aus dem Material etwas Neues geschaffen. Dieser Versuch ist mal gelungen und mal misslungen.
Doch trotz aller Schwächen traut sich die Serie immerhin, die weiterhin aktuelle Thematik vom Staub der alten Verfilmung zu befreien und für die heutige Zeit aufzubereiten, indem sie sich an der Originalhandlung „entlang hangelt“. Und über diesen Umweg kommt vielleicht sogar der eine oder andere auf den Geschmack, sich das Original anzuschauen.
Mich haben die bisherigen Folgen durchaus gefesselt.
Ich bin gespannt auf das Serienfinale, das ab 23: 30 heute ausgestrahlt wird.