Folge 145: Autismus in Filmen

Ja, da wirst du recht haben, und ein Stück weit kann ich es vielleicht auch nachempfinden. Die Welt ist für mich fremdartig, grausam und statisch, eine Mischung aus Schlachthaus und absurdem Theater; das Leben eine Suchtdroge: Wer sie nicht kennt, braucht sie nicht, und wer sie einmal probiert hat, kann nicht mehr davon lassen, bis sie ihm jede Freude, die sie ihm beschert hat, tausendfach heimzahlt und ihn vernichtet. Im Grunde ist es Mord, nicht zu verhüten.

Die öffentliche Meinung sieht in darin eine psychische Störung. Für mich hingegen ist es höchstens ein Überschuss an Realismus - und das gesellschaftliche Ideal ein Maß an Selbstbetrug, zu dem ich schlicht nicht fähig bin. Ehe ich mit Medikamenten meine Wahrnehmung verfälsche, um den Erwartungen der Mehrheit genügen zu können, nehme ich lieber die Nachteile in Kauf.

Als ein Mensch, der den seligmachenden Aluhut ablehnt, bin ich absichtlich schwächer, als ich sein müsste, da mir die klare Sicht wichtiger ist.

Vor diesem Hintergrund kann ich gut verstehen, dass psychisch beeinträchtigte Menschen für das Anerkennung wollen, was sie sind. Nur kann ich nicht stolz darauf sein, dass ich im Alltag schlechter zurechtkomme als der Durchschnitt.

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