Wie dogmatisch sind unsere Wissenschaften?

Der über die Jahrtausende sich mal stagnierend mal ungehemmt weiterentwickelnde Rationalisierungsprozess in der Geisteswelt scheint ja heute weitesgehend befreit von unvernünftigen Dogmen wie der mythologischen Deutung der Welt.
Doch frei von Dogmatismen aller Art ist der akademische Betrieb natürlich nicht, teilweise zurecht, da viele Theorien gemäß Faktenlage unwiderlegbar sind, teilweise aber auch zu Unrecht, wie ich finde, nämlich über all da, wo unumstößliche Theorien (noch) fehlen.
Und genau DAS, wissenschaftliche Elfenbeintürme und dogmatische Schulen, die bestimmte Hypothesen als Basis ihrer Forschung bevorzugen - aus welchen Gründen auch immer - und alle anderen Hypothesen stiefmütterlich behandeln oder sogar konsequent ignorieren, sollte es doch eigentlich nicht mehr geben.
Sollte vielleicht der nächste angebrachte Schritt im Entwicklungsprozess der Wissenschaft der sein, dass die Ressourcen für Forschung gerechter verteilt werden, dass auch Minderheitenmeinungen und unwillkommene, unterdrückte Ansichten und Standpunkte Möglichkeiten zur Entfaltung bekommen, vielleicht durch unabhängigere Gremien?

Und nachdenken sollte man doch auch über den Umgang mit solchen unetablierten wissenschaftlichen Hypothesen außerhalb der Hochschulen und Universitäten.
Was gehört z.B. in die Schulbücher? Sollen auch den Kindern nur die favorisierten Lehren vermittelt werden oder auch alle Alternativen?
Meiner Meinung nach ja, und zwar jede ernstzunehmende Alternative.
Z.B. was ist mit der Theorie von der expandierenden Erde:

Die Expansionstheorie der Erde (auch Expansionshypothese genannt), ist eine gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte und besonders in den 1950er und 1960er-Jahren diskutierte Theorie, welche die von Alfred Wegener postulierte Kontinentaldrift und das Auseinanderbrechen des Superkontinents Pangaea durch eine ständige Vergrößerung des Erdradius zu erklären versucht. Als wichtigste Vertreter gelten der deutsche Geowissenschafter Ott Christoph Hilgenberg (1896-1976), der ungarische Geophysiker Laszlo Egyed (1914-1970) und der australische Geologe Samuel Warren Carey (1911–2002).

Die Theorie wird im wissenschaftlich-akademischen Umfeld nicht mehr vertreten, seit die Plattentektonik die Bewegung der Kontinente erklärt. Inzwischen sind auch exakte Vermessungen der Erde möglich. Sie zeigen, dass keine Expansion stattfindet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Expansionstheorie

In wissenschaftlichen Dokumentationen im Fernsehen (z.B. über Dinosaurier oder die Entstehung der Alpen) wird für Erklärungen stets - gleichgeschalteterweise - das etablierte Modell mit der Plattentektonik, herangezogen, obwohl dieses im Kern nicht mehr oder weniger umstritten ist als die Erdexpansionsthese.

Zu dem Thema gibt’s diese interessante Dokumentation:

http://www.youtube.com/watch?v=sPAQS-ZE9U8

http://www.youtube.com/watch?v=Aue6W6WL … re=related

http://www.youtube.com/watch?v=7u-kRhjY … re=related

http://www.youtube.com/watch?v=vJssNqXL … re=related

http://www.youtube.com/watch?v=6waWhk_9 … re=related

Ich will nicht verschweigen, dass einer der Fachleute, die in der Doku zu Wort kommen, Prof. Meyl, nicht unumstritten ist und mit - unabhängig von der Expansionstheorie - fragwürdigen Thesen auf „Tour“ geht.

http://www.badische-zeitung.de/ratgeber … 11665.html

Wissenschaften beanspruchen niemals die Wahrheit für sich, sondern sie können lediglich eine Aussage darüber treffen, ob eine Theorie (noch) nicht falsch ist. Gute Theorien bieten immer Tests & Untersuchungen an, mit denen man sie in bestimmten Bereichen als ungültig entlarven kann, entsprechend ihrer Vorhersagen.

Man arbeitet solange mit der Theorie, welche am ehesten nicht falsch ist.

Ich habe jetzt wahrlich keine Zeit mich mit jedem einzelnen Beispiel zu beschäftige, aber es ist (eigentlich immer) so, dass solche eher unpopulären Ansichten nun mal meistens bereits in bestimmten Bereichen widerlegt sind oder es andere Theorien gibt, welche einen Sachverhalt um ein vielfaches besser erklären.
Oftmals kommen dann aber immer die Anhänger solcher Theorien aus ihren Löchern gekrochen und verschweigen explizit gewisse Erkenntnisse oder betreiben einfach ganz simples Wissenschaftsbashing, indem sie eben behaupten die ganze Wissenschaft würde sich ja dogmatisch verhalten.

Gerade bei deinem Beispiel mit der Expansionstheorie gibt es ja eine ganze Latte von Argumenten, welche diese Theorie zumindest sehr unwahrscheinlich erscheinen lassen. Da die Theorie der Plattentektonik das ganze nun mal um ein vielfaches besser erklärt, ist es nur logisch sich an diese zu halten. So lange, bis bei dieser Theorie (evtl.) nachgewiesen werden kann, dass sie falsch ist.

Übrigens: Es gab auch Theorien welche lange Zeit belächelt wurden und sich im Endeffekt doch als richtig herausgestellt haben. Aber, diese Theorien konnten irgendwann sehr gut auf ihre mögliche Richtigkeit überprüft werden und wurden dann in den allgemeinen Wissenschaftskonsens aufgenommen.
Ich will damit sagen: Querdenken MUSS erlaubt sein, da es für Fortschritt sorgt. Aber zu behaupten Querdenker würden von der Wissenschaft generell ausgeschlossen ist nun mal einfach falsch. Wer eine plausible Theorie liefern kann, welche irgendeinen Sachverhalt besser erklärt als eine andere Theorie, wird nicht auf ablehnung stoßen. Hier ist nur das Problem, dass wie oben beschrieben, in solche Theorien oftmals sehr viele Lücken vorhanden sind, die für den Laien nicht wirklich nachvollziehbar sind.

Vielleicht lehne ich mich da ein bisschen weit aus dem Fenster, aber in meinen Augen sind manche Anhänger solcher Theorien schon fast so betriebsblind wie Verschwörungstheoretiker, welche auch zu 100 % von ihrer Theorie überzeugt sind und gar keine Gegenargumente zulassen. Fatalerweise versuchen solche Menschen allen anderen Leuten, welche nicht von ihrer Theorie überzeugt sind, ja Blindheit und Ignoranz vorzuwerfen. Sowas überträgt sich eben verdammt schnell in die “Laienwelt”. Man ist von der Theorie überzeugt, die einem Augenscheinlich eben am wahrscheinlichsten & spannendsten erscheint. Man denke nur an 9/11. Im Internet muss man sich an vielen Orten inzwischen schon Anfeinden lassen, wenn man der offiziellen Fassung glaubt :ugly.
Oftmals erscheinen aber bestimmte Theorien, gerade in der Wissenschaft, eben extrem unglaublich, weil man inzwischen schon viel mehr Kenntnisse über die Komplexität der Welt hat, dass sie für den menschlichen Horizont auf Anhieb eben gar nicht logisch erscheinen. Wer kann z.B. schon ernsthaft behaupten, dass die Relativitätstheorie irgendwie NICHT total unglaublich erscheint? Oder die Quantenmechanik? Das sind Vorgänge, die teilweiße schon nach SciFi klingen. Wenn ich irgendwelchen Leuten über relativistische oder quantenmechanische Vorgänge etwas erzähle, bekomm ich sehr oft zu hören: “Nö das glaub ich nicht, so etwas kann es doch gar nicht geben”. :roll:

:smt017 Du beschwerst dich das die Expansionstheorie nicht mehr vertreten wird/ignoriert wird und im letzen Satz deines Zitates steht das es zweifelsfrei feststeht das sie falsch ist?
http://de.wikipedia.org/wiki/Expansionstheorie

Die von dir genannte Quelle schmeißt 2 Begriffe durcheinander, die systematisch in der Wissenschaft unterschieden gehören: Wissenschaftliche Hypothese und wissenschaftliche Theorie.
Demnach ist eine wissenschaftliche Hypothese ein Versuch, der empirische Versuche zusammenfasst. Zusätzlich muss die Hypothese noch weiter wissenschaftlich untersucht werden.
Die wissenschaftliche Theorie hingegen, fasst empirische Ergebnisse in geschlossener Form zusammen, macht nachprüfbare Voraussagen und gibt den aktuellen Stand des Wissens wieder.

Man kann die Expansionshypothese gerne in einem Nebensatz im Unterricht erwähnen, doch der aktuelle Wissensstand ist doch der Plattentektonik.
Ich erkenne da keine Dogmatik. Wenn die Plattentektonik wissenschaftlich widerlegt wird, dann wird diese auch aus den Lehrbüchern gestrichen und durch das aktuelle Wissen ergänzt.

Gruß
Der Otto

@Strohalm
Es geht mir nicht um plausible Theorien sondern um plausible Hypothesen. :roll:
Schau mal! Was ist an dem Satz nicht zu verstehen?

Doch frei von Dogmatismen aller Art ist der akademische Betrieb natürlich nicht, teilweise zurecht, da viele Theorien gemäß Faktenlage unwiderlegbar sind, teilweise aber auch zu Unrecht, wie ich finde, nämlich über all da, wo unumstößliche Theorien (noch) fehlen.

Ganz so einfach ist es nämlich nicht, und ganz so unschuldig und vernünftig vorgehend ist der Wissenschaftsbetrieb leider auch nicht. Deshalb frag’ ich ja.
Paradigmenwechsel erfolgen meist abrupt, und plötzlich stellt man fest, dass man vielleicht zu lange mit der (im besten Fall) am wenigsten falschen Theorie gearbeitet hat und andere konkurrierende Theorien und Hypothesen vernachlässigt hat.
Wenn z.B. demnächst herausgefunden wird, dass die Theorie der expandierenden Erde korrekt ist, muss man sich doch zwangsläufig die Frage stellen, warum so wenig Energien und Ressourcen für deren Erforschung zur Verfügung gestellt wurde. Auf der anderen Seite würde man selbstverständlich jegliche an alternative Hypothesen geflossenen Mittel als Verschwendung abschreiben müssen, wenn sich die Plattentektonik-Theorie zweifelsfrei beweisen lassen würde.
Jedenfalls finde ich:
Dass ich in der Schule neben der Plattentektonik nichts über die Expansionstheorie beigebracht bekommen habe, ist nicht in Ordnung.

@Orin
Die Expansionstheorie ist bis jetzt noch nicht zweifelsfrei widerlegt worden. Der Wiki-Artikel sollte mal überarbeitet werden.

@Otto Welz
Meinst du den Artikel über Prof. Meyl? Kann sein, dass da Begrifflichkeiten durcheinander geschmissen wurden. Ich hab’ den Artikel verlinkt, um über den teilweise obskur agierenden Meyl zu informieren.

Mir ist der Unterschied zwischen Theorie, These und Hypothese wohlbekannt.

Die Theorie der Plattentektonik aber hat auch Schwachstellen und ist nicht unumstößlich. Letztlich wurde sie bevorzugt wahrscheinlich, weil sie weniger Schwachstellen als die Expansionstheorie aufwies.
Bei der Plattentektonik muss man sich keine Gedanken um irgedeinen Zustrom von Masse aus dem All machen.

Die Frage ist: Ist ein Nebensatz im Unterricht nicht zu wenig? Oder ist doch ein Sonderkapitel im Erdkundebuch verhältnismäßig angebrachter?

:smt017 Wenn nachgemessen wurde und keinerlei Expansion festgestellt wurde(wenn doch bitte einen Beleg dafür) dan sehe ich die Theorie als wiederlegt an, wenn sie behauptet das der Planet expandiert.

PS: Hab mal kurz gegoogelt und im Ogame-Forum(Ja ich weiß sehr seriös xD) eine Diskusion von Leuten gefunden die scheinbar ein wenig mehr Ahnung von dem Thema haben als ich und die haben da einige Dinge an der Expansionstheorie gefunden ,die zu kritisieren sind.

http://board.ogame.de/board205-marktpla … -tektonik/

Sofern aber bisher die Theorie der Plattentektonik alle Eigenschaften der Kontinentalplatten widerspruchsfrei erklärt hat, kann sie nicht falsch gewesen sein. Sie hat dann womöglich nur nicht das Gesamtbild erfasst.
Es war auch damals nicht falsch, die Newtonschen Bewegungsgleichungen zu lehren, da sie das Beobachtbare korrekt beschrieben haben. Es ist immer die Frage, wie umfassend man etwas erklären möchte. Denn wenn Nebeneffekte keinen Einfluss auf die Wahrnehmung von der Welt haben, wo ist dann der Unterschied?
Genauso können wir heute sagen, wie ein Mensch im Mutterleib entsteht und diesen Entwicklungsprozess für jede befruchtete Eizelle vorhersagen. Dass wir dabei aber nicht erklären können, wie das Bewusstsein entsteht, macht unser Verständnis der organischen Entwicklung aber nicht hinfällig. Das ist erst der Fall, wenn die Ausbildung des Bewusstseins unserem Verständnis der organischen Entwicklung widerspricht.

Worin unterscheiden sich These und Hypothese? Den Unterschied verstehe ich nicht.

Da müsste man ja den Umfang jeder Alternative jeden Beispiels einzeln überlegen. Am Ende hat man nach jeder Aussage eine Liste mit Überlegungen, wie es auch sein könnte, selbst wenn es noch so abwegig erscheint. Eventuell sitzen Hamster in großen Laufrädern unter den Erdplatten und bewegen diese so.

Worin unterscheiden sich These und Hypothese? Den Unterschied verstehe ich nicht.

Schau mal hier rein:
http://forum.ars-regendi.com/hypothese-these-theorem-theorie-t-15918.html

Dort findest du die Definitionen von These, Hypothese und Theorie. :wink:

Gruß
Otto

Was ich in der schulischen Ausbildung vor allem vermisse ist, dass dort den Schülern nicht anständig beigebracht wird, was Wissenschaft eigentlich ausmacht und was der Unterschied zu Pseudowissenschaft ist, wie entstehen Theorien und wie erkennt man, wenn man auf dem Holzweg ist bzw. irgendwelchem Humbug aufsitzt. Wie unterscheidet man unfruchtbare von fruchtbaren Diskussionen?

Es ist wirklich erstaunlich wieviel Menschen immer wieder auf die einfachsten Taschenspielertricks reinfallen und sich dann zum Beispiel ein Wasseraktivierungsgerät für 200 EUR an die Wasserleitung schrauben. Dasselbe mit den ganzen Verschwörungstheorien, wie Strohalm schon angesprochen hat. Verschwörungstheorien arbeiten häufig nach der Methode der Immunisierung einer Theorie. Das ist so ein Taschenspielertrick, der in der echten Wissenschaft aus gutem Grund nicht zulässig ist, weil er eben zu keinem nützlichen, neuen Wissen führt sondern nur dazu dient die eigene Meinung zu beschützen.

Das geht dann zum Beispiel so:

  • In meiner Garage gibt’s einen Drachen!
  • Cool, kann ich den mal sehen?
  • Nee, der ist unsichtbar!
  • Aha, aber vielleicht können wir in mit Mehl bestäuben?
  • Geht, nicht, der hat so eine staubabweisende Haut!
    … und so weiter … schön nachzulesen in Carl Sagan “Der Drache in meiner Garage”

Genauso funktionieren die meisten Verschwörungstheorien - und am Ende waren notfalls Ausserirdische im Spiel.

Eine andere beliebte Methode ist die Verlagerung von rationaler Kritik auf das Umdefinieren von Worten. Jemand könnte zB. behaupten Krebs zu heilen, einfach in dem er eine andere Definition von “geheilt sein” verwendet. Und selbst wenn der Patient stirbt kann er sagen: aber er war wenigstens geheilt (nach meiner Definition). siehe auch aktuelle Postecke, wo jemand das Wort “Nationalsozialismus” so umdefiniert, dass es dasselbe wie Patriotismus ist und es demzufolge eigentlich keine Rechstexremen gibt, sondern nur noch Patrioten. Lol

Wirklich fies finde ich es spätestens dann, wenn Esoterik dergestalt in den Alltag rüberwächst, dass zum Beispiel beim Bau einer neuen Straße das Straßenbauamt erstmal einen Wünschelrutengänger beuftragt, um die beste Lage zu ermitteln (von Steuergeldern bezahlt wohlgemerkt). Das ist kein Witz. So etwas gab es bereits - und zwar in Deutschland. So etwas passiert, wenn an Unis Diplomarbeiten über esoterische Raumschwingungen oder dergleichen produziert werden, auf die sich später ein Wünschelruten-Planungsbüro oder eine selbsternannter Krebsheilarzt berufen kann.

Hier nochmal eine wirklich gelungene Erklärung von Wissenschaft und Esoterik (oder Pseudowissenschaft im Allgemeinem):
http://www.youtube.com/watch?v=KNhrSw_RKu0#t=5m10s

Also warum sich mit etwas beschäftigen, solange das bessere funktioniert? Es ist doch eh so, dass sich bereits schon mit genügend Pseudowissenschaften beschäftigt wird. Nur mal ein Beispiel:
http://www.youtube.com/watch?v=smmwvWCqpQM#t=1m37s

Die Expansionstheorie ist zweifelsfrei widerlegt worden (abgesehen davon, dass bei Gesteinsplaneten Expansion energetisch eigentlich nicht möglich ist). Die Satelliten haben die Erde so genau vermessen, dass das eindeutig ausgeschlossen werden kann.

Allerdings hast du im Prinzip recht. Dass es in der Wissenschaft “gute” und “schlechte” Hypothesen und Theorien gibt sieht man in der Klimadiskussion. (Mehr zu dem Thema bitte nicht hier!)

Zu dem Thema ist auch immer wieder ein Blick auf den Blog von Florian Freistetter interessant.

http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/

Er bloggt neben Astronomie regelmäßig auch über den nicht stattfindenden Weltuntergang 2012, Nibiru, Homöopathie, Astrologie und ähnliches.
Und eigentlich immer schlägt dann ein Gläubiger in den Comments auf, der eben jenen Vorwurf macht, der auch hier besprochen wird…“Die Wissenschaft ist dogmatisch, verbohrt und festgefahren!!!1111!”.
Dies wird manchmal noch gewürzt mit (teils) angeblichen Zitaten von Voltaire, Hamlet und Co.
Oftmals kommt dann auch noch die “heilige Handgranate” der Gläubigen…Das Galileo Gambit.

Klar, die Wissenschaft kann nicht alles wissen und ist nahenzu immer im Wandel, aber wenn Sachen wie die oben genannten sich nunmal bislang als unwirksam, Blödsinn und nicht bewiesen herausstellen, dann hilft auch der Vorwurf des Dogmatismus nicht mehr.

Schlimm wird es dann ebenfalls, wenn mit den Unwissen von Leuten Kohle gemacht wird.
Dieter Bröers, Dieter Brehmer, Erich von Däniken, bekannte Astrologen unn Homöopathen.

Der eine schwurbelt über Sincronisationsstrahlen aus dem Zentrum der Milchstraße, der und Ende des Jahres alle geistig aufsteigen lässt.
Der andere behauptet, der Mond ist erst ein paar Tausend jahre alt und entstand, als die Raumstation Atlantis auf die Erde gekracht ist. Er beweist das übrigens mit Liedern wie “Freude schöner Götterfunken”, Bibelzitaten und Ähnlichem.
Und wiederum Andere verkaufen überteuerte Zuckerkügelchen an kranke Menschen mit dem Versprechen das die helfen.
Alle erheben für sich den Anspruch Wissenschaftler zu sein (teilweise durch gekaufte Doktortitel).
Da müssen sie halt auch damit leben, daß wissenschaftliche Maßstäbe bei ihren Themen angelegt werden.

Was eigentlich nicht sein muss, ist den Begriff dogmatisch von vornherein negativ zu sehen. Ein gewisser Dogmatismus - in Zeiten des Chaos z.B. - kann sicher auch durchaus nützlich sein, um Forschung zu ordnen und auf Ergebnisserwerb zu orientieren. Auch in der Wissenschaft ist natürlich absolute Freiheit ein zweischneidiges Schwert.
Im Regelfall aber führen Dogmen natürlich zu Muff unter den Talaren, weil Potentiale abseits der eigenen Vorannahmen verkannt werden.
Deshalb meine Frage: Wie dogmatisch sind unsere Wissenschaften und wer könnte in Zeiten der enormen Spezialisierung das überhaupt Beurteilen außer die Wissenschaft selber?
Was natürlich das Problem aufwirft, dass der Urteilende somit mitdrinstecken müsste.
Oder gibt es heute schon unabhängige Gremien, die die akademische Welt beäugen und Inzucht und Betriebsblindheit öffentlich machen?
Stichwort: Paradigma.

Kuhn meint mit Paradigma also ein vorherrschendes Denkmuster in einer bestimmten Zeit. Paradigmen spiegeln einen gewissen allgemein anerkannten Konsens über Annahmen und Vorstellungen wider, die es ermöglichen, für eine Vielzahl von Fragestellungen Lösungen zu bieten. In der Wissenschaft bedient man sich in diesem Zusammenhang auch oft Modellvorstellungen, anhand derer man Phänomene zu erklären versucht. (Leitbild)
Nach Kuhn ist ein Paradigma solange anerkannt, bis Phänomene auftreten, die mit der bis dahin gültigen Lehrmeinung nicht vereinbar sind. Dann werden neue Theorien aufgestellt, die sich manchmal sofort durchsetzen, manchmal erst nach längeren Diskussionen zwischen Verfechtern verschiedener Lehrmeinungen. Das Sich-Durchsetzen einer neuen Lehrmeinung oder den Prozess des Meinungsumschwungs bezeichnet man als Paradigmawechsel.
(Wiki)

Die Frage ist auch deshalb von Bedeutung, weil Genies, die aus eigener Kraft für einen Paradigmenwechsel sorgen, doch sehr rar sind.
Fünf Jahre nachdem der Physiker William Thomson z.B. verkündete, dass in seinem Fach alles geklärt sei, postulierte Albert Einstein die Relativitätstheorie, und Thomson konnte sein komplettes Weltbild in die Tonne treten.
Wie sähe heute die Wissenschaft aus, wenn es „Alberto“ nicht gegeben hätte?
Hypothetisch, klar!
Aber man muss sich schon die Frage stellen, wieviel Chancen ein Thomson einer „Relativitäts-Hypothese“ eingeräumt hätte?
Um nochmal auf die Erdexpansionshypothese zurückzukommen:
Wenn schon Laien mehrheitlich „Verschwörungstheorie“, „Humbug“ und „widerlegt“ schreien, wie wird es dann in der Fachwelt aussehen, wenn man damit ankommen würde?
Für mich sieht es so aus, als ob diese Ansicht der herrschenden Theorie, die selber alles andere als felsenfest ist, zum Opfer gefallen ist.
Denn diese „Widerlegung“ muss man tatsächlich in Anführungszeichen setzen, denn was falsifiziert wurde, und zwar 2011 - also ungefähr gestern - ist ein spezielles Modell, welches von 6000 km Wachstum der „Scheißkugel“ in den letzten 200 Mio. Jahren ausgeht, nicht die Erdexpansionshypothese selber.
Und selbst diese gesondert zu betrachtende Falsifizierung erscheint mir nicht ganz koscher:
Es wurden demnach 0,2 mm Wachstum im Jahr gemessen, was aber im Rahmen der Messgenauigkeit mit einem Fehlen jeglicher Erdexpansion übereinstimmt.
Also scheinen die Instrumente doch nicht so genau zu sein, denn allein diese 0,2 mm würden in 1 Mill. Jahren ein Anwachsen von 200 km ausmachen.

Ein Messfehler ist ein statistischer Wert, der in alle Richtungen ausfällt. Man kann also den Messfehler nicht einseitig aufaddieren, der Fehler bleibt auch in 1 Millionen Jahren weitgehend gleich.

Und ich sehe da kein großes Problem. Wenn jemand eine Theorie entwickeln kann, die etwas besser beschreibt und auch wissenschaftlich begründet werden kann, dann hat er recht, zumindest so lange bis es eine bessere Theorie gibt.
Das war bei Newton so, auch bei Einstein.
Neue Theorien sind immer am Anfang umstritten, so war es auch bei der Stringtheorie, die ja auch erst mal bewiesen werden muss. Aber wenn man an seine Theorie glaubt muss man diese mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen voranbringen, nicht mit Pseudowissenschaft.
Da sehe ich aber kein Problem für Schulen, denn Theorien die sich noch nicht verfestigt haben werden in der Regel eh nicht gelernt.

Ärgerlich ist es eben nur bei Dingen wie die Erderwärmung. Dies wird als sicheres Wissen verkauft und auch so zum Beispiel in Englisch gelehrt. Hier werden Modelle berechnet, die alles andere als exakt sind. Einfach gesagt könnte man sagen, dass kann man nicht berechnen, bzw. rechnen kann man es schon, das Ergebnis ist aber nicht aussagekräftig. Und dennoch baut eine ganze Wissenschaft auf diesen Ergebnissen auf.

Ist aber auch nichts neues, früher war es das Waldsterben. Was man da nicht alles gelernt hat, warum der Wald sterbt und was man damals nicht alles unternommen hat. Da weil hätte man auch damals schon wissen sollen, dass eine Monokultur kein stabiles System ist. Aber bei sowas setzt sich das Dogma durch.

Und ich sehe da kein großes Problem. Wenn jemand eine Theorie entwickeln kann, die etwas besser beschreibt und auch wissenschaftlich begründet werden kann, dann hat er recht, zumindest so lange bis es eine bessere Theorie gibt.
Das war bei Newton so, auch bei Einstein.

Probleme gibt’s bei durchaus verheißungsvollen Forschungen, die aber leider vom Paradigma abweichen und deshalb gedisst werden.
Wenn eine Theorie herrscht, die nicht unumstößlich ist, also noch offene Fragen birgt, wie soll man dann mit bestehenden konkurrierenden Hypothesen umgehen? Verbannen oder Nischenforschung zu lassen, bzw. den Außenseitern stets Chancen einräumen und mitfördern?
Ganz konkret: Sollen Deutsche Universitäten einen bestimmten Anteil an Mitteln zum Durchleuchten der Erdexpansionshypothese oder einer anderen partiell widerlegten wissenschaftlichen Behauptung bereitstellen oder nicht?
Ich finde ja, um die unflexiblen Eigenschaften der Paradigmen zu schmälern.

Die Erde hat einen Durchmesser von 12.742.000.000 mm(ca) und du beschwerst dich über 0,2mm?
das ist eine Abweichung von 1,57+10^-9%
Natürlich wird so ein Messfehler ignoriert, weil sie ihn warscheinlich schon hätten wenn sie eine Stunde später messen.
Wenn du dan die theoretische Expansion brechechnes würdest darauf kommen das die Erde vor 1 Mill Jahre ziemlich klein wäre :ugly

PS: Und um nochmal zu verdeutlichen warum die Expansionstheorie schon an sich nicht richtig sein kann sollte vieleicht angemerkt werden das zu grune liegende Formel einem Mathematikprofessor zum prüfen gegeben wurde. Er hat bereits im Ansatz der Rechnung Fehler gefunden und das mehrfach Zahlenvertauscht wurden.

Meist wird eine Theorie von der Anderen abgelöst, weil in der Grundlagenforschung neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Also wenn sich der erste Wissenschaftler eine Theorie ausdenkt, fußend auf dem Wissen seiner Zeit, ist das zu diesem Zeitpunkt schlüssig.
Werden aber in den Jahren danach neue Erkenntnisse gewonnen, wie z.B. die Konvektionsströmungen, muß man die alte Theorie, welche ja auf einem veraltetem Fundament fußt, an die neuen Erkenntnisse anpassen.
Das ist dann Fortschritt und nicht Kampf der Theorien!

Ganz klar: Nein, ansonsten kommt man nie zu einem Ergebnis. Und warum etwas fördern wenn etwas widerlegt wurde und es ein besseres Modell gibt?

Es wurde auch noch nicht zweifelsfrei widerlegt, dass das Universum nicht vom unsichtbaren rosa Einhorn erschaffen wurde. Sollte man das jetzt deswegen im Physikunterricht neben dem Urknall auch erwähnen?

@Orin
Von dem ausgehend, was ich im Wiki-Artikel gelesen habe,…

Dabei fanden sie heraus, dass in den letzten Jahren die maximale jährliche Vergrößerung des Erdradius nicht mehr als 0,2 mm möglicherweise Betrug, was im Rahmen der Messgenauigkeit mit einem Fehlen jeglicher Erdexpansion übereinstimmt.

0,2 mm gemessen wurden, dieser Betrag aber innerhalb der Fehlerquote liegt.
Ich erklär mal mit Beispiel:
Ein Geschwindigkeitsmessgerät der Polizei mit einer Messgenauigkeit von ±50 km/h wird in einer Ortschaft aufgestellt, und Autos, bei denen 100, 90, 80…gemessen werden, können selbstverständlich nicht belangt werden.
Muss man da nicht fragen: Geht’s vielleicht ein bißchen präziser?
Das Ding is’ nämlich, dass die Widerleger bloß ein jährliches Wachstum gemäß einem speziellen Modell der Erdexpansionstheorie entkräften mussten, nicht die allgemeine Hypothese.

…Mit Hilfe von Satelliten lässt sich der Erdradius heute auf Millimeter genau bestimmen. Wie schnell müsste sich die Erde ausdehen, um in 200 Millionen Jahren um 6000 km zu wachsen? Ihr Durchmesser müsste pro Jahr – unter der Annahme eines konstanten Wachstums – um ganze 3 cm wachsen – das wäre längst aufgefallen…
http://www.final-frontier.ch/Erdexpansion

Die gemessenen 0,2 mm Wachstum pro Jahr - gehen wir mal davon aus, dass sie korrekt sind - würde eine Expansion von 200 km in 1 Mill. Jahren bedeuten. Mal vier macht das 800 km.
Bin zwar kein Geologe, aber mit dieser Menge lässt sich durchaus arbeiten, oder?

Nun sollte man natürlich fairerweise sagen, dass dieses spezielle Modell nach dem Ausschlußverfahren als einzig plausible Variante - wenn überhaupt - herausgearbeitet wurde, so dass deren Widerlegung der Widerlegung der ganzen Expansionshypothese gleichkommt.
Trotzdem bleibt es für mich ein unsportlich geführter wissenschaftlicher Wettstreit, Establishment gegen Außenseiter, und die Argumente überzeugen - selbst mich als Laien - in keinsterweise. Wohlgemerkt! Ich sage nicht, dass die Erde wächst, sondern, dass man es immer noch nicht ausschließen kann.
Schaut man z.B. auf den Wiki-Artikel bestehen die Argumente gegen die Erdexpansion hauptsächlich aus Argumenten für die Plattentektonik, dabei sagen die Befürworter der Expansionshypothese, dass sich die Theorie der Plattentektonik in ihre Wachstumsmodelle integrieren lässt.
Dass heißt, ein Wachsen der Erde schließt die Kontinentalverschiebung nicht aus.

Im Übrigen:
Die Erdexpansionshypothese sollte als Beispiel dienen. Es gibt natürlich noch zahlreiche andere Beispiele von Hypothesen, die aus dem Paradigmen-Raster fallen.

Z.B.
Die Wissenskluft-Hypothese
http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenskluft
Oder
die neo-liberalen Faschisten in den Wirtschaftsinstituten

Ich habe eine schöne Auflistung von Thesen gefunden auf einer Seite mit Bezug zur Uni Linz, die vieles zum Thema „Dogmatismus in der Geisteswelt“ streift oder direkt anspricht:

Wissenschaftliche Erkenntnis, Politik und Gesellschaft
Dieser Abschnitt enthält enthält einige abschließende thesenartige Bemerkungen zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

  • Wissenschaftliche Erkenntnisse können dann erfolgreich publiziert werden, wenn sie vorherrschenden Machtinteressen nicht widersprechen (z.B. die 6 renommierten Wirtschaftsinstitute, die mit neoliberalen Koryphäen bestückt sind) oder verschiedenen Institutionen nützen (z.B. den Gewerkschaften). Dies ist reine Interessenpolitik und hat mit einer potentiellen „Verschwörung“ nichts zu tun.
  • Die Aufnahme von wissenschaftlichen Erkenntnissen in der nicht-wissenschaftlich gebildeten Bevölkerung wird durch Barrieren wie Formalisierung, Mathematik, einen nicht allgemein verständlichen Jargon erschwert. Dies führt einerseits zu einer Ghettoisierung der Wissenschaft - das Klischee des zerstreuten, hochintelligenten Wissenschaftlers, der von dem, worauf es im Leben ankommt, keine Ahnung hat -, andererseits zu einem Hohepriestertum, das Herrschaftswissen produziert und kontrolliert (wie Feyerabend beklagt).
  • Wissenschaftliche Paradigmen verkrusten zu Ideologien, die einen interdisziplinären, interparadigmatischen Dialog oft fruchtlos, wenn nicht gar unmöglich machen. Die Bereitschaft, sich mit dem anderen wissentschaftlichen Lager unvoreingenommen und ehrlich auseinanderzusetzen, ist nicht gerade riesig, was einige von uns schon im Uni-Alltag erlebt haben.
  • Die wissenschaftlichen Disziplinen grenzen sich gegen populärwissenschaftliche Vorstöße zu neuen Paradigmen ab, um vermeintlich pseudowissenschaftliches Sektierertum nicht eindringen zu lassen (z.B. Sheldrakes morphogenetische Felder). Populärwissenschaftliche Publikationen scheinen aber oft der einzige Weg zu sein, eine Paradigmendiskussion überhaupt erst in Gang zu setzen, da diese in den wissenschaftlichen Disziplinen kaum stattfindet.
  • Was von den Wissenschaften über die Medien in die Öffentlichkeit dringt, sind meist gelöste „Rätsel“ (im Kuhnschen Sinne), die entweder spektakulär oder technisch verwertbar sind, oder Wissenschaftsmythen. Damit ist die Fiktion eines linearen Erkenntniszuwachses gemeint, die Reduktion auf schlagwortfähige Thesen oder Beziehungen wie E = mc2, die Ikonisierung genialer Wissenschaftler (Einstein und seine herausgestreckte Zunge). Dies gilt vor allem für die Naturwissenschaften.
  • In den Sozial- und Geisteswissenschaften ist der Streit verschiedener Schulen in den Medien schon eher wahrnehmbar. Je enger die Verknüpfung der Forschungsprobleme mit der Gesellschaft ist, desto stärker werden Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit getragen und Forschungssteit dort ausgetragen.
  • Wissenschaft dient auch der Objektivierung von Aberglauben und Meinung („Wissenschaftler haben herausgefunden…“) - manchem Wissenschaftler würden jetzt natürlich die Haare zu Berge stehen. Aber gerade der Objektivitätsanspruch wissenschaftlicher Erkenntnis lädt dazu ein, Wissenschaftlichkeit in einer politischen Auseinandersetzung oder für ökonomische Zwecke als Waffe zu gebrauchen. Die Frage ist, ob es sich hierbei um einen Mißbrauch handelt, oder ob dieser nicht von vorneherein in der Konzeption wissenschaftlicher Rationalität enthalten ist. In diesen Zusammenhang gehört die Zahlengläubigkeit: Zahlen machen aus Meinungen Fakten, was mit Zahlen belegbar ist, kann den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben.
  • Wissenschaft muß, vielleicht sogar kann, also ebenso wie Kunst, Literatur und Musik nicht gesellschaftlich neutral bleiben, sondern wird wie diese ideoligisiert und Machtstrukturen dienstbar gemacht.
  • Aufgrund ihres Objektivitätsanspruchs will die Wissenschaft absolut sichere Entscheidungsgrundlagen liefern, um dem Dilemma der Beliebigkeit, der bloßen Meinung, des unbegründeten Aberglaubens zu entgehen, das bei Entscheidungen mit politischer Bedeutung angesichts verschiedener Alternativen auftritt. Damit geht Wissenschaft über die bloße Reflexion der Gegenwart, über die Erkenntnis „l’art pour l’art“, über die Kontemplation, die sie mit Kunst, Literatur und Musik gemeinsam hat, hinaus.
  • Es existiert ein wesentlicher Unterschied zwischen Sozial- und Naturwissenschaften: Erstere können eine neue Realität schaffen, da sie auf ihren Forschungsgegenstand zurückwirken und umgekehrt. Hierzu sei eine Interpretation Alfred North Whiteheads von M. Hampe (Neue Hefte für Philosophie 32/33) zitiert: „Da, wo unsere Lebenszeit und technische Macht nicht ausreicht, um auf die Entwicklung der beschriebenen Regularitäten Einfluß zu nehmen, nämlich in der unbelebten und dem überwiegenden Teil der belebten Natur, haben die betreffenden Gesetzmäßigkeiten keinen normativen Charakter. In dem Moment aber, in dem durch die Beschreibung einer Regularität eine Distanzierung von ihr möglich wird, die uns die Möglichkeit gibt, über ihr Weiterbestehen zu entscheiden, verwandelt sich die Beschreibung in eine potentielle Norm.“
    http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/inte … ntnis.html