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Achtung Spoiler 3: Black Panther

Hier kann darüber diskutiert werden!

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Bevor es mir hier um die Ohren gehauen wird:
Ich hab da natürlich die beiden mächtigen “Metalle” im Marvel-Universum verwechselt.
In “Black Panther” geht es um Vibranium und nicht um das Adamantium, das z.B. in den Klauen von “Wolverine” steckt. Zur weiteren Fortbildung gibt es sonst noch das hier:

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Habe den Film zwar noch nicht gesehen, aber so schlimm gespoilert fühle ich mich nicht im Moment :smiley:.

Sehr interessant jedenfalls, was man alles in einen Marvel-Film hineininterpretieren kann - mir machen diese Filme zwar Spaß, aber inhaltlich ernst genommen hätte ich die Filme noch nie bisher :slight_smile:

Nachdem ich euch jetzt gesehen habe zu zweit: Vielleicht lässt sich ja mal ein „Dreier“ organisieren mit euch beiden und Nils - das wäre mein Film/Serien-Dream-Team in jeder Sendung :slight_smile:

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Olaf spricht mir direkt aus der Seele, was diesen Film angeht. Wie kann es sein, dass die Kritiker sich überhaupt nicht daran stoßen, dass Wakanda regiert wird wie ein jungsteinzeitliches Stammesland, in dem der Stärkste alle regieren darf und ansonsten alles nach Erbfolge geht? Was bedeutet denn technologische Fortschrittlichkeit, wenn die Art und Weise, in der sich Menschen zueinander in Beziehung setzen, immer gleich bleibt? Können technischer Fortschritt und Wohlstand unter solchen Bedingungen überhaupt gedeihen, wo wichtige Posten mit Familienmitgliedern besetzt werden? Wo kein Austausch mit Außerhalb stattfindet?
Was ist das überhaupt für ein Argument: “Das, was aus Afrika geworden wäre, hätte der weiße Mann nicht alle Rohstoffe ausgebeutet”? Afrika ist heute immer noch ein rohstoffreiches Land. Nur fließen die Erlöse für die Verkäufe in die Taschen reicher Eliten. Was hätte die Abwesenheit der Kolonisatoren daran geändert? Und ist der Abbau des Vibraniums nicht auch in den Händen der Königsfamilie? Es ist doch komisch, wie der Film uns irgendwie immer erzählen will, Wakanda sei ein ach so reiches Land, aber wo sehen wir die reiche Bevölkerung? Ich muss immer daran denken, wie verhärmt beispielsweise Häuptling Tellerlippe aussieht ( und wie unsagbar klischeehaft sowieso die ganzen Stammesführer dargestellt werden ).
Das Argument von Volker, es sei “nicht unrealistisch”, einen afrikanischen Staat so darzustellen, zieht nicht so wirklich. Natürlich gibt es real keine lupenreine Demokratie in Afrika. Aber wenn der Film einem afrikanischen Staat zugesteht, technisch superfortschrittlich zu sein aufgrund eines außerirdischen Metalls, das nur auf seinem Boden vorkommt ( wie realistisch ist das denn? ), wieso macht er das Gleiche nicht auch auf gesellschaftlicher Ebene? Denken wir an die Schwester des Königs: Die ist eine Wissenschaftlerin mit allen Verhaltensmustern einer westlichen Großstadttussi. Wieso dürfen die anderen Wakander nicht modern sein?

Die Sache mit dem Isolationismus ist auch nicht ohne.
Ganz am Ende mag der Film diese Ideologie relativieren, aber der Zuschauer erhält die ganze Zeit vorher den Eindruck, dass Wakanda nur deshalb so floriert, weil es seinen Reichtum vor der Welt verborgen hat.
Eine Öffnung hätte entweder bedeutet, dass die ganzen armen Schlucker aus dem Rest Afrikas das Land überschwemmen “und ihre Probleme mitbringen”( O-Ton des Films ), oder dass die Kolonisatoren es erobert hätten.
Dass Wakanda sich gesellschaftlich gar nicht so sehr von anderen afrikanischen Staaten unterscheidet, fällt dabei natürlich unter den Tisch.

Es ist nicht so, dass ich “Black Panther” für einen schlechten Film halten würde. Er entfaltet visuelle Pracht für das verwöhnte Zuschauerauge, liefert schön durchchoreographierte Kampfszenen, wie es sich für Superheldenfilme gehört, und seine Handlung fesselt nicht zuletzt, weil er hochaktuelle ideologische Konflikte für sich zu nutzen weiß. Es wäre schön, wenn Marvel dieses Niveau halten könnte. Dann wären Marvel-Filme nicht mehr eine Plage ( wie der von uns allen geschätzte Wolfgang M. Schmitt einmal in einem seiner Videos titelte ).
Aber wenn wir als kritische Zuschauer über den reinen Unterhaltungswert hinausblicken, dann dürfen wir nicht über die Abgründe hinwegsehen, die der Film auftut.

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Ich muss sagen, ich kann den Hype überhaupt nicht verstehen. Ich bin echt baff über diese Zahlen. Ich habe mich ehrlich gesagt ein bisschen durch den Film gequält. Das war ein durchschnittlicher Superheldenfilm, der einzig durch das Setting und die Farbenpracht auffällt und etwas her macht. Das ist auch das einzige was mir im Nachhinein wirklich in Erinnerung geblieben ist.

Ansonsten hat mich die Handlung wenig interessiert. Er war nicht witzig, die Handlung war Interessant wie ne Denver Clan Folge und teilweise waren sogar die Animationen eigenartig computerspielmässig (wenn sie durch die Luft hüpfen und kämpfen etc.) Da hat mich ein Dr. Strange aber tausendmal mehr fasziniert.

Hinzukommt und jetzt wird es interessant bzgl. Eurer These, das mir die alle einfach total unsympathisch waren. Das hatte auch was von diesen amerikanischen, patriotischen Militärfilmen, nur das anstelle von Camouflage bunte Farben zu sehen waren.

Dieses totale Hirarchie Konstruckt, auch noch monarchisch angelegt, wirklich alles in einer Hand, empfand ich gleich als faschistoid. Auch wenn der Herrscher ein guter ist, ist das ja nur eine Frage der Zeit, bis das kippt, was es ja auch tut. Komisch eigentlich, waren seit vielen Generationen immer nur “Gute” an der Macht?

Und was sie mir eben alle einfach total unsympathisch gemacht hat, war die Tatsache das sie seit ewigen Zeiten schön abgeschottet den faulen Lenz da machen und ihre Brüder in aller Welt kucken können wo sie bleiben, ja sogar unterdrückt werden. Wie der bauernschlaue Bruder der die Schachtel Kekse heimlich unter der Bettdecke ist. Was ist denn das für ne Art?!

Wäre der visuell wirklich gut gemachte und interessant umgesetzte futuristische Afrikanische Style nicht gewesen, ich hätte nach der Hälfte wohl abgeschalten. Auch bei Wonderwomen ging es mir so. Da störte mich aber auch schon der amazonenstyle und überhaupt nehmen die sich beide unerträglich ernst.

Da ist mir ein Deadpool wegen dem Humor oder ein Dr. Strange wegen der visuellen Rafinesse und der interessanten Geschichte echt lieber.
Oder die X-Men… Für mich war Black Panther purer Durchschnitt.

Wirklich unglaublich, ich verstehe die Welt immer weniger…
Aber mit Trump geht es mir ja genauso…

Sehr schöne Diskussion, danke Volker und Olaf.

Mir hatte der Film sogar gerade am Ende Bauchschmerzen bereitet, weil ich die Art unmöglich finde, wie überheblich Wakanda sich da vor den anderen darstellt. Auch sieht es so aus, als ob weitere Entscheidungen nur bei Wakanda lägen und sie selbst entscheiden, inwieweit, sie andere Länder beeinflussen. Genau das halte ich für falsch. Man kann gerne miteinander reden, aber jedes Land soll bitte immernoch für sich selbst entscheiden. Auch dass Monarchie und Faschismus in einen Topf geworfen werden, finde ich nicht so angenehm. Für mich sind das zwei verschiedene Dinge, die zusammen auch mir Angst machen, dennoch mag ich allgemein nicht, dass irgendwer glaubt, er hätte mit seinem System im Land den Stein der Weisen und müsse das anderen aufzwängen. Ganz so wird es im Film nicht erzählt, aber irgendwie fühlt es sich so an.

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Jetzt wo die diskutierten Argumente so augenscheinlich vorliegen, machen mir die unglaublichen Zuschauerzahlen und Einspielergebnisse fast ein wenig Sorgen wenn man so drüber nachdenkt. Past wirklich in die Zeit von Trump und seinem First-Scheiss…

Ein sehr interessante Dislussion, für mich nicht neu. Es freut mich sehr diese Diskussion auch hier zu sehen.

Ein sehr ausführliche Analyse der Politik in Wakande, und auch der Politisierung des Films findet sich hier (Spoilert den ganzen Plot):

Wenn Olaf sagt, dass Wakanda nicht rassistisch ist, da es ja verschiedene Etnien hat, muss ich einwänden, dass es sich da nur um 5 Stämme handelt. Da war Hitler-Deutschland aber Multi-ethnischer.

Volker erwähnt am Ende die Öffnung Wakandes. Dies geschieht, (so hab ich es zumindest verstanden), nicht dadurch, dass nun andere Menschen eingelassen werden, sondern (nur) in Form von “Entwicklungshilfe”. Die Mauer um Wakande bleibt bestehen.

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Also ich bin voll bei Volker. Alle Argumente die Olaf gebracht hat stimmen, aber sie werden im Film thematisiert und nicht einseitig dargestellt. Es findet eine Wandlung statt, hin zur Öffnung.

Dass Wakanda reich ist, und davon offensichtlich nicht nur das Königshaus profitiert, sieht man zumindest an der Skyline der Stadt.

Mir hat der Film sehr gut gefallen, obwohl ich sonst kein Marvel-Fan bin. Außer Guardians of the Galaxy hat mich bislang kein Marvel-Film überzeugen können, dieser schon :slight_smile:

Eine Frage an die Experten: hat dieses Lila Kraut etwas mit dem Vibranium zu tun? Und was passiert am Ende des Films damit, das letzte bisschen wurde ja verwendet um dem Black Panther wieder seine Stärke zu geben, heißt das die Pflanze existiert danach nicht mehr? Damit wäre ja auch die Dynastie in Wakanda sozusagen beendet. Der nächste König oder Präsident müsste dann auf die Superkräfte verzichten.

ich bin eher aus allen Wolken gefallen und dachte mir wtf, man kann auch echt jeden Scheiß in einen einfachen Fantasy-Actionfilm hineininterpretieren^^ Das Ende war allerdings sehr deutlich Richtung Trump gerichtet.
Für mich war Black Panther eher so ein relativ unbedeutender Charakter, daher dachte ich eher der Film rangiert unter ferner liefen. Dass er dann in der Liste der einspielreichsten Filme ever weltweit schon auf Platz 14 liegt (von den Marvel-Filmen ist nur Iron Man 3 knapp und Avengers 1+2 höher) war für mich komplett abwegig. (Ich bewertete ihn mit 7/10).

Auch mir als alter Libertär hat dieses monarchische, undemokratische Prinzip des Staates genauso missfallen wie diese damit typischerweise verknüpften Dinge wie Tradition, Tugenden und dieser ganze Schammass. Ich kann mit sowas einfach nix anfangen und halte es für krampfhaft rückständig. Von daher war der ganze Grundtenor des Films anscheinend eher nix für mich bzw, ich konnte mich da nirgends identifizieren.

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Danke für den Link - ich gehe mal aus, dass die Seite um inhaltlich korrekte Darstellung bemüht ist. Interessant für mich ist zum einen, dass ja nur absolute Werte hier verglichen werden (Kinokarten werden ja auch immer teurer, was den Vergleich über die Zeit hinweg schwieriger macht). Zum anderen (auf Black Panther bezogen) ist es doch auch interessant, dass unter den Top 20 Filmen kein einziger Film dabei ist, bei dem der US-Marktanteil über 50% ausmacht - außer Black Panther.

Es wirkt für mich somit, dass das Thema des abgeschotteten, ethnisch wenig diversen, fiktiven afrikanischen Landes, das von einer kleinen Oberschicht kontrolliert wird und trotz oder deswegen floriert, vergleichsweise betrachtet den Rest der Welt weniger als bei anderen Marvelfilmen interessiert. Wenn ich mir die Beschreibungen hier so anhöre, wie im Film das Ganze präsentiert wird, könnte das ein Propagandafilm mancher Staaten sein.

Ich betone, ich kenne den Film bisher noch nicht, deswegen die ernst gemeinte Frage: Könnte die Stadt (hypothetisch angenommen, ich weiß ja nicht, wie viel man vom Rest des Staates sieht) nicht nur das wirtschaftliche Zentrum sein - und außerhalb herrscht Armut?

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Ist das bei Thor nicht eigentlich auch der Fall? Demokratisch war Odin sicherlich auch nicht gewählt.

Wie schon in der Folge erwähnt wurde, ist das bei vielen Marvel-Figuren ein Thema. Und ja, bei Thor hat mich sowas auch gestört. Auch so ne klassische guter-Thronfolger-böser-Thronfolger-Geschichte. Dort gibt’s zum Glück noch andere Sachen am Film, die mir gut gefallen :smiley:

Und in den USA halt noch weiter oben, da liegt nicht mehr allzu viel drüber:

http://www.boxofficeguru.com/blockbusters.htm

Aber das ist schon unfassbar, dass ein Marvel-Superheld aus der zweiten Reihe jetzt in die Dimensionen von Avatar, Titanic & Star Wars vordringt.:open_mouth:

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