Berlin sucht Lehrer in Österreich und den Niederlanden

Berlin sucht Lehrer in Österreich und den Niederlanden

Österreich - das kann ich noch verstehen.

Warum aber in den Niederlanden?

Zunächst hatte die Stadt überlegt, in der Schweiz Lehrkräfte anzuwerben, doch diese Idee sei wieder verworfen worden, weil die Lehrer dort viel mehr verdienten.

Mehr dazu: http://www.spiegel.de/schulspiegel/berlin-sucht-in-den-niederlanden-und-oesterreich-lehrer-a-1077785.html

Nun Berlin hat seit Jahren den Lehrern keinen Beamtenstatus angeboten, und dann sind viele nach Brandenburg gegangen wo man den Bekommt. Ich gehe nicht davon aus das die Meisten von denen wirklich in Brandenburg arbeiten möchten und gehe deshalb auch davon aus das man mit der Verbeamtung (oder der Abschaffung der Beamteten Lehrer in Brandenburg, darauf hat Berlin aber keinen Einfluss) das Problem Lösen würde.

Wenn in Deutschland unfähige Politiker nun auf solch dumme Ideen kommen, sollte man vielleicht im Ausland nach Politikern suchen, die dann in Deutschland als gast-arbeitende Politiker einen besseren Job machen würden.

Berlin ist nicht Deutschland.

Warum aber in den Niederlanden?

Weil ein Niederländer der eine Ausbildung hat mit der man Lehrer sein darf beinahe garantiert Deutsch spricht.

Die Sprachkenntnis in den Niederlanden ist enorm, drei Sprachen die in Wort und Schrift beherrscht werden ist eher der Normalfall als die Ausnahme. (NL, E, D - wobei ich bei Deutsch nicht genau weiß wie hoch da die Rate ist von denen die es schriftlich beherrschen.)

Der Unterschied von Österreich zu den Niederlanden ist wirklich nicht so groß, mir fällt es sogar leichter einen deutsch sprechenden Niederländer zu verstehen als einen Österreicher. (Nun bin ich aber auch im Münsterland aufgewachsen mit einem Vater aus Schleswig-Holstein und einer Mutter aus Berlin, wodurch ich mit allem was Niederdeutsch ist eigentlich super klar komme.)

Das traurige dabei ist, in NRW werden kaum Lehrer eingestellt, womit man Job suchende ausgebildete Lehrer hat… warum man dann in Österreich und den Niederlanden sucht ist mir auch schleierhaft.
Aber das hat nichts mit der Sprache zu tun, da muss man sich bei Niederländern echte keine Sorgen machen.
(Als ich in der Schule Niederländisch gelernt habe bin ich ab und an mal rüber für ein wenig “Sprachpraxis”, das scheitere an der Realität, es war mir einfach nicht möglich die Niederländer davon zu überzeugen nicht deutsch mit mir zu reden.)

Allerdings noch eine kleine Ergänzung: In der Praxis spricht man meist Englisch. Einfach weil die Niederländer sich nicht sicher sind ob es nun “der hund” oder “dem Hund” heißen müsste und die Deutschen meist einfach die Aussprache fürs Niederländische nicht gut hinkriegen.

[QUOTE=Skafdir;440879]“Sprachpraxis”[/QUOTE]

Ist das das neue Wort für Gras?

Das war mehr ein ähm Nebenprodukt. ^^

Nein ich war tatsächlich einige male einfach da um Niederländisch reden zu können. So unwahrscheinlich das klingt. :ugly
Ich war damals so 14/15, das war dann doch noch etwas früh. (Die “…” sollten eher ausdrücken, dass mal einen nachmittag hinfahren nicht wirklich als effektive Sprachpraxis gelten kann. Aber erklär das einem 14/15 Jährigen. ^^)

(PS: Genutzt hat es wenig… also ich verstehe Niederländisch annähernd vollständig, ich kann niederländische Bücher lesen, aber selbst sprechen… Das habe ich seit über zehn Jahren nicht mehr gemacht…)

Sachsen (dort wird auch nicht mehr verbeamtet) möchte aufgrund des Lehrermangels Lehrkräfte aus anderen Bundesländern anwerben. Man gäbe zwar den Beamtenstatus auf, dafür bekäme man aber Russisch Brot.
Der Slogan lautat: “Lehrer werden in Sachsen. Aus Überzeugung.” - Aus finanziellen Aspekten ja sicher nicht. :ugly

PS: Ich habe gerade mein Ref in Sachsen begonnen.

[QUOTE=das_blatt;440885]Aus Überzeugung. - Aus finanziellen Aspekten ja sicher nicht.[/QUOTE]

Das beißt sich natürlich mit den Vorstellungen der meisten Lehramtsstudenten.

Bei Schülerzahl verkalkuliert

Mal wieder verkalkuliert - nix Neues in Berlin.

Der Flughafen BER lässt grüßen …

Zu spät merkt Berlin, dass der Stadt die Lehrer ausgehen. Allein an Grundschulen fehlen Medienberichten zufolge 1000 Pädagogen. Um die steigenden Schülerzahlen zu bewältigen, setzt die Bundeshauptstadt verzweifelt auf neue Maßnahmen.

Und:

Das Ausmaß des Lehrerengpasses soll der Senat erst Anfang Februar erkannt haben.

Das nennt mal Weitsicht …

http://www.n-tv.de/politik/Berlin-buhlt-um-Lehrer-im-Ausland-article17020426.html

Ich finde es gut, dass Berlin sich Lehrer aus dem Ausland holt. Wenn man so einen Höcke verhindern kann, nur zu!

[QUOTE=das_blatt;440885]dafür bekäme man aber Russisch Brot. [/QUOTE]

Mit Geld kann man sich viel Russisch Brot kaufen.

Ich kann mir gut vorstellen warum man Lehrer aus dem Ausland holt:weil die nich wissen wies in Berlin so aussieht. Man erinnere sich nur an den Schul-Adventskalender, der jedes Jahr die 24 am schlimmsten verrottenden berliner Schulen zeigt. Ich bin mir sicher das und die große Belastung durch Überstunden hat sich unter den Lehrern in Deutschland schon halbwegs rumgesprochen

und die große Belastung durch Überstunden

Was soll man auch machen, wenns zuwenig Lehrer gibt? Die wachsen ja nicht auf Bäumen

Das Problem sind nicht zu wenige Lehrer. Das Problem sind über 16 verschiedene Bildungssysteme in Deutschland.

Die ausgebildeten Lehrer gibt es, ob wirklich ausreichend für den Bedarf kann ich nicht beurteilen, aber es gibt viele ausgebildete Lehrer die keinen Job finden.
Gut man muss nun auch noch die Lehrer selbst zum Umziehen überreden.

Man sollte aber vielleicht das hier mal häufiger betonen, es könnte auch einen guten Grund geben warum gewisse Stellen keine Bewerber finden.

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien steigt die Zahl arbeitsloser Lehrer in Deutschland sprunghaft an. Das hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken bestätigt.

Die Bundeshauptstadt ist nicht mehr zu retten.

Ein guter Rat an die Berliner Politiker: Sucht nun doch euren Flughafen in den Niederlanden!

Nicht zu fassen, jetzt will Sachsen Lehrer aus anderen Bundesländern.
Als ich noch studierte (vor 5 Jahren) musste man das Referandariat 2 Jahre lang in Sachsen machen wenn man später auch in Sachsen arbeiten wollte. Wäre ich in ein anderes Bundesland gegangen, hätte ich nur 1 Jahr machen müssen, aber das hätte man in Sachsen nicht anerkannt.
In Sachsen kamen kommilitonen mit einem Abschluss von 1,3 (!!!) auf die Warteliste in Sachsen…und jetzt suchen sie - unfassbar, das hat man damals schon kalkulieren können!

Cold, sie suchen fertige (!) Lehrkräfte. Die Einstellungspolitik für Referendare sieht ähnlich bescheiden aus, wie von dir beschrieben. Ich bin im 12-monatigen Vorbereitungsdienst; außerdem gibt es noch welche, die 24 Monate ableisten müssen und kommenden Februar müssen 18 Monate aufgewendet werden. Es ist ein einziger Wahnsinn! Immerhin wird man (noch?) nicht während der Sommerferien arbeitslos.

Ohne Verbeamtung sehe ich es gar nicht ein, mein Lehramtsstudium fertig zu machen. Was sollen den Lehrer sein? Glaubt hier wirklich jemand, den Job macht man aus reiner Überzeugung?

Die meisten wissen gar nicht, was da alles dran hängt. Ich sag mal: Acht Stunden als Schlosser zu arbeiten ist wesentlich angenehmer.

Es muss diese Sicherheiten geben und den finanziellen Ausgleich. Sonst macht niemand einen Job, in dem man permanent mit einem Fuß beim Therapeut und mit dem anderen im Knast steht.

Idealismus spielt sicher eine Rolle. Aber spätestens wenn man das erste Mal von einer Klasse pubertierender Kackbratzen zerlegt wurde, man kapiert hat, dass die meisten Kollegen Arschlöcher sind und die Schulleitung einem im Stich lässt, dann hört der Idealismus ganz schnell auf.