Wikipedia: Was ist eigentlich "relevant"?

Eine Frage die ich mir derzeit sehr stark stelle. Was fällt dort unter “Relevanz”. Konkret geht es darum, dass ich gestern einen kleinen Artikel zum Dark Feather Magazin eingestellt hatte. Eine Stunde später wurde schon die Löschung beantragt, da das Dark Feather angeblich nicht relevant sei. :smt021

Nicht nur, dass das Dark Feather die erste PDF-Zeitschrift aus dem Gothic/Metal-Bereich darstellt, mittlerweile hat sich das Dark Feather einen recht guten Ruf erarbeitet. Das zeigen die Downloadzahlen pro Ausgabe (3.000-4.000). Und dann natürlich der wichtigste Aspekt: das “Dark Feather” ist die einzige Zeitschrift im deutschsprachigen Raum, welches hauptsächlich über Bands ohne größeren Labelvertrag berichtet. Ich mein, zählt das garnix? Aber angeblich spielt eine inhaltliche Bewertung dort ja keine Rolle (wer’s glaubt!). Man hat also damit argumentiert, dass die Leserzahl meilenweit von irgendeiner “Relevanz” entfernt sei. Komischerweise sind dort aber Zeitschriften in der Wiki vertreten, die weniger Leser haben. Daraufhin hieß es: “Vergleiche mit bereits existierenden Artikel in der Wikipedia sind sinnlos”. :smt011 Und jetzt der Oberknüller: einer schreibt in der Löschdiskussion: “Es gäbe keine Richtlinien in Bezug auf Relevanz für Online-Magazine”. Der nächste schreibt “Die Richtlinien der Wikipedia sind klar zu verstehen.” - Ich dachte die haben keine Richtlinien für Online-Magazine? :smt021 :smt021 :smt021

Fazit: es geht dort nicht um Objektivität. Ich denke eher, denen passt das Dark Feather als solches nicht und nun wird die Löschung mit fadenscheinigen, widersprüchlichen und extrem behämmerten Argumenten versucht durchzubringen. Ich mein: was soll der mist? Zahlenvergleiche mit anderen Magazinen, die da einen Eintrag haben, werden nicht zugelassen. Eine inhaltliche Relevanz findet angeblich nicht statt. Und dann wird die Dark Feather von einem der Typen auch noch als “unwichtiges Sparten-Magazin” abgetan. Arrogant und ignorant nennt man das im besten Fall. Im schlimmsten Fall… ich mags nicht ausführen! Hey, selbst ein Magazin für Blockflötenspieler mit einer gedruckten Auflage von 3.500 hat dort ein eigenen Eintrag. Wenn die Dark Feather ein Sparten-Magazin ist, was ist dann dieses Blockflötenmagazin? :ugly

So, ich musste jetzt einfach mal meinen Frust über die Kulturnazis der Wikipedia freien lauf lassen. Gehts mir jetzt besser? Nicht wirklich! Aber vielleicht hat einer von Euch Argumentationstipps? Ich würde mich sehr freuen!

Update!!!

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31457/1.html

Ich glaube dieser Artikel ist wohl immernoch ganz treffend. Werden wohl von der dt. Wiki Abstand nehmen. Derzeit diskutierenwir, ob wir nen Beitrag in der englischen Wiki schreiben wollen. Uns wurde jetzt schon von den verschiedensten Seiten gesagt, dass die bei der englischen Wiki lange nicht so engstirnig sind. Denen geht es da wohl mehr darum soviele Artikel wie möglich zu haben als die wissenschaftliche Zitierfähigkeit zu erreichen.

Also in den Thread kann jetzt gerne noch über die dt. Wiki diskutiert werden, aber ich möchte drauf aufmerksam machen: wir nehmen jetzt erstmal Abstand von der Idee eines dt. Dark Feather Wiki-Eintrages!

Wikipedia? das gibts noch?

Da sind mittlerweile soviele knallköppe dabei die das ding gerne so hätten wie sie wollen, und daher alles zum löschen Vorschlagen das ihnen nicht passt…

Tja, was in der WIkipedia als relevant durchgeht ist nunmal so eine Sache. Einerseits ist eine solche Regelung ja wichtig, da ein Eintrag über das alljährlich stattfindende Schulfest der Oberstufe Hintertupfing vielleicht für einen gewissen Personenkreis sehr interessant ist, zum „Allgemeingut“ aber sehr wenig beiträgt.

Da stößt man dann sehr schnell auf das Problem dieses genau zu definieren. Mir ging es vor etlichen Jahren einmal so ähnlich wie dir. In meinem Ort findet alljährlich ein Reggae Festival statt, welches zwar bei weitem nicht mit den großen des Landes mithalten kann, aber auf dem doch weltweit bekannte Künstler auftreten. In der Reggaeszene ist es außerdem im Großteil Deutschlands bekannt und sehr geschätzt. Da ich damals noch viel Reggae gehört habe, hatte ich auch eines Tages die tolle Idee einen Wikipediaeintrag darüber zu verfassen.
Ich glaube keine 10min später war bereits ein Löschantrag gestellt: Nicht relevant!
Ergebnis: Nach tagelangen Diskussionen wurde der Artikel schließlich gelöscht.
Da sind wir dann sehr nahe bei deinem Problem: Ein solches Event/Zeitung/Person oder was auch immer ist zwar für für einen nicht gerade kleinen Personenkreis wichtiger als das besagte Schulfest, aber der großen Mehrheit erschließt es sich eben leider doch nicht.

Einerseits muss ich sagen: Ja OK, sonst ist Wikipedia bald mit Müll überhäuft, andererseits sind die Methoden doch sehr fraglich: Da sind einige, natürlich sehr engagierte, Personen am Werk, welche sich aber dann doch zu einer Art „Wächter über das Wissen“ aufspielen und sich gegenseitig in Kleinkriegen zerfetzen, was nun relevant ist und was nicht. Man hat ja schon öfter mal über solche Auseinandersetzungen innerhalb der Authorenszene gehört; anscheinend ist da jeder so sehr auf seine persönliche Meinung fixiert, dass ordentliches Diskutieren oftmals eben nicht möglich ist. Dem fallen dann teilweiße auch Artikel zum Opfer, welche andere Personengruppen eben doch als relevant einstufen würden.

Ich hab daraus für mich persönlich gelernt, dass ich Wikipedia noch benutze um erste oberflächliche Informationen zu erhalten, selber mitschreiben oder irgendwas veröffentlichen würde ich dort aber niemals. Das kostet glaube ich einfach nur zu viele Nerven :wink:

Relevanzdiskussionen über die Wikipedia führt man am besten…in der Wikipedia!
Wenn Du als Beteiligter eines Magazins einen Beitrag selbst verfasst, sagt das ja schon einiges aus, über Relevanz und Neutralität. Ich hab mir den Artikel mal angeschaut. Wo sind Referenzen? Ich sehe nur einen Link zur Homepage. Die Informationen dort - davon mal abgesehen, dass sie meist irrelevant sind - hast Du Dir wohl aus den Fingern gesogen? Und wie wäre es, wenn Du Deine Beiträge signieren würdest, bzw. Dir einen Useraccount anschaffst?
Nur mal ein kleiner Eindruck davon, was einen bei einer ernsthaft geführten Löschdiskussion erwartet. :ugly
Hier die Relevanzkriterien für Zeitschriften
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia: … tschriften
Edit: Es wäre schön für die Diskussion, wenn allgemeines Wikipedia-Bashing unterbliebe und wir hier am konkreten Fall diskutierten.

Ach, normalerweise würde ich ja auch sagen: “scheiß drauf”. Aber da wir in nächster Zeit vermehrt auch Partner für Zusammenarbeit sowie Werbepartner suchen wollen, wäre ein Wiki-Eintrag nicht das falscheste. Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die einen Wiki-Eintrag als eine Bestätigung für Seriösität ansehen (was natürlich unsinn ist). Desweiteren könnten so auch vermehrt “normale Musikfans” aufs Magazin aufmerksam werden. Daher ist es mir schon wichtig, dass der artikel in welcher Form auch immer erhalten bleibt.

@Twipsy: ja klar, ich lade dort interne Downloadstatistiken für die komplette Öffentlichkeit hoch. Andere Artikel zu Zeitschriften haben auch keine Quellenangaben, einfach auch weil da vieles intern ist. Und wie kommst Du drauf, dass ich mir die Infos aus den Fingern gezogen habe? :smt009 Und ich denke einfach mal: es ist egal von wem der Eintrag gekommen wäre. Es hätte definitiv einen Löschantrag gegeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia: … tschriften

Ja, es gibt keine gesonderten Relevanzkriterien für Online-Magazine, aber die für normale Zeitungen und Zeitschriften sollten hier wohl reichen.

Die englische Wikipedia hat da einen lockeren Umgang mit Relevanzkriterien. Aber ich mag die deutschen Regeln, so kann man nämlich noch nach Kategorien auch suchen und man wird nicht völlig überfrachtet mit irgendwelchen absoluten Kleinkram. Desweiteren verkommt so Wikipedia nicht vollends zu einer Werbeplattform für Hobbyprojekte.
Und ja, man kann darüber jahrelang streiten und exakt das tut die deutsche Wikipedia seit Jahren.

Daraus eine persönliche Sache zu machen, ist schon lächerlich. Unzählige Artikel werden jeden Tag gelöscht. Es geht hier um Regeln. Wenn sie dich stören, dann beteilige dich in der Wikipedia, organisiere und vernetze dich und schaffe sie mit einem Antrag ab. Wikipedia ist halbwegs demokratisch, wenn auch von Fraktionen und Gruppen durchzogen, die sich gerne bekämpfen.

Edit:

Und genau das soll Wikipedia nicht sein: Eine Werbeplattform, damit das eigene Magazin besser darsteht. Besonders nicht von einem auch noch selbst geschrieben…

Es wäre vielleicht besser wenn du den Artikel mit einem angemeldeten Benutzer erstellt hättest, anstatt anonym. Da sind die Wiki-Leute wohl immer sehr misstrauisch.

Ob die Dark Feather jetzt wirklich relevant genug ist um einen Eintrag zu bekommen mag ich nicht beurteilen, aber ich finde 3.500 gedruckte Exemplare als Auflage wesentlich imposanter als 3000-4000 Downloads.

Aber da wir in nächster Zeit vermehrt auch Partner für Zusammenarbeit sowie Werbepartner suchen wollen, wäre ein Wiki-Eintrag nicht das falscheste.

So, und da haben wir den besten Grund, wieso dieser Eintrag bald verschwinden wird: Wikipedia ist keine Werbeplattform!

Dann dürften aber doch auch alle anderen Einträge für Musikzeitschriften oder allgemein Dinge, die halbwegs kommerziell sind, nicht in der Wiki stehen.

@ezzendy: es geht ja nicht um Imposanz, sondern Relevanz. Gerade auch was die inhaltliche Relevanz betrifft.

Ihr habt Recht: Regeln sollten befolgt werden. Aber dann sollten die Regeln auch für alle gelten.

Die deutsche Wikipedia ist was die Relevanzkriterien angeht sowieso ne Katastrophe, etwas muss in Statistiken kommerzieller Anbieter auftauchen oder Mitglied in nem Verband kommerzieller Anbieter sein um als Relevant zu gelten.

Man muss das ganze nur überfliegen und findet massig Stellen wie „Mitglied in …“, „Erwähnung in relevanten Medien“. Die deutsche Wikipedia wird letztlich von diversen Verbänden und kommerziellen Anbietern kontrolliert, und das noch nichtmal unbedingt selbst zu verantworten haben, einfach weil die Kriterien so bescheuert sind.

Hatten wir ja schon alles beim FKTV-Artikel, Alexa-Ränge werden als relevant angesehen obwohl sie laut Wikipedia selbst nicht repräsentativ sind:

Systembedingt ist der Rank bereits an dieser Stelle nicht mehr repräsentativ und fehlerbehaftet. Weiter nachteilig auf die Aussagekraft des Alexa Rank wirkt sich der Umstand aus, dass nur die Informationen in die Bewertung der Websites einfließen, die durch die automatisierte Beobachtung der Nutzer der Symbolleiste gesammelt werden. Es handelt sich also um eine nicht repräsentative Stichprobe. Aufgrund der mangelhaften Stichprobe überschätzt Alexa die reale Reichweite bestimmter Webseiten um den Faktor 50; dies weist der Google-Forscher Norvig mit einer – allerdings ebenfalls stichprobenhaften – Analyse nach[6].

PS: Seht euch mal die englischen Kriterien an, viel kürzer und keine Dominanz kommerzieller Anbieter.

Nur mal ein paar Ratschläge, womit Du bei Wikipedia auf gar keinen Fall weiter kommst:

  1. Argumentation nach der Gleichbehandlung im Unrecht - á la der Windkanal ist doch auch drin - bringen in der Wikipedia nichts.

  2. Du sprichst von jenen, als sei Wikipedia eine verschwörerische Gemeinschaft, die es nur auf Dich abgesehen hätte. Wikipedia besteht aber aus vielen sehr unterschiedlichen Usern.

  3. Wikipedia insgesamt als Kulturnazis zu beschimpfen, fährt eine Diskussion in aller Regel entgültig fest.

  4. Wenn Du schon durchblicken lässt, dass es Dir eigentlich um PR für die Gewinnung von Werbekunden geht, wirst Du Deine Fürsprecherbasis in der Wikipedia nochmal drastisch reduzieren. Weil die meisten User dort PR für das Kryptonit der Wikipedia erachten.

Ich muss ganz ehrlich sagen: Mich würde so ein Wikipedia-Eintrag für das „Dark Feather“-Magazin absolut nicht interessieren. Und das, obwohl ich eigentlich gerne Musik aus dem Gothic-/Metal-Bereich höre. Aber gut, da das den Thread-Ersteller als Information sicher nicht ausreicht, nennen wir mal die Fakten:
[ul][li]Es handelt sich um ein Web-Magazin.[/li]Sicher, als Begründer oder Mitwirkender ist man stolz auf sein Projekt und die Download-Zahlen scheinen grandios, aber alles in allem ist das Magazin - ganz materiell gesehen - kaum bis gar nicht vorhanden: Es werden einfach nur PDFs vertrieben, man kann die Zeitung nicht irgendwo zufällig im Laden liegen sehen und in der viel behaupteten „Szene“ kennt’s in meiner Region (Ostdeutschland) auch keine mir bekannte Sau.[/]
[li]Das Magazin ist nicht wirklich auflagenstark.[/li]3000-4000 Downloads sind - im Vergleich zu einer Printauflage von 3.500 Exemplaren - nichts. Und falls du den Grund nicht sofort siehst: Eine PDF-Ausgabe kostet Zeit, eine Print-Ausgabe Zeit und Geld. Für mich ist es daher offensichtlich, warum das Blockflöten-Magazin „Windkanal“ eher einen Wikipedia-Eintrag verdient, da hier auch ein gewisses finanzielles Risiko dahinter steckt. Zudem wird das Magazin von einem Unternehmen aus der Szene - einem Blockflötenhersteller - herausgegeben, von dem Instrumentenliebhaber sicherlich zumindest schon einmal gehört haben werden und das auf eine lange Firmengeschichte zurückblicken kann. Im Vergleich dazu kann das „Dark Feather“-Magazin „nur“ mit einem halbwegs bekannten Band-Namen aufwarten, mit dem netten Hinweis, dass sich einer der Band (nicht alle!) mal eine Zeit lang hingesetzt hat, um für sich und seine Hobbys ein paar Artikel zu schreiben. Kostenrisiko? Minimal, da ich denke, dass die Redaktion auch nicht hauptberuflich für das Magazin schreibt. Mir graut’s im Übrigen, dass jemand „Myheimat.de“ als Referenz angibt, wo jeder mal so tun kann, als hätte er Ahnung vom journalistischen Schreiben und über Tante Gertruds neue Geranien berichtet …[/
]
[li]Das Magazin hat keine Alleinstellung vorzuweisen.[/li]Damit kommen wir auch schon zu deinem Lotek64-Vergleich: Mir ist kein Magazin auf Anhieb bekannt, das sich ausschließlich um alte Konsolen wie den C64 dreht, während ich das „Dark Feather“-Magazin sofort mit Sonic Seducer, Metal Hammer und Konsorten vergleichen kann. Das erste Web-Magazin überhaupt ist es auch nicht.

Die Berichterstattung besteht in der Regel aus persönlich gehaltenen Interviews. Gelegentlich gibt es Rezensionen zu den aktuellen Alben der jeweiligen Band, welche aber seltener vorkommen. Abgerundet werden die Ausgaben durch musikfremde Themen wie Literatur, Szene-Portraits, Webfundstücke oder Meinungskolumnen

Zu den jeweiligen Ausgaben gibt es auch Sampler, die als CD und im MP3-Format vertrieben werden.
All das kann ich in den „großen“ Magazinen auch haben, und dass eure Musiker noch bei keinem Label unter Vertrag stehen, fällt für mich als potenziellen Leser nicht ins Gewicht, da ich selbst alle „großen“ Bands nicht kennen kann (und will) und diese sich somit auch von den „kleinen“ Bands in diesem Punkt nicht unterscheiden. Der einzige mögliche Unterschied ist die Musikqualität - aber da mutmaße ich nun lieber nicht, da es sowohl wohlbekannte als auch unbekannte Bands gibt, die grottig, grausig oder richtig gut klingen … [/*][/ul]

Im Endeffekt bleiben noch die großen „DON’Ts“ übrig, die - wie schon mehrfach angemerkt - eine Löschung des Artikels begünstigen:
[ul][li] Es fehlen verlässliche Quellen.[/li]Wenn ihr keine internen Statistiken veröffentlichen wollt, dann veröffentlicht auch nicht deren Ergebnis. Ohne die zugehörige Quelle ist es völlig irrelevant, ob die Auflage, nein, Download-Zahl bei 4, 40, 400, 4.000 oder 4.444.444.444.444,6 liegt, da man es ja eh nicht nachprüfen kann. Warum ihr im Übrigen so eine Geheimniskrämerei bei der Statistik betreibt, ist mir im Übrigen völlig unbegreiflich - ich veröffentliche bei meinem Projekt auch in unregelmäßigen Abständen meine Statistiken, einfach, um meinen Lesern zu zeigen, wie es sich entwickelt.[/]
[li]Der Artikel wurde von einem Projektbeteiligten geschrieben.[/li]Hiermit gehört der Artikel eigentlich sofort gelöscht: Der Verfasser kann gar nicht neutral über das Magazin berichten, weil er selbst zu den Machern gehört. Als Mitwirkender findet man das Magazin immer erwähnenswert, keine Frage, und wenn man’s vielleicht noch gegründet hat, dann erst recht. Das Problem ist, dass man aber automatisch den Wert des eigenen Projekts überschätzt und somit sich auf interne Quellen und ach so tolle Zahlen beruft, die - siehe Punkt 1 - nicht belegbar sind und im Allgemeinen alles zum absoluten Novum uminterpretiert.
Mal von Macher zu Macher: Klar, ich würde mich auch freuen, wenn mein Projekt einen Wikipedia-Eintrag bekäme. Aber zugleich würde ich mich fragen: „Warum zum Henker hat da wer was geschrieben?!“ So sehr mir mein Projekt am Herzen liegt, so sehr weiß ich, dass es 99% der Leute am Arsch vorbei geht, dass ich auf eigene Kosten und mit hohem Zeit- und Geldaufwand japanbezogene Vereine, Veranstaltungen und Gruppierungen unterstütze, über sie berichte und das kulturelle Engagement zu stärken versuche. Das Projekt ist weit davon entfernt, in das zweistellige Alter vorzurücken, und meine „Redaktion“ besteht aktuell aus mir, mir, mir, mir und - ach ja - mir. Auch wenn ich schon einen Interessenten für die Mitarbeit und viele ideelle Unterstützer habe, und obwohl ich sehr gute Leserzahlen in Relation zum Alter des Projekts besitze, wäre es mir sehr schleierhaft, warum ein Wikipedia-Eintrag dazu geschrieben werden sollte.[/
]
[li]Der Artikel soll Werbezwecken dienen.[/li]Das ist noch so ein Totschlag-Argument für die Löschung des Beitrags: Er soll das Magazin positiver herausheben, als es vielleicht ist, denn Werbung - und das ist auch so ein Punkt - dient dazu, etwas bekannt(er) zu machen, weil es das von allein nicht schafft. Nehmen wir jetzt mal an, der Artikel bliebe bestehen, so für sechs Monate. In der Zwischenzeit recherchiert ein Unbeteiligter zu eurem Magazin weiter, weil er den Artikel erweitern möchte. Prompt findet er etwas Ungeheuerliches heraus, z.B. dass die Redaktion nicht bezahlt würde, sondern für ihre Arbeit sogar noch den Herausgeber bezahlen müsse. Oder dass Dark Feather ein Projektder BLÖD sei, um die schwarze Szene zu unterwandern. Oder Redakteur XY den Mond gestohlen habe. ( :smt005 ) Egal was es ist, der Schreiberling hat Beweise dafür in der Hand und veröffentlicht im Artikel einen Unterpunkt namens „Kritik“ - würde es dann nicht in einen sogenannten „Edit-War“ gipfeln, weil die Herausgeber des PDF-Magazins ja eigentlich Werbung mit dem Artikel betreiben wollen? Es wirbt sich ja leider doch sehr schlecht, wenn da der größte Diebstahl aller Zeiten den Machern bewiesen wird. :ugly [/*][/ul]

Alles in allem, Anchantia, sehe ich die Löschanmeldung als gerechtfertigt an, da ich als unbeteiligter Leser keinen Mehrwert aus diesem recht nichtssagenden Artikel ziehen kann: Es ist nur irgendein kleines Magazin, das man irgendwo im Netz finden kann, zu Themen, die jeder andere schon hundertfach bearbeitet hat, mit einer [-]Aufl[/-] Download-Zahl, die mich nicht beeindruckt und offenbar zu emotional agierenden Produktionsmitgliedern, die jeden, der das Magazin nicht würdigen kann, direkt oder indirekt als „Kulturnazi“ beschimpft. Ganz großes Kino. :roll:

Tja, was in der WIkipedia als relevant durchgeht ist nunmal so eine Sache. Einerseits ist eine solche Regelung ja wichtig, da ein Eintrag über das alljährlich stattfindende Schulfest der Oberstufe Hintertupfing vielleicht für einen gewissen Personenkreis sehr interessant ist, zum „Allgemeingut“ aber sehr wenig beiträgt.

Da stelle ich mir aber schon länger die Frage: Warum soll es nicht trotzdem einen Artikel bekommen dürfen? Wem würde der Artikel schaden? Traffic würde nicht wirklich verursacht werden…
Mir geht das deutsche Wikipedia schon ziemlich auf den Keks, ein Tummelplatz für Beamte, beschäftigungslose GEZ-Spitzel und Senioren, die keine Falschparker zum Aufschreiben finden und daher eben den ganzen Tag nach löschbaren Artikeln suchen. Dazu stocksteife „Relevanzkriterien“, die teilweise einfach absurd sind. Mal ein Beispiel aus dem Bereich Fußball. Man nehme mal folgende 2 Spieler:
Nummer 1 spielte fast durchgehend in irgendwelchen Kreisligen, hatte als 18-jähriger aber mal das Glück beim FSV Salmrohr 5 Minuten in der 2. Bundesliga spielen zu dürfen.
Nummer 2 spielte niemals in der 1. und 2. Bundesliga, machte aber in der Regionalliga (damals ja noch dritthöchste Spielklasse) zighundert Spiele und Tore.

Wer ist für Wikipedia relevant? Genau, Spieler 1. 5 Minuten 2. Bundesliga zählen da mehr als 27000 Minuten eine Liga tiefer…

Vor einem Jahr gabs da auch noch eine Liste mit aktuellen deutschen Fußballspielern in Auslandsligen, die ich sehr häufig (mit anderen) aktualisiert habe. Diese Liste wurde dann gelöscht mit der Begründung, dass beim deutschen Wikipedia keine „jetzt-Zustände“ auftauchen sollen. Blöd nur, dass dies die einzige brauchbare Liste dieser Art war (jetzt bitte niemand mit transferbild.de kommen…) und viele Änderungen des Artikels deuten zumindestens darauf hin, dass ein Interesse an so einer Liste vorhanden war.

Da stelle ich mir aber schon länger die Frage: Warum soll es nicht trotzdem einen Artikel bekommen dürfen? Wem würde der Artikel schaden? Traffic würde nicht wirklich verursacht werden…

Jeder Artikel kostet Speicher und Speicher kostet Geld. Klar sind es pro Artikel nur ein paar KB, wenn überhaupt. Bei dem von Anchantia jetzt ein bisschen mehr weil ja auch noch ein Logo eingebunden ist.

Aber so was summiert sich auf und Wikipedia lebt nun mal von Spenden. Wenn da die Hälfte für irrelevanten Mist draufgeht wie Tante Emmas Eckladen oder Einträge über irgendwelche Blogs mit 2 1/2 Lesern, dann ist das einfach schade ums Geld und das gerade bei einem so wichtigen Projekt wie Wikipedia.

Für mich liegt, wie gesagt, das Hauptaugenmerk darauf, die Wikipedia nicht mit zahllosen Artikeln zu überfrachten. Ansonsten kann man direkt die Kategorien abschaffen und nur noch die Volltextsuche lassen. Ich klicke gerne auf eine Kategorie und schaue, was es noch für Artikel in diesem Bereich gibt, aber das darf nicht in einem Chaos ausarten, da alle Links in einer Kategorie erstmal gleichberechtigt sind.

Und was viele vergessen, die gegen die Wikipediarelevanz meckern: Heutzutage kann jeder sein eigenes Wiki machen oder einfach seine eigene Website. Wer meint, bestimmte Informationen gehören in das Netz, kann es eh tun. Dafür ist die Haupt-Wikipedia nicht nötig.

Und ansonsten darf sich ja jeder erstmal in der Wikipedia engagieren. Stimmrecht zu bekommen dauert nun auch keine Jahrzehnte. Aber scheinbar ist die Mehrheit der aktiven User aktuell nicht für eine größere Änderung der Relevanz. Da jetzt auf direkt Beamte-Vergleiche zu ziehen, ist einfach falsch. Aber ja, wir Deutschen mögen Regeln recht gerne. Und ich finde das hier absolut nicht dramatisch.

Nein, es geht bei den Relevanzdiskussionen nie um Speicher. Im Vergleich zu den Terrabyte Mediendaten auf Commons sind die paar Kilobyte Artikel Peanuts. Es geht rein um Maintainability.

Ein Artikel braucht immer ein paar Leute (bestenfalls >1), die das Ganze nachprüfen, korrigieren, aktualisieren und auf rechtswidrige Inhalte wie Verletzung von Persönlichkeitsrechten oder übler Nachrede prüfen. Ich fänd es schlimm, wenn es zu Jedem und Allem in der Wikipedia einen Artikel gäbe. Sonst könnte ja jeder über seinen unliebsamen Nachbarn oder Branchen-Konkurrenten einen Artikel verfassen und dort irgendwelchen Mist reinschreiben, den wegen der Fülle solcher Artikel dann niemand mehr nachprüfen kann. Es könnte ja auch ein Konkurrent des Dark Feather-Magazins einen negativen Artikel verfassen und der Betreiber von Dark Feather müsste dann täglich um irgendwelche Richtigstellungen in der Wikipedia kämpfen. Zum Teil passiert das in der englischen Wikipedia ja auch - dort gibt’s zwar viel mehr Artikel wegen der niedrigen Relevanzkriterien, dafür steht dort auch ziemlich viel unbelegter Krams oder irgendwelche PR-Texte (sowohl positiv-PR wie auch negativ-PR) drin.

Maintainability = Wartungsfähigkeit

Ja, das ist natürlich auch wichtig:

Je mehr in der Wikipedia steht, desto mehr später vollkommen unaktuelles steht dort. Und falsche Informationen sind letztlich nerviger als keine Informationen und würden die Seriosität der Wikipedia noch weiter reduzieren.

Ich finde man sollte nicht alles glauben nur weil es in Wikipedia steht. Sowohl die Medien die alles gerne ungeprüft übernehmen, als auch die User mit Totschlagargument Wikipedia. Ich wäre auch bereit dafür, mir eine Faltrate für den Brockhaus zu gönnen, wenn es sowas geben würde. Das wäre mir noch sehr viel lieber als Wikipedia.

@Rekehtopa
Guckst Du hier:
http://www.brockhaus.de/brockhaus_infothek/index.php

Ich finde man sollte nicht alles glauben nur weil es in Wikipedia steht.

Deswegen ist es ja auch so wichtig Quellen anzugeben, wie du sie auch in jedem guten Artikel dort findest. Da muss man sich halt die Mühe machen und diese prüfen.