Weiteres Feedback zum Live-Talk

Hallo Holger!

Nachdem es hier jetzt schon ein paar Threads gibt, in denen der Live-Talk kritisiert wird, schließe ich mich dem mal an. Ich denke, das Problem ist nicht nur, dass der Live-Talk jetzt so oft kommt, sondern auch zwei weitere Veränderungen vom vorigen Format zum jetzigen, die einfach die Rahmenbedingungen geändert haben.

[U]1.) Live-Publikum[/U]
Wie schon zu Beginn von einigen befürchtet, hat das Live-Publikum anscheinend wirklich den Einfluss, dass Anrufer schneller aus der Leitung gekickt werden. Das war besonders in der letzten Folge auffällig, wo mal eine ganze Menge an Zuschauern anwesend war. Da hast du fast zu jedem Anrufer, der nicht von allein nach 5 Minuten die Leitung freigemacht hat, gesagt: “Du, ich glaub, das interessiert die Zuschauer jetzt nicht so…”. So wurden die Gespräche insgesamt sehr kurz und oberflächlich. Früher, als du noch allein im Live-Talk warst, hast du dich da auch mal auf abseitige Diskussionen eingelassen und dem einzelnen Anrufer mehr Zeit eingeräumt. Ich denke, einige Anrufer brauchen auch erst mal etwas Aufwärmzeit und wenn man sie dann über ihr Lieblingsthema reden lässt, wird die Diskussion vielleicht ganz interessant, auch wenn man selbst als Zuschauer nix mit dem Thema anfangen kann. Ich verstehe z.B. nicht, warum du den Typ mit Digimon nicht hast weiterreden lassen oder auch am Ende den Kevin mit seinem Thema Schule. Da muss man dann als Zuschauer auch mal durch, dass nicht immer nur über Themen gesprochen wird, mit denen man was anfangen kann - das ist ja gerade das Spannende am Live-Talk.

[U]2.) Mehrere Personen auf der Couch[/U]
Je mehr Personen auf der Couch sitzen, desto mehr tendiert ihr (natürlicherweise) dazu, euch untereinander zu beschäftigen und weniger mit dem Anrufer. In den Pausen zwischen den Anrufen ist das ja ganz nett, eurem Geplänkel zuzuhören, aber wenn gerade ein Anrufer in der Leitung ist, finde ich es ziemlich unhöflich, wenn dann zwei Personen anfangen, sich nebenher zu unterhalten oder gar zu lachen, weil sie das Thema des Anrufers gerade blöd finden. Da fühlt man sich als Anrufer nicht ernst genommen und nicht willkommen. Letzteres merkte man auch an der Anmerkung eines Anrufers, dass er eure Runde ja nicht stören will. Wie gesagt, wenn mehrere Personen zusammensitzen, ist das ganz normal, dass sich das Gespräch nicht immer nur auf ein Thema zentrieren kann, sondern oftmals teilt, aber dann solltet ihr entweder die Anzahl der Personen auf der Couch auf max. drei beschränken oder euch wirklich strikt vornehmen, während der Anrufe keine Seitengespräche zu führen, um wieder eine stärkere Aufmerksamkeit für die Anrufer zu garantieren.

Ich denke beide Punkte führen dazu, dass sich weniger Leute trauen anzurufen, weil sie befürchten, dass ihr Thema für euch oder für das Publikum nicht “gefällig” genug ist. Im alten Livetalk-Format hatte ich das Gefühl, dass sich mehr Leute trauen, einfach frei von der Leber weg über ihr Thema zu reden. Momentan scheint die Auswahl der Gesprächsthemen genauso beschränkt zu sein wie die Geduld mit den Anrufern.

1.) Ich finde, dass das Publikum schon ein ganz guter Gradmesser dafür ist, wie interessant da jetzt ein Anrufer gerade ist. Das ist ja sozusagen Basisdemokratie. Und es ist ja nicht so, dass die Leute schon nach 2 Minuten aus der Leitung gekickt wurden. Das Problem war allerdings, dass man am Freitag ja schon froh sein konnte, wenn überhaupt mal ein Anrufer ein ernsthaftes Anliegen hatte.

2.) Ja, da gebe ich dir Recht. Und ich habe sie ja sogar zwischendurch ermahnt während eines Skype-Anrufs still zu sein. Das war nicht gerade höflich, vollkommen richtig.

Wie gesagt: Wir werden den Livetalk ein wenig reformieren - u.a. in der Weise, dass wir auch von unserer Seite einiges vorbereiten. Bislang setzen wir uns ja einfach nur hin und warten was passiert - und es passiert leider viel zu wenig. Das ist sehr schade!