Wulff-Prozess

Heute beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Es geht um Vorteilannahme in der Höhe von 700€.

Ich sehe das so: Wenn bei dem Prozess herauskommen sollte, das die Vorwürfe vollkommen richtig sind, haben die Medien hier glänzende Arbeit geleistet. Wenn herauskommen sollte, dass der ganze aufwand übertrieben ist, und die 700€ Tatsächlich nur Freundschaftsdienste waren, dann sind einige Medien über das Ziel hinausgeschossen.

Jetzt ist er Freigesprochen worden. Es war also nur viel Lärm um nichts.
Vielen Dank an die Bild Zeitung, für diese enorme Zeit und Geldverschwendung

http://www.heute.de/freispruch-fuer-ex-bundespraesident-christian-wulff-32138954.html

Nicht nur die BILD hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Puh, da hatte Christian Wulff ja noch mal Glück! Eine derartige mediale Diarrhö, wie die, die sich die letzten zwei Jahre über seinen Kopf ergoss, hätte manch anderen glatt Karriere, Ruf und Ehe kosten können…

Es glaubt doch niemand, dass ein profaner Freispruch notorische Meckerköpfe davon abhält weiterhin über Wulff herzuziehen? Entweder wird der Freispruch nicht anerkannt („Typisch, die da oben lässt man laufen!“) oder man verweist auf seine ungeschickte Vorgehensweise mit den – wie sich zeigt – topseriösen Medien oder man wird sich an irgendwelchen Nebenschauplätzen aufhängen. Die Stammtische werden nicht verstummen.

Als Bundespräsident hat man quasi das Karriereende sowieso erreicht, seinen Ruf hat er schon verloren als er als amtierender Ministerpräsident für das Amt aufgestellt wurde und wenn seine Alte ihn verlässt weil er ihr nicht mehr erfolgreich genug ist dann kann selbst die BILD-Zeitung nichts dafür. :stuck_out_tongue:

Die Berichterstattung war damals sicherlich in Teilen deutlich überzogen und reisserisch -> nix neues. Aber sollte man deswegen jetzt keine Verdachtsberichterstattung mehr betreiben? Der Verdacht war ja immerhin groß genug für ein Verfahren, daher kann man jetzt nicht einfach die Medien verdammen.

Um die Presse mal ein wenig in Schutz zu nehmen.
Angefangen hat die ganze Sache ja mit der ominösen Finanzierung seines Hauses, was bis heute nie richtig aufgeklärt wurde.
Nur war das plötzlich ja, wie ein Wunder, alles Rechtens …

Eines ist aber auch klar:
Von seinem Amt musste er nicht schon deshalb zurücktreten, wenn er wirklich getan hätte was ihm vorgeworfen wurde.
Nein, der Rücktritt musste sein, wegen seinem peinlichen Umgang mit der Affäre.
Das war für einen Bundespräsidenten nun mal absolut unwürdig!

Ja, juristisch korrekt verhalten, aber moralisch/politisch unanständig. Genauso wie bei Edathy.

Sollte sich jetzt auch noch herausstellen, dass Wulff noch nie nie nie Fotos von nackten Zehnjährigen aus dem Internet bestellt hat, na hallo, dann müsste man ihn wohl glatt zum BuPrä ehrenhalber ernennen.

Nicht nötig, er ist immer noch Bundespräsident, nur mit dem Zusatz „a. D.“ :stuck_out_tongue:

Wulff ist weder ein Engel, noch ein schrecklicher Übeltäter. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft schien so einigen Juristen sehr unseriös zu sein und dieser Prozess war in der Form nicht nötig und das ist nicht erst seit heute klar. Auch dass Bettinchen ihn sitzen lässt und dieses unsägliche Buch schreibt, war ein harter Schlag für ihn. Insofern muss ich ganz klar sagen, dass er mir etwas leid tut, denn das hat er nicht verdient. Nichtsdestotrotz hat er sich in der Zeit vor seinem Rücktritt einfach saublöd angestellt, war unerträglich arrogant und ist zu Recht zurückgetreten.

Ich würde sagen, er ist vom hohen Ross gefallen und die Staatsanwaltschaft und das Bettinchen haben auf den nun Wehrlosen nochmal eingetreten. Ich hoffe für ihn, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommt und alles gut verarbeitet. Die Vorraussetzungen dafür wurden mit dem heutigen eindeutigen Urteil ja geschaffen.

Die Kassiererin hat einen Kundenbon für 1,5€ eingelöst, der Mitarbeiter hatte eine Boulette von einem benutzten Buffet gegessen. Diese oder ähnliche sind klare Fälle für eine fristlose Kündigung. Ganz anders ist das bei Chrissiboy, dem die ganzen Vorteile auch als normaler Arbeiter angeboten worden wären. Das passiert doch nun täglich. Während die Putzfrau, der Koch und die Friseuse nun unbehelligt in ihrer Luxusvilla ohne Medienhetze leben können, musste Christian Wulff sich unglaubliches vorwerfen lassen. Ganz klar, muss das Gericht hier sagen, dass eine Vorteilsnahme nicht erkannt werden kann. Bei den anderen Berufsgruppen ist das ein normaler Vorgang, für den Politiker aber verboten.
Jedenfalls hätte es diese linksradikale Medienmaschinerie von Springer und co fast so zurechtdrehen können. Wie gut, dass wir noch ein Rechtssystem haben, dass dieses Unrecht aufhalten konnte. Nun ist der Ruf dieses unkorrumpierbaren Spitzenpolitikers aber zerstört. Das könnte ein juristisches Nachspiel haben.
Carsten Maschmeyer erwägt eine Klage gegen unbekannt. Für ihn ist die Sache äußerst unangenehm, muss er sich doch jetzt einen neuen Jugendfreund in Spitzenposition suchen.

Naja er hat versucht einen Vertreter der Presse einzuschüchtern

das war überhaupt nicht cool und ich kann den Shitstorm total verstehen

[QUOTE=hans_wurst;345194] diese linksradikale Medienmaschinerie von Springer und co einen neuen Jugendfreund in [/QUOTE]

Hier wäre ein entsprechender Smiley wohl sinnvoll gewesen, um es als Satire zu erkennen.
So wie es jetzt da steht, könnte man annehmen, Du meinst das Ernst.

Das war mein voller Ernst :wink:

[QUOTE=Nakkinak;345198]Naja er hat versucht einen Vertreter der Presse einzuschüchtern[/QUOTE]

Seit wann ist die Bild Zeitung Presse?

Er meinte wohl die ErPresse :wink:

mal abgesehen vom Prozess, allein dass der Wulff so gut mit dem Maschmeyer konnte, zeigt für mich dass er als Bundespräsident charakterlich nicht geeignet war
[SPOILER]ich denke was für ein assoziales A. Maschmeyer ist brauch an dieser Stelle nicht näher erläutert werden[/SPOILER]

Maschmeyer ist also a[B]s[/B]ozial weil er gleichzeitig Erfolg und Veronica Ferres bezirzt hat.
Klar, dass war für Wulff so schädlich wie die Verbindung der Amigos Grob und Streibl.

Ein Weltbild haben manche, so Federleicht wie Baumwolle aus South Carolina.

Maschmeyer ist also asozial weil er gleichzeitig Erfolg und Veronica Ferres bezirzt hat.

ja genau, ich bin einfach nur neidisch auf seinen Erfolg, genauso wie bspws. auf einen gewissen Mehmet E. Göker
alles astreine Typen.

edit: vlt noch ein kleiner Link aus den Untiefen meines leichten Weltbildes https://www.youtube.com/watch?v=7zXdAjN2c14

Wenn du ein Millionenimperium aus dem nichts aufgebaut hast, hast du Feinde und Neider, wenn du Bundespräsident geworden bist gleichfals.
Maschmeyers Unternehmung hat auch eine gewisse negative Eigendynamik entwickelt, dies ist allerdings völlig normal aufgrund von Provisionsgesteuerten Erfolgsmodellen, das hat gar nicht anders kommen können, als das man nun einige Leichen im Keller endeckt hat.
In deswegen als asozial zu bezeichnen halte ich für überzogen.

Göker hat in der Liste nichts zu suchen, der läuft ausser Konkurrenz und ist auch mit Maschmeyer nicht zu vergleichen, die feinen Details dieses Unterschieds scheinst du ja nicht wirklich zu kennen.

Wulff war einfach zu naiv, Maschmeyer ist dagegen schlau.
Vorwerfbar ist eigentlich beides nicht, beide hatten zu ihrer Zeit Erfolg damit bis zu einer gewissen Sättigung.

Stimmt. Leute die besoffen an Bushaltestellen rumsitzen und Leute anpöbeln sind asozial. Für Leute die unter anderem ihr Geld damit verdient haben Menschen ihre Altervorsorge zu torpedieren sollte es ganz andere Wörter geben :wink: