Wackelkamera

Wieso sind diese Wackelkameras eigentlich immer so beliebt?

In „Cloverfield“ hats finde ich gepasst, aber wieso sonst wo? Ich finde, es passt nirgends anders,
hat es wirklich mit Cloverfield angefangen oder bilde ich mir das nur ein? :stuck_out_tongue:

Wackelige Handkameras werden gerne eingesetzt, um “Authentizität” vorzutäuschen. Entweder als subjektive Kamera, die das Gezeigte aus der Perspektive eines Protagonisten einfängt (Der Zuschauer sieht exakt das, was die Filmperson sieht), oder um dem Gezeigten einen dokumentarischen Charakter zu verleihen.

Ein in der Regel verzichtbares Stilmittel. :2 cents:

Richtig.
Der Zuschauer “sieht” aus den Augen eines Protagonisten. Dies erzeugt bei dem Zuschauer eine gewisse Spannung.
Solche Effekte werden oft in Krimis in Szenen genutzt, in welchen zum Beispiel eine Verfolgung lebendiger suggeriert werden soll.

Ich finde es nervig - hat mir den letzten Bond-Film ein Stück weit kaputt gemacht, denn man konnte teilweise nicht mehr nachvollziehen was passiert…

Hat mit K11 und Lenßen Partner angefangen :smiley: ne spaß keine ahnung wo. Bei Horror-Filmen sorgt dass vielleicht für Grusel, doch die Wirkung geht schätz ich bald verloren (wenns die überhaupt gab) da die Wackelkameras ja schon fast in jedem Film eingesetzt werden. Aber nervig find ich sie nicht. Noch nicht

Wenn jemand schnell wegrennt (oder schnell geht) und die Kamera die Ich Perspektive filmt ist das sinnvoll.
Wenn es aber so ist, dass die Kamera die Szene beobachtet und dann wackelt ist das total nervig.
Das sieht man deutlich bei 112 Sie retten dein Leben.
http://rtl-now.rtl.de/sierettenleben.php
Ihr könnt euch ja selbst überzeugen wie nervig das ist.

Die werden auch gerne dazu verwendet, um eine versteckte Kamera vorzutäuschen.

Ich brauch mir das nicht anzugucken und glaube dir das, ich kann mir das außerdem sehr gut vorstellen, der einzige Grund der mir für so eine Szene einfällt, wäre, dass die sich kein Stativ leisten kommten :slight_smile: oder dass sie nicht den Sinn eines solchen Wackelkamera-Effektes verstehen.

Die werden auch gerne dazu verwendet, um eine versteckte Kamera vorzutäuschen.

Bei dieser Sendung (ich habe mir jetzt doch die ersten 10 Sekunden angesehen) gab es aber auf keinen Fall eine verstekkte Kammera, sondern es wurde nur ein Gebäude gezeigt um zu zeigen, wo die Szene spielt und es hat dabei gewackelt.

Bei Band of Brothers hat die wackelnde Kamera übrigens auch sehr gut gepasst.

Dieses Stilmittel ist so beliebt, da sie auf diese Weise Bewegung ins Bild bringen lässt obwohl keine da ist und die noch so trottelige Szene actionreich wirken kann. Hat ein bisschen was von “Erdbeben” und “Amateurkamera” (= für den Zuschauer: mittendrin!).

Ich persönlich finde eine Handkamera nicht so schlimm, wenn sie nicht übermäßig eingesetzt wird. Teilweise kann sie ein recht atmosphärische Stimmung erzeugen. Aber, wie gesagt, bitte nicht zu oft!

Lernt die Batch-Bearbeitung von Photoshop kennen und nehmt den Effekt raus.

Bei Children of Men waren die Szenen, die mit einer Handkamera gedreht wurden, eine Klasse für sich. :smt023

@Preisablehner: Children of Men ist einer der sehr wenigen Filme, bei der ich die Handkamera als angenehm empfand, da es das Ganze nicht, wie sonst, unübersichtlich sondern noch fesselnder machte. :smt023

Wenn ich da allerdings an beispielsweise den 5. Harry Potter denke (ohnehin kein gutes Beispiel für einen guten Film, aber was soll’s), frage ich mich, was man dort mit den unpassenden Wackelaufnahmen erreichen wollte. Authentizität schaffen?

Dezent und an Stellen eingesetzt wo es passt, macht eine Wackelkamera als Stilmittel durchaus sinn und kann die Atmosphäre wirklich verbessern. Mann kann es allerdings auch übertreiben. bei den letzten Teilen der Bourne-Verschwörung z.B ist es mir doch sehr augefallen, andere Bsp wurden ja schon genannt.

Angefangen hat das ganze glaube ich mit Blair witch Projekt.

Einer der Gründe für die Wackelkamera ist bestimmt auch der Kostenpunkt. Ich vermute mal das Verfahren ist produktionstechnisch einfach um einiges billiger. Keine großen Sets mehr für die Total-Perspektive. Vielleicht auch u.a. günstigere Kameraausrüstung. So gesehen kann eigentlich jeder Hobbyfilmer mit einer handeslüblichen Digicam so einen Effekt erzielen und mit ein bisschen Übung kann es sogar sehr gut aussehen.

Das einzige Mal, wo ich die Kamera gutheißen konnte war im Video zu “Blood Red Sandman” von Lordi.

[video]http://www.youtube.com/watch?v=tkw4jhDE1eQ[/video]

Der Einsatz von Wackelkameras kann ein durchaus wirkungsvolles Stilelement sein, um bestimmte Situationen (Panik, Hektik u.a.) zu verdeutlichen. Dieser Wackel-Effekt entspricht aber nicht unseren üblichen Sehgewohnheiten, es sei denn, wir befahren gerade eine holprige Straße oder ähnliches.

Beim Laufen jedoch reagiert unser Auge anders, als das „Auge“ einer Wackelkamera. Wir sehen keine ruckartigen Bilder, wenn wir laufen. Das verdanken wir unserem Gleichgewichtsnerv. Und deshalb fühlen wir uns auch oft bei solchen Wackel-Szenen unbehaglich, als würde man an „Simulator Sickness“ leiden.
Bleibt also zu hoffen, dass sich dieser Trend bald tot gelaufen hat.

Lernt die Batch-Bearbeitung von Photoshop kennen und nehmt den Effekt raus.

Rein technisch kein Problem, aber ich gucke Filme im TV und sogut wie nie am PC, und mein TV hat leider kein vorinstalliertes PS :frowning: :lol:

Richtig lästig wird das mit der Wackelkamera erst, wenn das Material offenbar mit einer festen Kamera gefilmt und die “Hektik” erst nachträglich aufgepfropft wurde. Wie zum Beispiel bei dem entsetzlichen TV-Film ‘10.5’. Da kann man nach einer Weile schon vorraussagen in welche Richtung die Kamera als nächstes zittert oder ob mal wieder die Zoomstufe verändert wird. Bei der RTL-Reihe ‘post mortem’ hat man anfangs auf die gleiche Technik gesetzt. Dadurch wirkt das ganze nicht mehr authentisch, sondern nur noch aufgesetzt.

Was bin ich froh, das es offenbar doch auch andere Menschen gibt die das stört. Ich werde oft von der anderen Seite der Couch ganz verständnislos angeschaut, wenn ich wieder mal kurz vor einem epileptischen Anfall stehe. Da stellt sich die Frage: billiger Regisseur, oder billiger Kameramann?

Ich habe das erst auf mein voranschreitendes Alter geschoben. Dann ist mir aber aufgefallen, das dieses Wackelding mittlerweile überall Einzug hält - ganz offensichtlich um laue Filme aufzumotzen und dem großen Vorbild amerikanischer Aktionfilme nachzueifern. Leider funktioniert das fast nie, weil die Leute es inflationär einsetzen und meist selbst nicht begriffen haben, wozu das eigentlich gut sein soll. Egal ob ein Cop nun einen Döner futtert, oder eine dramatische Einpark-Szene, oder gar eine nervenaufreibende Telefonsequenz mit der Oma: es wird gewackelt, das man sich ernsthafte Sorgen um den Kameramann machen muss.

Ich habe neulich einen Action-Film gesehen bei dem mich das sonderbarerweise überhaupt nicht gestört hat. 1. es wurde nur bei Action-Szenen eingesetzt, und 2. durch das geschickte Einfügen von nicht-verwackelten Einstellungen (immer im Wechsel), hat Auge und Hirn immer etwas Erholung gehabt - und schon hat es gewirkt.

Ein Problem dürfte wohl auch sein, dass das Prinzip der Wackelkamera oft nicht wirklich verstanden wird. Es geht nicht einfach darum, eine schlecht geführte Kamera vorzugaukeln, wenn man “Authentizität” erzeugen will.

Entscheidender ist, dass die Kamera nicht ständig und so auf das Objekt von Interesse gerichtet wird, dass dieses immer perfekt im Bild ist. Viel mehr geht es darum, den Eindruck zu erzeugen, dass der Filmende* nicht die nächsten Momente im vorraus kennt.

Ein Beispiel für gute “Wackelkamera” ist IMHO Battlestar Galactica. In den Weltraumsequenzen ist die Bewegung der Kamera selbst sehr flüssig, was jedoch “wackelt” ist die Richtung in die die Kamera filmt und das auch nicht so, als ob sie zufällig geschüttelt wird, sondern als ob die Aufmerksamkeit des Filmenden plötzlich (und in hektischen Szenen ständig) auf wechselnde Dinge gerichtet wird, wo bei sich der Filmende selbst in einer flüssigen Bewegung befindet. :smt023

Die meisten Leute, die diesen Effekt zu kopieren versuchen, wackeln einfach nur wild mit der Kamera herum:
:smt078 .

*“Der Filmende” im Sinne, dass ein dokumentarischer Stil eines Augenzeugen erzeugt werden soll.